
Nicht Öl, sondern Wasser bedroht die Golfstaaten
Während die Welt auf die steigenden Energiepreise starrt, ist die Gefahr für die Golfstaaten eine ganz andere: die Versorgung mit Wasser.
Millionen Menschen – die Touristen in Dubai inklusive – hängen im Persischen Golf von Entsalzungsanlagen und Trinkwasserimporten ab. Die Wüste dominiert, Trinkwasser ist Mangelware. Ein Angriff auf diese Infrastruktur könnte zu einer humanitären Katastrophe führen – schneller und verheerender als jede Ölkrise.
Der Krieg hat auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Katar, Bahrain und Kuwait erfasst. Zuletzt nahmen Raketen und Drohnen auf die Golfstaaten ab, zudem betont der Iran regelmäßig, dass man „nur“ die USA angreife. Saudi-Arabien und die anderen Staaten halten sich weiterhin zurück, sind nicht aktiv in den Krieg eingestiegen. Die Entsalzungsanlagen sind in der Region die sensibelste zivile Infrastruktur. Diese Anlagen sind „weiche Ziele“, anfällig für Raketenangriffe, Sabotageakte oder Cyberattacken.
Die Golfkooperationsrat-Staaten (GCC) produzieren rund 40 Prozent des weltweiten entsalzten Wassers in über 400 Anlagen. Kuwait bezieht 90 Prozent seines Trinkwassers daraus, Oman 86 Prozent, Saudi-Arabien 70 Prozent und die VAE 42 Prozent.
Ene US-Diplomatendepesche aus dem Jahr 2008 warnte, dass ein Schaden an der Jubail-Anlage in Saudi-Arabien – die über 90 Prozent des Wassers für Riad liefert – die Evakuierung der Hauptstadt innerhalb einer Woche erzwingen würde. „Die aktuelle Struktur der saudi-arabischen Regierung könnte ohne die Jubail-Entsalzungsanlage nicht existieren“, hieß es darin.
Ähnliche Bedenken äußerte Katars Premierminister im vergangenen Jahr: Ein Angriff auf Irans Atomkraftwerke könnte die Gewässer verseuchen und Katar innerhalb von drei Tagen ohne Trinkwasser lassen. In Reaktion darauf baute Katar 15 Notreservoirs.
Im Gegensatz zu Öl, das durch Reserven oder alternative Lieferanten ausgeglichen werden kann, lässt sich Wasser nicht schnell rationieren. Störungen könnten zu Gesundheitskrisen, Unruhen und Massenmigration führen. Der Economist thematisierte die Gefahren rund um das Wasser im persischen Golf. Analysten vom Middle East Institute hoben 2025 hervor, dass diese Zentralisierung eine strategische Schwäche für Irans arabische Nachbarn darstellt.
Bild „Smiling Camel“ by ST33VO is licensed under CC BY 2.0.
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Wie Drohnen den Krieg revolutionieren
Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann die vielen Villen- und Luxusappartements in den Emiraten für Dumpingpreise verkauft werden! Das Geschäftsmodell mit dem ausufernden Luxus, wird wohl für lange Zeit oder für immer vorbei sein!
Ein Angriff auf diese Wasserwerke ist – meiner Meinung nach – ein Kriegsverbrechen, da davon wahllos auch Zivilisten betroffen sind.
Bei Israel hätte ich allerdings inzwischen keine Bedenken mehr.
Ist furchtbar, aber dann würden diese Terroristen am eigenem Leib verspüren was solche Kriegsverbrechen anstellen.
Könnte man nach bekannter TerrorRegime – Manier als bedauerlichen Irrläufer oder als false flag darstellen.
Ja klar
! Da gibt es ja auch keine Zivilisten!
…… die sich mehrheitlich konsequent und wirksam gegen ihre verbrecherische Regierung stellen bei deren jahrzehntelangen Massakern an den Palästinensern.
Wem Gott das Öl, äh, Geld gegeben, dem hat er auch den Verstand gegeben? Offenbar nicht. http://primarywater.org/