
China: Keine Eskalation des Krieges im Roten Meer zu erwarten
Seit Beginn der Kriegshandlungen in Palästina und der Angriffe gegen die Zivilbevölkerung in Gaza unterstützen die Houthis im Jemen die Palästinenser. Zuletzt gab es im Roten Meer Angriffe gegen Schiffe von israelischen Eigentümern oder solchen die Israel beliefern. Die USA und Großbritannien überlegten Angriffe gegen den Jemen, zu denen sie aber offenbar nicht in der Lage sind. China erwartet in einer Stellungnahme aber keine Ausweitung der Kämpfe.
Vor zwei Tagen kursierte in Medien die Nachricht, dass die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich eine gemeinsame Luftangriffswelle gegen die Houthis im Jemen beabsichtigen. Den Plänen zufolge würde sich Großbritannien mit den USA und möglicherweise einem anderen europäischen Land zusammenschließen, um eine Raketensalven gegen vorher geplante Ziele abzufeuern. Es wurde erwartet, dass das Vereinigte Königreich und die USA eine „beispiellose Erklärung“ veröffentlichen würden, in der die Houthis aufgefordert werden, den Angriff auf Handelsschiffe einzustellen.
Die US-Marine ist nicht auf einen längeren Krieg mit dem Jemen vorbereitet
Der frühere CIA-Analyst Larry C. Johnson schrieb Mitte Dezember auf seinem Blog eine Analyse über die Fähigkeit der US-Marine Kriege zu führen. Die US-Marine sei derzeit als „Forward-Based Navy“ und nicht als „Expeditionary Navy“ konfiguriert.
Aufgrund der einzigartigen geografischen Lage der USA hat die Marine den Luxus, die Interessen der Nation „drüben“ zu verteidigen. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sie eine Marine entwickelt und unterhalten, die in der Lage ist, Macht in Übersee zu projizieren, ihre Kampfkraft noch auf See oder zumindest weit von den nationalen Küsten entfernt wiederherzustellen und ständig in der Nähe von Konkurrenten zu bleiben. Dieser Expeditionscharakter minimierte die Abhängigkeit der Flotte von der Infrastruktur an Land und im Inland, um Operationen aufrechtzuerhalten, so dass die Flotte auf See logistisch autarker sein konnte.
Gegen Ende des Kalten Krieges begann die US-Marine jedoch, ihre Expeditionsfähigkeit einzuschränken und sich stärker auf verbündete und befreundete Stützpunkte zu stützen. Eine wichtige Entwicklung war subtil, aber folgenreich – das vertikale Startsystem (VLS) für die primären Luft-, U-Boot- und Landangriffswaffen der Überwasserflotte. Obwohl es sich um ein sehr leistungsfähiges System handelt, war das Nachladen der VLS auf See problematisch und wurde bald aufgegeben. Während ein Flugzeugträger auf See nachgeladen werden kann, ist dies bei Überwasser-Kriegsschiffen nicht möglich, was die Fähigkeit von Trägerkampfgruppen einschränkt, Operationen vorwärts zu führen, ohne häufig zu einer festen Infrastruktur zurückkehren zu müssen.
Den nächsten Schritt weg von der Expeditionsfähigkeit machte die Marine in den 1990er Jahren, als sie die meisten U-Boot-Tender (AS), alle Reparaturschiffe (AR) und Zerstörer-Tender (AD) außer Dienst stellte.
Jeder US-Zerstörer verfügt über schätzungsweise 90 Raketen (vielleicht auch ein paar mehr). Ihre Hauptaufgabe ist der Schutz des US-Flugzeugträgers, den sie abschirmen. Was passiert, wenn der Jemen 100 Drohnen/Raketen/Raketen auf einen US-Flugzeugträger abfeuert? Der US-Zerstörer oder mehrere Zerstörer werden ihre Raketen abfeuern, um die Bedrohung abzuwehren. Großartig! Auftrag erfüllt!
Es gibt nur ein kleines Problem – die US-Marine hat die Tenderschiffe abgeschafft, d. h. die Schiffe, die die Zerstörer mit neuen Raketen versorgen können, um die verbrauchten Geschosse zu ersetzen. Um nachzuladen, muss der Zerstörer den nächstgelegenen befreundeten Hafen anlaufen, in dem die USA Raketen für die Nachschubversorgung gelagert haben.
Wenn der Zerstörer das Kampfgebiet verlassen muss, muss der US-Flugzeugträger folgen. Er kann nicht einfach ohne seinen Verteidigungsschirm aus Schiffen auf dem Meer sitzen bleiben. Die Durchhaltefähigkeit einer US-Flotte in einem Kampfgebiet wie dem Jemen hängt davon ab, wie viele Raketen die Jemeniten auf die US-Schiffe abfeuern.
Hier ist die Quintessenz. Die US-Flottille und ihre Verbündeten können dem Jemen einigen Schaden zufügen, aber einen entscheidenden Sieg werden sie wohl nicht erringen. Der Jemen seinerseits kann einigen Schiffen ernsthaften Schaden zufügen – vielleicht sogar ein oder zwei Schiffe versenken – und damit einen moralischen Sieg erringen, der Zweifel an Amerikas Marinefähigkeiten und Durchhaltevermögen schüren wird. Vielleicht erklärt dies, warum die USA so zögerlich auf die Angriffe des Jemen reagiert haben.
Keine Eskalation
Die der chinesischen Regierung nahestehende Global Times bezieht sich in einem Artikel einen weiteren blutigen Zwischenfall bei dem 10 jemenitische Houthi-Kämpfer von US-Marinekräften getötet worden seien, „als diese aus Solidarität und zur Unterstützung des palästinensischen Volkes Schiffe mit Bezug zu Israel an der Durchfahrt durch das Rote Meer hinderten.“
Von zwei Schiffen gestartete US-Hubschrauber versenkten drei Houthi-Boote und töteten mehrere ihrer Besatzungsmitglieder.
Global Times weiter:
Analysten zufolge ist die neue Auseinandersetzung in den Gewässern des Roten Meeres ein Übergreifen des andauernden palästinensisch-israelischen Konflikts, und obwohl es unwahrscheinlich ist, dass sie zu einer größeren Eskalation der Spannungen oder dem Ausbruch eines neuen Krieges in der Region führt, sollten die USA verstehen, dass der Schlüssel zu einer grundlegenden Lösung des Problems im Roten Meer in der Entspannung des israelisch-palästinensischen Konflikts und der humanitären Krise im Gazastreifen liegt.
Die Einschätzungen oder Warnungen der chinesischen Regierung werden in den Artikeln meist in Statements von chinesischen Experten verpackt:
Zhu Yongbiao, Direktor des Zentrums für Afghanistan-Studien an der Universität Lanzhou, erklärte am Montag gegenüber der Global Times, dass die Houthi-Truppen nach den Unruhen vom Sonntag zwar weiterhin kleinere Aktionen durchführen könnten, es aber unwahrscheinlich sei, dass sie direkte Vergeltungsmaßnahmen ergreifen oder aggressive Gegenangriffe auf die US-Streitkräfte starten würden.
Der Einsatz von kleinen Booten zu Belästigungszwecken könnte abnehmen, und es werden mehr Drohnen und Raketen zu diesem Zweck eingesetzt, während direkte Konfrontationen sehr unwahrscheinlich sind, sagte der Analyst. „Ein solches Ereignis wird nicht direkt zu einer Eskalation führen, da sich das US-Militär immer noch in einem defensiven Modus befindet und die Houthi-Kräfte nicht aktiv angegriffen hat. Das Ereignis vom Sonntag ist zwar wichtig, aber nicht schwerwiegend genug, um einen Wendepunkt darzustellen“.
Die chinesischen Medien wiederholen den Standpunkt der Regierung, dass die Auseinandersetzung im Roten Meer ein Übergreifen des israelisch-palästinensischen Konflikts sei:
„Um ihn grundlegend zu lösen, muss die israelisch-palästinensische Frage deutlich entschärft werden, einschließlich der humanitären Krise im Gaza-Streifen. Auch wenn die USA mit aggressiven militärischen Strategien kurzfristig gute Ergebnisse erzielen können, sind sie keine dauerhafte Lösung, da die Ursache im israelisch-palästinensischen Konflikt liegt.“
Die Global Times schließt ihren Artikel noch mit dem Hinweis auf die wahren Ursachen:
„Das palästinensische Zentralbüro für Statistik teilte am Sonntag mit, dass im Jahr 2023 mehr Palästinenser bei Konflikten getötet wurden als in jedem anderen Jahr seit 1948. Nach Angaben des Büros starben im Jahr 2023 22.404 Palästinenser, 22.141 von ihnen wurden seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen Israel und der Hamas am 7. Oktober 2023 getötet.“
Bild von Hans Toom auf Pixabay
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Hallo,
und dazu kommt, dass die USA-Stützpunkte in Syrien mit Raketen und Drohnen beschossen werden, gelegentlich auch die USA-Stützpunkte im Irak. Da würde es bei stärkerer Eskalation noch ungemütlicher werden.
Auch Hallo!
Ja, da müsste man wirklich lange und angestrengt suchen, bis man in dieser Region ein Volk, einen „Stamm“, eine Provinz oder was auch immer findet, der/die/das den USA freundlich gesinnt ist. ;))
Nicht einmal die Türkei oder Israel selbst würde ich derzeit als „Freund der USA“ bezeichnen.
Die Klasse vereint sich, um dem Klassen-Bully einen reinzuwürgen – und bald steckt sein eigener Kopf in der Kloschüssel…..
Kürzlich hat die USA ihren größten und modernsten Träger aus dem östlichen Mittelmeer abkommandiert. Meine erste Assoziation war, dass man ihn ebenfalls Richtung Rotes Meer schicken wird. Wir werden sehen, ob man sich damit auf eine Eskalation vorbereitet, oder ob das ein erstes Schwanz-einziehen darstellt, um den Träger nicht zu gefährden, erinnern wir uns zB an die Mig-Flug-Staffeln, die seither im Schwarzen Meer im Einsatz sind, um mit ihren Raketen Schiffe im Mittelmeer angreifen zu können (und dann noch die russischen Truppen in Syrien dazu).
Ich kann mir noch beides vorstellen, Rückzug und Eskalation. Obwohl auch ich viele „seltsame“ Signale der USA wahrnehme, dass ihnen anscheinend der A auf Grundeis geht. Man war einfach zu chancenlos in der Ukraine und wurde nicht nur besiegt, sondern vorgeführt. Ich wette, die Houthis riechen diese Angst – und fügen den USA so noch mehr Image-Schaden zu, indem sie der Welt zeigen, wie eine Maus einen Elefanten in Angst versetzt.
Wir leben in einer scheiß-gefährlichen Zeit, in der nicht nur der „Weltfrieden“ massiv (durch „uns“ im Westen) bedroht ist, sondern von denselben Leuten auch unsere eigene Freiheit. Es sieht düster aus momentan, aber irgendwie entwickeln sich die Dinge richtig und scheinen Fahrt aufzunehmen. Der Riese USA verliert die Balance und es braucht kein großes Bein mehr, um ihm das Haxl zu stellen und er fällt. Auf der ganzen Welt wittert man gerade diesen Wechsel und bereitet sich darauf vor, der USA auch einen eigenen Dolch in den Rücken zu rammen, sobald sie am Boden liegt.
Man hat lange genug kritisiert und gewarnt. Aber jetzt ist es für die USA bereits zu spät. Auch der geplante Diebstahl russischer, eingefrorener Gelder ist nichts anderes als eine Verzweiflungstat, die der Welt nur noch mehr die Ignoranz und Rechtlosigkeit des Westens vor Augen führt – und die Spirale dreht sich wieder weiter, die Zahl der Witternden wächst ebenso wie deren Rachegelüste.
Wer Wind säht…..oder das Schwert in die Hand nimmt…..
therMOnukular
2. Januar 2024 at 12:49Antworten
„Aber jetzt ist es für die USA bereits zu spät“
Nach dem Anschuss und der Zerstörung von 10 von 10 Kinshals am Dienstag, durch das Patriot System in der Ukraine, hat wieder eine Propaganda Waffe ( eine laut Propaganda, unzerstörbare Waffe) ihren Schrecken verloren.
Propaganda hat massive negative Auswirkungen wenn sie sich, wie im Fall der unbesiegebaren Waffe, als Rohrkrepierer herausstellt.
Die armen Schweine die sich jetzt für das Versagen vernatworten müssen.
Ich erinnere mich nur an Videos, auf den eine Patriot-Batterie 30 Raketen je einige Millionen Dollar auf eine Kinschal abfeuerte, worauf sie von dieser Kinschal zerstört wurde. Seitdem darf man im Ukrostan solche Videos nicht mehr veröffentlichen – dann kann die Obrigkeit erzählen, was sie will.
Wenn es so weitergeht, wird es eh bald
keinen palästinensisch-israelischen
Konflikt mehr geben, weil die
Palästinenser alle VERHUNGERT sind!
Wohin die Israelis aber nicht denken
können ist, dass dann „gewisse Länder“
keine Rücksicht mehr auf Israel nehmen
brauchen und z.B. eine Tsunami-Waffe
– etwa Status-6 – zünden können.
Man darf sehr sicher sein, dass die Welt
diesem SATANISCHEM TREIBEN nicht
mehr lange zusehen wird, dies um so
mehr, als diese „Welt“ nicht nur die
zahlenmässige Mehrheit, sondern die
ABSOLUTE MILITÄRISCHE, VOR ALLEM
NUKLEARE DOMINANZ besitzt.
Mich wundert ein wenig, dass die keine auf dem Schwarzmarkt gekauften (aus dem Ukrostan) Stinger-Raketen oder ähnliche mitgenommen haben. Prompt würden westliche Flotten aufhören, Hubschrauber hinzuschicken.
… oder schicken die genau deshalb ihre Hubschrauber, weil die über ihren eigenen Schrott zumindest ein wenig bescheid wissen…
Ja, sie scheinen auch nicht die hellsten Lichter auf dem Kuchen so sein was den Krieg gegen etwas besser gerüstete Gegner betrifft. Das ist doch gar nicht mal so schlecht!
Die NATO kommt mit der Produktion von Rüstungsgütern nicht mehr nach. Dahinter dürfte die Schwäche der Energieversorgung stecken. Hinter dieser verbirgt sich der notwendige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, da der Westen nur über schwindene Reserven verfügt. Offenbar läuft die Energiewende nicht planmäßig.
Die BRICS verfügen über fast alle große Ölfelder und können günstig produzieren.
Aktuell ist nicht zu sehen, wie die NATO aus diesem strategischen Dilemma kommen möchte.
Die Gefahr besteht, dass man dazu Atomwaffen einsetzt. Das müsste so aussehen, dass man mit Nuklearschlägen China und Russland so schwächt, dass man Aserbajdschan, Iran und die Saudis zu NATO-Mitgliedern machen kann. Da Russland und China ebenfalls über Waffen verfügen, ist dieses Szenario unwahrscheinlich.
Der Westen ist mit seiner Great-Reset-Politik gescheitert. Es stellt sich die Frage, wann die Wähler andere Politiken einfordern? Und wie diese aussehen könnten?
Zitat: „Der Westen ist mit seiner Great-Reset-Politik gescheitert.“
Das Ding ist noch nicht durch! Es ist ja nicht „der Westen“, der dahinter steht sondern eine kleine Gruppe milliardenschwerer Mover&Shaker aka Strippenzieher. Im Moment kommt denen ein Szenario mit allseits schwelenden Konfliktherden entgegen.
An einem „Entscheidungsschlacht“ Szenario haben die gar kein Interesse.
Chapeau!!! 100pro!!!
Der Great Reset muss doch nicht global erfolgreich sein. Es reicht als Minimalziel, wenn man die ehemals goldene Milliarde im Westen versklaven kann. Das könnte sogar erfolgreich sein, denn über aller Angst steht die Angst vorm bösen Sozialismus. Auch wenn keiner weiß warum.