
Wie Türkei und USA die EU-Pläne zum Verbot russischer Gaslieferungen vereiteln könnten
Die EU strebt an, alle russischen Erdgasimporte bis 2027 zu verbieten, doch die wachsende Rolle der Türkei als Gas-Drehscheibe könnte diese Bemühungen erschweren. Weiters sondieren US-amerikanische und russische Regierungsvertreter derzeit hinter den Kulissen Möglichkeiten, um die russischen Erdgaslieferungen nach Europa wieder aufzunehmen.
Die EU will bis Ende 2027 alle Formen von Energieimporten aus Russland einstellen. Die EU-Kommission hat diese Woche Pläne bekannt gegeben, die russischen Erdgasimporte auf null zu senken. Dies soll offenbar dadurch geschehen, dass die EU-Kommission den Mitgliedstaaten verbietet, neue Lieferverträge mit Gazprom abzuschließen, und gleichzeitig nach einer Möglichkeit sucht, sie aus bestehenden Verträgen herauszuholen, ohne dass sie Vertragsstrafen zahlen müssen.
Dagegen gibt es massive Proteste aus Ungarn und der Slowakei. Denn die Pläne der EU-Kommission könnten zur wirtschaftlichen Zerstörung der beiden Länder führen. Daher gibt es massive Proteste:
President @vonderleyen wants to cut off affordable energy and send the bill to European families. Enough is enough, Hungary won’t cover the cost of Brussels’ reckless agenda. ✋ pic.twitter.com/O4Oci3NQz5
— Orbán Viktor (@PM_ViktorOrban) May 8, 2025
Die Pläne der Türkei, die Ukraine als Transitroute zu ersetzen, könnten aber ohnehin die Energie- und Kriegsziele Brüssels in Frage stellen. Die Gasambitionen eines Nicht-EU-Landes wird die Absicht Brüssels, sich vom russischen Gas zu lösen, noch schwieriger machen.
Das erste Problem dabei ist, dass nicht alle EU-Mitglieder mit dieser Idee einverstanden sind. Ungarn und die Slowakei lehnen sie sogar vehement ab, da sie argumentieren, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen aus Kostengründen weiter beeinträchtigen würde. Nun könnte die Kommission die beiden Länder auf Linie bringen, indem sie den Plan mit einer qualifizierten statt einer vollständigen Mehrheit der Mitgliedstaaten verabschiedet. Was sie jedoch nicht tun kann, ist, die Türkei daran zu hindern, sich zu einem Gas-Verteilerzentrale mit einem hohen Anteil an russischem Gas zu entwickeln.
Ungarn und die Slowakei beziehen ihr russisches Erdgas derzeit über die TurkStream-Pipeline, die unter dem Schwarzen Meer zur Türkei und dann weiter nach Osteuropa verläuft. Darüber wurden die russischen Gasimporte nach Mittel- und Südosteuropa von rund 30 % im Jahr 2021 auf über 50 % im letzten Jahr erhöht, so Reuters.
Ein noch heftigerer Schlag gegen die EU-Pläne könnte sich aber aus Vereinbarungen zwischen Russland und USA ergeben. Sollte diese Initiative umgesetzt werden, würde dies laut einem Exklusivbericht von Reuters vom Donnerstag eine grundlegende Veränderung der Energiedynamik nach dem Krieg in der Ukraine bedeuten.
Die Gespräche, die sich noch in einem frühen Stadium befinden, stehen Berichten zufolge im Zusammenhang mit den laufenden Friedensverhandlungen und könnten laut Reuters auch von den USA unterstützte Vermittlungsvereinbarungen zur Erleichterung des Pipelinetransits durch die Ukraine oder sogar der Nord Stream-Infrastruktur beinhalten.
Der Anteil von russischem Gas in Europa ist durch die Sanktionen von 40 % auf nur noch 19 % gesunken, was die Länder in Europa zu LNG-Verträgen zu Premiumpreisen gezwungen hat. Doch jetzt, da sich die Gaspreise stabilisieren und die europäischen Wähler vor Inflation zurückschrecken, könnte der Energiepragmatismus die Geopolitik verdrängen.
Der exklusive Bericht von Reuters erscheint nur zwei Tage, nachdem die Europäische Kommission einen Fahrplan für ihre Pläne zur Beendigung der europäischen Abhängigkeit von russischem Gas veröffentlicht hat.
Die türkische Regierung hat auch Pläne veröffentlicht, die Ukraine als wichtige Transitroute zwischen den russischen Gasfeldern und den europäischen Verbrauchern im Wesentlichen zu ersetzen.
Ungarn ist der größte Importeur von TurkStream-Gas, wobei die Lieferungen in diesem Jahr voraussichtlich 8 Milliarden Kubikmeter erreichen werden. Das ist ein Anstieg gegenüber 6 Milliarden Kubikmetern im Jahr 2023. Die Slowakei plant unterdessen, die Gaslieferungen über die Pipeline durch eine Änderung ihres langfristigen Vertrags mit Gazprom zu erhöhen. Weitere Länder, die Gas aus der TurkStream-Pipeline beziehen, sind Bulgarien, das Teil der Transitroute ist, Serbien, Rumänien und einige westliche Balkanstaaten.
Bild von tuproyecto auf Pixabay
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Eine weitere Variante wäre auch: Die Türkei bezieht russisches Gas und gibt es als „türkisches Gas“ an die EU-Länder weiter.
Hallo,
,,Die Gespräche … stehen Berichten zufolge im Zusammenhang mit den laufenden Friedensverhandlungen und könnten laut Reuters…“
Hm … da haben diese Berichte eine interessante Wortwahl. Denn was sind ,,Gespräche“ und was sind ,,Friedensverhandlungen“?
Es gibt Gespräche. Sowohl die USA-Regierung als auch die russische Regierung haben das offiziell mitgeteilt. Also gab bzw. gibt es wohl wirklich Gespräche und das schon seit 2 Monaten(?), jedenfalls schon einige Zeit. Und diese Gespräche sollten, so sagt es zumindest die USA-Regierung mit Präsident D. Trump, zu Frieden führen. Dabei wären Gespräche der diplomatischen Arbeitsschritt vor Verhandlungen, die Gespräche würden die Grundlagen für Verhandlungen schaffen.
Nur waren diese Gespräche bisher ergebnislos.
Und wenn die Gespräche, die die Grundlagen für Friedensverhandlungen schaffen sollten, ergebnislos waren, dann warum?
Das Warum ist eine heikle Frage, die die ganze westliche Erzählung (Narrativ) ad absurdum führen würde … uns so werden in Berichten die Wörter so gewählt, als ob es ,,Friedensverhandlungen“ gäbe. Aber das wäre das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass ein Imperium freiwillig aufgibt und DAS wäre exceptional , nur gibt es dafür keinerlei Anzeichen …
Ungarn u. Slowakei sollen doch zerstört werden, ebenso auch Deutschland u.v.a.m. in der EU. Werden dann billig aufgekauft.
Wie lange brauch Orban und Fico noch, um das zu kapieren ?????
Bereitet den Exit vor und verbündet euch mit Rußland und handelt mit den BRICS-Staaten. Führt eure eigene nationale Währung wieder ein und ihr seid unabhängig. Niemand dreht euch mit Erpressungen den Geldhahn zu. So einfach ist ! Zeigt von der Leyen die rote Karte.
Ungarn u. Slowakei sollen doch zerstört werden, ebenso auch Deutschland u.v.a.m. in der EU. Werden dann billig aufgekauft.
Wie lange brauch Orban und Fico noch, um das zu kapieren ?????
Bereitet den Exit vor und verbündet euch mit Rußland und handelt mit den BRICS-Staaten. Führt eure eigene nationale Währung wieder ein und ihr seid unabhängig. Niemand dreht euch mit Erpressungen den Geldhahn zu. So einfach ist ! Zeigt von der Leyen die rote Karte.