Déja-vu – Robert Koch seziert!

24. März 2026von 14,3 Minuten Lesezeit

Ein falsches Heldennarrativ und eine Gegengeschichte aus dem Untergrund – Ein Buchbesprechungsessay zum Buch Robert Koch jenseits des Mythos: Die Argumente seiner Kritiker in Originaltexten.

Beinahe jedes Narrativ eines wissenschaftlichen Triumphes hat ein Gegennarrativ, das kaum bekannt ist. Denn die Geschichte ist ja bekanntlich die der Gewinner. Verlierer und die, die auf der Strecke bleiben, haben in der offiziellen Hagiographie der Wissenschaft keine Stimme. Allmählich getrauen sich Wissenschaftshistoriker auch an die heiligen Kühe der deutschen Wissenschaft und führen sie in den Schlachthof. Mein Kollege Florian Mildenberger hat das vor nicht allzu langer Zeit mit einem der Säulenheiligen der deutschen Infektiologie, Paul Ehrlich (1854-1915) getan und hat im Paul-Ehrlich Archiv, das von der Rockefeller Foundation verwaltet wird, nach der Datenbasis für Paul Ehrlichs angeblichen Erfolg bei der Behandlung der Syphilis gesucht. [1] Es zeigte sich, dass die angeblich an Menschen gewonnenen Daten zur Wirksamkeit des vermeintlich ersten wirksamen Mittels gegen Syphilis, dem Salvarsan, nicht existierten, sondern Paul Ehrlich allenfalls wenig aussagekräftige Tierversuche durchgeführt hatte.

Das Salvarsan war wirkungslos. Die vermeintliche Wirkung kann zwanglos damit erklärt werden, dass die Syphilis in den Jahren des ersten Weltkrieges, als die Salvarsan-Einführung im großen Stil gepredigt wurde, deswegen zurückging, weil die jungen Männer, die sich sonst normalerweise in Bordellen eine Syphilis einfingen, in den Schützengräben von Verdun verfaulten.

Wo hatte Ehrlich gelernt, dass man mit gefälschten Daten und einer wissenschaftlichen Heilsverkündung weit kommt? Richtig! Bei seinem Lehrer Robert Koch (1843-1910). Mit Koch, und dem Gegennarrativ zu dessen Hagiographie befasst sich dieses Buch von Heiner Barz. Koch hatte 1882 auf dem internationalen Medizinkongress in Berlin seinen berühmten Vortrag gehalten, in dem er nicht nur von der Entdeckung des Tuberkelbazillus berichtete, sondern auch gleich das Heilmittel der Tuberkulose zu liefern versprach.

Er nannte es „Tuberkulin“ und machte es als „Impfung“ gegen Tuberkulose populär. Man könne es den Erkrankten spritzen, die dann genesen würden und auch nicht mehr erkranken könnten. Was dieses Tuberkulin enthielt, verriet er lange nicht, bis Kritiker später bei der Untersuchung der Substanz draufkamen, dass es sich um leicht abgeschwächte Tuberkelbazillen in Glyzerin handelte.

Koch hatte behauptet: Er hatte mit dem Mittel Meerschweinchen, die an Tuberkulose litten mit seinem Tuberkulin geheilt. Viele Jahre später, als die Kritiker immer lauter wurden musste er zugeben: ob die Meerschweinchen wirklich Tuberkulose hatten und tatsächlich geheilt wurden, konnte er nicht sagen, weil er sie nicht obduziert hatte.

Jedenfalls war durch Kochs Propaganda ein wahrer Sturm über Berlin hereingebrochen: Tuberkulosekranke Menschen kamen aus der ganzen Welt zu Koch, um das Wundermittel zu erhalten. Neue Gasthäuser und alte Hotels wurden kurzerhand zu Tuberkuloseheilanstalten umgebaut. Kochs Assistenten und ihm ergebene junge Ärzte erhielten neben seiner eigenen Klinik das Exklusivrecht, Tuberkulin zu horrenden Preisen zu verspritzen.

Der Sturm war bald vorüber. Denn allmählich zeigte sich: Das Tuberkulin heilte nicht, sondern tötete. Allenfalls ganz leichte Fälle schienen zu genesen. Schwerkranke starben rasch und konnten daher auch keine Klage führen. Man sah bei Tuberkulose auf der Haut, was man damals „Lupus“ nannte (nicht zu verwechseln mit der Autoimmunkrankheit Lupus), anfängliche Abheilungen, die aber sehr oft mit Verzögerung zu schweren TBC-Verläufen führten. Dass Tuberkulin weniger heilsam war, als man nach Kochs Ankündigung erwarten dürfte, war den unvoreingenommenen Beobachtern rasch klar, nur die wissenschaftsgläubige Intelligentsia und Fachwelt, vernarrt in die Kochschen Entdeckungen, war blind dafür, jedenfalls so lange, bis sich der Schaden nicht mehr verleugnen ließ. Kommt uns das bekannt vor?

Heiner Barz leitet sein Buch über dieses Gegennarrativ zur Kochschen Hagiographie mit einer augenfälligen Vignette ein, die der spätere Professor an der Charité, Professor Theodor Brugsch, als Kind erlebt hat und in seiner Autobiographie berichtet:

Wir Kinder gingen damals … nach dem Hippodrom, wobei wir den Neubau des großen Kaffeehauses … verfolgen konnte. Schon war die Eröffnung dieses Hauses in Aussicht gestellt, als plötzlich sämtliche Etagen in ein Sanatorium für Lungenschwindsüchtige verwandelt wurden, in dem die Tuberkulinbehandlung vorgenommen werden sollte… Ich weiß nicht, wer das Sanatorium eingerichtet, geleitet und verwaltet hat, ich weiß nur von den damaligen täglichen Spaziergängen her, daß wenige Monate später Leichenwagen auf Leichenwagen vor dem Hause hielten. So schnell, wie das Tuberkulose-Kur-Sanatorium eingerichtet … worden war, so schnell war es auch völlig ‚ausgestorben‘.“ (S. 1)

Koch hat nie zugegeben, dass sein Tuberkulin wirkungslos, ja schädlich war. Seine Kritiker, darunter so illustre Namen wie Virchow und Pettenkofer, aber auch heute kaum mehr bekannte stellten sorgfältige Versuche an und publizierten sie. Allein, die medizinische Fachwelt glaubte lieber den Beteuerungen ihres Idols als den Kritikern, die man als „wissenschaftsfeindlich“, als „fortschrittsfeindlich“ und schlimmeres verschrie. Kennen wir das? Déja-vu!

Immer wieder gelang es Koch, Geld für aufwändige Projekte einzuwerben: etwa eine riesige Feldforschungsaktion in Deutschlands Südwesten, mit der präventiv der Einsatz der Armee im Schlieffenplan vor Typhusepidemien gesichert werden sollte.

Koch sandte seine Assistenten in die Dörfer, um vermeintlich oder wirklich Kranke durch bakteriologische Untersuchungen festzustellen und zu isolieren, auch symptomlose, sicherheitshalber. Schon mal gehört? Déja-vu! Riesige Gebiete wurden mit Typhuskartographie epidemiologisch-bakteriell gekennzeichnet.

Tatsächlich: Typhus ging zurück. Dummerweise und von Koch unbemerkt, aber von seinen Kritikern deutlich gemacht, ging der Typhus auch dort zurück, wo Kochs Wirken nicht hindrang. Denn, wie bereits Virchow bei seinem Besuch in Oberschlesien und später im Hungergebiet des Spessarts festgestellt hatte: Typhus war eine typische Hunger- und Hygienekrankheit. Sie verschwand nicht durch bakteriologische Eingrenzung und Quarantäne von vermeintlichen Bakterienträgern, sondern durch ausreichende Ernährung, sauberes Wasser und allgemeine Hygiene.

Das gleiche war in Afrika zu beobachten, wohin sich Koch begab – Barz meint, er floh regelrecht vor der aufkeimenden Kritik in Deutschland –, um sich der Erforschung und Therapie der Schlafkrankheit zu widmen. Koch konnte den Erreger identifizieren. Aber seine Therapie, das arsenhaltige Atoxyl, war so schädlich, dass die Afrikaner schnell merkten, dass man eine größere Überlebenschance hatte, wenn man dem großen weißen Bruder fernblieb. Daher musste Koch das von den Engländern in Südafrika eingeführte Konzentrationslagersystem bemühen, um ausreichend menschliche Versuchskaninchen in seiner Nähe zu haben.

Am Anfang von Kochs Karriere, schreibt Barz, stand eine Lüge: die Tuberkulin-Lüge.

Am Ende stand ebenfalls eine Lüge. Er änderte sein Testament zuungunsten seiner zweiten Frau, der er nichts davon sagte. In diese Frau hatte er sich verliebt, als er bereits ein reifer Mann und sie eine minderjährige Malerstudentin war. Offenbar hatte er ein Verhältnis mit ihr, noch bevor sie überhaupt volljährig war, verheimlichte dies solange, bis sie volljährig war, ließ sich dann von seiner Frau scheiden, um seine neue Flamme ehelichen zu können.

Auch dieses Feuer scheint rasch erloschen zu sein. Denn, folgt man der Autobiographie von Kochs zweiter Frau, die von Heiner Barz vor kurzem herausgegeben worden ist [2], dann war Robert Koch ein selbstverliebter und selbstbezogener Egomane, der offenbar einer dauerhaften Regung für andere als sich selbst nicht fähig war; heute würde man wohl „Narzisst“ dazu sagen.

Koch hatte ohne Zweifel vor allem in der Grundlagenforschung hohe Verdienste, weil er eine ganze Reihe von Erregern identifizierte und genauer beschrieb und damit die bakteriologische Ursache verschiedener Erkrankungen benannte. Aber war damit gleichzeitig auch die gesamte Ursache einer Erkrankung beschrieben? Oder gar das Heilmittel? Koch hätte geantwortet: Ja! Seine Kritiker hätten gesagt: zweimal nein! Denn – so vor allem Virchow und Pettenkofer – nicht das Bakterium ist entscheidend, sondern der Boden, auf dem es gedeiht. Daher hat Virchow die Sozialmedizin, also das Verbessern der sozialen und ökonomischen Verhältnisse, zum Hauptgebiet der Medizin erkoren. Darin war er mit Pettenkofer einig.

Aber das Heldennarrativ hielt es mit Koch, dem Helden, der die Erreger entdeckt hatte. Warum, das ist historisch nicht ganz klar zu sagen und dazu schweigt auch Barz in seinem wunderbaren kleinen Buch. Meine Hypothese dazu ist relativ einfach und, wie ich finde, einleuchtend [3]: Mit der Verbesserung des „Terrains“, des „Milieus“, der hygienischen und sozialen Verhältnisse, der „Stärkung des Immunsystem“, wie wir heute sagen würden, oder der „Verbesserung der Abwehrkräfte“ lässt sich weder ein Nobelpreis, noch viel Geld, noch ein Patent, noch wissenschaftlicher Ruhm erwerben.

Aber gegen einen Erreger kann man ein Mittel versuchen einzusetzen. Ehrlich hat es mit dem arsenhaltigen Salvarsan gegen Syphilis versucht und damit viel Geld verdient, obwohl es unbrauchbar war. Koch wollte mit dem arsenhaltigen Atoxyl die Schlafkrankheit behandeln, nachdem Tuberkulin versagt hatte. Funktionierte zwar auch nicht, brachte aber Geld und Ruhm ein.

Wir könnten heute relativ einfach die „Abwehrkräfte“ durch ausreichende Versorgung mit Vitamin D3 steigern und damit manchen vermeintlich gefährlichen Viruserkrankungen den Boden entziehen. [4] Das wäre kostengünstig und epidemiologisch wohl sinnvoll. Daran verdient aber weder die Industrie – außer ein paar kleinen Supplementherstellern. Und weil die Steigerung der Kassenumsätze ausbleibt, können sich auch die Krankenkassen keine neuen Verwaltungstempel leisten. Niemand in unserem Gesundheitssystem hat Interesse an kostengünstigen, einfachen und nachhaltigen Lösungen.

Hat sich seit Koch und Ehrlichs Zeiten etwas geändert? Nicht im Geringsten. Immer noch glauben wir, wenn wir die Erreger kennen, können wir Gesundheit herstellen, in dem wir sie bekämpfen. Wir können zwar Erreger bekämpfen, therapeutisch durch Antibiotika oder antivirale Substanzen, aber wir stellen damit nicht Gesundheit her, sondern wir helfen allenfalls einem angeschlagenen Organismus dabei, selber wieder zu gesunden, indem wir temporär das Immunsystem entlasten. Wir können durch Impfungen präventiv gegen Erreger vorgehen. Eleganter und vermutlich nebenwirkungsärmer wäre die natürliche Stärkung des Immunsystems, das, was Pettenkofer und Virchow seinerzeit im Sinn hatten.

Das Buch von Heiner Barz ist die historische Anatomie eines Gegennarrativs zur Heldengeschichte Kochs. Als Bildungsforscher mit Schwerpunkt Medizingeschichte hat er dazu tief in die historische Mottenkiste gegriffen und alte Texte aufgestöbert von Autoren, die heute kaum mehr jemand kennt. Denn, so seine Grundhypothese, das Heldennarrativ um Koch und seine Größe hat dazu geführt, dass zeitgenössische kritische Stimmen nicht nur damals, sondern auch später noch ins Abseits gedrängt wurden. Manche kritische Stimmen wurden gar ganz aus der Geschichte gestrichen, so dass nicht einmal gute Kenner der Materie solche Stimmen zitieren, wie etwa den damals bei seinen Studenten und beim Fachpublikum bestens bekannten Toxikologen Louis Lewin.

Noch einen weiteren Grund für Kochs Aufstieg macht Barz aus: Koch war geschickt darin, die politische Elite zu hofieren. Ein wichtiger Ministerialdirektor, der zwar im Hintergrund verblieb aber immensen Einfluss hatte, sorgte dafür, dass Kochs Name immer an erster Stelle stand, wenn es um die Besetzung neuer Direktionsposten ging. Denn man wollte der deutschen Wissenschaft in der internationalen Arena, vor allem gegenüber der französischen und englischen, zu Rang und Namen verhelfen. Déja-vu?

Der erste Teil des Buches, das ist ziemlich genau die Hälfte des Textes, nämlich etwa 100 Seiten, ist Robert Koch selbst gewidmet. Fast alle Kapitel sind so aufgebaut, dass anfangs eine kurze Zusammenfassung und Würdigung des Materials aus der Feder von Heiner Barz kommt. Dann folgen längere Zitate, oft gekürzt, aus Originaltexten eines zeitgenössischen Autors.

Nicht ohne Ironie ist das erste Kapitel. Darin bespricht Barz, wie Robert Koch die vermeintlich wirksame „Impfung“, die Louis Pasteur gegen Anthrax, den Milzbrand, in Frankreich durchgeführt haben wollte, minutiös sezierte. Koch zeigt, wie und warum Pasteur sich geirrt hat, was dieser später sogar eingestand. Die Ironie: hätte Koch seine Methode selbstreflexiv auf sich selbst angewandt, dann wäre es nie zu seinen späteren Fehlleistungen gekommen. Das zweite Kapitel widmet sich dem Tuberkulin-Rausch in Berlin. Im nächsten kommt Kochs zweite Frau zu Wort. Es folgt die Typhus Kampagne im Südwesten Deutschlands und Kochs Ausflug nach Afrika, um die Schlafkrankheit zu bannen.

Der zweite Teil befasst sich mit den zeitgenössischen Kritikern Kochs und lässt sie in je einem Kapitel zu Wort kommen: Virchow, Lahmann, Semmola, Rosenbach, Lewin. Sie alle hatten gute Argumente und gute Daten. Virchow hatte selber Tote seziert, die nach einer Tuberkulin-Kur verstorben waren und sagte klar und deutlich, dass das Tuberkulin die Ursache des Todes gewesen sei. Und ähnlich alle anderen: Sie hatten Versuche an eigenen Patienten gemacht, verschiedene Arten von Experimenten an Tieren durchgeführt und immer gefunden: Tuberkulin heilt nicht. Es ist schädlich.

Man fragt sich unwillkürlich: Wie konnte es dann dazu kommen, dass ein Mann wie Koch, der zu allererst sich selbst belog und damit auch die Welt, dass ein solcher Mann zu so hohen Ehren aufsteigen konnte, den Nobelpreis erhalten konnte, Chef eines riesigen Hygieneinstitutes in Berlin werden konnte und noch heute der Namensgeber einer der wichtigsten Epidemiologischen Institutionen der Republik ist?

Ein Teil der Antwort steht oben: Weil die Forschung sich schon damals immer mehr auf die Grundlagenforschung kaprizierte. Denn dort war das „wissenschaftliche Gold“ zu schürfen: Entdeckungen, die potenziell patentwürdig, preisträchtig und monetär einträglich waren. Die nachfolgende Wirksamkeit am Patienten war nachgeordnet. Nicht umsonst bekommt man Nobelpreise nur für Grundlagenforschung und nicht für gute Arbeit am Patienten. Außerdem hatte er mächtige Verbündete in der Politik, die ihn als Garanten eines guten Rufes deutscher Wissenschaft sahen und die zu wenig von der Sache verstanden, um hinter die Fassade zu blicken. Déja-vu?

Ein anderer Teil der Antwort steckt in Kochs Biographie und Barz vermutet, sie hängt mit der zweiten Lüge Kochs zusammen, der Teilenterbung seiner Frau. Denn mit diesem Teil von Kochs Erbe wurde Kochs Schwiegersohn und Adlatus, der spätere Charité-Professor Pfuhl bedient. Dieser sorgte dafür, dass in der Medizinischen Wochenschrift eine mehrteilige Hagiographie Kochs gedruckt wurde, aus der kritische Stimmen weitgehend verbannt wurden.

Und was hat das mit Heute zu tun, mag mancher fragen? Alles!

Hat nicht das Institut, das Kochs Namen trägt von Anfang an in der Corona-Pandemie gelogen? Nicht immer, aber immer wieder und allzu oft. Versucht es nicht noch immer, diese Lügen zu vertuschen und sein Versagen reinzuwaschen?

Hat nicht das Institut, das Paul-Ehrlichs Namen trägt und das für die Sicherheit der Patienten zuständig gewesen wäre auf ganzer Linie versagt, weil es eben genau nicht die Sicherheit der Patienten ins Zentrum gestellt hat, sondern die Politik vor den Bürgern und die Einnahmen der pharmazeutischen Industrie vor einem wirtschaftlichen Einbruch geschützt hat?

Der ehemalige Toxikologiechef von Pfizer, Helmut Sterz, hat es in einem anderen Buch klar gesagt: schon im Februar 2021, etwa drei Monate nach Beginn der COVID-Impfkampagne war das klassische Sicherheitssignal überschritten, das normalerweise zu einer Rücknahme der Lizenz für die Impfstoffe hätte führen müssen, nämlich die Marke von einem Todesfall auf 1 Million Impfdosen. Diese Schwelle hatte sich in langen Jahren etabliert und galt bis zum Einbruch der Coronapandemie [5]. Wir haben in unserer Analyse im Juni 2021 festgestellt, dass die sorgfältige holländische Pharmakovigilanzdatenbank 4 Todesfälle auf 100.000 Impfungen vermeldete. [6]

Die Lügen, auf die die beiden Großmeister der deutschen Bakteriologie und Epidemiologie ihren Ruhm bauten, werfen lange Schatten. Déja-vu!

Mein Kollege Mildenberger hatte nach seiner Forschungsreise in die USA einige merkwürdige Dinge erlebt: Ein Unbekannter bot ihm eine sehr hohe Summe Geld an, wenn er seine Forschung nicht publizieren würde. Mildenberger weigerte sich. Kurz danach stellte er fest, dass in seine Wohnung eingebrochen worden war und seine Daten, die er aus den USA mitgebracht hatte und die den Beweis für Ehrlichs Schwindel enthielten, weg waren. Glücklicherweise hatte er eine Sicherung versteckt. Über Wege, die nicht aufs Papier gehören, konnte er den Auftraggeber der Bestechungsaktion ausfindig machen. Es handelte sich um das Institut gleichen Namens. Nicht nur Lügen haben lange Tradition, sondern auch ihre Vertuschung, scheint es. Déja-vu!

Barz, Heiner. (2025). Robert Koch jenseits des Mythos: Die Argumente seiner Kritiker in Originaltexten. Berlin: Springer. ISBN 978-3-662-70354-0, kartoniert, 197 Seiten, 22,99 €.

Referenzen

1. Mildenberger F. Kein Heil durch Arsen? Die Salvarsandebatte und ihre Konsequenzen. Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. 2012/13;8/9:327-90.

2. Koch H. Mein Weg mit Robert Koch. Hrsg. v. Heiner Barz. Göttingen: Wallstein Verlag; 2023.

3. Walach H. Heilung kommt von innen: Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. München: Knaur Verlag; 2018.

4. Charoenngam N, Holick MF. Immunologic Effects of Vitamin D on Human Health and Disease. Nutrients. 2020;12(7):2097. PubMed PMID: doi:10.3390/nu12072097.

5. Sterz H. Die Impfmafia: Pfizers ehemaliger Cheftoxikologe weist nach, wie uns rechtswidrig Giftstoffe als Heilmittel gegen Covid-19 verkauft wurden. Basel: Rubikon; 2025.

6. Walach H, Klement RJ, Aukema W. The Safety of COVID-19 Vaccinations — Should We Rethink the Policy? Science, Public Health Policy, and the Law. 2021;3:87-99. doi: https://www.publichealthpolicyjournal.com/general-5.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Prof. DDr. phil. Harald Walach ist klinischer Psychologe, Gesundheitswissenschaftler, Leiter des Change Health Science Instituts, Basel und erster Vorsitzender des Vereins MWGFD. 


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Ein Kommentar

  1. Jakob 24. März 2026 um 12:50 Uhr - Antworten

    Ich bin kein Mediziner. Aber auch für mich war Robert Koch ein Wohltäter der Menschheit und großartiger Forscher. Naja – eben AHS gebildet (verbildet?)
    Als ich die ersten kritischen Berichte über ihn las, war ich – diesen Berichten gegenüber – sehr skeptisch.
    Ein festgefahrenes Weltbild ist verdammt widerstandsfähig.

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