
Warum der digitale EZB-Euro scheitern könnte
Für die EZB ist es das wichtigste Projekt – obwohl der Zahlungsverkehr in Europa reibungslos funktioniert: Der digitale Zentralbankeuro. Allerdings ist es durchaus möglich, dass das Projekt scheitert.
Im November ging der digitale Euro der EZB in die nächste Phase. Die Zentralbank forciert das Projekt und versucht auf das Gaspedal zu steigen – obwohl der elektronische Zahlungsverkehr in der EU und Europa reibungslos läuft. Trotzdem (oder gerade deshalb) ist die EZB wie besessen, den Euro mit dem „digitalen Euro“ zu „ergänzen“. Man behauptet fest, man wolle Bargeld und alten Euro nicht „ersetzen“.
Kritiker meinen zu wissen, warum die EZB den Plan unbedingt umsetzen will: Der digitale Euro kann programmierbar (d. h. zweckgebunden) sein, mit Ablaufdatum versehen, den Zahlungsverkehr völlig gläsern machen und zudem Privatbanken zugunsten der EZB entmachten. Aber der Plan hat noch viele Hürden vor sich.
Daniel Tröster, ein erfahrener Bankkaufmann und Bitcoiner, argumentiert im Interview mit dem Journalisten Philipp Mattheis, warum der EZB-Plan scheitern könnte. Der Bitcoin dient dabei als Gegenmodell, um den digitalen Euro verstehen zu können.
Der Bitcoin ist ein radikaler Gegenentwurf zum traditionellen Bankensystem entstand. Er ermögliche Transaktionen ohne Mittelsmänner wie Banken oder Zentralbanken: „Bitcoin startete 2008 als Gegenentwurf zum Bankensystem. Die Idee: Ein Peer-to-Peer-Netzwerk ersetzt Drittparteien. Man kann sich das vorstellen, wie beim Einkauf mit Bargeld: Wenn Münzen oder Scheine den Besitzer wechseln, bekommt das keine Bank mit.“ Der digitale Euro bleibt jedoch fest im Griff und im Auge der EZB, was ihn anfällig für bürokratische Verzögerungen, Überwachung und Kontrolle macht:
„Bei einer CBDC hätte der Staat theoretisch ein mächtiges Instrument in der Hand: Er könnte Zahlungen nach Betrag, Zweck oder Empfänger begrenzen, Geld mit Ablaufdatum versehen oder detaillierte Nutzungsprofile erstellen. […] aus Sicht der Bürger ist schon die Möglichkeit zur Kontrolle problematisch.“
Die EZB plant den Start für 2029, was Tröster für unrealistisch hält. Er hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und identifiziert mehrere Schwachstellen. Zunächst fehlen Anreize für die Beteiligten: Banken und Zahlungsdienstleister müssen den CBDC integrieren, aber die EZB will Gebühren deckeln, um ihn günstiger als Visa oder Mastercard zu machen. „Aber wenn alle Teilnehmer weniger verdienen als heute, ist der Anreiz gering, das Produkt wirklich nach vorne zu bringen. Am Ende landet der digitale Euro in der Banking-App im achten Untermenü – verpflichtend integriert, aber ohne Begeisterung.“
Ohne Motivation der Intermediäre droht der digitale Euro zur Randerscheinung zu werden. Zudem wächst die Konkurrenz rasant. Bis 2029 könnten Alternativen wie Instant Payments, Stablecoins oder verbesserte Kartensysteme den Markt dominieren. Tröster bemerkt: „Ich habe aktuell wenig Fantasie, wie der digitale Euro hier in der Breite konkurrenzfähig werden soll.“
Stablecoins, private Kryptowährungen, die an Euro oder Dollar gekoppelt sind, sind bereits reguliert und bieten schnelle, kostengünstige Transaktionen. Sie könnten sogar Teile des traditionellen Giralgelds ersetzen, oft unbemerkt vom Nutzer. Diese haben bereits einen großen Vorsprung gegenüber der EZB. Will die EZB all diese Konkurrenten besiegen, bräuchte es wohl radikale politisch-autoritäre Maßnahmen.
Indes gewinnen Technologien abseits staatlicher Kontrolle an Fahrt: Etwa das Bitcoin Lightning Network, das Bitcoin-Transaktionen billiger und viel schneller macht. Es ermöglicht schnelle Bitcoin-Zahlungen, besonders in E-Commerce oder Ländern mit schwachen Finanzsystemen. Tröster glaubt, dass der digitale Euro noch scheitern könnte, die Digitalisierung der Finanzwelt dagegen wird eher schneller werden als sich abzubremsen.
Bild „1025 90 cents-somebady works oll day“ by Nebojsa Mladjenovic is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.
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EZB-Bericht: Digitaler Euro mehrheitlich unerwünscht
Digitaler Euro: EZB rechnet mit Einführung 2029
Jedenfalls sieht man fast keine neu gedruckten Geldscheine mehr. Was vielleicht doch ein Zeichen für einen kommenden digitalen Euro ist. Zur Coronazeit wiederum waren fast ausschließlich neue Banknoten in Umlauf. Da liefen die Gelddruckmaschinen auf Hochbetrieb.
CBDCs werden kommen!
Wir haben Degrowth eingeleitet, also eine dauerhafte Kontraktion der Wirtschaft. Im Gegensatz zum zyklischen auf und ab, dessen Mittellinie nach oben steigt, ein auf und ab, dessen Mittellinie nach unten steigt.
Gründe dafür sind: Energie- und Ressourcenverknappung (verteuert Produkte), Bevölkerungsschwund (reduziert GDP), Regulierungswahn (verteuert Produkte, aber schützt nicht), Zuwanderung bildungsschwacher (weniger Wertschöpfung), Rückbau der Globalisierung (Entflechtung im Vorfeld von Kriegen), extreme Fehlinvestitionen ohne Return durch Regierungen.
Kapitalismus definiert sich dadurch, dass unter Risikostreuung Kapital verliehen wird, um Produktivitätsvorteile zu erwirtschaften und das Kapital zu verzinsen. In einer Welt, in der der Kreditnehmer morgen weniger hat als heute, wird niemand investieren. Das geht nur mit einem Negativzins: Die Kapitalinvestition führt zu einem Verlust von 4%, die Nichtinvestition zu einem Negativzins von 15%. Das ist Piketty, glaublich 2009.
Wie realisiert man den Negativzins, über Steuern oder Inflation? Bei Steuern hat man einen hohen Verwaltungsaufwand und das Risiko, dass Gelder beiseite geschafft werden und der Staat Einfluss verliert. Bei Inflation müssen sämtliche Verträge und Sozialleistungen angepasst werden.
Bei CBDCs überweist der Staat soziale Hilfen und sagt: 300 EUR darfst du für Miete ausgeben, 400 EUR fürs Essen, 100 EUR für öffentlich-rechtliche Propaganda und 3 EUR für Tabak oder Alkohol. Wer sich aufregt, bekommt Abzüge.
Das wird wunderbar funktionieren! Die Österreicher werden inzwischen auf dem Heldenplatz knieen und betteln, dass man ihre Babies autistisch spritzt, die bekommen sowieso nichts mehr mit.
Das Problem ist eher das Folgende: die Infrastruktur ist von ausländischen Mächten abhängig, die sie zur politischen Erpressung nutzen können. Die Infrastruktur, das inkludiert auch persönliche Smartphones, ist außerdem anfällig für Blackouts. Chips und Akkus können nicht mehr in Europa hergestellt werden. Innenpolitisch könnten Unzufriedene Anschläge auf Leitungen durchführen, deshalb will die EU ja eine Eingreiftruppe, und deshalb forciert Musk die Raumfahrt, Satelliten sind außer Reichweite. Außerdem könnte die desolate Energiesituation zu Ausfällen führen.
Ich wäre ihnen das Scheitern von Herzen vergunnt!