Staatschefs und Mörder

13. März 2026von 1,2 Minuten Lesezeit

Giorgio Agamben mit einer Notiz, wie sich die Sprache eines Staatschefs immer mehr an die Sprache des Mörders angepasst hat.

Zum ersten Mal in der Geschichte erleben wir, wie der Chef eines Staates, der sich als zivilisiert versteht, offen wie ein Mörder spricht und über das religiöse Oberhaupt eines Landes, das er angegriffen hat, sagt: „Wir werden ihn töten“, und über die Bewohner dieses Landes: „Wir werden sie massakrieren“. Weder Hitler noch Stalin haben jemals so gesprochen. Und dennoch wird dieser Mann nicht nur nicht angeklagt und abgesetzt, sondern die Staatschefs der sogenannten westlichen Demokratien billigen ihn und akzeptieren damit implizit, dass Politiker sich heute öffentlich so äußern, wie es vielleicht nicht einmal Mörder untereinander zu tun wagen.

Der Text Capi di stato e assassini erschien am Blog von Agamben auf Italienisch.


Giorgio Agamben, Jahrgang 1942, lehrt heute als Professor für Ästhetik an der Facoltà di Design e Arti der Universität Iuav in Venedig, an der European Graduate School in Saas-Fee sowie am Collège International de Philosophie in Paris. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er war der einzige lebende Weltphilosoph, der von Februar 2020 gegen das Covid-Regime angeschrieben hatte. Deshalb wurde er auch weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs gecancelt.


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6 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 14. März 2026 um 7:22 Uhr - Antworten

    Worüber beklagt sich der Herr Professor? Dass jemand ausspricht, wie er denkt? Wäre es genehmer, wenn das Dargestellte eher in blumiger Sprache, eventuell mit Anleihen aus Heldenmythen, etwas verkaufsaffiner in hirngerechten Happen gereicht wird? 🤔

  2. Jakob 13. März 2026 um 16:28 Uhr - Antworten

    Ablenkung durch meinen Enkel.🤭
    Gehört als Antwort unter den Kommentar von Peter Ruzsicska

  3. Jakob 13. März 2026 um 16:25 Uhr - Antworten

    Wenn sich Beschriebene aufgrund von Überforderung solcher Gewaltsprache bedienen, was sagt uns das?
    Dass erstere dort nie und nimmer hingehören.
    Dass deren Höflinge dort nie und nimmer hingehören.
    Dass das ganze System welches dies ermöglicht beseitigt und durch ein besseres ersetzt gehört.
    Dass die von Ihnen lieb beschriebenen GhettobewohnerInInnen aber andererseits nichts anderes verdienen.

    • Peter Ruzsicska 13. März 2026 um 19:07 Uhr - Antworten

      Herrschaft ist grundsätzlich jeden Menschen überfordernd als auch gleichzeitig die ganze Menschheit.
      Ein schillernder Proponent prächtigster Herrschaftsexaltation in dessen Gewaltgebarung begleitend harsch simpler Sprache welche stark an einen gemeingewalttätigen Totschläger erinnert, strömt eben den Odeur brachialstbanalst körperlicher Gewalttätigkeit aus – Und entarnt sohin brüskierend augenblicklich alle anderen Camouflageinszenierungen waltender Herrschaft in Eigentlichkeit reinster Gewalt, völlig gleichgültig wo auf dieser Welt verortet.
      Die Sprache des Gewaltigen ist immer gewaltig als auch gleichzeitig beschönigend durch vorgebliche Sachzwänge aller Art selbstentschuldigend – Als auch neigt der Gewaltige dessen eigene Überforderung grundsätzlich in aeternum zu delegieren, völlig gleichgültig auf welche Art.
      Die Höflinge sind immer am richtigen Ort, sonst wären sie nicht dort – Die Gravitationskräfte des Hofes sind sehr höflich gelinde als die eines Schwarzen Lochs beschreibbar – Der Hof färbt immer ab und schließlich verschlingt er nahezu alles.
      Herrschaftssysteme sind, wenn selbige zu verausmaßt, bloß durch kollateralste Selbstvernichtungsgebarung überhaupt einschränkbar – Schon alleine auf Grund selbstverneinendster Selbstbeschränkung aller Art – Der Erweitertste Generalsuizid ist der Endsieg aller Herrschaft a priori.
      Die GhettobewohnerInInnen in zahlreichsten Herrschaftspferchen im illustren Pyramidensystem strafen sich nachhältigst selbst, einstweilen noch im Charity-Heaven dahinsiechender Konsumalltage – Was sollten sie sich bloß verdienen als schlichtes Überleben auf Zeit – Niemand ist hoffnungsloser versklavt, als ein Freiherr sich wähnender (Sinngemäß nach J. W. Goethe)…

      • Peter Ruzsicska 14. März 2026 um 8:55 Uhr

        Unterm Strich:

        Neobarocker Rollout modischer Extemtheaterinszenierungswut beikredenzt sich fürderhin zernutzendst selbstabwrackendster Brachialtechnik, prächtigst eingefeuert ins vorangefüttert gesamtplanetare Schindackergehege totalster Qual und Nichtung –
        In solchgestaltigen Inszenierungsexplosionen ist jedes Wort irgend eines Capos, naturgemäß selbst eines wankenden solchen, selbstverständlichst selbstverdelnd bis in völligste Verzückung herrlichsten Kollateraluntergangs im gleißendsten Lichte eines von unzählichst sich immer schon wiederholenden Brachialstkollateralsten Nichtungskultfestspielen Aller Zeiten.
        Als auch zeigt sich gleichzeitig in aller krudesten Lächerlichkeit die armseeligst selbstverschämende Peinlichkeit jedwedes Herrschaftsinszenierungstheaters in völlige Gleichgültigkeit offensichtlichster Willkür banalster Gewaltverausmaßungshysterie als sich stetig selbstverengend auswucherndes Bunkerlabyrinth ausweglosester Abhängigkeitsverflechtungen.

  4. Peter Ruzsicska 13. März 2026 um 15:49 Uhr - Antworten

    Ob die Offenbarkeit bei gleichzeitiger Offensichtlichkeit einer angewandten Mördersprache eines Staatschefs tatsächlich das erste Mal in der Geschichte sich gezeitigt, darüber wage ich stark zu zweifeln. Sollte es tatsächlich so sein, dann ist es schlicht so.
    Auf dem Wege zur Totalen Weltherrschaft, auch im prächtigsten Scheitern dahin, sind verschiedenste Figuren fulminierendster Repräsentanz im Zuge auch ihrer lässig anmutenden Befehlssprache reinster Gewalt keinstenfalls verwunderlich, ja nachgerade stellt solchärtliches Verhalten eines von vielen untrüglichen Zeichen grundsätzlichster Überforderung eines einzelnen sterblichen Menschen einschließlich dessen unmittelbaren Sozialstrukturen dar. Aus der Geschichte ist bekannt, daß sich z. B. herrschaftsparanoid verhaltende Caposchräte letztlich irgendwann von ihren Höflingen aller Art schlicht beseitigt werden. Dieser Umstand mag für gewitzte Gewinner innerhalb solcher Sozialstrukturen ein hämisches Grinsen bestialischer Hoffnungshingabe in deren Visagen zaubern, für die Meisten in den Abhängigenpferchen aller Art ist dies allerdings banalster Alltag im Szenario von Qual und Nichtung, während die verschiedensten GhettobewohnerInInnen Panem et Circenses frönen…

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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