Die Krise in Frankreich ist nicht nur finanzieller, sondern auch struktureller Natur, da seit den Jahren unter Sarkozy private Interessen gegenüber nationalen Interessen bevorzugt wurden.
Alte europäische Mächte. In den letzten Jahrzehnten war Deutschland der wirtschaftliche Motor Europas, während Frankreich dessen politisches, kulturelles und militärisches Herz war. Politisch aufgrund seiner ausgleichenden Rolle und seines ständigen Sitzes im UN-Sicherheitsrat, kulturell aufgrund seiner universalistischen Vision und militärisch aufgrund seines Status als Atommacht. Zusammen mit dem Vereinigten Königreich hat die republikanische Republik Frankreich in Abstimmung mit der Militärmacht der USA ihre Macht über ganz Europa aufrechterhalten und ausgeübt.
Heute jedoch wird Frankreich zunehmend als Grund zur Sorge angesehen.
Gehen wir Schritt für Schritt vor. Zunächst einmal betrachten die Finanzmärkte das Land als fragil und instabil, wobei der Fokus auf seiner seit 50 Jahren höchsten Verschuldung und den wenig vielversprechenden wirtschaftlichen Aussichten liegt. Diese Krise ist auch politischer Natur: Die Franzosen haben das Vertrauen sowohl in die Regierung als auch in die Opposition verloren und sind überzeugt, dass die herrschende Klasse die grundlegenden Interessen der Nation verraten hat und sich zu einem Sprachrohr für europäische und amerikanische Finanzinteressen degradiert hat.
Der ehemalige Premierminister François Bayrou forderte nach Rücksprache mit dem Élysée-Palast eine Vertrauensabstimmung über das Haushaltsgesetz 2026, das Kürzungen in Höhe von 44 Milliarden Euro vorsah. Die Nationalversammlung lehnte den Vorschlag ab, was zum Sturz seiner Regierung und zur raschen Ernennung von Sébastien Lecornu zum neuen Premierminister führte. Emmanuel Macrons Entscheidung, die Auflösung der Nationalversammlung oder ein Referendum abzulehnen, ermöglichte es ihm, eine Volksabstimmung zu vermeiden – eine wichtige Entscheidung für einen Präsidenten, der nur eine Zustimmungsrate von 17 % genießt.
Bei den Parlamentswahlen 2024 gewann die Neue Volksfront 182 Sitze, Ensemble (Macrons Block) 168 und Rassemblement national 143. Die Wahlbeteiligung lag bei über 67 % und war damit die höchste seit 1981.
Auf der Regierungsseite war Élisabeth Borne 20 Monate lang Premierministerin (Mai 2022 bis Januar 2024), gefolgt von Gabriel Attal (Januar bis September 2024), der etwa acht Monate im Amt blieb. Nach den vorgezogenen Wahlen war die Regierung unter Michel Barnier nur von kurzer Dauer und wurde zunächst durch Bayrou und dann durch Lecornu ersetzt. Diese Instabilität spiegelt die politische Zersplitterung und die Unmöglichkeit wider, solide Mehrheiten zu bilden.
Lecornu erbte eine komplexe wirtschaftliche Lage: 3,345 Billionen Euro Schulden, hohe Arbeitslosigkeit, insolvente Unternehmen und eine zunehmende Verarmung der Arbeiterklasse. Macron hat in seinen beiden Amtszeiten das Problem verschärft, indem er die Verschuldung erhöht und öffentliche Dienstleistungen abgebaut hat, um sie durch teure private Berater wie McKinsey zu ersetzen.
Einige Beobachter, beispielsweise aus dem Umfeld des Arbeitgeberverbands Medef, vergleichen Frankreich mit Griechenland während der Krise von 2007-2008, als die Märkte weiterhin Geld verliehen, die Panikmache zunahm und die Gefahr eines Zusammenbruchs drohte. Frankreich ohne den CFA-Franc ist nicht mehr das, was es einmal war, wie wir alle wissen.
Die Krise in Frankreich ist nicht nur finanzieller, sondern auch struktureller Natur, da seit den Jahren unter Sarkozy private Interessen gegenüber nationalen Interessen bevorzugt wurden. Macron hat diesen Kurs fortgesetzt und über 200 Milliarden Euro an öffentlichen Transferzahlungen an große Unternehmen geleistet, ohne dass dies konkrete Vorteile für die Gesellschaft gebracht hätte.
Die offizielle Darstellung, dass Frankreich „über seine Verhältnisse lebt”, lässt oft wichtige Indikatoren wie den Bevölkerungsrückgang außer Acht. Unterdessen wird das vom Nationalen Widerstandsrat nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene Sozialsystem schrittweise abgebaut. Die tägliche Realität für die Bürger ist der Rückzug des Staates: Krankenhäuser, Schulen und Sicherheit verschlechtern sich, der Drogenhandel breitet sich sogar in den Provinzen aus, die Korruption nimmt zu. Viele fragen sich, was Macrons eigentliche Strategie ist, da er sich offenbar auf Angst und Spaltung konzentriert.
Auf dem Weg zum Krieg
In den letzten Jahren waren französische Plätze Schauplatz massiver Mobilisierungen:
- September 2024: etwa 160.000 Menschen in Paris und über 300.000 im ganzen Land bei Demonstrationen, die von La France Insoumise organisiert wurden.
- 1. Mai 2025: Die CGT schätzte die Zahl der Teilnehmer bei 270 Demonstrationen in ganz Frankreich auf 250.000.
- 10. September 2025: „Bloquons tout” (Lasst uns alles blockieren), 175.000 Demonstranten, 473 Festnahmen und mehr als 800 Blockaden und Märsche.
- 18. September 2025: Generalstreik mit etwa 500.000 Teilnehmern laut Regierung und über 1 Million laut Gewerkschaften.
Diese Zahlen verdeutlichen die wachsenden sozialen Spannungen und eine zunehmend ausgeprägte Unzufriedenheit mit den Institutionen. Ein solcher sozialer Druck kann nicht lange anhalten.
Die Ernennung von Lecornu, dem ehemaligen Verteidigungsminister, bestätigt Macrons Schritt in Richtung einer „Kriegswirtschaft“ im Einklang mit den Forderungen der NATO und der EU, die Militärausgaben auf 5 % des Haushalts zu erhöhen. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung Verlust der nationalen Autonomie, wobei sogar vorgeschlagen wird, den Sitz Frankreichs im UN-Sicherheitsrat und seine Atomstreitmacht mit der Europäischen Union oder Deutschland zu teilen.
Das einzige positive Element bleibt die Anerkennung des Staates Palästina, wenn auch ohne konkreten Plan.
Wenn Macron will, dass Frankreich die Märkte aus den richtigen Gründen beunruhigt, sollte er sich auf produktive Investitionen, die Erneuerung der Infrastruktur, die Stärkung der öffentlichen Dienste und die Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten und der SCO konzentrieren, ganz im Sinne der gaullistischen Tradition von „détente, entente et coopération”. Andernfalls riskiert er, viel früher als erwartet von der Bildfläche zu verschwinden.
Tatsächlich bereitet sich Frankreich jedoch auf einen Krieg vor, einen Krieg, mit dem seit Jahren geprahlt wird.
Am 14. Juli, dem Nationalfeiertag, nahm die Parade auf den Champs-Elysées hinter den nationalen Feierlichkeiten einen martialischen Charakter an: Kriegsbrigaden und kampfbereite Truppen sendeten eine klare Botschaft an diejenigen, die Europa bedrohen. Präsident Macron betonte, dass die Freiheit Frankreichs seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie so bedroht gewesen sei. Gleichzeitig wurde die Revue Nationale Stratégique aktualisiert, die einen möglichen groß angelegten Krieg in Europa innerhalb der nächsten fünf Jahre prognostiziert. Macron identifiziert vier globale Trends: die anhaltende Bedrohung durch Russland, die zunehmende Geschwindigkeit und Gewalt von Konflikten, den wachsenden Einsatz von Militärtechnologien wie KI und Drohnen sowie die Unsicherheit in den europäischen Allianzen.
Das Vertrauen in die NATO hat sich geschwächt, seit Trump erklärt hat, dass das Engagement der USA nicht automatisch ist, und einen unilateralen und protektionistischen Ansatz bevorzugt. Die Vereinigten Staaten verfolgen ihre eigenen Interessen unter dem Motto „America First“ und legen den Schwerpunkt auf Sicherheit, Wirtschaft und Wettbewerb mit China, ohne ihre globale Rolle aufzugeben, aber den Multilateralismus zu ignorieren.
Dies markiert die Krise der UNO und der Gründungsprinzipien des Völkerrechts, die auch durch Russland und die Vereinigten Staaten bedroht sind, wenn sie deren Interessen bedrohen. Ohne multilaterale Institutionen kehrt das Recht des Stärkeren zurück. Angesichts dieses „globalen Dschungels“ beschleunigt Macron die militärische Verstärkung Frankreichs, um Sicherheit und internationale Abschreckung zu gewährleisten.
Die Frage ist: Wie lange wird diese Spannung anhalten, bevor sie sich zu einer sozialen Krise entwickelt?
Der Artikel erschien zuerst auf Englisch. Übersetzung TKP mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Lorenzo Maria Pacini, Assoc. Professor für politische Philosophie und Geopolitik, UniDolomiti von Belluno. Er ist Berater für strategische Analyse, Nachrichtendienste und internationale Beziehungen.
11 Kommentare
Nicht nur Frankreich, ganz EUdSSR taumelt. Das Böse Medium brachte gestern den Artikel „Warum lässt sich Deutschland von Polen demütigen?“ über die Streitigkeiten Polen/Buntschland, vor allem um die NordStream-Sprengung. Ich lese dort die gleiche These, die kürzlich Röper brachte – in Westeuropa (insbesondere Buntschland) beginnt bereits die Suche nach dem Schuldigen für das Banderastan-Abenteuer.
Wenn Polen 1,3 Billionen „Reparationen“ aus Buntschland will, vielleicht sollte Westeuropa 5-10 Billionen Reparationen aus Polen für den neuesten Krieg fordern?
Ungarn redet wie so oft Tacheles: „… „Nach Ansicht von Donald Tusk ist es zulässig, Gaspipelines zu sprengen. Diese Aussage ist schockierend und wirft die Frage auf: Welche Sprengungen können noch als akzeptabel angesehen oder sogar gefördert werden? Eines ist jedoch klar: Wir brauchen kein Europa, in dem Regierungschefs den Terroristen zur Seite stehen“, erklärt der ungarische Außenminister Péter Szijjártó. …“
Ich liebe Frankreich sehr, aber die Deutschen hätten sich nach dem 1. Weltkrieg nicht so schnell daraus zurückziehen dürfen im Vertrauen auf einen fairen Ausgang. Dadurch haben die Franzosen überhaupt nichts vom Wirtschaften lernen können, sondern hernach vom deutschen Rückzahlungskredit gelebt. Ähnlichkeiten zu den USA nach dem 2. Weltkrieg sind rein zufälliger Natur… (Achtung Sarkasmus!)
Die europäische Krankheit ist der wuchernde Linkssozialismus und die Planwirtschaft verbunden mit dem Rückbau der Meinungsfreiheit und der bürgerlichen Rechte.
Die ganze Eurozone wird bald in Schwierigkeiten geraten bzw. die gesamte westliche Welt mit ihrem Finanz- und Wirtschaftssystem! Ob Frankreich der Sargnagel ist oder nicht, spiel keine Rolle mehr. Die Staatsschulden haben ein Ausmaß angenommen, welches nicht mehr zurück gezahlt werden kann! Seit der Dotcom-Krise 2000 versuchen die Zentralbanken mit noch mehr Geld das Schiff noch gerade über Wasser zu halten. Der Grat wird jedes Jahr schmaler und die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten! Wir sehen schon die Vorboten, Gold steigt in ungeahnte Höhen, die Staatsschulden kennen auch nur eine Richtung … nach oben, und die Wirtschaft geht immer mehr zurück. Außerdem sind die Menschen unzufrieden wie noch nie!
Am Ende wird es noch hässlich werden, wenn sich dann alles entladen wird! Irgendwo eine Mixtur aus Bürgerkriegen und Weltkriegsszenario mit zusammenbrechenden Märkten und starker Geldentwertung der Währungen.
…und Langer Erklärungen kurzer S I N N:
W e n n sich Der Westen ab 2030 noch als M U S E U Ms-dorf für Milliarden von TouriAsiaten erhalten kann – ist schon V I E L gewonnen 😉
Wer garantiert, dass die Aufrüstung sich gegen Putin richtet und nicht gegen die eigenen Leute?
Alle werden in Schwierigkeiten geraten. Alle SOLLEN in Schwierigkeiten geraten ‼️Das ist der Plan. Über Frankreich schwebt schon lange der Pleitegeier. Linke Politik unter hochherrschaftlichen Ansprüchen. Siehe Macron. Ein Sozialist im „Rothschild-Gewand“. Alle sollen sparen, aber Monsieur leistet sich ein teures Porzellan-Service für seinen Palast auf Staatskosten. Wir fleißigen Deutschen sind nur mit Hartnäckigkeit und Massenmigration, mit Verschwendungssucht, Spendierhosen und Billiardenkredit in die Knie zu zwingen…Aber irgendwann klapptˋs auch bei uns…sind wir pleite „helfen“ uns die guten Globalisten…🤮
Mein Opa hat immer gesagt: Frankreich ist das Unglück Europas!
Naja, die Schuldenpolitik explodiert überall. Der Point of no Return wurde schon vor vielen Jahren erreicht. Nun sind auch schon lange die Zinsen nicht mehr bezahlbar. Auch dafür werden neue Schulden gemacht…
Schulden aufzunehmen, um die Wirtschaft in Zeiten der Rezession anzukurbeln, die mitunter ja von „außen“ verursacht sein kann, wegen irgendwelcher Turbulenzen am Rohstoffmarkt zB., ist ja durchaus gut und richtig. In Zeiten der Hochkonjunktur aber sollte man sparen, auch der Staat – bei sich selbst nämlich, Schuldenntilgen, in der Verwaltung sparen, Steuern senken, was übrigens auch die Konjunktur belebte. Aber unter „Sparen“ verstehen die Heinis ja, das Volk soll den Gürtel enger schnallen. Der Staat nimmt mehr ein und soll das Geld nicht für seinen Filz und unsinnige Projekte wie zB Radwege in Peru verpulvern. Im wesentlichen funktioniert das aber so nicht, weil die Politik auch in Zeiten der Hochkonjunktur weitere Schulden verursacht. Sie leben in Saus und Braus und urassen. Doch kommt das Geld nie beim „kleinen Mann“ an. Es wandert über Subventionen in den Rachen des Großkapitals, das auch alle Marionetten dirigiert. Es ist ein einziger verhaberter Freinderlfilz, der auch in die widerliche Kunstszene hineinreicht und natürlich auch ins Staatsfernsehen und in die Journalistenbagage, die Schmierfinken der Macht, die Schreibhxren. Alle sind gekauft und feiern ihre ekeligen Orgien, s. Olympiade in Paris. Nur das arme Volk darbt. Zur Zeit hat man es besonders auf die Babyboomergeneration abgesehen. Die Pensionisten werden geschröpft, weil sie sich nicht wehren können, ebenso wie sie zwangsgeboostert werden, was ja auch zur“Pensionsreform“ zählt, aber bitte nur nicht die Pensionen der Bonzen anrühren. Die steigen jährlich um ein Mehrfaches der hausgemachten Inflation an…Ja, die Pensionen kosten dem Staat ganz schön viel. Et l’etat, c’est moi..
Ich schätze, zum Filz, der ein Nebenprdukt der repräsentativen Demokratie ist (die irre viel für den Stimmenkauf verschwendet), zählt mind. der halbe Staat, ein Viertel sind „Schutzsuchende“ und „Fachkräfte“, die Mehrfachrenten beziehen, und ein Viertel muss arbeiten und darf im Winter frieren.
Sobald der Mittelstand ruiniert wird, ist der Staat nicht mehr sanierbar. Denn der Mittelstand ist die Melkkuh der Nation. Und diese sollte man nicht schlachten. Aber genau das geschieht in den letzten Jahren. Alles wandert in den Rachen der Großkonzerne und in den ihm dienenden stinkigen fauligen Filz. Man kann ihn nicht anzünden, weil er ist feucht wie ein Sumpf. Man müsste ein paar Nüsschen in ihm zünden… Platsch! ;-)
Ohne Mittelstand gibt es keine Einnahmen mehr für den Sozistaat..Der Staat kann sich sein Budget nicht mehr leisten. Die Steuererhöhungen und die Arbeitslosigkeit verarmen die Menschen immer mehr. Die Infrastruktur bröckelt, Brûcken stûrzen ein, der Müll sammelt sich auf den Straßen, das Gesundheitssystem bricht zusammen…jedoch das Heer wird noch erhalten, denn man braucht es, um es gegen das eigene Volk zu hetzen, Aufstände drohen…
Nein, die rüsten nicht gegen die Russen, sondern gegen uns.
Niemand kann die Pleitestaaten noch retten, auch die verbotene Opposition nicht, weder die AfD, noch Le Pen, noch Wagenknecht, noch Kickl, Farage… etc. Es ist alles zu spät. Und im Gegensatz zur Sowjetunion und dem Ostblock, der auch wegen der totalen Pleite zusammenbrach, wird uns niemand helfen wie wir es damals taten. Ich glaube kaum, dass uns jetzt der Osten wieder auf die Beine hilft und aufpäppelt. Tja, das ist die Folge der Schuldenpolitik… es macht schon Sinn, dass man rechtzeitig darauf schaut, dass mas hot, wenn mas braucht…
„Frankreich wird bald in Schwierigkeiten geraten … Frankreich ohne den CFA-Franc ist nicht mehr das, was es einmal war, wie wir alle wissen … Wenn Macron will, dass Frankreich die Märkte … beunruhigt, sollte er sich auf produktive Investitionen, die Erneuerung der Infrastruktur, die Stärkung der öffentlichen Dienste und die Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten und der SCO konzentrieren, ganz im Sinne der gaullistischen Tradition von „détente, entente et coopération”
Frankreich ohne sein Kolonialreich, das ihm abhanden gekommen ist und weiter schwindet („Neukaledonien“), „ist nicht mehr das, was es einmal war“: billige Rohstoffe und Arbeitskräfte sind weg, woher die Mittel nehmen für „produktive Investitionen, die Erneuerung der Infrastruktur“? Natürlich bei der arbeitenden Bevölkerung in Frankreich, wo denn sonst?
Der „Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten und der SCO [Shanghai Cooperation Organisation]“ steht die Westbindung der herrschenden Klasse im Weg, die längst von der Orientierung de Gaulles auf die Souveränität des Landes abgekommen ist und den NATO-unterwürfigen „deutschen Weg“ Adenauers und Co. geht, eingeleitet zu Mitterands Zeiten …
Die Hauptursachen der aktuellen Krise werden leider auch in diesem Artikel nicht angesprochen.
Es ist das fundamentale Fehlurteil der neoliberalen Wirtschafts- und Sozialpolitik zur Verschuldung des Staates. Es ist ein Fehlmanagement des Euros, welches wettbewerbsverzerrende divergierende Inflationsraten der Mitglieder nicht verhindert hat, es ist ein grobes Versagen der gesamtwirtschalftlichen Problemanaylse zugunsten einer methodisch falschen mikroökonomischen Betrachtung. Das alles führt zu einer vollkommen falschen Einschätzung der Ursachen der Staatsverschuldung, welche auf strukturell ausgelösten Nachfragedefiziten sowie einer erheblichen Dysbalance der Zahlungsbilanzen beruht. Es gibt keine prosperierende Wirtschaft ohne Schulden, wenn gleichzeitig etwa in Deutschland durch Sparen eine Nachfragelücke von 300 Milliarden jährlich entsteht.
Wenn nun alle Sektoren der Wirtschaft sparen wollen, kommt es zur massiven Rezession. Der Staat muss sich verschulden, wenn das Ausland das nicht mehr kann. Das sollte zuerst mal Deutschland begreifen, dass durch falsch verstandenes Lohndumping mit konsekutiven Exportüberschüssen die Stabilität des Euros schwer angegriffen und seine Nachbarn, u.a. Frankreich in die Verschuldung getrieben hat. Ohne massive Verschuldung des Staates wird es nichts werden mit der Konjunkturankurbelung. Eine idiotische und ideologiegetrieben Energiepolitik sowie bürokratische Wachstumsbremsen kommen additiv noch oben drauf, spielen aber kausal nicht die Rolle, die ihnen von den marktradikalen Schmalspurökonomen ohne makroökonomischen Durchblick zugeschrieben wird. Auch die AFD wird nichts verbessern, sondern Deutschland und die Eurozone noch tiefer in die Rezession treiben.
Soziale Spannungen und Nepotismus zwecks Machterhalt können tatsächlich auf ökonomische Minderperformance zurück geführt werden und dazu trägt die falsche Konstruktion des Euro entscheidend bei!
Dazu kommen aber weitere Problemfelder: Die Investition Deutschlands in eine infunktionale Solar- und Windtechnik, der Green Deal, der keinen Return ermöglicht, nur Abgaben und Subventionen, die Investition von der Leyens in einen Krieg, in dem es nichts zu gewinnen gibt, im besten Falle was man vorher gehabt hat, die Investition in Spritzen, die maximal den Erhalt des status quo versprechen, jahrelange Lockdowns, der Bevölkerungsrückgang und das Wichtigste zuletzt: Der Mangel an billiger Energie.
Im EU-Umfeld irrlichtert die Idee umher, dass ein Krieg oder eine Krise der EU zu einem Aufschwung verhelfen könne – wers denn glaubt?
Dazu kommt die langsame Abschottung der BRICS, die ihre Ressourcen selbst nutzen. Damit stehen Dollar/Euro nur ein verringertes Warenangebot gegenüber, die Kaufkraft sinkt.
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