Klimawandel: Eis in der Arktis nimmt zu seit 2007

17. Oktober 2024von 4,2 Minuten Lesezeit

Der Klimawandel ist immer und überall. Man sieht ihn am besten an den Eisbedeckungen an den Polen in Grönland und in den Bergen, zum Beispiel in den Alpen. Man sollte Schlüsse aber nur durch Betrachtung längerer Zeiträume ziehen.

TKP hat kürzlich berichtet, dass die Arktisroute für die Schifffahrt um einige Wochen früher als üblich geschlossen werden musste, nämlich bereits am 10. Oktober. Die engen Passagen schließen sich mittlerweile recht schnell wie unten in der Animation zu sehen. Im Frühsommer konnte das Kreuzfahrtschiff Poesia einige Häfen wegen der Eislage nicht anlaufen. In der Nordwestpassage hat die Zunahme von Meereis  Schifffahrtsaison um 14 Wochen verkürzt. Bei der Forschungsfahrt im Sommer 2023 der Polarstern des Wegener Instituts zeigte sich zur allgemeinen Überraschung, dass das Eis dicker und fester war als in den Vorjahren.

Diese Animationen zeigen das Eiswachstum in der russischen Arktisroute. Zunächst die Zeit vom 26. September bis 6. Oktober:

Hier ist die Eisaktivität der letzten Woche in der NSR von der Tschuktschensee im Osten (linke Seite), und bedrohlich in der Laptewsee (rechts).

Nun sind die beiden Engpässe neun Tage später blockiert. Die Tschuktschensee (links) blockiert den Zugang zur Beringsee. Die Laptev-See (rechts) blockiert den Verkehr in die europäische Barents- und Kara-See.

Das sind wie gesagt Momentaufnahmen vom Herbst des Jahres 2024.

Langfristige Eisentwicklung in der Arktis

Obwohl die Eisbedeckung langsam zunimmt, werden immer dann wenn das Eis im Sommer zurückgeht erneut Ängste vor dem Verschwinden des Eises im Norden geschürt. Meist auch noch propagandistisch aufgefettet mit Eisbären auf einer Eisscholle.

Tatsächlich ist die Entwicklung des arktischen Eises im historischen Vergleich nicht alarmierend. In Science Matters wurde der beliebte NOAA-Datensatz, der von passiven Satelliten-Mikrowellensensoren abgeleitet ist, verwendet um die Eisentwicklung seit 1981 darzustellen. Manchmal werden die Eisausdehnungen unterschätzt, aber jeder bezieht sich darauf, und er ist von 1981 bis heute vollständig. Hier sind die Angaben der NOAA (US Regierungsbeörde National Oceanic and Atmospheric Administration) in Millionen Quadratkilometern:

Häufig wird gesagt, dass nur die Höchstwerte im März und die Tiefstwerte im September von Bedeutung sind, da die anderen Monate nur eine Übergangszeit zwischen den beiden Monaten darstellen. Das obige Diagramm zeigt also die durchschnittliche Eisausdehnung, gemittelt über die beiden Monate März und September. Die Daten stammen aus dem Sea Ice Index (SII).

Für noch mehr Klarheit und Einfachheit ist hier die Tabelle.

NOAA NH Jährliche durchschnittliche Eisausdehnung (in Mio. km2). Meereisindex v3.0 (hier)

Wie in der Tabelle zu sehen ging in den ersten 16 Jahren die Eisausdehnung nur geringfügig zurück, dann folgte 10 Jahre lang ein dramatischer Rückgang, der neunmal so hoch war wie zuvor. Darauf folgte das derzeitige 17-jährige Plateau mit einer leichten Zunahme, die mit dem anfänglichen Verlust vergleichbar ist.

Die ganze Aufregung bezieht sich auf diesen mittleren Zeitraum, und wir wissen, was die Ursache dafür war. Ein großer Teil des mehrjährigen Eises wurde durch die Framstraße ausgespült und ließ das leichter schmelzende jüngere Eis zurück. Die Auswirkungen dieses natürlichen Ereignisses erreichten 2007 ihren Höhepunkt.

Kwok et al. sagen Folgendes über die Variabilität des Eisflusses in der Framstraße:

Der durchschnittliche Winter-Flächenfluss während der 18-jährigen Aufzeichnung (1978-1996) beträgt 670.000 km2, d.h. 7% der Fläche des Arktischen Ozeans. Der winterliche Flächenfluss reicht von einem Minimum von 450.000 km2 im Jahr 1984 bis zu einem Maximum von 906.000 km2 im Jahr 1995. Der durchschnittliche winterliche Volumenstrom über die Winter von Oktober 1990 bis Mai 1995 beträgt 1745 km3 und reicht von einem Tiefstwert von 1375 km3 im Jahr 1990 bis zu einem Höchstwert von 2791 km3 im Jahr 1994.

Die leichte Zunahme der Eisbedeckung seit 2007 wird jetzt gerne als unmaßgeblich bezeichnet und es sei zu früh um Schlüsse zu ziehen, um zu sagen, dass sich das arktische Eis erholt, oder dass 2007 ein echter Wendepunkt ist. Die gleichen Leute waren schnell dabei, eine rückläufige Periode nach 1996 als Beweis für eine „Todesspirale“ zu sehen.

Das passiert einem, wenn man mit dem Wort Klimawandel und die Entwicklungsrichtung „wärmer“ verbindet. Es ist jedoch ziemlich wahrscheinlich, dass wir bald in die Richtung „kälter“ gehen.  Das legtnicht nur die Abkühlung an den Polen nahe, sondern auch Solarzyklen, wie sie von den Astrophysiker ermittelt und berechnet wurden. Und natürlich auch die Daten des Space Weather Prediction Service der NOAA.

Bild: AWeith, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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8 Kommentare

  1. Anton Vogel 17. Oktober 2024 um 19:41 Uhr - Antworten

    Die Fakten Chekker sehen das natürlich völlig anders !
    😃😃😃😃😃😃😃😃

    Früher war es auch schon heiß.
    Simpler Satz, doch dahinter steckt eine große Erzählung von Klimawandelskeptikern. In unserem Klimacheck schauen wir uns an, was dahinter steckt.

    Mehr zu dem Thema und alle Klima-Faktenchecks findet ihr auch auf unserer Webseite correctiv.org/faktencheck

    ❄️ Ein Blog-Artikel behauptet, dass Grönlands Eisschild langsam wachse, sich seit September 2023 „völlig normal“ entwickelt habe und es in Antarktis und Arktis seit einigen Jahren kälter werde.

    Das ist irreführend, sagen Forscher. Der Eisschild verliert insgesamt seit Jahrzehnten an Masse: https://correctiv.link/eisschild-groenland

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    • bekir 17. Oktober 2024 um 20:57 Uhr - Antworten

      Der Eisschild verliere „insgesamt seit Jahrzehnten“ an Masse:
      ein Blick auf die „Ausnahmen“ sollte dennoch erlaubt sein; oft werden Ausnahmen zu Regeln und umgekehrt.

      April 2019: „Durch einen Zustrom kalten Wassers gewann der Jakobshavn-Gletscher ein wenig an Masse – ein temporärer Zustand, wie Forscher warnen.“

      Das Gletscher-Wachstum in Grönland sei kein Zeichen der Hoffnung, so die Überschrift.
      Das Eis z.B. des Jakobshavn-Gletschers – der größte der Insel – habe seit 2016 leicht an Mächtigkeit gewonnen, aber das sei nur eine auf (normale?) tempräre Schwankung aufgrund eines Zuflusses von „ungewöhnlich kaltem Wasser aus dem Nordatlantik in die arktischen Gewässer“.

      Von 2016 bis (mindestens?) zum Artikel 2019 sind immerhin drei Jahre.
      Und erst 2016 begann OMG überhaupt damit, „das saisonale Wachsen und Schrumpfen des Eises zu überwachen“.
      Da vorher nicht überwacht wurde, könnte das Wachsen u.U. schon früher begonnen haben und einfach nicht aufgefallen sein?

      Weiter hinten kommt dann aber die erleichternde Auflösung:

      Der Atlantik durchlaufe einen natürlichen Zyklus, in dem sich kühleres und wärmeres Wasser etwa alle 20 Jahre abwechseln. „Derzeit“ [2019] dringe kälteres Wasser immer weiter an der Westküste Grönlands vor. Aber diese Phase werde sich „irgendwann“ wieder umkehren – dann kehre das warme Wasser zurück.

      https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2019/04/gletscher-wachstum-in-groenland-kein-zeichen-der-hoffnung

      Unter 20 Jahre Eiswachstum ist alles nur falscher Schein, da noch im Rahmen temporärer Schwankungen.
      Und von 2016 bis 2030 sind es ja nur schlappe 14 Jahre.
      Da sind auch die Astrophysiker-Studien („kommen zum Schluss dass Änderung der Aktivität der Sonne sowie der Sonne-Erde-Entfernungn ab dem Jahr 2030 zu einer deutlichen Abkühlung bis hin zu einer kleinen Eiszeit führen“) mit eingeschlossen, vgl.
      https://tkp.at/2024/05/22/globale-erwaermung-bis-2030-mit-anschliessender-abkuehlung/

      Die Erde siedet also weiter – UN-Generalsekretäre können nicht irren.

    • Sabine Schoenfelder 18. Oktober 2024 um 11:52 Uhr - Antworten

      „ ❌ Das ist irreführend, sagen Forscher. Der Eisschild verliert insgesamt seit Jahrzehnten an Masse: https://correctiv.link/eisschild-groenland“
      …..sagen Forscher….😂🤣😂 so guad…99,9% !
      Geld der große „Überzeugungstäter“.
      4000 Kälterekorde, ein kühler Sommer und noch kühlerer Herbst. Keine zuverlässige Wettervorhersage über 3 Tage, aber Klima-Visionen…
      Die Fakten beweisen eine zunehmende Kälte, leider Jungs, und auf die „Glocke“ könnt Ihr gerne was haben, wenn Ihr so freundlich drum bittet. 😁👍

  2. Wolliku 17. Oktober 2024 um 18:21 Uhr - Antworten

    Diese Daten sollen zukünftig durch das DSA der EU untersagt werden, denn sie könnten Zweifel am wissenschaftlich gesicherten Narrativ wecken. Desinformationen kann sich bei den zig-zig-Milliarden jährliche Kosten für die Transformation einer fossilen zu einer glücklichen und klimaneutralen Welt niemand erlauben.

  3. Informationsbefreier 17. Oktober 2024 um 17:13 Uhr - Antworten

    Wenn es jetzt wieder kälter wird, wird die Politik das als Erfolg ihrer Klimapolitik verkaufen. Und dann wird es heißen: Wir dürfen jetzt in den Maßnahmen nicht nachlassen, um das erreichte nicht zu gefährden!

    • Sabine Schoenfelder 18. Oktober 2024 um 13:07 Uhr - Antworten

      Wenn es bereits nachläßt, b e v o r es richtig angefangen hat, wird die Wirkung dieser Lüge nicht fangen.
      Aber wir könnten bei den bestehenden KRIEGEN auf der Welt und der RÜSTUNGSINDUSTRIE beim CO2-Sparen beginnen….😍❤️….nebenbei gibt es noch F R I E D E N.
      Können wir nicht, wie bei der Energieversorgung, uns wieder RÜCKWÄRTS bewegen ?
      Wir kämpfen ohne moderne Waffen, wenn überhaupt, nur noch mit Messer und Fäusten….
      Das verkleinert den Schaden, bewahrt Natur und Archtektur und viele Menschen/Tiere vor der Zerstörung.
      …vom Einwanderer lernen, liebes Correctiv, das nenne ich divers und integrativ. 😂👍

  4. Varus 17. Oktober 2024 um 10:22 Uhr - Antworten

    Es ist jedoch ziemlich wahrscheinlich, dass wir bald in die Richtung „kälter“ gehen.

    Ich ergoogelte mal einen Archiv-Artikel aus den 1970ern, als die Angst vor neuer Eiszeit galt – es hieß, die Abkühlung würde vor allem am Flugverkehr liegen. Jetzt soll auch die Erwärmung daran liegen und wenn es wieder die Eiszeit sein soll, dann wieder wegen dem Flugverkehr? Erstaunlich, dass die „die Wissenschaft (TM)“ so viel Flughasserei mit sich bringt – dabei konnten vor 50 Jahren nur Reiche fliegen, doch die letzten Jahre war es allgemein zugänglich – jetzt endet allerdings diese Zeit wieder.

    • Sabine Schoenfelder 18. Oktober 2024 um 12:58 Uhr - Antworten

      „ dabei konnten vor 50 Jahren nur Reiche fliegen, doch die letzten Jahre war es allgemein zugänglich – jetzt endet allerdings diese Zeit wieder.“
      Jajaja…das ärgert die geldgeiernde Hybris. Die Sekretärin fliegt übers Wochenende nach Malle…ein NARRATIV muß her…Kälte und Benzinnot ! Was….fängt nicht ??😳
      Mehr Geld, mehr NGOs, mehr UNIs, mehr Wissenschaftssimulation, mehr LOBBYISMUS und die Jugendindoktrination v o r a n t r e i b e n…jetzt machen wir auf Hiiitzzeeee🥵🥵🥵🥵
      ….das werden wir doch mal sehen, liebe Correctivlinge.😂👍

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