
Wo ist die Friedensbewegung, wenn man sie mal braucht?
Ein Kurzbericht zur Demo „Hände weg vom Iran“ am 7.3.2026 in Wien. Für alle, die nicht vor Ort waren – und das waren erschreckend viele.
Es soll wohl nicht sein. Ein ordentlicher TKP-Artikel mit den verschiedenen Interviews, die ich auf der Demo geführt habe, soll nicht geschrieben werden. Die SD-Karte der Kamera, mit der ich die Interviews gemacht habe, ist hin. Die Daten lassen sich nicht laden. Bis man es – vielleicht – mit Trick17 alles von der SD-Karte gerettet hat, ist die Veranstaltung längst von 1000 anderen Ereignissen überholt. Darum nur dieser Kurzbericht.
„Hände weg vom Iran“ brachte am 7.3.2026 kaum Menschen auf die Strasse. Trotz explodierender Sprit-, Gas- und Strompreise, absehbarer Engpässe aufgrund von Düngerknappheit, Unterbrechung von Lieferketten und Störungen der industriellen Produktion haben es Herr und Frau Wiener vorgezogen, das gute Wetter beim Shoppen oder in den Parks zu verbringen. Von Herr und Frau Österreicher ganz zu schweigen.
Ja – es war kurzfristig. Aber der Krieg war zwar wohl von langer Hand geplant, wurden den Friedensaktivisten jedoch nicht vorab angekündigt, so dass die Organisatoren schnell reagieren mussten. Wenn es im Iran brennt, brennt es bald auf der ganzen Welt.
Von den ca. 2,04 Millionen Wienern waren keine 400 am Platz der Menschenrechte – großzügig gezählt Der Anteil nicht-muslimischer Österreicher lag bei – gefühlt – 5-10%. Aber rd. 340 von 285.000 Muslimen Wiens sind auch keine überzeugende Größe.
Bei dem Verhältnis verwundert es nicht, dass zwar viele Fahnen des Iran und Palästina zu sehen waren, ich aber nur eine Friedensfahne entdecken konnte. Pardon, auch eine Flagge Venezualas war zu sehen – aber das war es auch schon. Daher meine Eingangsfrage:
WO IST DIE FRIEDENSBEWEGUNG, WENN MAN SIE MAL BRAUCHT?
Einige Redner, die dank Stimmen für Neutralität und Selbstbestimmtes Österreich auf der Bühne standen, waren wirklich sehr überzeugend. Besonders möchte ich Dr. Peter Weiss danken, der mit seinen knapp 90 Jahren immer noch eine überzeugende Stimme für Frieden und Neutralität ist. Er ist zu einem meiner Vorbilder geworden, denn er ist immer noch nicht bereit aufzugeben. Im Gegenteil. Er erhebt seine Stimme laut, klar und eindeutig.
Manche andere Redner waren mir persönlich zu aggressiv, zu populistisch – wenn ich auch nachvollziehen kann, dass und warum die Stimmung aufgeladen ist. So ging es nicht nur mir. Auch Tom Wellbrock, der auch extra angereist war, hat im Interview (grummel) das Gleiche geäußert. Friedensbewegung geht anders. Leider.
Beim Demozug wurde mehrheitlich auf deutsch skandiert, aber bei „Allahu akbar“ fühlte ich mich dann doch etwas deplaziert. Und so ging es auch einigen anderen nicht-muslimischen Demo-Teilnehmern mit denen ich sprach. Frieden ist in meinen Augen kein religiöses Thema. Frieden steht für alle Menschen, unabhängig von Nationalität, Ethnie, Religion und Geschlecht.
Die nicht-muslimische Friedensbewegung hat in ihrer übergroßen Mehrheit durch Abwesenheit geglänzt. Sehr schade.
Hat sich die Fahrt nach Wien für mich und meine beiden Begleiter gelohnt?
Objektiv hat es sich sicher nicht rentiert 500km hin und zurück zu fahren, auch wenn es nett war, ein paar Aktivisten mal wieder zu sehen.
Aber: wären wir nicht dagewesen, hätten drei weitere Menschen gefehlt.
Für mich persönlich ist klar, ich kann nicht den 2,04 Millionen Wienern vorwerfen, dass sie sich nicht für Frieden auf die Straße begeben, wenn ich es selbst nicht tue.
Daher: Ja. Es lohnt sich immer für den Frieden auf die Straße zugehen.
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10. Tag im Angriffskrieg gegen den Iran (Ticker 08:00 Uhr)
Die „alte“ Friedensbewegung ist von den Machteliten systematisch beseitigt worden! Sie wurden entweder korrumpiert oder ideologisch betäubt oder einfach nur materialistisch bequem! Das System hat sie schon seit Jahren systematisch bekämpft und sie haben sich inzwischen so gut wie aufgelöst. Das System wusste ganz genau, dass eine echte Friedensbewegung die Ereignisse der letzten Jahre torpediert hätte.
Für den Klimaschwindel sind noch viele auf die Straße gegangen, aber für den Frieden nicht. Das zeigt, wie das System Menschen ideologisch beeinflussen kann! Wird eine Bewegung für das System gebraucht, finden sich tausende Wasserträger und Mitläufer, ist es für das System nicht erwünscht, kommt fast niemand. Auch das ist Massenpsychologie!
Die nicht-muslimische Friedensbewegung besteht organisatorisch eben auch aus Gewerkschaften und Hochschülerschaft. Und die sind gerade damit beschäftigt, Babler zum Genie zu stilisieren.
Außerdem sind die Gewerkschaften nicht so für den Frieden, weil er den Ukrainekrieg delegitimieren könnte.
Gibt es denn eine Friedensbewegung, die echt ist und sich nicht aus Omas gegen Hirn, Klimagläubigen und Impfverfechtern rekrutiert?