Warum stehen wir dort, wo wir stehen? Ein kritischer Blick auf die Gegenwart

18. Februar 2026von 5,7 Minuten Lesezeit

Der Verfasser stellte auf Google eine konkrete Frage – daraus wurde ein langes Frage- und Antwortspiel mit der Google KI und am Ende eine kritische Bestandsaufnahme von vielen Bereichen unserer Gegenwart, die uns besser verstehen lässt: Warum stehen wir dort, wo wir stehen?

Wie ist es dahin gekommen, dass unsere Lebenswelt sich zu dem entwickelt hat, was sie heute ist? Die meisten Veränderungen geschehen schleichend, ohne dass wir uns dessen tatsächlich bewusst werden, eher im Hintergrund, aber tatsächlich hat sich Vieles weit stärker verändert, als es die Meisten ahnen. So haben wir etwa Jahr für Jahr eine leichte Inflation gehabt, das wissen wir, in den letzten Jahren leider ein ganzes Stück mehr, das wissen wir auch. Wenn man dann einmal Preise von vor längerer Zeit mit denen von heute vergleicht, ist man doch schockiert darüber, wie weit die Geldentwertung inzwischen fortgeschritten ist.

Die Bockwurst mit Brötchen (Norddeutschland) alias Wurstsemmel (Bayern und Österreich) kostet heute im Schnitt neunmal soviel wie vor knapp 40 Jahren. Das ist schon eine ganze Menge an Inflation, oder? Aber wussten Sie, dass die Bauern damals für das, woraus Wurst und Semmel bestehen, Schweinefleisch und Weizen, etwa doppelt so viel bekommen haben wie heute? Das hat meine Neugier geweckt: Wer kassiert hier bei Erzeugern und Endverbrauchern gleichzeitig ab? Google macht uns dank integrierter KI auch komplizierte Anfragen mittlerweile leicht.

Das Ergebnis der ersten Frage regte zu weiteren Nachfragen an. Heraus kam am Ende ein langer „Dialog“ mit der Google-KI mit insgesamt etwa 240 Nachfragen. Ich versuchte die Fragen so zu stellen, dass die KI möglichst wenig Ausflüchte machen kann, was etwa Chat GPT gerne tut, wenn man Fragen stellt, mit denen man sich vom „Mainstream“ wegbewegt. „Lügen“ darf Chat GPT zwar auch nicht, aber es weicht dann gerne aus, beschwichtigt, relativiert, lenkt ab, kommt mit Floskeln daher.

Das wollte ich vermeiden, jede Frage sollte möglichst so angelegt sein, dass sie als Antwort entweder „Ja“ oder „Nein“ erfordert. Und Googles KI ist überraschend ehrlich und auskunftsfreudig. Sie beantwortet nicht einfach die Fragen, sondern gibt zu jeder Frage auch längere Erläuterungen und bringt neue Aspekte dazu, die ich bislang nicht auf dem Schirm hatte, regt damit zu immer weiteren Nachfragen an.

Konzentration im Lebensmittelhandel durch Oligopole

Auf meine ersten Fragen war die KI schnell bei der Antwort, dass die Konzentration im Lebensmittelhandel bei der wachsenden Diskrepanz zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen eine entscheidende Rolle spielt: Längst bestimmen wenige große Konzerne das Bild und damit auch die Preise. Wenige marktbeherrschende Konzerne, das ist ein Oligopol, d. h. wenige (von griechisch oligoi, wenige) beherrschen einen Markt. Und das gilt heute für die meisten Märkte, und dank der Globalisierung oft weltweit: Die Welt, von Oligopolen beherrscht? Ist in einer von Oligopolen beherrschten Welt überhaupt noch Demokratie möglich? Gibt es so etwas wie ein Gegenmodell?

Wenn Oligopole, also wenige Großkonzerne, die Weltwirtschaft beherrschen, dann lohnt sich ein Blick auf internationale Organisationen. Die UN erweist sich nach wenigen Nachfragen als entscheidend von diesen Oligopolen geprägt. Interessant sind die 17 sog. „Nachhaltigkeitsziele“ der UN. Ja, sie bedienen die Interessen der (westlichen) Großkonzerne und sind eng mit den Zielen des World Economic Forum verbunden. Ja, die Agenda der UN ist antidemokratisch.

Gobal Governance bekämpft Nationalstaaten, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

Die KI verwendete quasi nebenbei für internationale Strukturen den Begriff der „Global Governance“. Welche Organisationen, welche Strukturen, welche Akteure sind das? Inwieweit wird diese „Global Governance“ noch vom „Westen“ dominiert, wie steht das Weltfinanzsystem mit dieser „Global Governance“ in Verbindung? Wie agiert die „Global Governance“ bei bestimmten Themenfeldern wie Klima, Migration und Krieg? Wie geht diese „Global Governance“ mit Widerstand und Abweichlern um, gemeint sind hier Staaten, die sich dem Konzept der „Global Governance“ nicht fügen?

Für mich überraschend war die ganz klare Aussage, dass diese „Global Governance“ keine Abweichungen duldet und äußerst aggressiv dagegen vorgeht. Was sind die Motive dahinter? Die Schlussfolgerung eignete sich sogar für eine Kapitelüberschrift: „Global Governance“ ist eine extreme Oligarchie, die souveräne Nationalstaaten, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie bekämpft.

Was hat eine solche „Global Governance“ zu tun mit der Behauptung, es gäbe eine „Weltregierung“, was mit den in „rechts“ geframten Medien und Kreisen verwendeten Begriffen wie „Globalisten“ für weltweite Einflussakteure? Dabei war ich bei einem neuen Themenfeld: Warum wird die Verwendung dieses Begriffs und selbst des Begriffs der „globalen Elite“ heute von Politik und Medien tabuisiert, ja, mehr noch, sogar vom deutschen Verfassungsschutz mittlerweile als berichtsrelevant betrachtet? Dass es eine solche „globale Elite“ gibt, steht doch wohl außer jedem Zweifel!

Manipulation durch Mainstream Medien

Damit war ich bei meinem nächsten Thema, dem Kampf des „Mainstreams“ (Medien und Politik) gegen unerwünschte Themen und Ansichten sowie gegen diejenigen, die es trotzdem wagen, hier aus der Reihe zu tanzen. Mich interessierte die Verengung des Debattenraums, und wie sie erreicht wird: Der „Mainstream“ widerlegt „Abweichler“ nicht etwa durch das bessere Argument, sondern durch auf die Person gerichtete Angriffe, die bis zur Vernichtung einer Existenz reichen können. Der Öffentlichkeit wird das vermittelt durch ein begrenztes Repertoire an Etiketten, die man selbst begrifflich aufgeblasen hat und nun diesen Personen anhängt, vom „Verschwörungstheoretiker“ bis zum „Nazi“.

Systematisch wird dabei vom politischen und medialen „Mainstream“ mit Begriffen operiert, deren Bedeutung er selbst gezielt verändert, verschoben oder ideologisch aufgeblasen hat, was Viele bis heute immer noch nicht erkennen: „Hass und Hetze“, „Nazi“, „Rechts“, „Vielfalt“, „Bunt“, „Teilhabe“, „Zivilgesellschaft“, „Rassist“ usw. Derartige Manipulationen von Sprache und Begriffen interessierten mich. Auch sie und ihre ständige Verwendung stehen in enger Beziehung zur Verengung des Debattenraums, der nichts anderes als ein Kampf gegen die Meinungsfreiheit ist.

Der „Kampf gegen Rechts“ schließt längst alles ein, was nicht „Mainstream“ ist, und in diesem Zusammenhang stößt die Politisierung von immer Lebensbereichen auf. Wenn selbst mancher Sportverein oder Kindergarten schon Bekenntnisse zu den Begrifflichkeiten und den ideologischen Positionen des „Mainstreams“ verlangt!

Neben der Politisierung ist die Bürokratisierung aller Lebensbereiche ein Merkmal unserer Zeit. Es ist interessant, welche Zusammenhänge die KI hier sieht, und da sind Fragen zur EU natürlich naheliegend. Weitere Fragen betrafen die internationale Migration und die Integration von Migranten, die Verwendung schwächerer Länder als Experimentier- und Schlachtfeld, das internationale Finanzsystem und noch anderes mehr.

Sie finden den gesamten „Dialog“ mit der KI, eingeteilt in 64 Kapitel, hier als PDF zum Download oder Online-Lesen:
Warum stehen wir dort wo wir stehen


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4 Kommentare

  1. Jan 18. Februar 2026 um 15:09 Uhr - Antworten

    Wenn man versucht, sehr komplexe Systeme auf begreifbare Aspekte zu reduzieren, sollte man Küchenpsychologie außen vor lassen.

    Die Energieproduktion ist über die letzten Jahrzehnte aufwendiger geworden, sowohl Fracking als auch Regenerative haben höhere Kosten verursacht. Transport und Krieg muss man ebenso aufschlagen.

    Würden diese „Verteuerungen“ eingepreist, würden wir statt Haare schneiden Öl fördern. Sie gingen zu Lasten des Lebensstandards. Was wir tun, ist, diese Kosten heute zu verfrühstücken, und ihre Zahlung auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben. Das führt zu einer Ausweitung von Krediten, die dann faul werden und gerettet werden müssen, was Inflation erzeugt.

    Inflation ist aber definiert als Lohn-Preis-Spirale. Wenn die Löhne nicht steigen, ist es keine Inflation. Wir zahlen zu den Kosten der Bockwurst jedoch noch die Mehrkosten der Ölförderung (oder Energieerzeugung allgemein). Wir verwechseln diese Preissteigerungen mit Inflation. Tatsächlich werden wir ärmer.

    Natürlich spielt Effizienz eine Rolle und die Umverteilung nach oben und die Frage, ob der Reichtum der Billionäre überhaupt real ist, also in reale Vermögenswerte umsetzbar, oder ob sie dazu dienen, die Inflation nicht auf die Realwirtschaft durchschlagen zu lassen. Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns nicht.

    Wir könnten ja auch unsere Regierungen überzeugen, Kleingärten günstig herzugeben und von den Nahrungsmittelkonzernen unabhängig zu werden. Um Himmels willen! Das wollen wir nun wirklich GAR NICHT! Wo ist die nächste Covid-Spritze?

  2. local.man 18. Februar 2026 um 14:30 Uhr - Antworten

    Man kommt mit genug Recherche und Zeit die Dinge zu beobachten und wer profitiert und wer nicht, wohin sich die Gesellschaften und Systeme bewegen, immer auf den gleichen Schluss.
    Bisher verborgen, wird es zunehmend sichtbarer auch durch Aufklärungsmöglichkeiten,- die ja nun weg sollen mit Parolen wie Kampf gegen Desinformationen-, auch wenn man sich große Mühe macht stetig die Illusion aufrecht zu erhalten.

    Die Wurst ist ein gutes Beispiel, wie hier gegen eine Logik gearbeitet wird, es also gemachte Niederhaltung und Plünderung ist.
    Im Grunde müsste die Wurst heute wohl x9 weniger kosten als damals und nicht mehr. Der technologische Fortschritt macht dies nunmal möglich. Wäre er teurer und ineffektiver, hätten wir ihn gar nicht.
    Niemand wird sich Motorsäge zulegen, wenn er damit 5x mehr Arbeit hat. Nein wer einen Baum von Hand abgesägt hat, der weiß, dass eine Kettensäge hier Wunder wirkt.

    Warum sollte das also gerade in anderen Bereichen anders sein? Warum entlässt Amazon jetzt 15k Leute und ersetzt sie mit Gummi, Metall, Plaste und Schmierfett in Form gebracht und mit Sensoren und Technik bestückt, dass man sie programmieren kann und sie die noch modernen Arbeitsroboter sind, dieses mal wortwörtlich.. Vor waren eben die Menschen das Nutzvieh, jetzt sind sie langsam nutzlos aus Sicht der Betreiber des Systems.

    Sogut wie alles was wir hier erleben, ist immer die Niederhaltung zum Systemschutz.
    WIr zahlen immer mehr, bekommen immer weniger und die Probleme steigen, wir werden unfreier.
    Dies alles und noch viel mehr, ist immer die um 180° gedrehte Entwicklung der wahren Zustände. Weil es gemacht ist.
    Aber es ist auch ein Spiegel. Denn je mehr man eingekerkert wird, desto deutlicher kann man auch die eigentlichen Möglichkeiten ablesen die da sind.
    Je mehr Amazon Leute entlässt, desto freier sind wir in Wahrheit doch. Die Arbeit gemacht, nur eben x-Mal produktiver von Maschinen gesteuert durch Programmierung, die sich selbst sogar analysiert und verbessert.
    Fragen nach Gefahr oder nicht, lassen wir an der Stelle mal außen vor..

    Also warum nutzt uns diese technologische Fortschritt vor allem mit dem Durchbruch der Elektrizität vor weit ü100 Jahren nicht immer mehr, immer mehr Freiheit und Chancen und Unabhängigkeit zu erlangen?
    Warum geht es in eine gegensätzliche Richtung? Und warum entscheiden wir nirgends darüber mit?

    Wer hält hier für welche Interessen, die Menschheit auf und treibt sie in eine gewünschte Richtung?
    Warum kann Amazon 15k Leute entlassen, aber wir alle sollen jetzt bis 70 Arbeiten 10h/Tag und am besten nie wieder krank sein?
    Warum muss eine geplante Obsoleszenz laufen und warum reicht das Geld niemals und es ist immer super knapp mit Prognose Weltuntergang, z.B. bei Renten usw.?
    Liegen hier nicht einfach nur Tricksereien im Wege, die die Utopie verhindernm die schon längst da wäre?

    Eine Rente reicht nicht, wenn 15k entlassen werden, die Maschinenarbeit als Ersatz aber nicht besteuert wird, im Rentensystem, aber nur Menschen gegen Menschen und deren Geldtransfer rangezogen wird.
    Die Arbeit wird gemacht, durchgehend maximiert. Die Werte erzeugt, alles ist bestens.. Nur eben nicht wenns um die Verteilung geht.
    Dann dürfen die besitzenden der Produktionsmittel, eben alles einstecken und die Rente in eine Aktienrente mit Kursmanipulation wandeln. Ein einem Geldmarkt, wo keine Werte existieren, sondern man sich gegenseitig nur beim Wetten auf Kurse das Geld wegnimmt, mit einer Schattenmacht, die bei Gelegenheit mal die Kurse passend crashen lässt und alle abrasiert.

    Nein.. wir leben in einer Systemmatrix, gemacht und gepflegt von Profitören und strukturelle eine pyramidale Aufbaueform, da dies die effektivste Machtausübung war, bisher.
    Ob sich das mit KI und immer mehr Fortschritt wandelt, es scheint so. Im Grunde werden aber nur Zwischenstufen abrasiert. Am Ende gibt es die KI Besitzer, dann deren digitaler Knast und der Rest der Menschheit sitzt darin und wird wahrscheinlich reduziert, weil Ballast geworden.

    Schon diese Einstellung ist so lebensfeindlich.. Aber man bespielt unser Denken mit diesem Botschaften und Idiologien, dass wir selbst aus diesem Gefängis nicht ausbrechen, ja es nicht mal begreifen oder wahrhaben wollen..

    • Jan 18. Februar 2026 um 15:15 Uhr - Antworten

      Warten wir, bis die Straße von Hormuz zu ist, dann kommen die Banker in Frankfurt nicht in die Büros und die Server laufen nicht mehr und die Roboter fangen an zu rosten, weil ihre Garagen nicht geheizt werden. Es könnte noch heuer soweit sein!

  3. therMOnukular 18. Februar 2026 um 14:28 Uhr - Antworten

    Ich möchte den Autor nicht beleidigen, er stellt die richtigen Fragen – aber der falschen „Persona“.

    DAS ist für mich der Punkt, an dem wir uns endgültig einer technologischen „Gottheit“ hingeben, wenn wir a priori annehmen, eine „KI“ würde uns Wahrheiten liefern. Sie liefert aber nur Angaben und Behauptungen, ohne den Weg dorthin je sichtbar zu machen. Es ist eine Blackbox par excelence, wir haben keine Ahnung, warum sie uns sagt, was sie sagt. Die Fehlerquote ist horrend (bis zu 30%), aber man stützt sich trotzdem darauf.

    Es ist also wie das Quadrat von Big Data, das die längste Zeit zu „statistischen Besonderheiten“ führt und die Grenze zw Korrelation und Kausalität verschwinden lässt.

    Ich kann mir kein unwissenschaftlicheres Vorgehen vorstellen, als „die KI zu fragen“. Es kann nur in die Irre führen – und es gibt keinen Weg zurück, weil das Ding seinen Weg ja nie offenbart. Es spuckt einfach etwas aus – und wir beten das dann an, huldigen seiner unvoreingenommenen Wahrheit.

    Besser kann man das Denken der Menschheit nicht mehr steuern & „korrigieren“. Game over.
    Der Autor hat seine intellektuellen Spielpunkte anscheinend bereits aufgebraucht.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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