Geschichte darf nicht verzerrt werden – ein Appell für die Ehrlichkeit der Erinnerung

19. April 2025von 4,4 Minuten Lesezeit

Wir nähern uns dem 80sten Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland. Seitens der EU und insgesamt der europäischen und besonders der herrschenden deutschen Politik wird offene Geschichtsfälschung betrieben. Es grenzt mittlerweile an Verharmlosung und stillschweigende Rechtfertigung des NS-Regimes. Scharfe Kritik daran kommt nun auch von der Liste Madeleine Petrrovic.

Diese Verzerrung der Geschichte wird schon von früheren US-Regierungsmitgliedern wie Stephen Bryen gegeißelt, der etwa der Vizepräsidentin der baltischen Politikern und EU-Kommission Kaja Kallas ein „kompromittierendes Verhalten bei der Unterstützung der Nazis“. Insbesondere die Rolle der Sowjetunion wird geleugnet und Geschichtsverzerrung betrieben. Die jüdischen Eltern meines besten Schulfreundes wurden von sowjetischen Soldaten aus Dachau befreit. Jede Art von Kritik meinerseits an der Sowjetunion führte zum sofortigen Hinauswurf und heftigen Reaktionen. Und das auch noch 20 Jahre nach dieser Befreiung.

In einer Aussendung schreibt die Liste Madeleine Petrovic über die Geschichtsfälscher in der österreichischen Regierung:

„Die europäische, insbesondere die deutsche Politik setzt immer mehr auf Spaltung und die Verfälschung der Geschichte. Die österreichische Regierung schweigt dazu?

Es ist mehr als irritierend, dass Vertreter Russlands – insbesondere der russische Botschafter – von Gedenkveranstaltungen zum Ende der NS-Terrorherrschaft und von der Befreiung nationalsozialistischer Konzentrationslager ausgeschlossen werden. In Österreich wurden im Jahr 2022 den Botschaftern Russlands und Weißrusslands die Teilnahme an den Befreiungsfeiern in Mauthausen untersagt.

Diese Form der Geschichtspolitik verkennt nicht nur die historischen Tatsachen, sondern stellt einen Schlag ins Gesicht der wenigen noch lebenden Opfer dar, die buchstäblich in letzter Minute von der Roten Armee und den anderen Alliierten gerettet worden sind.

Man kann heute den rechtswidrigen Angriff auf die Ukraine verurteilen, ohne das Gedenken an die Geschichte zu verfälschen. Wenn es in Europa salonfähig wird, die Rolle der Sowjetunion bei der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus zu relativieren, was folgt dann? Eine Uminterpretation der Ursachen und des Beginns der Shoah? Eine Umdeutung der deutschen Angriffskriege gegen große Teile des Kontinents?

Gerade in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg bleibt auch in Österreich vieles aufzuarbeiten. Mit einer unzulässigen Vermischung von Geschichte und Gegenwart wird das nicht gelingen.

Man kann auch die Musik von Wagner schätzen, ohne seine Beliebtheit im Nationalsozialismus zu verschweigen. Und Ähnliches gilt für zahlreiche Persönlichkeiten der Geschichte – auch im eigenen Land. Gerade in Österreich sollten wir gut daran tun, große und gute Momente unserer Geschichte nicht zur Vernebelung der dunklen Kapitel zu missbrauchen.

Gerade jetzt zu Ostern sollte es um Erinnerung und um Frieden gehen.“

Soweit die Aussendung der LMP.

Gerade in Mauthausen wurden Krieegsverbrechen gegen sowjetische Häftlicnge begangen, bekannt als „Mühlviertler Hasenjagd“. Das ist der euphemistische Name eines Kriegsverbrechens der Nazi-schergen im KZ Mauthausen, bei dem im Februar 1945 nationalsozialistische Verbände sowie Soldaten und Zivilisten über 500 entflohene sowjetische Häftlinge nach einem Großausbruch aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Mühlviertel jagten und ermordeten.

Die SS prägte den zynischen Namen „Mühlviertler Hasenjagd“. In der aktuellen Literatur werden die Geschehnisse zumeist als Mühlviertler Menschenhatz bezeichnet. Der Ausbruch selbst und die Tatsache, dass einigen die Flucht gelungen ist, stellen einen einzigartigen Vorfall in der Geschichte des KZs Mauthausen dar.

In der Nacht zum 2. Februar 1945 unternahmen etwa 500 so genannte K-Häftlinge, hauptsächlich sowjetische Offiziere als Kriegsgefangene, bei –8°C Kälte einen Fluchtversuch aus dem Todesblock 20 des KZs Mauthausen. Mit den Feuerlöschern ihrer Baracke und diversen Wurfgeschoßen griff eine Gruppe die beiden Wachtürme an, während eine zweite Gruppe mit feuchten Decken und Kleidungsstücken den elektrischen Zaun kurzschloss. Dann kletterten die Häftlinge über die Mauer.

Zunächst gelang es 419 Häftlingen, das Lagerareal zu verlassen. Viele der ausgehungerten Flüchtlinge brachen jedoch bereits kurz nach der Mauer erschöpft im Schnee zusammen oder starben im Kugelhagel der Maschinengewehre. Alle, die nicht in die Wälder entkommen konnten, und 75 im Block zurückgebliebene Kranke wurden noch in derselben Nacht exekutiert.

Noch am selben Morgen rief die SS-Lagerleitung eine „Treibjagd“ aus, an der sich neben SS, SA, Gendarmerie, Feuerwehr, Wehrmacht, Volkssturm und Hitlerjugend auch die Zivilbevölkerung der Umgebung beteiligte. Das Ziel dieser drei Wochen langen „Hetzjagd“ war, keine Überlebenden zurück ins Lager zu bringen.

Der Großteil der Flüchtigen wurde aufgegriffen und meistens an Ort und Stelle erschossen oder erschlagen. Die getöteten Häftlinge wurden nach Ried in der Riedmark, dem Stützpunkt der „Jagd“, gebracht und im Lichthof der Volksschule zu einem Haufen gestapelt. Mitglieder des Volkssturms, die Gefangene zum KZ zurückbrachten, wurden beschimpft, weil sie diese nicht sogleich erschlagen hatten.

Hier noch die Friedensbotschaft von Didi Hallervorden. Er ist alt genug um noch Göbbels persönlich über  „Kriegstüchtigkeit“ sprechen zu hören und hört es nun wieder von Merz. Und fragt nun wie er diesen nun nennen soll:

Bezeichnend für die heutige politische Landschaft ist übrigens, dass der FPÖ-EU-Abgeordnete Gerald Hause dieses Video auf seinem Telegram Kanal postet. Rechts von „Kriegsertüchtiger“ Merz und der österreichischen Regierung ist wirklich niemand mehr zu finden.


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23 Kommentare

  1. Gabriele 20. April 2025 um 10:54 Uhr - Antworten

    Es wäre wohl das Beste, wenn „der Mensch“ bei der Wahrheit bleiben könnte – und endlich einsehen, dass man nicht selber komplett fehlerlos und immer ausschließlich „der Gute“ ist und alle anderen die Bösen…mit einem Wort mehr Menschlichkeit und weniger banaler Hass.
    Aber man könnte mit Robert Seethaler auch sagen: Die Wahrheit ist nicht mehr als eine Sehnsucht.

  2. Verschwoerungspraktiker 20. April 2025 um 8:23 Uhr - Antworten

    „Geschichte darf nicht verzerrt werden – ein Appell für die Ehrlichkeit der Erinnerung“

    Richtig! Schade dass sich der Autor selbst nicht daran hält. Eine „Befreiung“ durch Stalins rote Armee hat nie stattgefunden, es wurde nur eine Diktatur durch eine andere abgelöst. Wäre Österreich nicht in der glücklichen Lage gewesen, als neutraler Puffer zwischen den bereits verfeindeten „Alliierten“ zu dienen, wäre es ebenfalls in das Sowjetreich eingegliedert worden.

    Oder hat der Autor vergessen, wie Stalin die Selbstbefreiung Warschau´s verhindert hat und die kampfbereiten, polnischen, Widerständler am langen Arm verrecken ließ?

  3. Daisy 20. April 2025 um 5:37 Uhr - Antworten

    Gegen Hallervorden findet gerade ein linker Shitstorm statt. Der Mann ist natürlich kein Rechtsextremer, sondern das Gegenteil. Alle Achtung, dass er sich traut, die Wahrheit zu sagen. Das nennt man Zivilcourage, eine Eigenschaft, die dem dt. Volk in der Regel nicht gegeben ist. Würden nur mehr seiner Kollegen ebenso Stellung beziehen und gegen die Kriegshetze auftreten, wäre viel geschafft, denn sie erreichen damit die faule breite Masse. Das System kriegt es mit der Angst zu tun und reagiert hysterisch á la Nancy. „Weg! Weg! Löschen! Entfernen!“, hört man sie kreischen. Ist es fürs Löschen zu spät, muss es Hallervorden sofort fertigmachen, damit seinem Beispiel kein anderer folgt. Einschüchterung. Und die Dt. sind mal wieder feig.

    Ob die Russen sie noch einmal befreien? Ich gaube nicht. Auch die Amis hätten es ja vor der Wahl probiert, aber man wählte sturheil Mährds, obwohl völlig klar war, was der vorhat. Trotzdem er sich nun komplett entpuppt hat, liegt er immer noch in Umfragen gleichauf mit der AfD (Schwarzwähler haben echt einen Sprung in der Marille). Deutschland begeht Harakiri mit Anlauf. Natürlich möchten die daher auch nach Russland marschieren, wenn sie könnten…

    Berbegs Vorfahren sind ja dabei gewesen. Ihr Großvater war Nadsi. Diese Art überspringt oftmals eine Generation und bricht bei den Enkerln wieder auf. Es ist stupider echter Rxssismus, der hier zum Vorschein kommt. Wer aber glaubt, in D kommt was Bessres nach, hat sich geirrt.

    • Varus 20. April 2025 um 9:25 Uhr - Antworten

      Wie Böses Medium berichtet, die Banderas haben heute früh trotz Waffenruhe Gorlowka beschossen – Angriffe auf Zivilisten gehen auch während der Ostern weiter. Die werden diese Ruhe genauso brechen wie die bei Energieanlagen – über 100 Verletzungen. Hoffentlich übertreibt Putin nicht mit dem Hinstellen zweiter Wange – jeder weiß, wie derartige Strategie in der realen Welt ausgeht.

    • LmaA 20. April 2025 um 9:35 Uhr - Antworten

      Das wird sich sehr schnell ändern und zwar dann wenn die ersten russischen Raketen in DE einschlagen.Nur dann wird es leider, wie schon gehabt, zu spät sein. DE hat sich dann wohl schon für einen totalen Krieg entschieden und muss mit den Folgen leben, oder auch nicht.

  4. Varus 20. April 2025 um 3:14 Uhr - Antworten

    Hier wurde schon mal über die Scheunen geredet, die Putin je ein Stück pro Tag einnimmt. Damit es langsamer geht und die Amis sich freuen, hat er es für 30 Stunden unterbrochen – Schnorrlensky will daraus 30 Tage machen, damit westeuropäische Rüstungsindustrie genügend Zeit bekommt, mehr Munition zu liefern. Das wär‘s dann mit der Frühjahresoffensive?

    Den Russen müsste die Minsk-Wirkung klar sein – sonst hätte alles schon längst vorbei sein können.

    • Daisy 20. April 2025 um 5:44 Uhr - Antworten

      Fox entrûstet sich gerade, weil die Russen lt. Selenski den selbst verordneten Waffenstillstand gebrochen hätten. Vielleicht ein Irrtum oder False Flag? Ich glaube nicht, dass der Waffenstillstand länger dauert als 30 Stunden, denn Russland ist ja noch nicht fertig. Es macht in dem Tempo weiter und wartet auf die Taurus und darauf, dass die NATO-„Friedenstruppen“ kampfbereit in Position gebracht sein werden. Auch in Rumänien muss man sich ja erst in Stellung bringen. Von der Ostsee her ist auch etwas in Vorbereitung…

      • Varus 20. April 2025 um 8:01 Uhr

        Ich glaube nicht, dass der Waffenstillstand länger dauert als 30 Stunden, denn Russland ist ja noch nicht fertig.

        Rutube-Blogger berichteten über bereits startende Offensiven auf Orechow, Myrnograd bei Pokrowsk (vom Osten), Konstantinowka – westlich von Torezk brach die Ukro-Front. Dorthin wurde eine der Asow-Brigaden verlegt – jetzt bekommt sie Zeit, sich einzugraben?

        Rutube-Blogger erklären immer wieder, dass die vielen Drohnen Geschwindigkeiten wie im Zweiten Weltkrieg unmöglich machen – das klingt durchaus plausibel. Ich sehe ja täglich Videos von Stürmen unter Drohnen-Beschuss.
        Orban hat bereits westliche Niederlage im Stellvertreterkrieg erklärt – eine Position, die sich gerne verbreiten könnte.

      • Daisy 20. April 2025 um 9:22 Uhr

        The Duran – France believes it can defeat Russia – befasst sich auch mit den vielen Drohnen. 40 Mio pro Jahr. Russland läge aber vorne, was die Nachrüstung betrifft. Weswegen der Westen ja unbedingt den 30-tägigen Waffenstillstand fordert, um nachrüsten zu können. Duran meinen, dass Macron jedoch so irre wäre, dass er wirklich gegen Russland kämpfen môchte. Dies ginge aber nur, wenn Starmer mitmacht. Und der ist ebenso sagen wir mal unrealistisch. Macron glaubt, Amerika wird ihnen helfen, falls sie angegriffen werden. Man will den Artikel 5 erzwingen. Sie wollen sich in Odessa stationieren. Die Türkei als NATO-Mitglied könnte auch involviert werden. Der abgelehnte Kandidat in Rumänien, Georgescu, sagte ja auch vor Kurzem, die NATO will von Rumänien aus den 3. WK starten.

        Ich denke, Trump sollte ihnen klarmachen, dass er sie nicht unterstützen wird. Aber Trump hat scheinbar auch keine klare Linie.

        Ebenso pfeift sich auch Netanjahu nichts um Trumps Warnungen und will den Iran trotzdem angreifen. Natürlich hofft er, dass sollte der Iran sich wehren/zurückschlagen, die USA ihm helfen wird…

        Deswegen meine ich schon die ganze Zeit, es pressiert. Worauf warten sie alle? Russland kann ja damit einverstanden sein, dass die neuen Gebiete bis zur jetzigen Frontlinie übernommen werden können. Dann hat man das Ufer vom Schwarzen Meer und einen Landweg zur Krim. Das muss reichen. Dass die Ukraine nicht zur NATO dürfte, wurde von den Amis mehrfach versprochen. Was passt Putin nicht? Dann ist er eben nicht ganz fertig geworden. Immer noch besser als ein Weltkrieg…

      • Daisy 20. April 2025 um 9:29 Uhr

        Abgesehen davon, Netanjahu hat vor, iran. Atomanlagen zu bombardieren. Das verursacht dann einen GAU….dieses irre A..loch soll sich endlich schleichen, Gummizelle!

      • Varus 20. April 2025 um 9:52 Uhr

        Aber Trump hat scheinbar auch keine klare Linie.

        Die russischen Medien sagen es klar – egal, was man mit den Banderas vereinbart – die brechen es immer wieder; seit einem Jahrzehnt. Besonders der Rutube-Blogger Aleksandr Semtschenko sagt offen, dass der Spuk erst vorbei sein kann, wenn die russische Armee die polnische Grenze erreicht hat. Die Russen sagen sehr oft, dass sie kein Interesse am weiteren Minsk mit unerledigten Problemen haben.

        Der GröGaZ mit seinen 1500 IQ-Punkten hätte es mit etwas Mühe begreifen können? Dem gewissen Zionisten mit V@lkerm@rd-Vorwürfen ließ er sich auch austricksen – wie viele Punkte hat Bibi, 3000?

  5. Sapere aude 19. April 2025 um 23:36 Uhr - Antworten

    Geschichtsschreibung oder Historiographie ist eine Geistes“wissenschaft“, die seit jeher die Narrative des jeweiligen aktuell Herrschenden stützen muss. Das wird bereits einsichtig, wenn man die Staats(gründungs)Legenden verschiedener europäischer Staaten vergleicht.
    Beispielhaft ist dabei die offizielle französische Sicht auf Napoleon im Gegensatz zur Deutschen Darstellung der Befreiungskriege und die analoge Sicht Russlands oder Österreichs.
    Wer sich mit den Weltkriegen und der Rolle des anglo-amerikanischen Establishments bei der Unterstützung sowohl der Oktoberrevolution, als auch der Machtergreifung 1933 befasst, kann analoge Vorgehensweisen bei der Erzählung der Vorgänge feststellen, nur dass die Perspektive der Sieger diesmal auch bei den Besiegten durchgesetzt wurde.

    Verbunden mit solch selektiver Darstellung ist natürlich die „moralische“ Einordnung. Bis heute negiert unsere „westliche“ Sichtweise die unterschiedliche Werte-Wahrnehmung von Russland, China oder dem islamischen Kulturkreis. Unsere eigene Vergangenheit (einige 100 Jahre) in Europa und Amerika ist übrigens genauso verschieden in der Beurteilung der Moral.
    Die Moralbesoffenheit der aktuellen Elite kann man nur als HYBRIS beschreiben.

    Zur aktuellen Frage der Feiern zum Ende des 2, Weltkriegs muss man das staatstragende Narrativ Russlands berücksichtigen. Ebenso muss man den Kampf der EU-Eliten um den Fortbestand des Herrschaftskonstrukts EU in Betracht ziehen. In Zusammenschau mit dem immanenten Kollaps des westlichen Schuldgeld-Systems könnte man auf den Gedanken kommen, dass unbedingt ein äußerer Feind gesucht werden muss, um inneren Zusammenhalt zu erzwingen.

    Die Politik ist leider von NARZISTEN (bitte nachlesen) bestimmt, die oft mit wenig Weitblick ausgestattet sind und keinerlei Empathie oder Verantwortungsgefühl besitzen. Auf Besserung besteht kaum Aussicht, man kann eigentlich nur sein unmittelbares Umfeld pflegen.

    • Andreas I. 20. April 2025 um 10:28 Uhr - Antworten

      Hallo,
      ,,Geschichtsschreibung oder Historiographie ist eine Geistes“wissenschaft“, die seit jeher die Narrative des jeweiligen aktuell Herrschenden stützen muss.“

      Wenn man zugrunde legt, dass in Wissenschaft Beweisbarkeit gilt, dann ist alles, was beweisbar ist, was sich durch Funde oder Dokumente beweisen lässt, Geschichtswissenschaft.
      Alles andere ist Wunschdenken oder Propaganda.
      Und Propaganda beginnt immer damit, sich den Anschein objektiver Wahrheiten geben zu wollen, z.B. sich als angebliche ;;Wissenschaft“ zu verkleiden.

      • Sapere aude 20. April 2025 um 11:17 Uhr

        Archäologische Funde bedürfen der Interpretation, sie sind selten selbsterklärend. Dokumente können reale Informationen enthalten, sehr oft sind sie aber bewusste Fälschungen, schlicht Lügenpropaganda.
        Seit Erfindung der Schrift wurde selbiger Wahrheitsgehalt oder Offenbarung angedichtet.
        Eines der ältesten Beispiele ist die in Hieroglyphen auf Tempelwänden verewigte Geschichte von der Schlacht bei Megiddo, in der der Pharao Hatschepsut lll. die ägyptische Niederlage in einen Sieg umdeutete und so den Herrscherwechsel rechtfertigte.
        Mittelalterliche Klöster waren richtige Fälscherwerkstätten, um Dokumente über Besitzverhältnisse zu produzieren.
        Die Sowjets verfügten nach Gefangennahme von Heereseinheiten über alle Originalpapiere und Stempel, um jedes gewünschte Dokument des Gegners herzustellen. Gleiches gilt für Amerikaner und Engländer.
        Man muss also sehr vorsichtig sein, wenn man sich der „Wahrheit“ annähern will. Bei anderem Kriegsausgang läge natürlich ein spiegelbildliches Problem vor.

      • Sapere aude 20. April 2025 um 11:19 Uhr

        Archäologische Funde bedürfen der Interpretation, sie sind selten selbsterklärend. Dokumente können reale Informationen enthalten, sehr oft sind sie aber bewusste Fälschungen, schlicht Lügenpropaganda.
        Seit Erfindung der Schrift wurde selbiger Wahrheitsgehalt oder Offenbarung angedichtet.
        Eines der ältesten Beispiele ist die in Hieroglyphen auf Tempelwänden verewigte Geschichte von der Schlacht bei Megiddo, in der der Pharao Hatschepsut lll. die ägyptische Niederlage in einen Sieg umdeutete und so den Herrscherwechsel rechtfertigte.
        Mittelalterliche Klöster waren richtige Fälscherwerkstätten, um Dokumente über Besitzverhältnisse zu produzieren.
        Die Sowjets verfügten nach Gefangennahme von Heereseinheiten über alle Originalpapiere und Stempel, um jedes gewünschte Dokument des Gegners herzustellen. Gleiches gilt für Amerikaner und Engländer.
        Man muss also sehr vorsichtig sein, wenn man sich der „Wahrheit“ annähern will. Bei anderem Kriegsausgang läge natürlich ein spiegelbildliches Problem vor.

      • Andreas I. 20. April 2025 um 21:51 Uhr

        Hallo,
        ,,Archäologische Funde bedürfen der Interpretation“

        Tun sie das?
        Oder ist es Wissenschaftlichkeit, beim Beweisbaren zu bleiben – wir haben hier eine Tonscherbe, Fundort daunddort, Alter etwas soundso – und sich vor Interpretationen zu hüten?!
        (Eben weil Interpretationen nicht beweisbar unddamit unwissenschaftlich sind.)

        ,,Eines der ältesten Beispiele ist die in Hieroglyphen auf Tempelwänden verewigte Geschichte von der Schlacht bei Megiddo, in der der Pharao Hatschepsut lll. die ägyptische Niederlage in einen Sieg umdeutete und so den Herrscherwechsel rechtfertigte.“

        Aha.
        Und woher weiß man, dass das eine Umdeutung war? :-D

  6. therMOnukular 19. April 2025 um 13:21 Uhr - Antworten

    Wie man es auch betrachten will:
    ob nun die aufopfernden Russen für das Gute in die Schlacht gegen das Böse zogen, oder schlicht der blutige Stalinismus den blutigen Nationalsozialismus besiegte……Russland hat gewonnen.

    Die Sieger zB von ihrer eigenen Siegesfeier auszuschließen ist ergo besonders „heikel“, wenn es auch noch der Besiegte ist, der den Sieger ausschließt.

    Ich persönlich sehe das wie immer aus anderer Perspektive. Ich sehe Gesellschaften, die sich insgesamt & gemeinsam entwickeln. Natsis gab es damals in allen Ländern, auch ausserhalb Europas usw. Ob es gröber kracht hängt für mich schlicht vom allgemeinen/durchschnittlichen Grad der Psychose ab, in die man die Menschen bewusst zu treiben versucht, indem man sie täglich mit Existenzängsten manipuliert. Die Politik ist es wieder gewohnt, mit Feindbildern zu emotionalisieren – und dabei macht es keinen Unterschied, ob mit einem „Virus“ oder einer Armee/Ideologie.

    Eines ist für mich jedenfalls unbestritten: eine solche Verdrehung von Tatsachen wie heute vorexerziert haben/hatten nur Regime nötig, wenn ihre Macht zu zerbröseln begann.
    The good news ist also: es bröselt sehr.

    • Andreas I. 19. April 2025 um 18:18 Uhr - Antworten

      Hallo,
      und ob nun die USA aufopfernd für das Gute in die Schlacht gegen das Böse zog, oder schlicht der USA-Imperialismus den deutschen und italienischen und japanischen Imperialismus besiegte und auf japanische Zivilisten noch zwei gute Atombomben warf …
      Westeuropa wird seitdem nicht vom Dritten Reich beherrscht, sondern von USA beherrscht und deswegen wird in Westeuropa alles so verdreht, wie USA es gerade braucht.

  7. Gernot Hoffmann 19. April 2025 um 12:56 Uhr - Antworten

    Laut Wikipedia ist Dachau nicht von den Sowjets, sondern von den Amerikanern
    befreit worden. Bitte klären!
    https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Dachau

  8. Jurgen 19. April 2025 um 11:15 Uhr - Antworten

    Die Frage ist doch, ab welcher Größe des Landes/Nation kann man selbstbestimmt entscheiden? Ist man zu klein, wird man dominiert – ist man zu groß, wird man bekämpft. Sitzt man im Herzland fühlen sich die britischen Kolonialmaden bedroht. Dabei sitzen sie nur aus Angst auf ihrer Inselburg, weil sie die Landheere aus dem Süden und Osten schon immer fürchteten…

    • Jan 19. April 2025 um 11:48 Uhr - Antworten

      Gute Frage! Das ist zuerst eine Frage der Ressourcen, einschließlich Nahrungsmittelproduktion und „geistiger Ressourcen“. In zweiter Linie eine Frage intelligenter Bündnisse und Abhängigkeiten, in denen man durchaus Eigenständigkeit bewahren kann. Und dann ist es eine Frage der Gruppendynamik, nicht nur der Führer! Selbstverständlich besteht heute das Problem, dass einzelne Persönlichkeiten oder Firmen derart mächtig sind, dass sie ein Land zwingen können. Auch dagegen gibt es Möglichkeiten, denn Firmen wollen am Ende Geld verdienen. Und vor ungewählten Repräsentanten sollte man sich grundsätzlich nicht fürchten.

      Man kann nicht von einer einzelnen Person erwarten, dass sie diese Probleme löst, weder von Trump, noch Nehammer, noch Kickl. Dies ist eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der insbesondere die Intellektuellen beitragen sollten, anstelle sich zu beflegeln.

      RFK zeigt übrigens gerade, dass zivilgesellschaftliches Engagement, bottom-up, nicht top-down als Astroturfing, zu gesellschaftlichem Einfluss kommen kann. Man sollte weniger auf den Wunderwutzi warten, sondern sich zusammen tun und sagen: Wir ändern das jetzt, oder wir bereiten eine Änderung zumindest vor.

  9. Varus 19. April 2025 um 10:54 Uhr - Antworten

    Man kann heute den rechtswidrigen Angriff auf die Ukraine verurteilen, ohne das Gedenken an die Geschichte zu verfälschen.

    Auch hier müsste man nachdenken, ob man in Donezk und Lugansk das Recht auf Selbstbestimmung hat – wie auch, angegriffen durch die putschenden neonatsistischen Banderas, Angehörige der gleichen Ethnie zur Hilfe zu rufen. Womöglich ist das doch konform mit dem internationalen Recht?

  10. cwsuisse 19. April 2025 um 10:52 Uhr - Antworten

    Lügenblättchen wie die deutsche Tageszeitung Die Welt verdrehen geschichtliche Fakten jeden Tag. Beispiel: der Krieg der USA gegen Russland in der Ukraine begann im Jahr 2022. Jedermann kann nachvollziehen, dass der Krieg im Jahr 2014 seinen Anfang nahm. Trotzdem stellt das kaputte Blatt diese und andere Fehlbehauptungen jeden Tag neu in dem Versuch auf, Moskau die Verantwortung für den Krieg in die Schuhe zu schieben.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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