Homöopathiekritik oder Homöopathie-Querulanz – worum geht es wirklich?

18. Dezember 2022von 7,7 Minuten Lesezeit

Homöopathie wurde als unwirksam und unbeweisbar angegriffen seit sie existiert. Je bewusster man sich dies als Außenstehender macht, umso eher drängt sich die Frage auf, warum es so etwas „Unwirksames“ immer noch gibt. Woran mag das liegen?

Wenn man jemandem Durchhaltevermögen attestieren kann, dann den Damen und Herren Homöopathen. Weltweit gibt es sie und scheinbar sind sie durch nichts „umzubringen“. Globulifresser oder verhinderte Tortenverzierer hat man sie schon genannt (ist das nicht Hassrede?) und dennoch machen sie unbeirrt weiter, schenken Patienten zu Abertausenden Hoffnung und Heilung. Wer kann dagegen etwas haben? Zwei nützliche Regeln sind hier der Spurensuche dienlich. Erstens: Folge dem Duft des Geldes und zweitens dem eines höchstpersönlichen narzisstisch gefärbten Geltungsdranges, der nach alleiniger Deutungshoheit strebt.

Wissenschaft und berechtigte Kritik

Die etablierte „Wissenschaft“ ist nicht identisch mit Wahrheit, sie darf und muss somit auch kritisiert werden. Ganz gleich, von wem sie kommt oder was sich unter ihrem Mäntelchen verbirgt. Naturwissenschaft ist eine Methode der relativen Wahrheitsfindung, am Laufen gehalten vom Irrtum des Irrtumkorrigierens. Man erklärt einen Irrtum zur Wahrheit, bis diese sich erneut als Irrtum erweist – ein per se endloses Spiel mit hohem Fun-Faktor für alle, die zugleich monetär profitieren oder ihr Ego dergestalt in lichte Höhen führen. Im Hinblick auf die konventionelle Medizin inszenieren sich die Player als alleinige Hüter eines heiligen Grals der „Wissenschaftlichkeit“ und möchten zugleich ihre Methoden elitär vereinnahmen. Runde Elefanten durch ein eckiges Loch schieben…koste es, was es wolle. Homöopathie und so genannte Komplementär- oder Alternativmedizin sind besonders unbeliebte Elefanten – diese gilt es zu erlegen, bevor sie etwa doch durch das Loch passen.

In seinem lesenswerten Buch „Alternativloses Heilen“ umreißt der Autor und Heilpraktiker Hans-Josef Fritschi am Beispiel der Homöopathie sehr klar, warum gerade sie, neben anderen Naturheilmethoden derart angefeindet wird. Seit sich ihre Kritiker im „Informationsnetzwerk Homöopathie (INH)“ organisiert haben und sogar über den Hashtag #Globukalypse auf Twitter Horrorgeschichten über irgendwelche Narren verbreitet wurden, die ihren Kindern angeblich Globuli in die Ohren gesteckt hätten, realisierte man offenbar, wie gut sich die sozialen Medien für qualifiziertes Framing eignen. Es macht sichtlich Spaß und die Akteure erlangen angenehme „Berühmtheit“. Sind diese Vorgangsweisen seit Corona etwas Neues? Die Leserschaft soll damit manipuliert und ihr Denken wunschgemäß geformt werden. Wer den Wert der Homöopathie selbst erfahren hat, den tangiert dieser Blödsinn gottlob wenig.

Häufig betrifft dieser Zirkus auch nicht einmal so sehr die Pharmaindustrie, deren Status die Homöopathie wohl kaum gefährdet, sondern es scheint sich um ganz persönliche Machtspiele zu handeln, deren Ursachen im einzementierten Materialismus und lustvoller Etikettierung der Gegenseite liegen. Es wird dabei ein inzwischen gut bekannter Weg eingeschlagen, den die Wissenschaft niemals gehen darf: Der Pfad der Ideologisierung – wieder bestens sichtbar am Beispiel Corona und dem Umgang mit kritischen Wissenschaftlern. Die größte Motivation der Akteure ist aber zugleich ihre Achillesferse: Angst. Eine subtile Panik, die harmlosen Globuli könnten tatsächlich wirksam sein und ihr gesamtes Weltbild ins Wanken bringen?

Taktieren und Ignorieren

Homöopathische Studien (die immer solider werden) sind den Kritikern angeblich niemals belastbar genug, während zugleich unzählige Publikationen der Mainstream-Medizin als mangelhafter Infoschrott zu bezeichnen sind. Wie hier mit Daten und Zahlen jongliert wurde, ist rund um Corona deutlich geworden. Doch ein solcher Vergleich ficht gelernte Homöopathie-Kritiker, die man besser als Homöopathie-Querulanten bezeichnen sollte, überhaupt nicht an. Vielmehr wurde von einer Journalistin beispielsweise „Szientabilität“ ins Treffen geführt – soll heißen: Wissenschaftlich geprüft dürfe künftig überhaupt nur das werden, was mit den „Grundannahmen der Naturwissenschaft“ nicht in Konflikt steht. Ein solcher liege bei der Homöopathie aber vor, also brauche man gar keine Studien zu beginnen, weil sie überflüssig und ohnehin viel zu teuer seien…frecher geht es kaum. Die wahrlich smarteste Lösung, um zu verhindern, dass Lästerer eines Tages vor unwiderlegbaren Fakten kapitulieren müssten. Wie jetzt, auch dank Covid, immer mehr belastbare Fakten auf den Tisch kommen, wurde schon anhand der Arbeit von Dr. Steven Cartwright aufgezeigt.

Ein zugegeben berechtigter Kritikpunkt mag darin liegen, dass noch zu viele Homöopathen meinen, einschlägige Forschung, die sich auch zur seriösen Publikation eignet, sei tatsächlich unnötig. Ihnen reicht es vermutlich zu wissen, dass Homöopathie wirkt. Auch scheint es leider immer Streit zwischen den unterschiedlichen „Denkschulen“ der Homöopathie zu geben, das war wohl nie anders. Studien sind außerdem teuer und zeitintensiv, somit neben der Praxis, falls man sich der Homöopathie und seinen Patienten in ganzer Tiefe widmen will, nicht so leicht machbar. Darin haben Homöopathen mit guten Schulmedizinern ein Problem gemeinsam, aber es scheint zu klappen, wenn man bereit ist, Grundregeln zu verinnerlichen und eigene Falldokumentationen danach auszurichten. Man muss sich gegenseitig auch nicht als feindlich empfinden, wie die Arbeiten des israelischen Schulmediziners und Homöopathen Dr. Menachem Oberbaum während der akuten Covid-Hysterie bewiesen haben.

Ein Beispiel dafür, wie eine saubere, publikationsfähige Studie entsteht, liefert etwa auch Dr. Heinrich Hümmer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren und Homöopathie aus Herrsching am Ammersee mit dieser Fallstudie betreffend die Remission eines mit großzelligem B-Non-Hodgkin-Lymphom befallenen inguinalen Lymphknotens unter alleiniger homöopathischer Behandlung mit dem homöopathischen Mittel Conium!

Homöopathie-Bashing als Altershobby

Besonders erheiternd wirkt es schlussendlich, wenn eine Größe unter den „Kritikern der Globuli“ offen zugibt, seine diktatorisch-konstruierten Feldzüge gegen die Homöopathie als dogmatisches Altershobby zu betreiben. Um Ergebnisoffenheit scheint es dabei nicht zu gehen, denn wer gibt schon gern seine liebste Beschäftigung auf (kommt uns auch das in Bezug auf Covid bekannt vor)? Und so sucht und findet man selbst dort noch Haare in der Suppe, wo alle Köche längst eine Glatze haben. Wie so ein Schlagabtausch zwischen Homöopathen und „Kritikern“ dann vor sich gehen kann, führt uns ebenfalls Dr. Heinrich Hümmer in einem Bericht auf seinem Blog „Homöopathie wirkt“ lebhaft vor Augen.

Ohne konkreter auf Namen und Aussagen einzugehen, nehme man hier nur einmal das Argument, sogar der Homöopath sei eine Gefahr für die Patienten, wenn schon die Mittel es nicht sind (in diesen befindet sich ja angeblich „nichts“). Er hält Kranke von „wirksamen Therapien“ ab und erzählt ihnen Heilungsmärchen. Wenn man einmal davon absieht, dass seriöse Homöopathen (wohl möglich, dass es auch ein paar unseriöse gibt) niemals von sinnvoller konventioneller Therapie abraten werden, kommen die meisten Menschen mit ernsten Krankheiten ohnehin erst zu ihnen, wenn sie als austherapiert gelten, der Rest ist durch vorliegende Beschwerden wohl kaum an Leib und Leben „gefährdet“. Und natürlich hat noch niemals ein Schulmediziner seinen Patienten geschadet, sei es durch falsche Medikation, mangelnde Kompetenz, verbale Übergriffigkeit oder …Impfungen. Wer da nicht schallend lachen kann… Hätte ich in meinem recht ereignisreichen Leben alles akzeptiert, was „die“ Medizin für mich auf Lager hatte, könnte ich diesen Text mit Sicherheit nicht mehr schreiben.

Aber um belegbare Fakten geht es, wie oben ausgeführt, gewissen Querulanten offenbar zuletzt. Vielmehr gefährdet die Homöopathie ihre sorgfältig zementierte Sicht auf die Welt, sie ist daher ungemein gefährlich für alle „Skeptiker“ mit streng begrenztem Vorstellungs- und Ereignishorizont. Betroffene sollten sich hier vielleicht mit den vier Grundformen der Angst nach Riemann auseinandersetzen und dann in ihren beschlagenen Spiegel schauen (der hoffentlich nicht gleich zerspringt). Ein wenig unfair mag es klingen, aber ich merke zusätzlich aufgrund einschlägiger Erfahrung an: Nicht wenige Ärzte, die ihr Fach wie ein Handwerk betreiben, wären auch schlicht zu einfältig und völlig ungeeignet, Homöopathie zu erlernen und anzuwenden. Tun sie es doch und erleiden Mangels Können Schiffbruch, werden sie natürlich umso lieber zu Querulanten. Homöopath zu sein ist, wie so Vieles, meist eine Berufung. Gut ist man vor allem dort, wo in der Praxis neben Fachwissen eine echte Liebe zur eigenen Arbeit mitwirkt. Dies erzeugt auf der Gegenseite zweifellos auch jede Menge Neid.

Zusatz: Dr. Hümmer zum Thema Covid / Long Covid

Was darf man daraus schließen?

Müsste ich ein polemisches Fazit ziehen, so würde es lauten: Wer an einer Karriere als Nobelpreisträger oder Popstar scheitert, kann immer noch bei gewissen Faktencheckern oder Homöopathie-Querulanten etwas werden. Deren Aluhüte sind zwar unsichtbar, dafür aber in Bezug auf Fakten wie auch positive Heilenergien oder variabel strukturierte Denkmuster garantiert undurchlässig. Homöopathie-Querulanz eignet sich überdies hervorragend als Altershobby, falls nicht die Demenz vorher zuschlägt.

Da ich aber meine Zukunftshoffnung für die Homöopathie positiver formulieren möchte, bin ich fürs Durchhalten und zitiere eine alte englische Weisheit, an der wir uns orientieren sollten:

It’s always darkest before dawn!”

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder.

© Dr. Gabriele Feyerer, Juristin, freie Autorin / Journalistin.


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28 Kommentare

  1. Gabriele 18. Dezember 2022 at 21:36Antworten

    Nochmals kurz zur Situation der H. in Österreich – sie ist hier in keiner Weise verschreibungspflichtig.
    Daher gibt es ein Niveau, auf dem jeder informierte Laie sie nutzen kann und das ist richtig so, alles andere wäre Bevormundung. Man kann aber auch jederzeit einen Homöopathen aufsuchen, nur hat man es, außer durch Mundpropaganda, recht schwer herauszufinden, wer sein Handwerk wirklich gut beherrscht – auch hier ist Information nötig, die man erst einmal haben muss, um nicht bloß viel Geld auszugeben. So viel Selbsthilfe wie möglich, so viel Fachwissen von Experten wie im Ernstfall nötig. Sonst ginge es ja auch wieder nur um Verdienst und Begehrlichkeiten, oder? An den Universitäten hat die Homöopathie seit den 80ern keine Chance mehr wie es scheint – diese Situation müsste sich schleunigst wieder ändern, da sieht es leider nicht gut aus. Ich bin allerdings auch dafür, dass jeder sich aus den zahlreichen Fachbüchern über Homöopathie für Laien ein nützliches Grundwissen aneignen sollte. Gesundheit ist zum Teil auch unsere Verantwortung, nicht bloß eine Bringschuld von Ärzten, so jedenfalls meine bescheidene Meinung. Ich glaube, es braucht grundsätzlich auch mehr Selbstermächtigung statt Jammern.

  2. Andreas I. 18. Dezember 2022 at 19:48Antworten

    Hallo,
    „Nicht wenige Ärzte, die ihr Fach wie ein Handwerk betreiben, wären auch schlicht zu einfältig und völlig ungeeignet, Homöopathie zu erlernen und anzuwenden.“

    Ein Tischler, der mit unterschiedlichen Hölzern arbeitet, weiß wie unterschiedlich die sind und arbeitet mit den Hölzern entsprechend deren Eigenschaften.
    Wenn die üblichen Mediziner mit Hochschulabschluss wenigstens soweit wären …

    Die Diskussion ist ja wie gesagt nicht neu und ich persönlich habe weder positive noch negative Erfahrungen mit Homöopathie, sprich ich bemerkte keine Wirkung. Und da geht es schon los mit der Wissenschaftlichkeit, denn dass ich nichts bemerkte, das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass da gar nichts war, es könnte auch etwas unterhalb meiner Wahrnehmungsschwellen passiert sein, wer weiß.
    Also ich halte mich da für neutral, aber ich finde es schon jahrelang lustig, wie dogmatische Homoöpathie-Gegner versuchen wissenschaftliche Wahrheit für sich zu pachten. Wenn es nicht unfair wäre, gegen Unbewaffnete zu kämpfen, dann könnte man sich auch ein Altershobby draus machen, deren Blutdruck auf gutem Niveau zu halten, die sind oft echt drollig. :-)

    • Dr. Heinrich Hümmer 18. Dezember 2022 at 22:41Antworten

      Obwohl Sie bisher keine Wirkung bemerkt haben, (ver)-urteilen Sie nicht: Das nenn´ ich einen (wissenschaftlich) offenen und neutralen Geist!
      Nach meiner Erfahrung alledings liegt Ihr „nichts bemerken“ nicht an der Wahrnehmungsschwelle sondern am für Sie ausgesuchten, aber (noch) nicht passenden Mittel. Paradoxerweise spricht diese fehlende Wirkung (unter anderem) auch gegen eine reine Placebo-Wirkung der homöopathischen Mittel.
      Bei einem passenden Mittel dürfen wir „drolligen Typen“ nach meiner Erfahrung eine spürbare, unmittelbare Anfangs-Wirkung innerhalb von 24 Stunden erwarten.
      Da der Weg zum exakt richtigen Mittel aber bisweilen vernebelt ist, kann es sein, dass Homöopath und Patient bis zum Erreichen des Ziel eine Weile umher irren und ist Frust für beide nicht immer vermeidbar ist, bis das große Aufatmen kommt.

      • Andreas I. 20. Dezember 2022 at 4:12

        Hallo,
        „Da der Weg zum exakt richtigen Mittel aber bisweilen vernebelt ist, kann es sein, dass Homöopath und Patient bis zum Erreichen des Ziel eine Weile umher irren“

        Das tun Pharma-Mediziner (so nenne ich die jetzt einfach mal) aber auch und es geht in viele Fällen ja auch nicht anders.
        Methode Versuch und Irrtum; wenn beide mit einander suchen, sind die Erfolgsaussichten besser.
        Bei Pharma-Medizinern kann es schonmal so wirken, als ob man gar nicht beteiligt ist und dann kann die Diagnose ja nur daneben liegen.

        Übrigens mit den „Drolligen“ meine ich Homöopathie-Gegner, die im Internet ihr Verständnis von „Wissenschaftlichkeit“ bemühen und das ist stellenweise schon wieder unterhaltsam. ;-)

  3. Physiker 18. Dezember 2022 at 17:00Antworten

    Qualitätserfassung statt Gleichschaltung!
    Nun ein wesentliches Problem in der Medizin ist, dass es keine systematische Qualitätserfassung für die Behandlungen gibt. Es fehlt die systematische Erfassung wie sich die verschiedenen Behandlungen auf die Erkrankung, Lebensqualität und Lebenserwartung auswirken (sei es Medikamente, Operationen, Impfungen, …..). Natürlich ist so was nicht einfach, insbesondere muss man da den Ausgangszustand gut erfassen (sonst werden primär Gesunde operiert ….) und dabei den individuellen Datenschutz(!) sicherstellen. Aber das wäre weit besser als die aktuelle „Normung“ und Gleichschaltung der Behandlungen. So hätte man dann natürlich auch aussagekräftige Daten, wie sich die RNA Behandlungen auf verschiedene Erkrankungen, Lebenserwartungen … auswirken. Ich selbst habe massive Zweifel an dem homöopathischen Ansatz. Aber warum das nicht einfach Arzt(in) und Patient(in) überlassen und einfach Transparenz bzgl. des Behandlungserfolgs herstellen. Umgekehrt sollten dann die Patienten auch wissen, wie es mit den Behandlungserfolgen bei den verschiedenen Methoden, Kliniken, Ärzten … aussieht. Dazu sollte einfach jeder Arzt, Klinik …. jeweils vor der Behandlung dem Patienten gegenüber eine Erfolgsprognose abgeben müssen. Und man erfasst dann, wie gut diese dann getroffen wird. Und diese Daten müssen dann auch frei zugänglich sein. So wird transparent wie zuverlässig die Erfolgsprognosen sind. Und anhand der Erfolgsprognose und der Daten kann dann jeder Patient weit besser entscheiden, worauf er sich einlassen will.

    • Andreas I. 18. Dezember 2022 at 19:52Antworten

      Hallo,
      ein ähnlicher Gedanke kam mir auch schon öfter:
      Die größte Studie ist die Praxis, aber wird die erfasst?

      • Dr. Heinrich Hümmer 18. Dezember 2022 at 23:00

        Es gibt 10.000 von gut dokumentierten Fall-Verläufen seit Anbeginn der Homöopathie, vielfach auch mit etlichen nicht wirksamen Mittel bevor das „richtige“ Mittel durchschlagenden Erfolg zeigte. Natürlich entsprechen diese Fall-Darstellungen (noch) nicht den oben angemahnten Beurteilungs- und Vergleichs-Kriterien, sehr wohl aber der einen (von zwei) Säulen der Evidenz nach Sackett, der „individuellen klinischen Expertise“.

  4. Der alte Marxist 18. Dezember 2022 at 15:03Antworten

    Es ist nicht sehr überzeugend, wenn einfach festgestellt wird, dass die homöopathischen Studien immer „solider“ werden. Ich hab jedenfalls bislang keine Studienergebnisse gesehen, die klar die Wirkung belegen. Offenbar braucht man für die Zulassung ja nicht einmal randomisierte Studien mit Kontrollgruppen, die eine solche belegen. Im Übrigen gibt es kommerzielle Interessen nicht nur auf der Seite der Kritiker, auch Homöopathie ist ein sehr gutes Geschäft!

  5. ickke 18. Dezember 2022 at 14:38Antworten

    Ich finde den Vergleich zu Covid unpassend. Mal davon abgesehen, das die meisten Studien zur Homöopathie (die in aller Regeln von homöopathischen Ärzten durchgeführt wurden) keine Wirksamkeit belegen. Die einzigen homöopathischen Mittel die wirken sind Mittel bis D6, wie z.B. Fingerhut D4. Nur toxische Substanzen die man stark verdünnt, entfalten ihre Heilwirkung (da richtig dosiert). Ein paar Blätter Fingerhut in einen Tee, so fängt an das Herz zu rasen, schwitzen, zittern bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand. Aber in geringer Menge wirken die „schuldigen“ Inhaltsstoffe (Herzglykoside) der Fingerhutpflanze nicht mehr toxisch, sondern medizinisch und genau das Gegenteil tritt ein: es stärkt das Herz, verschiedene Störungen des Herzens werden verringert.
    In entsprechender Menge kann alles Mögliche giftig sein. Dass Prinzip aber der Homöopathie hat damit rein gar nichts zu tun und widerspricht der Naturheilkunde und der Naturgesetze (Verdünnung = Potenzierung?!). Der gute Ruf der Naturheilkunde wird durch die Homöopathie in den Dreck gezogen, denn Homöopathie wird oft mit Naturheilkunde gleichgestellt (was es natürlich nicht ist).
    jy

  6. E.Förster 18. Dezember 2022 at 12:59Antworten

    Kritik an der Homöopathie ist nicht verkehrt,wenn sie sachliche Grundlagen hat. Ich kann als Patientin auf ca. 45 Jahre Erfahrungen mit diesem Wunder der Medizin zurückblicken.Da ich auch immer wieder Erfahrungen mit der Allopathie gemacht habe,kann ich beides sehrwohl vergleichen.
    Mittlerweile hat sich durch Forschung von Dr.E.S.Rajendran(Indien) erwiesen, dass Homöopathie Nanomedizin ist. Nachdem mir selbst der Gedankengang kam,dass der Dynamisierungsprozess in der H. mit der Herstellung von Nanoteilchen zu tun haben könnte, machte ich mich vor wenigen Wochen im Internet auf die Suche.Erst sah ich 2 Lehrviedeos über die Herstellung von Nanopartikeln. Zuletzt gab ich die Begriffe Homöopathie, Nanotechnologie ein und wurde endlich fündig.
    Leider ist diese Entdeckung erst vor ca. ca.6 Monaten sehr spärlich in D. aufgetaucht.
    Es ist also naheliegend,dass ein Genie,Denker und Beobachter wie Hahneman,der seiner Zeit weit voraus war,in die Scharlatan-,Esoteriker- od.sogar Okkultistenecke gestellt wurde. Doch kann man nun jedem,der es ablehnt sich selbst über die Wirkweise der H. zu informieren, mit dem Vorwurf der Ignoranz von Tatsachen konfrontieren,die auf wissenschaftlicher Basis nachgewiesen sind.
    Somit haben die Homöopathen mit ihrer Erklärung von feinstofflicher Wirkung bei der H. Recht behalten,was sie aufgrund damals mangelnder Möglichkeiten nur nicht näher nachweisen konnten. Und auch dahinter tut sich ein weiterer Kosmos an Möglichkeiten auf,den Hahnemann und seine Nachfolger bereits kannte, der jetzt aber erst erforscht werden kann.
    Die Diffamierung der Homöopathie hat immer mit Unkenntnis/Unverstand in praktischer u./od. wissenschaftlicher Hinsicht oder mit der Bösartigkeit zu tun,Menschen einfach nicht heilen zu wollen,sondern sie um des Geldes Willen krank und abhängig von der Allopathie zu erhalten. Hier bedenke man auch den eklatanten Kostenunterschied zwsch.Allopathie und Homöopathie!

    Vielleicht erlebe ich hier ja noch einen Artikel über diese wissenschftl. Entdeckung von Dr. Rajendran aus Indien,das über eine langjährige segensreiche Erfahrung mit diesem Zweig der Heilkunde verfügt.

    • Gabriele 19. Dezember 2022 at 10:45Antworten

      @ E. Förster: Sie haben völlig Recht – bitte lesen Sie dazu auch meine übrigen Artikel hier zur Homöopathie – dort wird das Thema angesprochen.

      • Edith Förster 20. Dezember 2022 at 10:30

        @Gabriele,vielen Dank für die herausragende Qualität Ihrer Artikel zur Homöopathie! Besonders Ihr Artikel über die „Banerji-Protokolle“ hat mich fasziniert und mich weiter forschen lassen. Homöopathie in den Händen erfahrener Homöopathen ist ein Quell an Heilungsmöglichkeiten.Leider meinen unverständige Mediziner,es sei mit einer 6-Wochen- Fortbildung getan,in der sie nur lernen,die Homöopathie in der Art der Allopathie anzuwenden und danach selbstverständlich keine tiefgreifenden Erfolge an Patienten bewirken können. Ebenso Laien,die denken,sie könnten nichts falsch machen beim Ausprobieren,weil ja angeblich „nichts drin ist“:Wer so denkt,ist noch weit entfernt von jeglicher Erkenntnis der Wirkweise von Nanopartikeln und Quantumdots in der Homöopathie,die exakt mit der von Gott gegebenen Körper-Geist-Seele -Beschaffenheit des menschlichen Individuums reagieren.
        Ich meine die Fakten dieser Zusammenhänge können nicht oft genug berichtet werden,ehe sie insbesondere in gebildeteren Schichten unserer Gesellschaft ,überhaupt wahrgenommen werden.Für sie bricht das neue Denken schließlich alte Gedankenstrukturen auf,die nun durch neue ersetzt werden müssen. Das ist bekanntlich äußerst schwierig und setzt eine gewisse Offenheit und einen starken Willen voraus.
        Nochmals herzlichen Dank und viel Erfolg bei weiteren Artikeln zum Thema.

    • Andreas I. 20. Dezember 2022 at 4:41Antworten

      Hallo,
      da die Diskussion ja wie gesagt nicht neu ist, sehe ich da seit 10 Jahren so:
      Kann eine einzelne Zelle ein einzelnes Molekül „bemerken“ bzw. ein einzelnes Molekül etwas in einer einzelnen Zelle bewirken?
      Nach dem Stand der Molekularbiologie ja.
      Kann eine Zelle mit anderen Zellen irgendwie „kommunizieren“?
      Nach dem Stand der Molekularbiologie ja.
      Also ist es möglich , dass ein einzelnes Molekül im Körper etwas auslösen kann .
      Kann, nicht muss, eine Möglichkeit ist etwas anderes als eine Notwendigkeit. Logik sollte immer beachtet werden.
      Jedenfalls ist das Argument, Homoöpathie könne wegen der Verdünnung nicht wirken, seit etwa min. 10 Jahren als unwissenschaftlich zu bezeichnen, denn nach dem Stand der Molekularbiologie ist das möglich.

      Wenn etwas möglich ist, dann bleibt noch übrig zu diskutieren,
      – wie wahrscheinlich es unter welchen Umständen ist
      – oder welche Umstände es begünstigen oder behindern
      u.ä.

      • Wilfried 60+ 20. Dezember 2022 at 17:13

        Das Problem bei der Potenzierung ist doch, dass bei hohen Potenzen besagtes „einzelnes Molekül“ in den gegebenen Dosen gar nicht mehr vorhanden ist. So weit, dass in vielen hundert Dosen maximal 1 Molekül vorhanden ist.
        So kann der Mechanismus „ein Molekül bringt eine Zelle zum Wirken, die dann den Organismus“ aber nicht arbeiten. Nicht dann wenn das Molekül in der Dosis für den anderen Patienten ist.

      • Andreas I. 20. Dezember 2022 at 23:57

        @ Wilfried 60+ Hallo,
        das wäre für Verdünnungen ab 1 : 10²³ und höher zu diskutieren, bei allem darunter greift diese Kritik nicht.

  7. Mine 18. Dezember 2022 at 12:22Antworten

    Warum hassen die Pharmariesen die Homöopathie? Wenn sie unwirksam wäre, tut sie ja keinem was, oder? Oder fürchtet man die nebenwirkungsfreie Konkurrenz? Es scheint so etwas zu sein, wie für den Teufel das Weihwasser.

    Bevor es verboten wird, sollte man sich einen Vorrat davon anlegen.

  8. Dr. med. Veronika Rampold 18. Dezember 2022 at 11:41Antworten

    Es geht um das Potenzial der Homöopathie, den Menschen gesundheitlich zu emanzipieren. Auf das, was er selber spürt, zu vertrauen und auf die kosmische Ordnung und so immer weniger den Dokter zu brauchen statt wie in der aktuell herrschenden Medizin immer mehr.

    Und es geht um die spirituelle und ideologiekritische Macht unserer Schule.

    Dass die Krankheit selbst dem Menschen mittels des Ähnlichkeitsgesetzes das Kraut sagt, das sie heilen kann, ist ein wahres Unikum, ein Funke Licht innerhalb der Wissenschaft, die anderswo durchweg von der trüben, blutigen Denkweise eines Francis Bacon bestimmt wird, der der Natur die Wahrheit „abfoltern“ wollte… auch unsrer eignen… Hier endlich wird der Mensch und seine Natur mit Achtung behandelt.

    Und der kleine weiße Globulus erinnert mich an die Hostie im Gegensatz zum geschlachteten Opfertier.
    Sowas MUSS die Böse Seite, die bei Blut und Tortur bleiben will, weil sie sie braucht, einfach hassen!

    Hahnemann war Aufklärer und m.W. Freimaurer – aber einer von den Guten. Es gibt unter Freimaurern Gute und Böse; die Guten können tiefere Bewunderung gegenüber Gott haben als manch ein Christ, gerade weil er ihnen nur durch seine Wirkungen, die Naturphänomene zugänglich erscheint, preisen DAS LEBEN, ohne den Namen „Gott“ zu nutzen, meinen aber dasselbe, und tun den Menschen Gutes durch Perfektion in Künsten, als Musiker etwa (der geniale Drummer und Dichter Neil Peart von RUSH soll Maurer gewesen sein, und Mozart war auch einer, hab ich gelesen), als Baumeister (Maurer!) oder wie Hahnemann als Neuerer der Medizin.

    Figuren wie Kill Gates repräsentieren die böse Seite der Freimaurerei, in der Ermächtigungs- und Machbarkeitswahn statt Respekt herrschen. Natürlich hassen die nichts mehr als wahre Aufklärung und Wissenschaft, sie weist ihnen ja die eigene Degeneration auf, ihre Unfähigkeit, irgend etwas zu achten oder zu ehren. Und sie steht ihren Tricks im Wege.

    • Devi 18. Dezember 2022 at 13:46Antworten

      Sehr geehrte Frau Dr.med. Rampold,

      Sie schrieben: „Hahnemann war Aufklärer und m.W. Freimaurer – aber einer von den Guten. Es gibt unter Freimaurern Gute und Böse.“ Na dann habe Sie das ja wirklich voll gecheckt: Sie wissen ganz klar, was gut und was böse ist. Freimaurer sind in Ihren Augen zumeist böse, aber es gibt einige Ausnahmen, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Es ist schön, wenn man eine klare Einteilung hat, denn Komplexität kann Angst machen.
      Ich glaube, dass man es sich zu einfach macht, wenn man alles sehr schnell in zwei Kategorien einteilt, denn man verstellt sich damit sehr leicht den Blick auf Wesentliches. Ich möchte hier einmal etwas Provokantes sagen: ich denke, dass man die Frage, ob jemand Freimaurer war/ist oder nicht, vor allem deshalb so in den Vordergrund spielt, damit man von wirklich Wesentlichem ablenkt. Etwas überspitzt formuliert könnte ich sagen: jemand sieht, aha da ist jemand Freimaurer, und er weiß sofort Bescheid. Da fragt der doch nicht weiter. Das Ablenkungsmanöver ist geglückt.

      In Österreich dürfen nur Ärztinnen und Ärzte Homöopathie verschreiben, in Deutschland dürfen dies auch Heilpraktiker, aber auch nur nach einer sehr umfangreichen Prüfung. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann würde ich mir wünschen, dass in Österreich diese Reglementierung der Verschreibung homöopathischer Mittel aufgehoben werden würde, weil man dadurch die Menschen bevormundet. Die sollen doch selbst entscheiden dürfen, wem sie sich anvertrauen. Wie stehen Sie als Ärztin dazu? Haben Sie Angst um Ihre Pfründe und bekämpfe solche Ansinnen mit all Ihrer Macht, so wie das viele tun?

      • Dr. med. Veronika Rampold 18. Dezember 2022 at 17:02

        Liebe Devi,
        ich gehe wie jeder Mensch von der Datenlage aus, die sich mir bietet, und dass sie unvollständig ist, ist kein Makel für mich. Geht allen so. Auch professionellen Youtubern. Junk in, junk out.

        Die meisten wissen über Freimaurer nichts, oder sie glauben zu wissen, die seien entweder gut – philanthropisch – oder bös – Satanisten. (NB Malachi Martin hab ich schon 2008 gelesen.)

        Dass mir die Ahnung gekommen ist, der destruktive Kulturkampf im Westen in den letzten Dekaden sei das Spiegelbild eines Kulturkampfs zwischen Freimaurergruppen, und Zyniker, also Böse, hätten derzeit Übermacht unter diesen, was sich ja auch ändern könnte, halte ich nicht für banal… gelesen habe ich in der Richtung noch nirgends was, und ich hab schon öfters Sachen voraus“gerochen“, darum, dachte ich, könnte es von Interesse sein.
        Und dass Freimaurer nicht böse sein müssen, dürfte für jene Leser von Interesse sein, denen sich derzeit als mögliche Zukunft nur die Alternative zwischen libertinärer und reaktionärer Tyrannis darbietet. „Gute“ Freimaurer hassen beides und lieben die Vernunft. In ihren „Umtrieben“ liegt ein Teil, ich betone, ein TEIL der Hoffnung auf Erhaltung von Aufklärung und Freiheit, die wir haben.

        Was „meine Pfründe“ angeht, hätten Sie diese Frage nicht gstellt, wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, meine andern Kommentare und Antworten auf tkp auch zu lesen. Ich wäre die letzte, die Nichtärzten das homöopathische Verordnen verbieten wollte! Im Gegenteil, ich wäre dafür, dass man die wichtigsten Akutindikationen, etwa Belladonna beim Sonnenstich, Aconit bei verblitzten Augen, Ledum nach Stich oder Biß giftiger Tiere, in der SCHULE lernte, so wie man heute dort teils schon gesundes Kochen Lockerungsübungen für die WS u. dgl. lernt. Und ich wäre dafür, dass nach einer Prüfung in Homöopathiekenntnis und Ersthilfe jeder Laie „Barfusshomöopath“ sein und in dieser Funktion die medizinische Versorgung ergänzen darf. In Indien gibt es Homöopathen, die in Bretterbuden arbeiten. NULL Pomp. NULL unnötiges Papier. NULL Einmischung des Staates oder irgendwelcher Kassenkonzerne. KEIN falsches Image der Homöopathie als heiteitei Spa für Leute mit eingebildeten Wehwehchen – sie ist viel mehr, und Indien weiss das! DAVON träume ich.

      • Dr. med. Veronika Rampold 18. Dezember 2022 at 17:45

        Dies ist der zweite Anlauf Ihnen zu antworten, Devi; mein erster Text ist irgendwie in den Tiefen des WWW verschütt gegangen und nicht erschienen. Nicht das erste Mal übrigens. Wie kommt sowas?

        ad 1) die meisten wissen über Freimaurer gar nichts oder kennen sie nur entweder als gut oder böse. Pater Malachi Martin weiß mehr, er erwähnt, dass es welche mit guten und welche mit bösen Absichten gebe. „Der ist Freimaurer, damit ist er erledigt“ ist NICHT MEINE Denke, sondern mir ist diese ansicht im WWW sehr oft begegnet, und ich finde sie primitiv. Dass ich, noch einen Schritt weiter als P. Martin denkend, einen Kulturkampf zwischen diesen beiden Gruppen annehme, in dem die Guten durchaus wieder nach oben kommen könnten, ist m. E. weder banal noch unlogisch.

        ad 2) über Pfründe nachzudenken war nie mein Ding! Wie ich ticke, hätten Sie in meinen anderen Kommentaren und Antworten auf Tkp nachlesen können, dann wäre Ihnen dieser nette letzte Satz gar nicht erst inn Sinn gekommen. Ich wäre dafür, dass man shcon in der Schule lernt „Ledum bei Biss giftiger Tiere, Belladonna bei Sonnenstich, Aconit bei verblitzten Augen“ usw!

        In Indien gibts Homöopathen, die in Bretterbuden praktizieren und sich bar bezahlen lassen, sie schreiben nicht mal einfache Handwerkerrechnungen, wie ich sie als private Ärztin ausstellte. Das ist großartig, es sollte überall sowas geben.

        Ich träume von einer Homöopathie, die ohne Pomp und mit minimalem Aufwand den Menschen leben hilft, die das Gegenteil ist von jener esoterisierenden Spa-Medizin für Akademiker, zu der sie in den 2000ern leider zu werden drohte. Ich kannte Homöo-Kollegen, die um des Gewinns willen allerlei windige technische Pseudoverfahren anboten, und auch welche, die „MMS“ bewarben und verkauften, ein Produkt, das mit Homöopathie so wenig zu tun hat wie E 605. Diese Inkonsequenz hat den Hetzkampagnen von Spiegel und Co leider wunderbar den Weg gebahnt. So wirkt Karma.

      • Gabriele 18. Dezember 2022 at 17:52

        @Devi: In Österreich können Sie sich so gut wie jede homöopathische Arznei selber problemlos in der Apotheke, zum Teil auch online bestellen und kaufen. Spezielles auch aus D kommen lassen. Ob Ärzte etwas „verschreiben“ ist gottlob irrelevant für jemanden, der sich selber gut auskennt, bezahlt wird es sowieso nicht von den gesetzlichen Kassen. Hier besteht auch (noch) kein Plan, die Homöopathie abzuschaffen oder sie etwa in die Hände von Ärzten zu legen, die glauben, mit ein paar Kursen gute Homöopathen zu sein (Heilpraktiker gibt es als Beruf nicht). Wenn manche Apotheken angeblich H. nur „auf Verschreibung“ verkaufen, ist das deren Sache, dann geht man zu einer anderen, die froh ist, etwas zu verkaufen – auch recht gut wirksame Komplexmittel (die viele Praktiker natürlich ablehnen – zu Unrecht, wie ich meine) gibt es in absolut jeder österreichischen Apotheke und sie werden stark beworben.

      • Devi 18. Dezember 2022 at 21:06

        Sehr geehrte Gabriele,

        mit Verlaub, zu sagen, es ist doch eh alles super, weil wir können doch eh alle homöopathischen Arzneien kaufen, die wir wollen, ist genauso, wie wenn man sagt, es ist doch eh alles super bezüglich der Corona-Politik in unserem Land, weil die Corona-Impfpflicht ist doch eh abgeschafft worden.

  9. Dr. med. Hans-Jörg Rechtsteiner 18. Dezember 2022 at 11:41Antworten

    Eine groteske Verzerrung der tatsächlichen Situation. Die Homöopathie beruht auf einer spekulativen Wirkhypothese Samuel Hahnemanns aus dem 19. Jahrhundert, die mit naturwissenschaftlichen Prinzipien nicht das Mindeste gemein hat. Selbstverständlich ist es nicht möglich, diesen Hokuspokus in streng kontrollierten Doppelblindstudien als wirksam zu beweisen. Daher gibt es gesetzliche Sonderkonditionen, die den Vertrieb von Homöopathika überhaupt erst ermöglichen. Solche Ausnahmeregelungen haben die Stellung der Medizin als Wissenschaft seit jeher geschwächt, und nun ist diese geschwächte Basis der Evidenzbasiertheit unter dem Corona-Regime endgültig zusammengebrochen. Die Verteidigung nicht-rationaler Therapiekonzepte hat dem nicht-rationalen Corona-Regime den Boden bereitet. Die Plädoyers zugunsten der Homöopathie sind einmal mehr ein Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
    Dr. med. Hans-Jörg Rechtsteiner

    • Dr. Peter F. Mayer 19. Dezember 2022 at 9:48Antworten

      Ich würde mal vorsichtig sein mit der Behauptung von nix mit naturwissenschaftlichen Prinzipien zu tun. Wenn Sie keine abgeschlossenen Ausbildungen in Biochemie, organischer Chemie, physikalischer Chemie, Physik oder einigen anderen naturwissenschaftlichen Fächern haben, sind sie zu so einem Urteil nicht in der Lage. Mit einer Medizin Ausbildung jedenfalls definitiv nicht.
      Und selbstverständlich sind Wirkungen von Homöopathika mit einfachen physikalischen Methoden nachweisbar. Was allerdings nicht heißt, dass man die Wirkmechanismen kennt. Aber das ist bei vielen naturwissenschaftlichen Phänomenen nicht so viel anders.

      • jsm 20. Dezember 2022 at 16:47

        Lieber Herr Mayer,
        ich bin zwar nicht der Angesprochene, aber diese Aussage von Ihnen schockiert mich schon ein wenig:
        „Wenn Sie keine abgeschlossenen Ausbildungen in Biochemie, organischer Chemie, physikalischer Chemie, Physik oder einigen anderen naturwissenschaftlichen Fächern haben, sind sie zu so einem Urteil nicht in der Lage.“
        Und wenn ich mich nicht selbst seit vielen Jahren mit diesem Thema auseinandergesetzt hätte, wäre ich auch einfach darüber weggegangen. Ich bin seit 30 Jahren Softwareentwickler mit einem abgeschlossen FH-Studium der Prozessinformatik. Die Softwareentwicklung hat dabei eine vernachlässigbare Rolle gespielt, die habe ich erst durch mein privates Interesse und entsprechende Berufstätigkeit erlernt. Ich behaupte mal, da kenne ich mich besser aus, als ein frisch gebackener Absolvent der Informatik.
        So sehr ich Sie für diese Website und vielen informativen Artikel schätze, so wenig kann ich verstehen, wie Sie hier der Homöopathie (HP) Raum geben. Es gibt zahlreiche Bücher, die belegen, warum HP nicht wirken kann. Es würden u.a. elementare physikalische Grundsätze verletzt. Wenn Sie schreiben „selbstverständlich sind Wirkungen von Homöopathika mit einfachen physikalischen Methoden nachweisbar“, dann würde mich eine Quelle dazu brennend interessieren. Physikalisch nachweisbar sind allenfalls „Potenzierungen“ (Verdünnung darf man das ja nicht nennen) bis D23 (Avogadro-Konstante). Alles darunter mag nachweisbar sein, aber deswegen nicht unbedingt wirksam. Üblich sind jedoch die noch viel höher „potenzierten“ C-Potenzen.
        Ich will nicht in Abrede stellen, dass Homöopathen Menschen helfen (heilen?) können. Dann ist die Ursache der „Heilung“ aber wohl eher psychischer Natur, was ja auch völlig in Ordnung ist. Das unbelehrbare Festhalten an eine dogmatische Heilslehre, die in einer Zeit erdacht wurde, als man nichts von Viren, Bakterien oder Atomen wusste, ist nichts anderes als eine Religion. Wer sie braucht, soll sie Nutzen, aber nicht behaupten, es gäbe wissenschaftliche (!) Belege zur Wirksamkeit.
        Lesenswert auf der INH Website:
        „Was sagt die Physik zur Homöopathie?“
        „Globuli sind doch natürlich und pflanzlich! – Oder?“
        Schon die Bestimmung („Arzneimittelprüfung“), welche Wirkungen die einzelnen Stoffe haben sollen, ist so absurd, dass auch Laien erkennen sollten, dass da was faul ist. Und wenn man sich nicht an die im Organon §260 genannten Regeln während der Behandlung hält, wird es wahrscheinlich auch nicht helfen.
        Wer wirklich interessiert ist, ob Homöopathie wirken kann, findet zahlreiche Publikationen, wer nicht, bleibt halt bei seiner „Bibel“.

      • Dr. Peter F. Mayer 21. Dezember 2022 at 13:40

        Sie irren, wenn Sie glauben, dass Homöopathie nicht wirkt. Man kann die Wirkung mit einer einfachen physikalischen Messung nachweisen, und zwar reproduzierbar. Willi Dungl zum Beispiel hat den Nachweis benutzt um die richtige Medikation herauszusuchen. Globuli wurden in der Phiole und im Papkarton auf den Oberschenkel gelegt und falls eine Wirkung messbar war, dann wurde das als richtiges Medikament verwendet. Und Dungl war als Diagnostiker und Heiler den meisten Ärzten erheblich überlegen.

  10. Fritz Madersbacher 18. Dezember 2022 at 11:21Antworten

    „… was mit den „Grundannahmen der Naturwissenschaft“ nicht in Konflikt steht“
    In gewisser Weise steht auch das, wofür heuer drei Nobelpreise für Physik vergeben wurden, „in Konflikt mit den Grundannahmen der Naturwissenschaft“. Aber es läßt sich offenbar ein gewisser praktischer Nutzen aus den neueren „Ausformungen“ der ziemlich spekulativen, „theoretisch“ nicht „abgerundeten“ „Quantenphysik“ (wenn ich das simplifizierend so nennen darf) ziehen. Es besteht auch eine gewisse Ähnlichkeit zur Homöopathie: „Information“ bzw. deren Übertragung (in der Quantenphysik „Verschränkung“) spielt eine zentrale Rolle, aber deren „materielle Verortung“ wirft noch viele spannende Fragen auf. Für leidende Menschen ist sicherlich nicht die theoretische Begründung einer Maßnahme/Therapie, sondern es sind deren praktische Hilfestellung und Erfolg entscheidend …

  11. niklant 18. Dezember 2022 at 10:57Antworten

    Geht es hier wirklich um Wirkung oder um die Angst, Einnahmen zu verlieren? Die Pharma ist Geldgierig und hat wohl auch jede Menge an Schmiergelder verteilt, die jetzt wieder eingefahren werden sollen! Also ob es nun in Wahrheit um Wirkung geht halte ich für Märchen! Viele Ärzte geben ihren Patienten Medikationen ohne Packungsbeilage, die zum Testen gedacht sind! Besonders Urologen haben hier gut verteilt, (eigene Erfahrung). Also worum geht es wirklich? Selbst Placebo haben Wirkung gezeigt!

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