
Wie Frankreich in den Bürgerkrieg wandelt
Frankreich erlebt im Februar 2026 eine Eskalation politischer Gewalt. Innerhalb weniger Tage erschüttern zwei schwere Vorfälle das Land: erst der Mord an einem neu-rechten Aktivisten, dann ein Angriff auf ein linkes Lokal. Links und Rechts krachen immer heftiger aneinander, Macron und seine globalistische Clique inszenieren sich als Retter.
Der 23-jährige Quentin Deranque starb am 14. Februar an schweren Schädel-Hirn-Verletzungen. Er war am 12. Februar in Lyon in eine gewaltsame Auseinandersetzung verwickelt worden und wurde mutmaßlich von Antifa-Gruppen ermordet. Der Vorfall ereignete sich im Anschluss an eine Veranstaltung der prominenten linksislamischen Europaabgeordneten Rima Hassan, die zur bekanntesten Pro-Palästina-Aktivistin Frankreichs geworden ist.
Die Ermittlungen dauern an. Was sich genau zugetragen hat, ist schon jetzt Gegenstand einer harten politischen Auseinandersetzung. Die Justiz ermittelt wegen „homicide volontaire“ (vorsätzliche Tötung). Mainstreammedien berichten, dass er von mindestens sechs maskierten Personen am Boden liegend schwer misshandelt worden sein soll. Linke Medien versuchen, den Fall anders darzustellen, nämlich als Folge einer Auseinandersetzung. Der Ermordete soll gemeinsam mit neurechten Aktivisten einen Angriff auf die Veranstaltung geplant haben.
Bis zum 18. Februar wurden elf Personen in Gewahrsam genommen, darunter mutmaßliche Mitglieder aus der Antifa- und linksislamistischen Szene. Darunter ist auch ein parlamentarischer Mitarbeiter der LFI (La France Insoumise).
Am 16. Februar stürmten etwa zwanzig vermummte Personen mit zerbrochenen Flaschen das Gebäude einer Vereinigung türkischer Immigrantenarbeiter im 10. Arrondissement von Paris. Sie attackierten die Anwesenden während einer linken Veranstaltung (u. a. Filmvorführung mit Young Struggle France, einer „linksrevolutionären“ Gruppe). Ein CGT-Gewerkschafter wurde schwer verletzt – anfangs galt sein Zustand als lebensbedrohlich, er konnte aber später entlassen werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags; sechs Verdächtige wurden festgenommen.
Es handelt sich um zwei aktuelle Beispiele dafür, wie sich das politische Klima massiv erhitzt und immer weiter in Gewalt abrutscht. Die Trennlinien sind dabei eindeutig: rechte, teilweise nationalistische, teilweise patriotische und/oder souveränistische politische Kräfte gegen linke, antinationalistische Kräfte. Vor allem, aber nicht nur, in der Frage der Zuwanderung und im Umgang mit dem Islam krachen in Frankreich die Lager aneinander.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich – wie in vielen anderen EU-Staaten – die Linke wie seit Jahrzehnten nicht mehr vereint. Als Auslöser diente die antizionistische Mobilisierung, manche sagen auch: Hass auf Israel – oder gar auf Juden (tatsächlich haben Angriffe auf Juden in Frankreich in den letzten Jahren massiv zugenommen – in einzelnen Monaten sind sie um das Zehnfache gestiegen).
Jedenfalls vereinte der Kampf gegen den „Genozid“ Israels die Linke, die vor allem in Frankreich auch aus dem islamischen Zuwanderermilieu starke Unterstützung erhält, wie kaum ein anderes brisantes Thema der letzten Jahre: weder Corona noch Ukraine – eigentlich unmittelbarere Themen, die die französische Gesellschaft betreffen. Doch dazu gab es kaum schlagkräftige Mobilisierung, eher interne Grabenkämpfe, teilweise stellte man sich sogar hinter Staat (allerdings nicht so dramatisch wie die deutsche Linke).
Die Rechte, sowohl die Jugendbewegung als auch die Parlamentarische, ist weiterhin marginalisiert oder zumindest von der Macht per Brandmauer abgeschnitten – und radikalisiert sich ebenfalls. Auch wenn Linke vorschnell jegliche rechte Politik – wie in Deutschland oder Österreich – als „faschistisch“ oder „rechtsextrem“ bezeichnen und damit jegliche Differenzierung verdecken. Damit werden auch echte neofaschistische Umtriebe schwieriger zu identifizieren.
Quentin Deranque wird nun freilich zum Märtyrer stilisiert, ein Opfer von „linkem Terror“; es gibt Kundgebungen. Die Linken bezeichnen ihn als toten „Faschisten“, jene, die das Wort für ihn ergreifen, sprechen von einem freundlichen und aufrichtigen Katholiken und Mathematikstudenten, keinem Extremisten. Er habe junge identitäre Feministinnen, die gegen die Zuwanderungspolitik demonstriert hatten, vor einem Antifa-Angriff verteidigt.
Für Links und Rechts könnte der Tod retrospektiv zum Wendepunkt werden.
Besonders bezeichnend ist aber die Reaktion rund um Emmanuel Macron. Seine Politik und seine Herrschaft in Paris, die schon früh mit der blutigen Zerschlagung der Gelbwesten begonnen hatte, trägt eine zentrale Mitverantwortung. Er warnt schon lange vor einem „Bürgerkrieg“ – während er den Staat immer weiter nach innen militarisiert hat, der zugleich auch durch die Zuwanderung in immer mehr – oft verarmte – Parallelgesellschaften zerfällt. Einerseits verschärfte seine Mitte den Ton und die Rhetorik gegenüber Zuwanderung, zugleich wird Frankreich massiv mit Milliarden aus Katar finanziert (ob für Universitäten oder für die Popkultur wie den Fußballverein PSG Paris) oder vielleicht sogar am Leben erhalten. Seine Warnungen vor einem „Bürgerkrieg“ sind eine schmerzhafte Ironie, denn es ist seine Politik, die das politische Klima seit Jahren anheizt. Je nachdem, was politisch gerade opportun ist, warnt Macron vor „ultralinks“ oder vor „ultrarechts“; er selbst wird dabei immer als Lösung inszeniert.
Ein Innehalten nach dem Tod des 23-jährigen Franzosen gibt es kaum. Besonnene Stimmen findet man zwar links und rechts, allerdings sind diese sehr leise und werden von dominanten Figuren überschrien. Alle drei Lager instrumentalisieren die Ereignisse exzessiv:
- Die Rechte stilisiert Deranque zum Märtyrer und ruft zu Rache und „Selbstverteidigung“ auf.
- Linke nutzen den Pariser Vorfall, um den Staat und die extreme Rechte als eigentliche Gefahr darzustellen, um die eigene Gewaltbereitschaft und den Mord zu verharmlosen.
- Die Regierung und macrontreue Medien versuchen, beide Extreme gleichzusetzen („die Gewalt von rechts und links“), um die eigene Position als „vernünftige Mitte“ zu zementieren.
Frankreich steht nicht unmittelbar vor einem flächendeckenden Bürgerkrieg – das sagt vielleicht Macron aus purem Eigeninteresse, um Opposition – auch die friedliche – weiter zu kriminalisieren. Doch die Spirale aus politischen Morden, Überfällen und einer weiteren Zuspitzung in der Migrationsfrage, aber auch in geopolitischen Fragen, ist real; die Toten und Verletzten sind keine abstrakten Figuren mehr. Frankreich ist dabei keine Insel – der Konfliktboden wuchert auch in anderen Staaten, ob UK, Deutschland oder Italien. Auch dort unternimmt die herrschende Klasse kaum etwas, um die Konfrontation zu bremsen. Man heizt eher beide Lager mit Rhetorik und Taten an.
Echte Franzosen sind zu clever für Bürgerkrieg. Die wissen genau, um die Rolle des Staates…
Der Autor schreibt:
„Jedenfalls vereinte der Kampf gegen den „Genozid“ Israels die Linke, die vor allem in Frankreich auch aus dem islamischen Zuwanderermilieu starke Unterstützung erhält, wie kaum ein anderes brisantes Thema der letzten Jahre: weder Corona noch Ukraine – eigentlich unmittelbarere Themen, die die französische Gesellschaft betreffen.“
Das ist eigentlich ein interessanter Aspekt, der hoffen lässt, wenn wenn man ihn auf Österreich bezieht: hierzulande hat in den letzten Jahren nichts die Bevölkerung (und zwar quer durch alle Lager) so sehr geeint wie die Massendemonstrationen gegen die verfassungswidrigen Corona-Drangsalierungen der Regierung, und das trotz anhaltender Verleumdung durch die zwangsfinanzierten Staatspropaganda- und Lügenmedien wie ORF und Konsorten: die Kraft, die Böses will und Gutes schafft…
Wieso das Wort in Ausführungszeichen, wenn so viele andere TKP-Artikel bestätigen, dass gerade dieses Wort angebracht ist? Dabei ist mir egal, was die Linken vereinigen mag.
Gerade kann man auf Joyn „Civil War“ mit Kirsten Dunst umsonst sehen. Zum Ende stürmen die Western Forces das Weiße Haus. Der US-Diktator versteckt sich hinter seinem Schreibtisch und wird in die Mitte des Oval Office gezerrt.
Journalist: Wartet! Ein kurzes Statement?
Diktator: Lassen Sie nicht zu, dass die mich umbringen…
Journalist: Ja… Das sollte reichen…
Ähnliche Szene könnte ich mir im Puff der Madame du Pompadour vorstellen.
Der Bürgerkrieg ist der feuchte Traum des Kapitals. Kann es doch dann alle bürgerlichen Rechte abschaffen und eine offene faschistische Diktatur errichten. Man muss es heute nur etwas eleganter machen, als der Führer. Damals reichte es, den Reichstag anzuzünden.
WK1 war Peak-Coal Vereintes Königreich. WK2 war Peak-Coal Deutschland.
Die Bevölkerung hat den dramatischen Rückgang von Lebensqualität auf die Versailler Verträge, mit denen UK ihren Energierückgang kompensieren wollte, zurück geführt und daher Rechts gewählt, wo ihnen „Lebensraum“ versprochen wurde, also die ressourcenmäßige Vereinnahmung Zentral- und Osteuropas.
Hitler ist zu Pferd nach Stalingrad gezogen, weil kein Treibstoff mehr für die Panzer vorhanden war. Rumänien hatte nicht geliefert.
Nach WK2 haben die USA alles auf texanisches Öl umgestellt. Die rückläufige Energieform Kohle wurde durch Öl ersetzt oder ergänzt. Dies hat zu einem Aufschwung geführt, der dem sicherlich vorhandenen Fleiß der Trümmerfrauen zugeschrieben wird.
Bei den heutigen Rechten besteht überhaupt gar kein Konzept zur Energiesicherung. Sie sind sich einig, dass regenerative Energie Öl nicht ersetzen kann, was richtig ist. Sie würden gerne Kernkraft fördern, was allerdings auch Kohlenwasserstoffe mengenmäßig nicht ersetzen könnte. Gleich einmal eine Karte nehmen und in Deutschland 100 und in Österreich 10 Kernkraftwerke an einem Fluss aufstellen!
Wenn also die traditionellen Parteien das Energieproblem nicht lösen, bekommt die Opposition eine Chance. Das wären in Frankreich die Rechten. Mit Niederschlagungen würde sich ein Macron nicht halten können. Wenn die Rechten auch keine Lösung finden – und sie ist technisch nicht da! – dann kommt es zur Revolte und zu einer Stärkung der Regionen.
Das Problem ist dann ein rasanter Verlust von Knowhow und ein exponentieller Rückgang von Lebensqualität. Und es ist absehbar, dass jene Generationen, die betroffen sein werden, jetzt bereits leben.
Nachfolgende Lösungsansätze (tinyurl.com/idealstaat, justpaste.it/H2O-Impulselektrolyse, tinyurl.com/34hfmffy) müssten noch weiter ausgearbeitet werden, was eigentlich die Aufgabe von neutralen Universitäten wäre, falls es noch welche gibt …
Regionalität bedeutet Abgang von Knoff Hoff und Toiletten am Gang oder mit Herzerl am Hof.
Danke, das wußte ich nicht,
Wie schafft man da nur den Zentralisten Macron zu erhalten?
Ich dachte, gerade Marxisten sollten von einer Revolution träumen, welche das bisherige Regime wegfegt?
Kürzlich las ich in den Ungeschnittenen einen Artikel darüber, wie US-Dienste gemeinsam mit den französischen den Gaddafi-Sohn beseitigten, welcher eine Chance haben sollte, sein Land mitten im Bürgerkrieg zu einigen. Es wäre nur historisch gerecht, würden sich jetzt die Franzosen ein wenig kloppen. Allerlei „Koalitionen der Willigen“ könnte man komplett vergessen – wenn die Wessis eh von Kriegen träumen, welche vor Ort sparen CO2!
Es gibt einen Unterschied zwischen Bürgerkrieg und Revolution! Im Bürgerkrieg entlädt sich Spaltung der Bevölkerung untereinander und eine Revolution überwindet die Spaltung der Bevölkerung(zumindest temporär), um das herrschende System abzuwickeln …
So lange es auf Rinks vs. Lechz herausläuft besteht für die grundsätzliche Herrschaftslinie keine unmittelbare Gefahr, da beide Seiten „von Oben“ gesteuert sind und damit sichergestellt werden kann, dass die Grundfesten der Macht nicht angerührt werden.
Manchmal kann sich die Obrigkeit verrechnen und doch noch fallen. Auf jeden Fall würde sich die Epsteinokratie Westeuropas (gerne auch der USA) mit sich selbst beschäftigen und die übrige Welt bekäme Ruhe. So aber zitiert Böses Medium gerade US-Medien, die über einen Angriff Trumpistans auf den Iran am Wochenende schreiben.