VW plant Produktion von „Iron Dome“-Teilen für Israel in deutschem Werk

26. März 2026von 3 Minuten Lesezeit

Der deutsche Automobilhersteller könnte eine Partnerschaft mit dem auf Luftabwehr spezialisierten israelischen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems eingehen, um das Werk in Osnabrück auf die Produktion von Raketenabwehrkomponenten umzustellen und so Arbeitsplätze zu sichern.

Laut einem neuen Bericht der Financial Times laufen derzeit Gespräche zwischen dem deutschen Automobilhersteller Volkswagen und dem israelischen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems, um eines der VW-Werke von der Automobilproduktion auf die Herstellung von Raketenabwehrkomponenten umzustellen. Bei dem betreffenden Werk handelt es sich um das Werk in Osnabrück im deutschen Bundesland Niedersachsen, das 2.300 Mitarbeiter beschäftigte und zuvor zur Schließung vorgesehen war. Laut mit den Gesprächen vertrauten Personen planen VW und Rafael, das Werk von der Automobilfertigung auf die Herstellung von Komponenten für das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ umzustellen und so die Schließung des Werks zu verhindern.

Das VW-Werk würde verschiedene Teile für „Iron Dome“ produzieren, darunter Schwerlast-Lkw, die Raketen transportieren, sowie Abschussvorrichtungen. Die Geschosse selbst würden Berichten zufolge nicht in dem Werk, sondern an einem anderen Standort in Deutschland hergestellt, der noch nicht ausgewählt wurde.

Ein VW-Sprecher sagte, das Unternehmen prüfe „realistische Perspektiven“, um das Werk in Osnabrück zu erhalten.

Das Werk beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter. Derzeit wird dort vor allem das VW-Cabriolet T-Roc produziert. Da dieses Modell jedoch bis Mitte 2027 ausläuft, steht das Schicksal des Werks auf der Kippe.

Berichten zufolge würde der Deal mit Rafael die meisten Arbeitsplätze in Osnabrück erhalten. Ein anonymer Insider erklärte gegenüber der Zeitung Financial Times, das Ziel sei es, „alle zu retten, vielleicht sogar zu wachsen“. Die Produktion könnte innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen.

Die Unternehmen hoffen, die Teile für das „Iron Dome“-Raketenabwehrsystem an europäische Regierungen, darunter auch Deutschland, zu verkaufen, da Europa als Reaktion auf die russische Bedrohung aufrüstet und seine Verteidigung verstärkt. Im vergangenen Jahr begann Deutschland mit der Einrichtung des israelischen „Arrow 3“-Abwehrsystems, das es von Israel Aerospace Industries gekauft hatte.

Berichten zufolge wählte Rafael Deutschland als Produktionsstandort aufgrund der pro-israelischen Haltung der deutschen Regierung sowie der Tradition des Landes im Bereich hochwertiger Maschinenbau.

Der Deal mit Rafael könnte die letzte Chance sein, das Werk in Osnabrück zu retten, nachdem der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall kürzlich seine Pläne zur Übernahme der Fabrik aufgegeben hatte.

Im März 2025 hatte Rheinmetall Pläne angekündigt, den Standort Osnabrück zu übernehmen und ihn in eine Produktionsstätte für sechsrädrige gepanzerte Fahrzeuge umzuwandeln.

Am 13. März erklärte ein Rheinmetall-Sprecher jedoch, der Deal sei geplatzt, und bestätigte damit frühere Andeutungen von Rheinmetall-CEO Armin Papperger.

Eine Quelle sagte, die deutsche Regierung unterstütze den Vorschlag aktiv, was zur Rettung des Werks beitragen könnte. Eine weitere Quelle fügte hinzu, es sei „eine individuelle Entscheidung der Arbeiter, ob sie sich an dem Vorhaben beteiligen wollen“.

VW hat seit dem Zweiten Weltkrieg keine Waffen mehr hergestellt, als das Unternehmen die V1-Flugbombe für Hitlers Wehrmacht sowie Militärfahrzeuge produzierte. Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen einer seiner Tochtergesellschaften und dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall stellt es bereits Militärlastwagen her.

Das staatliche Unternehmen Rafael gehört mit einem Umsatz von fast 5 Milliarden US-Dollar (4,3 Milliarden Euro) im Jahr 2024 zu den drei größten Rüstungsunternehmen Israels.


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5 Kommentare

  1. weirdo 26. März 2026 um 11:32 Uhr - Antworten

    Absoluter Wahnsinn, wo wir da sehenden Auges hinein schlittern. Jeder Historiker wird jetzt wohl schon Gänsehaut haben. Gestern erst mit einem 83jährigen gesprochen, der gemeint hat, er kann nicht mehr schlafen, weil er Angst vorm Weltkrieg hat, den er kommen sieht. Man möchte meinen, die Menschheit ist durch asoziale Medien informierter denn je aber genau das Gegenteil ist offensichtlich passiert. Niemand kriegt mit, was sich da anbahnt. Das Verrückte ist, sie lassen sich nicht mal was Neues einfallen. Es immer das gleiche Muster. Ablenken, kaputt machen, zu ihren Zwangsbedingungen wieder aufbauen. Ich kann mittlerweile nur jedem raten, so autark und resilient wie möglich zu werden.

  2. 1150 26. März 2026 um 11:22 Uhr - Antworten

    ich hoffe für volkswagen, dass diesmal die abgaswerte nicht manipuliert sind,
    sonst ist es bald endgültig aus, als hersteller

  3. Jan 26. März 2026 um 11:11 Uhr - Antworten

    Fahrzeuge erhöhen das BIP, da transportiert werden kann und mehr erwirtschaftet wird. Rüstung tut das nicht, sie wird von Steuern gezahlt und erhöht damit die Abgaben.

    Dass die vorgebliche Linkspolitik, die traditionell ja auch Friedenspolitik war, nun gerade die Rüstung stärkt und nicht die Wirtschaft, sollte zu denken geben. War Rüstung nicht immer ein Kennzeichen von RRÄÄCHTSS?

  4. VerarmterAdel 26. März 2026 um 11:04 Uhr - Antworten

    Sollte sich halt nur niemand wundern, wenn diese Teile dann von der Ukraine gegen Dummland und andere EU-Länder verwendet werden, denn diese beiden Drecksländer stecken nicht nur unter einer Decke, sie werden auch von den gleichen Psychopathen kontrolliert.
    Der Nächste Schritt dürfte dann nicht mehr weit sein: Söldner der Firma „Wir.Dienen.ISrahell.“ verteidigen den gefährlichsten Aggressor auf der Welt in seinem Heiligen Kampf zur Erlangung der Weltherrschaft.

  5. OMS 26. März 2026 um 11:00 Uhr - Antworten

    Es ist zum Kotzen!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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