Schwere Luftangriffe von Israel auf den Osten des Libanon

1. August 2025von 2,4 Minuten Lesezeit

Israel scheint die Zahl und Intensität seiner Luftangriffe gegen den Libanon heute dramatisch zu eskalieren. Mindestens sieben Angriffe wurden im Nordosten um das Bekaa-Tal und Baalbek gemeldet, sowie eine Reihe weiterer Angriffe gegen den Südlibanon.

Verteidigungsminister Israel Katz behauptete, die Angriffe im Bekaa-Tal hätten die „größte Präzisionsraketenbasis“ der Hisbollah und die dazugehörige Infrastruktur zum Ziel gehabt. Angriffe in der Region wurden auch aus dem Bezirk Baalbek gemeldet. Baalbek (Bild oben) ist einer der größten noch relativ gut erhaltenen Tempelbezirke aus der römischen Zeit. Im Bekaa Tal gibt es noch weitere historische römische Siedlungen und Ruinen, wie überhaupt der Libanon Zeugnis über 7000 Jahre kultureller Entwicklung ablegt.

An anderen Orten im Osten wurden Brital sowie die Grenzstadt Janta an der syrischen Grenze angegriffen. Weiter südlich wurden Angriffe im Bezirk Jezzine gemeldet, die auch die Stadt Nasariyah trafen. Bislang gibt es keine Bestätigungen über Opfer bei diesen Angriffen.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun forderte die vollständige Entwaffnung der Hisbollah, entsprechend den anhaltenden Forderungen der USA nach einer bedingungslosen Entwaffnung.

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Aoun deutete an, dass die fehlende Entwaffnung Israel einen Vorwand für weitere Angriffe gebe. Der US-Gesandte hatte bereits klargestellt, dass die USA nicht die Absicht haben, Israel zum Stopp der Angriffe aufzufordern, selbst wenn der Libanon allen Forderungen nachkomme.

Hisbollah-Führer Naim Qassem lehnte die Forderung nach einseitiger Entwaffnung erneut ab und erklärte, diese Forderungen kämen einer Aufforderung zur Unterwerfung unter Israel gleich, zu der sie nicht bereit seien. Die Hisbollah hat eine Entwaffnung wiederholt abgelehnt, während Israel weiterhin Angriffe fliegt und libanesisches Gebiet besetzt hält, was die USA jedoch nicht davon abhält, weiterhin eine Entwaffnung zu fordern.

Den Forderungen der USA nach Entwaffnung folgt üblicherweise vollständige Zerstörung durch massive und dann ungehinderte Angriffe, wie etwa in Libyen.

Die IDF behauptete, dass die meisten der heute angegriffenen Ziele „unterirdisch“ gelegen hätten und es daher wahrscheinlich unmöglich sei, zu wissen, was tatsächlich getroffen oder zerstört worden sei. Sie behauptete, die Hisbollah sei dabei gewesen, die Ziele wieder aufzubauen, legte jedoch keine Beweise dafür vor.

Die Angriffe Israels gegen den Libanon – trotz „Waffenstillstand“ – sowie andere Länder der Region, lassen Befürchtungen über weitere Eskalationen durch Netanyahu und Trump laut werden.

Der Libanon ist wahrscheinlich das Land mit der prozentuell höchsten Flüchtlingsquote, hauptsächlich aus Palästina, aber zum Teil auch aus Syrien. Der Großteil davon wurde von Israels Kriegen und Vertreibungsaktionen seit 1948 verursacht.

Bild: Baalbek © pfm

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2 Kommentare

  1. Klaatu1965 1. August 2025 um 14:13 Uhr - Antworten

    Ich verstehe das nicht. Angeblich wird Israel dauernd von gegnerischen Ländern und Kräften attackiert und gleichzeitig fliegen die einen Gegenangriff nach dem anderen. Bei all den Gefechten, Bombardierungen, Terrorakten im nahen Osten müsste dort alles in Schutt und Asche liegen.

  2. Varus 1. August 2025 um 13:20 Uhr - Antworten

    Die Hisbollah hat eine Entwaffnung wiederholt abgelehnt, während Israel weiterhin Angriffe fliegt und libanesisches Gebiet besetzt hält, was die USA jedoch nicht davon abhält, weiterhin eine Entwaffnung zu fordern.

    Vielleicht sollte man besser IDF entwaffnen und dann herrscht Ruhe im Nahen Osten.

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