Todesstoß für das Märchen der Gefährdung der Alten – es sind die Kranken

Viele gesunde ältere Menschen haben sich schon seit längerem über die Aufforderung zur Isolierung und sozialen Distanzierung geärgert oder betroffen gefühlt. Altersforscher Franz Kolland fürchtet sogar durch die Corona-Maßnahmen einen Tiefschlag für eine ganze Generation. Viele der über 65-Jährigen hätten sich vor der Pandemie gut 10 Jahre jünger gefühlt, sagen seine Forschungen. Das ist aber völliger Unsinn und übersieht bekannte Fakten.

Die Verallgemeinerung hat Folgen: Denn die Risikokategorie „Alter“ nimmt keinerlei Rücksicht auf den individuellen gesundheitlichen Zustand oder die körperliche Fitness. Viele, die sich zuvor jung gefühlt haben oder zumindest jünger als auf ihrer Geburtsurkunde, haben jetzt ein verändertes Lebensgefühl. Sie sehen sich selbst als „Problemgruppe“ und üben den sozialen Rückzug, so Kolland.

Alter kein Risiko für Gesunde

Wir wissen längst, dass 99 Prozent der Todesfälle meist mehrere Vorerkrankungen hatten, wie Krebs, Diabetes, Demenz (auch als Diabetes Typ III bezeichnet), Herzkrankheiten oder Bluthochdruck. Selbst einfaches Übergewicht erhöht das Risiko beträchtlich. Also bei einer faktenbasierten Vorgangsweise müssen die Kranken geschützt werden und nicht generell die „Alten“.

Selbstverständlich trifft dies auf Menschen in Pflegeheimen zu, und auch häufig auf ältere Menschen, da sich im Alter Krankheiten häufen können. Schließlich sind so gut wie in ganz Europa Herzkrankheiten, Krebs und Diabetes die Todesursache in mehr als drei Viertel der Fälle.

Wir wissen auch aus Japan, wo 29 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sind – das sind rund 37 Millionen Menschen -, dass diese nur etwas über 800 Todesfälle verzeichnen. Die älteren Menschen in Japan haben sich gesund ernährt, von Gemüse, Fisch, Algen und Vollkornreis. Süßigkeiten oder gar Weizen gab es die längste Zeit nicht.

Positiv getestete Heimbewohner ohne Symptome

Public-Health Forscher des Imperial College London haben jetzt in 4 Pflegeheimen der Hauptstadt nach den Ursachen für die rasche Ausbreitung gesucht. In den 4 Heimen war es zu schweren Ausbrüchen gekommen. Innerhalb von 2 Monaten war 1/4 der Bewohner gestorben, 3 Mal mehr als in den beiden Jahren zuvor. Alle Verstorbenen hatten im Durchschnitt 3 chronische Erkrankungen. Am häufigsten waren dies Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine Demenz.

Um Ursachen für die rasche Ausbreitung der Infektion zu ergründen, wurden einfach alle 394 Bewohner und einen Teil des Personals getestet. Dabei kam heraus, dass sich von den getesteten Bewohnern 126 (40 %) infiziert hatten, weitaus mehr als vermutet. Und sogar 54 positiv getestete Bewohner, also rund 43 Prozent (!), zeigten keinerlei Symptome. Und von den anderen 72 positiv getesteten Bewohnern hatten 22 keine der typischen Symptome von COVID-19 wie Husten oder Fieber. Das Personal hatte bei ihnen häufiger Verwirrung oder ein verändertes Verhalten oder eine verminderte Nahrungsaufnahme (Inappetanz)) bemerkt, bei denen auch Ärzte nicht an die Möglichkeit von COVID-19 gedacht hätten.

Der Schlüssel ist, dass rund 43 Prozent der Infizierten keine Symptome hatten. Es ist nicht das Alter. Denn die, die verstorben sind, hatten im Durchschnitt 3 chronische Erkrankungen.

Warum empfiehlt man dann diesen nicht Abstand und soziale Distanz zu halten? Warum sperrt man ältere Menschen unterschiedslos ein? Wobei – Einsperren ist überhaupt kein akzeptables Mittel. Kranken sollte man vielmehr helfen gesund zu werden, also zB Zuckerkranken empfehlen Zucker und Kohlehydrate nicht mehr zu sich zu nehmen; oder Vitamin D hochdosiert, nachdem Studien gezeigt haben, dass niedrige Spiegel die Krankheit verschärfen und die Sterblichkeit erhöhen.

Aber leider: Covid-19 ist „in“ und mit dem Thema lassen sich zurzeit mehr Forschungsgelder an Land ziehen als mit Palliativmedizin.

Fazit: Jedenfalls sind weder Kinder – die schon gar nicht – noch ältere Menschen nur wegen niedrigen bzw hohem Alter anfällig für Covid-19. Der Grund ist vielmehr in vorhandenen Erkrankungen zu suchen. Und diese zu bekämpfen ist die vernünftigste Prävention.

Covid-19 durch Vorbeugung verhindern oder Krankheit behandeln

Paradoxon Japan: wenige Corona Sterbefälle dank sehr alter Bevölkerung

Coronavirus Risikofaktor: Alter oder Krankheit

 

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