
Gespräch mit dem Psychoneuroimmunologen Prof. Dr. Dr. Christian Schubert
Wenn wir unser Immunsystem verstehen, können wir es stärken.
Prof. Dr. Dr. Christian Schubert ist Psychoneuroimmunologe und Universitätsprofessor am Department für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie der Medizinischen Universität Innsbruck. Er ist Autor mehrerer Bücher, die sich mit einer ganzheitlichen Medizin befassen. In seinem aktuellen Buch «Immunsystem neu gedacht. Wie psychische und soziale Faktoren unsere Gesundheit stärken» erklärt er, wie biologische und psychosoziale Abwehrkräfte unsere Immungesundheit bedingen.
Wenn mein Hausarzt mit mir über mein Immunsystem spricht, meint er meist das biologische Immunsystem, oder?
Ja, in der Schulmedizin ist meist eine materialistische Weltsicht vorherrschend. Zwar hat die Epoche der Aufklärung mit ihrem rationalen Denken uns von manch bösen Geistern und Irrglauben befreit; Vernunft, Selbstbestimmung, Emanzipation, Bildung und bürgerliche Freiheitsrechte hielten Einzug. Gleichzeitig traten jedoch Aspekte, wie Seele und Geist oder später auch das Unbewusste, in den Hintergrund. Der kaum hinterfragte Fortschrittsglaube trieb die technische Entwicklung so stark voran, dass man heute glaubt, alles lasse sich objektiv messen und technisch lösen. Wir geraten so in immer enger werdende, korsettähnliche, starre Strukturen – nicht nur in der Medizin, sondern auch allgemein in der Gesellschaft. Als Psychoneuroimmunologe stelle ich in meinem aktuellen Buch dar, dass dieser reduktionistische, eindimensionale Ansatz unserem biopsychosozial angelegten Immunsystem nicht gerecht wird.
Wie lässt sich die Komplexität des Immunsystem ganzheitlicher erfassen?
Aus materialistischer Sicht stärken wir unser Immunsystem mit vitaminreicher Ernährung. Wir können Blutuntersuchungen vornehmen lassen und gegebenenfalls bestimmte Vitamine supplementieren. Auf dieser stofflichen Ebene sind wir in der Regel vom Arzt abhängig, der etwa den Vitamin-Spiegel misst oder medizinische Untersuchungen vornimmt. Fange ich an, auch nicht-stoffliche, etwa seelisch-geistige und soziale Faktoren zur Immunstärkung miteinzubeziehen, habe ich mehr Handlungsspielraum. Solche Faktoren sind komplexer und damit auch wirkmächtiger. Dasselbe gilt für die Gefahren, die uns umgeben. Unser Immunsystem hat ja nicht nur Mikroben als «Angreifer», sondern die gesamte biopsychosoziale Welt spielt mit hinein. So kann es für meine Psycho- und Sozialhygiene wichtig sein, dass ich bestimmte Menschen, die mir nicht gut tun, eher meide. Und dass ich mir eine Gruppe suche, in der ich mich sicher fühle und wirklich gemocht werde, um mir somit eine Umgebung zu schaffen, die mich vor Gefahren und Herausforderungen der Umwelt schützt. Darüber hinaus stärken Wohlbefinden und soziale Unterstützung auch mein biologisches Immunsystem. So gesehen bin ich in der sozialen Gruppe ganzheitlich geschützt.
Die Coronazeit war für mich ein gutes Beispiel: Aus meiner Perspektive reagierte das soziale Immunsystem erstaunlich gut, indem Kritiker auf die gefährlichen und unreflektierten Aspekte, die Schattenseite der Coronapolitik, aufmerksam machten. Und dies, obwohl sie unter erheblichen Nachteilen – Kontosperrungen, Arbeitsplatzverlust und Ausgrenzung bis hin zu Gefängnisaufenthalten – zu leiden hatten. Dieses kritische Drittel der Gesellschaft verkörpert für mich das soziale Immunsystem. Es gab Demonstrationen, die freien Medien wurden bedeutsamer und nahmen sich der Kritikerseite an, Gemeinschaften und Gruppen bildeten sich. Jene Medien und Gruppen spielen auch jetzt bei der Aufarbeitung noch eine wichtige Rolle. Bis heute erhalte ich Danksagungen von Menschen, die ich mit meinem Wissen als Psychoneuroimmunologe in dieser krisenhaften Zeit unterstützen konnte.
Die Coronazeit setzte zahlreiche Bildungsprozesse und Forschungsarbeiten in Gang, denn man suchte und sucht weiterhin auf allen Ebenen nach Erklärungen für das Gesamtphänomen. Dabei beteiligten sich große Teile der Bevölkerung an diesem Wissenserwerb. Das politische und wissenschaftliche Interesse verstärkte sich vor allem beim engagierten Drittel der Kritiker. All das spricht dafür, dass unser soziales Immunsystem, ja man könnte hier auch von einem kulturellem Immunsystem sprechen, funktioniert. Man sollte das ernst nehmen und würdigen, denn unser soziokulturellles Immunsystem ist ein Teil des hilfreichen und gesundheitsförderlichen Gesamtimmunsystems.
Sie sprechen von einer «Maschinenmedizin», die einem mittlerweile fast Angst macht?
Ja, die «Maschinenmedizin», also die moderne Schulmedizin, wie wir sie fast alle schon erlebt haben, kann zwar in akuten Fällen lebensrettend sein und Schlimmeres verhindern, aber sie sieht zumeist nur den Körper, nimmt dem Patienten jegliche Eigenverantwortung und bringt ihn in eine Art ohnmächtige Abhängigkeit. Kaum jemand verlässt heutzutage ein Krankenhaus, ohne ein Gefühl von Angst und Ausgeliefertsein erlebt zu haben. In meinem Buch dienen die Schilderungen einer jungen Patientin als Fallbeispiel für den entmenschlichten Umgang in der Medizin. Auch Vorbeugung kommt in einem solchen System zu kurz. Dazu braucht es einen ganzheitlichen, einen salutogenetischen Zugang. Das heisst, Patienten können mit der Einbeziehung psychischer und sozialer Aspekte in ihrem Gesundheitsverhalten selbstwirksam werden und den Genesungsprozess in Eigenregie vorantreiben. Und diese Selbstwirksamkeit stärkt nachgewiesenermassen auch das biologische Immunsystem. Durch meinen integrativen Forschungsansatz konnte ich beispielsweise belegen, dass eine ehemalige Krebspatientin durch komplementär- und alternativmedizinische Techniken, Tai Chi, Jin Shin Jyutsu, Physiotherapie, Energiemedizin, Chorsingen und Klavierspielen, ihre Entzündungswerte, ja sogar den Wert ihres Krebsmarkers, verringern konnte.
Haben Sie einen wirksamen Gesundheitstipp für uns?
Ich empfehle das Positiv-Tagebuch. Reflektieren Sie jeden Abend, was Sie tagsüber erlebt haben, und notieren Sie sich die Ereignisse, die für Sie eine positive Bedeutung haben. Dieses kleine Ritual wird Ihnen bewusst machen, dass eigentlich in jedem Tag «Rosinen» zu finden sind. Wenn Sie dranbleiben, wird sich Ihre Gestimmtheit langfristig heben und das wiederum dürfte sich auch in Ihren physiologischen Parametern niederschlagen. Natürlich halte ich auch viel von Psychotherapie. Dadurch können wir das psychische Immunsystem von altem Ballast und eingefahrenen Mustern frei räumen, damit es endlich wieder in unserem Sinne arbeiten kann. Das kann durchaus schon sehr früh Sinn machen. Selbst wenn Kinder oder Jugendliche psychische Probleme haben, darf man vor einer psychotherapeutischen Intervention nicht zurückschrecken. Dabei sollte man aber bedenken, dass dahinter sehr häufig die Eltern mit ihren eigenen Problemen stehen. Ich würde die Eltern deshalb immer ermutigen, selbst therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen und nicht nur das eigene Kind vorzuschicken.
Immunsystem neu gedacht. Wie psychische und soziale Faktoren unsere Gesundheit stärken
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Dr. Christine Born ist Autorin und freie Journalistin.
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Eines nie ohne das andere…. das nennt man echte Ganzheitsmedizin. Warum das nicht einmal heute in die Köpfe der Leute passt, ist mir schleierhaft… vermutlich eben deswegen, weil jede Seite absolut Recht haben und absolut gut verdienen will. Traurig.
…anzufügen wäre vielleicht noch, dass seelische Grausamkeiten (bei Corona wohl zur Genüge passiert), Spott und Häme oder Isolation, sprich das Treiben in die Einsamkeit, Menschen zum „Absterben“ bringen kann. Alleine davon kann das Immunsystem soweit zerstört werden, dass auch keine Therapie mehr greift.
Böse Menschen, maligne Narzissten und Soziopathen wissen das wohl am besten…. wie auch sehr viele gewaltbetroffene Frauen und Kinder… es müssen nicht unbedingt (nur) Schläge sein… es geht auch anders.
Probieren geht über studieren sagte man früher.
Handschellen schenken
Was nützt dem Menschen all sein Geld,
wenn es ihm an Gesundheit fehlt?
Ist die Behandlung erster Klasse,
bittet man kräftig ihn zu Kasse
und spritzt ihm obendrein
ein Gengift in die Blutbahn ein.
Wird Mensch davon zu einem Kranken,
sollte er sich beim Arzt bedanken,
zusätzlich beim Lumpengesindel,
das reich wird vom Coronaschwindel,
auch wenn die Konten überquellen,
schenken dazu ein Paar Handschellen.
Ich nehme nicht wahr, dass „unser soziales Immunsystem […] funktioniert“. Stattdessen nehme ich wahr, dass die Unzufriedenheit überall zulegt. Das wäre eher mit einem Fieberzustande zu vergleichen.
Fieber ist der erste Weg zur Heilung werter Jan!
„Wenn wir unser Immunsystem verstehen, können wir es stärken.“ Ja gut, aber wenn es gar keins gibt, Herr Prof. Dr. Schlaumeier?
Das Immunsystem existiert nicht. – https://substack.com/@francesleader/note/c-191439933
Warum denn gleich so abwertend gegenüber Herrn Schubert? Dann stärken sie eben die Entschlackung, die Entgiftung, die Lymphen usw. Bei mir treten sie dabei offene Türen ein. Mit orthomolekularen Zusatzstoffen oder mit Kräuterauszügen, deren Produkte ich täglich einnehme. Mir geht es dabei blendet, meinem Hausarzt jedoch weniger, weil er es nicht verstehen will, kann oder darf. Körper und Geist ist aber auch eine Einheit, und diese Einheit kann man ruhig gemeinsam mit betrachten. Negative Gedanken fördern negative Ereignisse im Umfeld und im Körper!
Ich stimme ihm durchaus zu, allerdings kann man nicht jede Krankheit allein mit Stärkung des Immunsystems heilen. Glaube auch nicht das er das aussagen möchte? allerdings entsteht der Eindruck.
Am vergangenen Donnerstag, den 29.1.2026, hat in Berlin die sogenannte – deutsche – Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ stattgefunden. Das Thema für diesen konkreten Tag lautete „Balance von Exekutive und Legislative/Rolle der Opposition“, wofür unterschiedliche Teilnehmer eingeladen wurden.
Der Sachverständige der AfD und Datenanalyst, Tom Lausen, geriet mit der Kommissionsvorsitzenden Franziska Hoppermann (CDU) aneinander, als er versuchte, Zitate von Mitgliedern der damaligen Regierung einzubeziehen, die Maßnahmen- und Impfkritiker während der Coronakrise verunglimpften. Damit wollte er eine Frage an den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen kontextualisieren. Hoppermann hat ihn mehrmals daran gehindert und ihm immer wieder damit gedroht, sein Mikrofon abzuschalten.
Mich erinnert dieses Machtgefällesetting & der schnarrende Ton, inklusive Botschaft, der Mikrofon-abdrehen-wollenden Kommissionsvorsitzenden an Freislers`sche Volksgerichtshofinszenierungen.
Skurriles, politisches 2026 – der Sachverständige der leitmedial igitt-verbrämten AfD wird vom angeblich guten „Wertewestlichen System“ mit Häme, Aggression und Befangenheit geschulmeistert.
Und es ist damit darauf anlegt, den Sachverständigen zu demütigen und ihn weitgehend seines Rechts zum Referieren zu berauben.
Mit der Conclusio, wer jetzt faschistisches Verhalten spiegelt, der Sachverständige oder die Kommissionsvorsitzende, komme ich zum Bezug auf den gegenständlichen Artikelinhalt:
Meiner gegenwärtigen psychoneuroimmunologischen Befindlichkeit: Ob sie gut oder schlecht ist…
Diese Methode ist sicher nicht geeignet, gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen.
Richtig! – In einer intakten Demokratie, in einem funktionierenden Rechtsstaat, vor dem Hintergrund einer kontrollierenden 4. Gewalt wäre erstens der Coronaepochenbetrug nicht möglich gewesen.
Und zweitens, trotzdem, wenn ja, würden aufgrund der mittlerweile bekannten Tatsachen unabhängige Gerichte all die dafür Verantwortlichen – von der skrupellosen Pharmamafia über den korrupten Genehmigungsapparat, über die willfährigen übrigen Vernichtungsprofiteure bis zu jenen 1000enden Vollzugsmedizinern und -nichtmedizinern – die nie genug bekommen – für lange Zeit in den Knast schicken!
Und die Geschädigten, inklusive die Angehörigen der zu Tode gekommenen mit Millionenzahlungen – was – entschädigen?
Kann man das Ausmaß dieses Pharmakriminalfalls überhaupt entschädigen ???