Studie: Nur etwa 6 Prozent medizinischer Interventionen sind wirksam

17. August 2022von 2,9 Minuten Lesezeit

Ein Vertrauensverlust in die Medizin hat sich schon länger aufgebaut. Der Orthopäde, der den Tennisellbogen operieren möchte wird vom Patienten durch den Masseur oder Physiotherapeuten ersetzt, der den hypermobilen fünften Brustwirbel in zwei Minuten als Ursache erkennt und entsprechende Übungen zur Stärkung der Muskulatur empfiehlt. Das ist nur ein Beispiel von sehr vielen, wo eine durch finanzielle Interessen bestimmte Therapie durch eine die Gesundheit fördernde ersetzt wird. Vom Vertrauensverlust ausgenommen sind Unfallchirurgen und Zahnmediziner.

Neue Höhepunkte haben wir mit den durch die WHO ausgerufenen Pandemien 2008 und 2020 erreicht. Das Vertrauen in die Ärzteschaft, ihre Vertretungskörperschaften und insbesondere die Impfungen haben neue Tiefpunkte erreicht. Wie eine kürzlich erschienene Meta-Analyse von Jeremy Howick, John P.A. Ioannidis et al mit dem Titel „Most healthcare interventions tested in Cochrane Reviews are not effective according to high quality evidence: a systematic review and meta-analysis“ (Die meisten in Cochrane-Reviews getesteten Gesundheitsmaßnahmen sind laut hochwertiger Evidenz nicht wirksam: eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse) kommt zu sehr ernüchternden Ergebnissen, was die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen betrifft.

In einer großen Stichprobe von 1.567 Interventionen, die im Rahmen von Cochrane-Reviews untersucht wurden, wurden die Wirkungen der meisten Interventionen (94 %) nicht durch hochwertige Belege unterstützt, so wird vorsichtig formuliert. Mögliche Schäden von Gesundheitsmaßnahmen wurden seltener gemessen als der Nutzen. Das Ziel war die Schätzung des Anteils der im Rahmen von Cochrane Reviews untersuchten Gesundheitsmaßnahmen, die aufgrund hochwertiger Evidenz wirksam sind.

Patienten, Ärzte und politische Entscheidungsträger sollten bei ihrer Entscheidungsfindung das Fehlen hochwertiger Belege für den Nutzen und Schaden vieler Interventionen berücksichtigen. Wobei die Patienten es ja offensichtlich bereits tun und sich von Schulmedizin und rein pharmazeutischen Interventionen immer mehr abwenden.

Die Autoren wählten eine Zufallsstichprobe von 2.428 (35 %) aller Cochrane Reviews aus, die zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 5. März 2021 veröffentlicht wurden. Daraus wurden die Daten zu Interventionen innerhalb dieser Übersichtsarbeiten untersucht, die mit Placebo oder keiner Behandlung verglichen wurden. Die Ergebnisqualität wurde anhand des GRADE-Systems (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) bewertet.

Damit wurde der Anteil der Interventionen, deren Nutzen auf hochwertiger Evidenz beruhte bestimmt, definiert als hochwertige GRADE-Bewertung für mindestens ein primäres Ergebnis, statistisch signifikante positive Ergebnisse und von den Autoren der Übersichtsarbeiten als wirksam eingestuft. Weiter wurde auch der Anteil der Interventionen ausgewertet, die einen Schaden vermuten ließen.

Von 1.567 in Frage kommenden Interventionen wiesen 87 (5,6 %) hochwertige Belege für ihren Nutzen auf. Für 577 (36,8 %) Interventionen wurde der Schaden gemessen. Bei 127 (8,1 %) dieser Maßnahmen gab es statistisch signifikante Hinweise auf Schäden.

Also: 5,6% hochwertige Belege für Nutzen, 8,1% statisch signifikante Hinweise auf Schäden.

Man sieht an der Kuchengrafik: Bei 58 % der Reviews ist die Qualität des Hauptzielkriteriums und damit des klinischen Ergebnisses als „low“ oder „very low“ bewertet, bei 30 % als mäßig. Mehr dazu im Blog von Prof. Harald Walach einem der Autoren der Studie.

Nochmal der Hinweis auf die Qualität der Ergebnisse: Ausgewertet wurden Cochrane-Reviews, die selbst die höchste Zuverlässigkeit haben. Cochrane Reviews sind sehr rigide. Sie folgen einem vor-definierten methodischen Raster und versuchen, möglichst alle Studien zu finden und einzuschließen.


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UK Studie: „Wirksamkeit des Impfstoffs für die 3. Dosis war seit dem 20.12.2021 negativ“

Arzt des US-Tennisteams entwickelte schon Anfang 2020 zu 99,8 Prozent wirksame Corona-Frühbehandlung

Folge der Wissenschaft: Heilung von Krankheit unerwünscht

23 Kommentare

  1. Pro Dotto Diddi Otto 19. August 2022 at 9:43Antworten

    Im ganzen Leben hatte ich noch keinen Arzt, der sich bemüht hätte, wirklich die ursächlichen Zusammenhänge meiner Krankheiten aufzudecken oder nur zu verstehen. Beim Rezepte-Ausstellen sind sie schnell, aber keiner von denen fasst oder fühlt den Patienten mal mit allen Sinnen an.

    Ich hatte mal Phytomedizin studiert und mit einer sagenhaften 1,3 abgeschlossen, weil die Lehrinhalte der Pharma-Hersteller so einfach auswendig zu lernen waren. So kommen mir die meisten Ärzte auch vor. Wenn ich zum Hausarzt ginge, müsste ich ihm erst mal die Zusammenhänge erklären. Der flippt erst wegen Corona aus, hat dann aber doch noch 10 Minuten Zeit für mich, hat keinen blassen Schimmer, wer oder was ich bin, und heraus gehe ich mit zwei Pharma-Rezepten und zwei Überweisungen zu Fachärzten, die zwar nett sind (und gerade auch einsamen Senioren ein Gefühl von Zuwendung vermitteln könnten), aber ebenfalls nicht an der umfassenden Suche nach den Krankheitsursachen interessiert ist. Der Hausarzt hat keinen Überblick, und die Fachärzte decken betriebsblind nur ihre Spezialgebiete ab.

    Außerdem kann ich gespritzte Ärzte eigentlich nicht mehr akzeptieren. Erstens haben sie ein grundlegend falsches Gesundheitsverständnis, und was können solche Leute dann noch bieten? Zweitens könnten sie (bei manueller Therapie) über Exosomen-Shedding ihre Spikes weiterverbreiten. Und drittens haben sie sich an den Teufel verkauft, und da läuft man nicht hinterher. Für mich sind gespritzte Ärzte nicht mehr koscher (da gibt’s bestimmt gerade größere Probleme in Israel).

    Außerdem hat mich die Krankenkasse wieder (menschenrechtswidrig, da unterlassene Hilfeleistung & Co.?) gesperrt und sendet durchweg illegal handelnde „Vollstreckungsbeamte“ zu mir – schmierige, keinen Hehl aus ihrer Bösartigkeit und Rechtswidrigkeit machende Kriminelle ohne gültige Papiere oder Legitimität. Das ist alles rechtswidrig, sittenwidrig und böse und wird jetzt bald aus der ganzen Welt verschwinden. Ich setze auf das, was in der Bibel steht. Ich will den Mist nicht mehr, auch nicht als Trittbrettfahrer oder Mitläufer.

    P.S.: Sorry für den Rant, aber die Bösen und Ignoranten sind noch schlechter. Und erzielen auch die schlechteren Gesundheitsergebnisse:

    Die Top-Promis: Sleepy Biden, Prof. Dr. Dr. K.lauterbach, der Pfizer-Chef-Bourla, die Anallena Verbärbockerin, der charismatische und enthaltsame Kurzduscher Habeck – sie alle haben öffentlichkeitswirksam Corona gekriegt und dann auch noch teils schwere Verläufe, wogegen sie mit Paxlovid vorzugehen versuchen, was das Ganze wahrscheinlich noch schlimmer macht nach ihren immunsystemschädigenden vier Spritzen, die diese Figuren alle eingenommen haben. Ich selbst habe überhaupt kein Pharma genommen und bin immer noch gesund.

    Das ist ja auch ein Zeichen. Da wird das Scheitern „unseres“ Gesundheitssystems an den ganz hohen Promis eindeutig und unmissverständlich demonstriert und vorexerziert. Es sind halt Aufklärungs- und Entscheidungszeiten jetzt, und wahrscheinlich gibt es sogar Jemanden, der es sehr gut meint dabei.

    P.P.S.: Demnächst kaufe oder baue ich sowieso einen Multiwellenoszillator. In wenigen Jahren wird es die astrologische Konstellation ermöglichen, dass diese einfachen Dinger richtig Nutzen zeigen, aber sie funktionieren jetzt schon. Dann werden sie allgemein verfügbar sein. Nicht nur an (fast) vollkommener Gesundheit sind „wir“ als Menschheit ganz dicht dran, sondern auch an freier Energie (Tesla), wie es sie früher eigentlich schon mal gab. Dieses Bewusstsein ist uns nur zeitweilig entglitten.

    Aber jetzt muss ich wirklich aufhören. Danke für die Veröffentlichung und alles Gute!

  2. Fritz Madersbacher 18. August 2022 at 16:11Antworten

    Immer wieder empfehlenswert: die Bücher von Dr. Gerd Reuther („Der betrogene Patient – Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen“, „Heilung Nebensache – Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin von Hippokrates bis Corona“, „Die Kunst, möglichst lange zu leben – Ein Arzt verrät, worauf es wirklich ankommt“)

    • Dr. med. Veronika Rampold 18. August 2022 at 18:27Antworten

      In den späten 1970en las man als Medizinstudent, wenn man klar im Kopf bleiben wollte, Ivan Illich „Nemesis der Medizin“. Es hiess, es gebe einen Typ Med-Student, der „Illich im Kopf und Müsli im Bauch“ habe. In diese Schublade hab sicherlich auch ich gepasst. Ich kann Illich auch heute noch empfehlen.

      Nemesis ist laut den alten Griechen die Strafe der Götter, welche gesetzmässig immer einer Hybris folgt, einer Selbstüberhebung.
      Die Hybris der Medizin als neuer schein-heiliger Dienstmagd und Hure des „Throns“ (lies Versicherung), da der „Altar“ ja nichts mehr gilt… haben wir in den letzten Jahren in übler Form erlebt.
      Ich als EX ÄRZTIN freu mich drauf, von fern Zeugin jener Konsequenz, jener Götterrache zu werden.

  3. Hans Wurst 18. August 2022 at 8:31Antworten

    Es gibt für die meisten Patienten keine unabhängige medizinische Beratung. Das sollte man meiner Meinung nach ändern.

  4. Elisabeth 18. August 2022 at 6:48Antworten

    Die meisten Ärzte verschreiben einfach nur einen Haufen Medikamente. Am liebsten haben sie chronisch Kranke. Mir ist das schon als frühzeitig auf den Geist gegangen, wenn ich zwecks Krankenstand eine Bestätigung gebraucht habe, bekam ich regelm. gleich zwei bis drei Medikamente verordnet – Fiebersenker etc. Ich habe sie besorgt und weggeworfen. Später habe ich sie nicht einmal mehr besorgt. Ich nehme so einen Dreck nicht.

    Da läuft schon lange was schief.

    Aber was sich diese geldgierige Berufsgruppe jetzt mit der Spritzerei von experimentellen Gen-Mitteln erlaubt, ist der Gipfel. Die meisten wussten von Anfang an, was es da für Nebenwirkungen geben kann. Aber kein Problem, wenn jemand mit Impfschaden kommt, so wird er als Hypochonder und Fall für den Psychiater abgetan. Also so jemandem, der absolut skrupellos ist, kann man nicht vertrauen. Man muss immer selbst mitdenken und nicht alles tun, was sie verordnen. Zu den meisten Medikamenten der Pharmaindustrie gibt es natürliche Alternativen, die mind. genauso gut wirken, aber nebenwirkungsfrei sind. Am besten ist es, man achtet auf seine Gesundheit, dann braucht man sie nicht und hat gute Chancen, eines Tages eines natürlichen T@des zu st€rben …

    • Fritz Madersbacher 18. August 2022 at 15:56Antworten

      @Elisabeth
      18. August 2022 at 6:48
      „Am liebsten haben sie chronisch Kranke“
      Werden nicht die Ursachen behandelt, sondern nur Symptome gemildert, so werden Krankheiten chronisch. Hier gleichen sich Medizin und Politik.

  5. Glass Steagall Act 17. August 2022 at 22:50Antworten

    Mein Hausarztehepaar ist bei mir unten durch, seitdem sie mit den Covid-Impfungen den großen Reibach gemacht haben und im Minutentakt die Patienten ohne Aufklärung durchgeimpft haben. Auch habe ich immer wieder gesehen, wie gern er die Patienten mit Medikamenten der Schulmedizin nur so vollpumpt. Das habe ich schon länger missmutig beobachtet. Jeder Patient der die Praxis verließ, hatte einen vollen Zettel mit Medikamenten. Für mich steht seit Covid fest, mich so gut wie möglich selbst gesund zu verhalten und jeden Hausarztbesuch so weit wie möglich zu vermeiden.

    Mein Vertrauen in die Schulmedizin ist weg, seitdem ich den Artikel vom deutschen Ärzteblatt 2002 mit dem Thema der „Erschließung neuer Märkte“ gelesen habe. In dem Artikel steht sinngemäß, dass man die Patienten krank halten soll, damit man immer abkassieren kann.

    • Hanna 18. August 2022 at 12:07Antworten

      In Sachen Experimentalspritzen-Kampagnen möchte ich Ihre persönlichen Beobachtungen ergänzen mit einer Begebenheit zu Jahresbeginn 2021, als meine betagte Mutter und ich (beide zu einem 08/15-Termin) im hausärztlichen Behandlungsraum saßen und meine Mutter anschließend unseren PA fragte (aus meiner Erinnerung):

      Ich möchte Sie persönlich fragen, Herr Doktor: Wie ist das mit der Coronaimpfung, empfehlen Sie das? Meine Tochter ist nämlich sehr skeptisch und lehnt das ab. –
      Frau …, aber nein !! Diese Impfung ist sehr zu empfehlen, die ist „in 1000 Jahren sicher*) !!“ –

      *) „in 1000 Jahren sicher“ – wortwörtlich zitiert, ad hoc kam mir damals der Begriff „1000-jähriges Reich“ in den Sinn.

  6. Frühling 17. August 2022 at 21:07Antworten

    @Veronika Rampold. Danke für Ihren persönlichen Erfahrungsbericht. Ihre Posts lese ich immer gern. Diesen vorurteilsbeladenen und arroganten Chef, von dem Sie berichten, hätte ich auch gerne auf den Mond geschossen.

    • Dr. med. Veronika Rampold 18. August 2022 at 13:32Antworten

      „immer gern“ kennen Sie mich noch von früher, vor Corinna, wo ich anderwärts zu posten pflegte – die Site gibz leider nicht mehr… – ? das wäre echt schön!
      Wir, die Belegschaft jener Klinik, HABEN ihn zuletzt auf den Mond geschossen.
      Konkret, es lief so:
      der Mann hatte mehreren Ärzten gekündigt und von der Direktion der GEsamtfirma ein Verbot gekriegt, weitere zu kündigen. (Wovon ich nix wusste und die meisten Kollegen auch nicht, nur der Betriebsrat.)
      Meine Wenigkeit nun ging immer heimlich hin und tröstete, wenn er jemanden niedergebügelt hatte, und flüsterte dem Betroffenen, egal ob Patient oder Mitarbeiter, zur Auferbauung den letzten „Klops“ zu, den der Chef sich geleistet hatte. Ich dachte: der Kerl soll den Leuten keine Komplexe einreden können!
      Der Chef kam mir fast 2 Jahre lang nicht drauf, in seiner Gegenwart nämlich war ich nicht frech, sondern ängstlich. Ich lachte im Stillen über seine Blindheit.
      Als er es endlich gemerkt hatte, hielt er mich am Schluss einer Frühbesprechung zurück, beschimpfte mich übel, behauptete, er habe überprüfen lasen, ob meine Approbation gefälscht sei, leider sei sie echt, und er fordere mich hiermit auf, zu kündigen, da er mit mir nicht länger zusammenarbeiten könne.
      Genau so eine Szene hatte ich von Anfang an vorausgeahnt und sie jeden Abend im Bett mentaltrainiert, und so kam es nicht zu einem weinenden Zusammenbruch meiner Person vor ihm,
      sondern ich sah ihm strack in die Augen und sprach „Wenn Sie das wirklich so denken – geh ich jetzt zum Verwaltungsdirektor“ und drehte mich um und ging grußlos raus
      und kündigte sofort, aber – fristgerecht und aus persönlichen und privaten Gründen, nciht fristlos,
      und arbeitete noch die ganzen 3 Monate weiter, die mir diese Kündigung ließ, obwohl ich mich von der Situation elend und krank fühlte,
      denn ich dachte mir, ich erspare mich dem nicht, möge er ein Magengeschwür kriegen vor Wut, er hats verdient!
      Vier Monate nach meinem Abgang erfuhr ich, dass er selbst rausgeschmissen war – weil die Gesamtdirektion erfahren hatte – aufm Flüsterweg durch Kollegen – dass meine Kündigung durch ihn erpresst war. Ich hatte mein Haupt aufs Schafott gelegt – er hieb mit meinem auch das seine ab. KARMA!
      DAs Letzte, was wir von ihm hörten ,war: er sei ein Abteilungschef unter einem Dutzend anderen in einer Großrehaklinik. Knecht unter Knechten. Schluß mit der großen Frsse.

  7. Dr. med. Veronika Rampold 17. August 2022 at 18:48Antworten

    Ich wüsste gern, was für Interventionen in den STudien behandelt wurden, die durch die Metaanalyse ausgewertet worden sind.
    Ob es sich vorwiegend um Operationen und invasive Eingriffe handelte oder auch um medikamentöse Behandlungen, und ob es nur um die stationäre Medizin ging oder auch um die ambulante in Arztpraxen.

    Ich denke, mit obiger Methode kann man den Erfolg von Medizin als solcher gar nicht untersuchen.

    Man kann nämlich nicht mehr von „einer“ Medizin sprechen, sondern muss klar zwischen den intensiven Interventionen in universitäts-klinischem Umfeld und dem, was z. B. in einer Durchgangsarzt- Praxis, wo Arbeitsunfallopfer ambulant erstversorgt werden, oder in einer Hausarztpraxis passiert, unterscheiden.
    Wenn letzteres wie ein Moped wäre, wäre ersteres wie ein hypermodernes Auto.

    Auch mischen sich, zumindest bei uns in D, v.a. ausserhalb der wissenschaftlichen Zentren nichtmedizinische (politische, wirtschaftliche, soziale) Faktoren und Argumente in einer Weise in die medizinische Behandlung ein, die den Erfolg der Behandlungen nur vermindern kann.

    Ich beobachtete das zwischen 2010 und 2015 in einer Rehaklinik, dort wurden die Therapiepläne, die Aufenthaltszeit und sogar die Qualität der ärztlichen Versorgung bei der Chefvisite (!) weit stärker durch die Frage beeinflusst, wer KOSTENTRÄGER des Patienten ist, als durch die, was der Patient bräuchte.

    Ein „Selbstzahler“ bekam, was er wollte, incl. Verlängerung. Und der Chef ging ihm um den Bart.
    Ein Patient der Bahn-BKK, der die Klinik so halb gehörte, bekam 21 Tage Aufenthalt und unter gewissen Umständen eine Woche Verlängerung. Und der Chef war höflich.
    Ein Patient dagegen, den das „Rehazentrum Bremen“ geschickt hatte, konnte grade mal mit 16 Tagen Aufenthalt rechnen, in ener so kurzen Zeit kann man mit ordentlicher Physiotherapie kaum beginnen, von ERfolg ganz zu schweigen… und er bekam keine Verlängerung, egal was er für Probleme hatte. Und der Chef schaute den Kranken kaum an.

    Auch „(Vor-) Urteile der Ärzte und Schwestern führten zu unsachlicher und ungleicher Behandlung. WAs ich erlebte, mag heftig sein, aber selten ists gewiss nicht! Einmal etwa kam eine junge Osteuropäerin zur Chefvisite, von der der Chef (ohne BEweise dafür zu haben) glaubte, sie „feiere krank“ – mit der hat er geredet wie mit ner Putzfrau und sie spöttisch mit „doswiedanje“ verabschiedet. Dieser Chef hatte Ressentiments gegen Osteuropa und Russland und liess die an jedem aus. Wir waren fünf Ärzte damals unter ihm – alle weiblich, und ausser mir alle aus Osteuropa oder der Ex Sowjetunion. Da wurden die Frühbesprechungen zur Mobbingshow. Aus zorniger Solidarität versuchte ich, von einer Kollegin Russisch zu lernen, aber der einzige SAtz, den ich behielt, lautete „astav minja pakoi towarischtsch natschalnik“ – das heisst „laß mich in Ruh, Genosse Vorarbeiter“ wobei die letzten zwei Worte beim russichen Volk bedeuten „du Sklaventreiber“. Das hätte ich diesem Chef sooo gern ins Gesicht gesagt…

    WEnn etwas wirklich einen Great Reset, und zwar einen positiven, nötig hätte – wäre das die Medizin.

  8. Jan 17. August 2022 at 17:37Antworten

    Sehr spannend! Wenn sich diese 6% auf lebensrettende Maßnahmen beziehen würden und der Rest aufs Zipperlein, wäre es ja okay, wobei man sich fragen könnte, braucht man die Zeckenimpfung, um lebensrettende Maßnahmen durchführen zu können, oder reicht nicht ein wenig Einreiben mit Kokosöl? Und wir sparen 94% einfach ein?

    So meint es Wallach aber offensichtlich nicht. Und nun kommen wir zu dem Problem, dass etwas, das wir kausal nicht erklären können, besser wirkt als kausal durchargumentierte Standardbehandlungen. Wenn wir dem Prinzip Wer-heilt-hat-recht nachgehen, steht zuerst der Heilerfolg und dann die kausale Erklärung. Drehen wir es um, wirds naive Rechthaberei.

    Das hieße wohl aber, wir müssten Behandlung, Forschung und Lehre sehr anders organisieren als heute?

    Das bedeutet aber auch, dass gute vorwissenschaftliche Heiler möglicherweise vergleichbare oder bessere Heilergebnisse erreicht haben als wir?

    Kosmas und Damian sollen im Frühchristentum ein Bein transplantiert haben. Vielleicht sind die Herrschaften Montgomery, Lauterbach und Impf-Rendi gar nicht die crème de la crème der Schöpfung?

  9. Frühling 17. August 2022 at 16:17Antworten

    Da bin ich ja ein richtiger Glückspilz und darf mich zu den 6 Prozent zählen, denen bislang zu 80 Prozent medizinisch wirksam geholfen werden konnte. Dieses alles über einen Kamm scherende „Ärztebashing“ finde ich nicht gut. Ich habe gute Ärzte und fühle mich von diesen bestens beraten und medizinisch behandelt. Außerdem haben wir freie Arztwahl. Finde ich ebenfalls eine tolle Sache.

  10. Daniel 17. August 2022 at 15:21Antworten

    Das große Problem ist doch der, dass die Krankenhäuser inzwischen zu Gelddruckmaschinen umfunktioniert wurden. Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt. Es zählt nur noch, so viele Patienten wie möglich in kürzester Zeit, irgendwie gewinnbringend abzuhandeln. Dabei steht die Genesung nicht wirklich im Vordergrund. Ich selbst arbeite in der Pflege und bekomme es jeden Tag mit, wie man nur noch von einen Patienten zum Nächsten rennt und dann noch schnell dokumentiert, damit man rechtlich abgesichert ist. Auch die Ärzte sind total überbelastet. Es ist einfach nicht tragbar, wenn ein Arzt nach 8 Stunden Dienst dann anschließend noch operieren darf! Das ganze System ist krank, nicht nur der Patient!

    • Dr. med. Veronika Rampold 18. August 2022 at 19:47Antworten

      Die Schreib- und Scheinmedizin haben wir alle sowas von satt. Statt unsere Arbeit zu tun, dokumentieren wir, was wir für Arbeit hätten tun können, wenn wir nicht jeden Furz dokumentieren müssten und s dann möglichst noch so hinschreiben wies sein SOLLTE und nicht wie s wirklich WAR.

      In der Rehaklinik, wo ich arbeitete, machte Schreiberei am PC 80% der stationsärztlichen Tätigkeit aus… wenn ich nicht gut darin gewesen wäre, multitaskend neben der Führung eines Patientengesprächs die von oben gewünschten 08/15 Textbausteine und Schema F Verordnungen anzuklicken, wäre meine Arbeit dort eine reine Farce gewesen.
      Ich aber war so gutgläubig, dass ich in den ersten Monaten nur eins fürchtete: dass man kontrolliere, ob ich mit den für die Entlassuntersuchung samt aller Schreiberei vorgesehnen 45 Arbeitsminuten hinkomme oder zu langsam sei … ich glaubte, in letzterem Fall entlasse man mich nach der Probezeit!
      Später bekam ich mit, dass diese Norm KEINER der Kollegen schaffte. Wie in „Kleiner Mann was nun“ in dem Kapitel, wo der Held im Kaufhaus Mandel arbeitet, „der Knochenmühle“.

      Als ich Teenager war, gab es einen wie ein Mantra wiederholten Spruch auf unserm Schulhof, der lautete:
      „Kapillismus is primiiiv!“
      Dem bleibt auch heute nix hinzuzufügen.

  11. karl napp 17. August 2022 at 14:57Antworten

    Genau so ist’s. An der Eingangspforte geben Patienten ihre Bürgerrechte ab. Wenn man Pech hat (in der Familie passiert) wird man nach der OP stundenlang im Flur „vergessen“. Durch lautes Schreien wurde jemand aufmerksam, hatte Erbarmen und rollte die 85jährige Patientin in ihr (Privatpatienten!) Zimmer.
    Immer offensichtlichere Überlastung des noch verbleibenden nicht durch die Gen-Injektion erkranktes Personal, von denen kaum noch jemand Deutsch spricht.
    Wobei man zur Verteidigung sagen muss dass es in den KH selbstverständlich noch Reste von Menschlichkeit gibt, die heutige maschinengestützte Diagnostik einfach phantastisch ist, und es Top-Mediziner gibt die vielen Menschen laufend das Leben retten.
    Aber toxische Pharmaprodukte in den Markt drücken und wer sich nicht am Selbstmord beteiligen will sozial und wirtschaflich ausgrenzen und ganze Kinder- und Jugendlichengenerationen terrorisieren und physisch schädigen. Schöne neue Welt.

  12. Slobodan Covjek 17. August 2022 at 14:11Antworten

    Die Krankenhäuser sind nach meiner persönlichen Erfahrung zu menschenfeindlichen Orten, wo die Patienten belehrt, eingeschüchtert und zwangsbehandelt werden, geworden. Jedes Mal, wenn ich an unserem Krankenhaus verbeifahre, steigt Abscheu in mir hoch gepaart mit der Hoffnung, möglichst lange nicht dorthin zu müssen.

    • matti 17. August 2022 at 14:46Antworten

      Slobodan Covjek
      17. August 2022 at 14:11Antworten

      Und dennoch sind es dann Menschen wie sie die, wenn sie der Herzinfarkt niederstreckt, um schnelle Hilfe betteln und sich beschweren wenn die Rettung nicht in 2 Minuten da ist.
      Immer das gleiche mit den Großsprechern.

      • Karsten Mitka 17. August 2022 at 15:54

        Herzinfarkt? Betrifft doch mittlerweile am häufigsten die Gespritzten!

        💉💉💉💉💉… 💀

        #plötzlichundunerwartet

      • Grld 17. August 2022 at 17:14

        Ich würde matti nicht missen wollen, seine Scherze erheitern mich immer wieder. Und er bemüht sich doch redlich.

      • I.B. 17. August 2022 at 17:44

        „Und dennoch sind es dann Menschen wie sie die, wenn sie der Herzinfarkt niederstreckt, um schnelle Hilfe betteln und sich beschweren wenn die Rettung nicht in 2 Minuten da ist.“

        Woher wissen Sie das? Wieviele Menschen kennen Sie, die der derzeitigen Art der Behandlung in Krankenhäusern skeptisch gegenüberstehen (und daher hoffen, möglichst lange deren Hilfe nicht in Anspruch nehmen zu müssen) und dann um schnelle Hilfe betteln und sich beschweren, wenn die Rettung nicht in zwei Minuten da ist?

    • Hanna 17. August 2022 at 15:09Antworten

      matti, so wird das nichts, denn despektierlich sein ist nicht in Ordnung.

      Für jeden Kommentator des TKP-Blogs gilt:

      》Bitte bleiben wir respektvoll – keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen 》

    • rudi & Maria fluegl 17. August 2022 at 21:23Antworten

      Matti der schon mathe Fähigkeiten zum zuwinken oder zuzwinkern bewiesen hat meinte etwas verklausuliert eigentlich:

      Die non plus Ultra Gesundungshäuser sind nachdem dort Suderanten konvertierten, die paradiesgemässesten Stellen, wo zu entleidente zu Gelehrten und mündigsten, freiwilligen, korrumpiert werden,
      Jedes mal wenn trotz Betretungsverbotes es trickreich geschafft wird in die Nähe des Drogen und Arzneimitteltempels zu kommen steigt gieriges Verlangen nach abgesetzten Präparaten auf, gepaart mit der Hoffnung es vielleicht mit Hilfe von Gesichtschirurginnen hinein zu schaffen oder mit Hilfe eines Fernkurses (Der kleine Anästhesist) sich für immer dort im Keller bei den Gasflaschen speziell beim Lachgas, unauffällig zu verstecken.

      Und wenn dann sogar Hunde, Pferde und Wellensittiche im gestreckten Galopp oder Sinkflug um herzliche Hilfe wiehern, bellen oder zirpen und sich die Rettungsfahrer beschweren, dass die Patienten schon wieder schneller am Stau vorbei waren, bewerben die sich endlich als Sprecher beim Verkehrsamt.
      Mein Mitgefühl und die inzwischen umfangreiche trollige Erfahrung sagen mir, „so hat er es gemeint“
      Rudi Fluegl

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