Krieg um Geoengineering

28. Mai 2025von 3,1 Minuten Lesezeit

Die technologische Wettermanipulation ist alles andere als eine „Verschwörungstheorie“. Tatsächlich wurde vor ein paar Jahren noch offen darüber debattiert. Was ist seither passiert?

Besonders in den USA ist eine breitere Debatte über Geoengineering entbrannt. Mehrere Bundesstaaten versuchen, die Technologie per Gesetz zu verbieten, Gesundheitsminister Kennedy spricht offen über diese Praxis und lässt sie untersuchen. Die vorherrschende Meinung und ihre Medien verweigern hingegen, vor allem in Europa, jeglichen Diskurs. Ein Blick ins Archiv zeigt jedoch, dass dies nicht immer so war.

Es ist nicht lange her, dass der Begriff „Verschwörungstheorie“ weitaus vorsichtiger verwendet wurde. So erschienen etwa 2012 zwei Leserbriefe im britischen Guardian, die unter dem Titel „Krieg um Geoengineering“ beworben wurden. Der ehemalige britische Abgeordnete Andrew Bridgen, der 2023 wegen seiner Kritik an Covid-19-Impfstoffen aus der Konservativen Partei ausgeschlossen wurde, machte auf diese Texte aufmerksam.

Hier die zwei Leserbriefe an den Guardian, die vor 13 Jahren (!) erschienen sind:

Nur wenige im zivilen Sektor sind sich darüber im Klaren, dass Geoengineering in erster Linie eine militärische Wissenschaft ist und nichts mit der Kühlung des Planeten oder der Senkung der Kohlenstoffemissionen zu tun hat (Bericht vom 6. Februar). Auch wenn es fantastisch erscheint, ist das Wetter zur Waffe geworden. Mindestens vier Länder – die USA, Russland, China und Israel – verfügen über die Technologie und die Organisation, um das Wetter und geologische Ereignisse regelmäßig für verschiedene militärische und geheime Operationen zu verändern, die mit sekundären Zielen verbunden sind, darunter Bevölkerungs-, Energie- und Agrarressourcenmanagement.

Die Kriegsführung umfasst heute die technologische Fähigkeit, Wirbelstürme, Erdbeben, Dürren und Überschwemmungen auszulösen, zu verstärken oder zu steuern, einschließlich des Einsatzes polymerisierter viraler Aerosole und radioaktiver Partikel, die durch globale Wettersysteme transportiert werden. Verschiedene Themen in der öffentlichen Debatte, darunter die globale Erwärmung, wurden leider unter weitaus umfassendere militärische und kommerzielle Ziele subsumiert, die nichts mit den allgemeinen Umweltbelangen der Öffentlichkeit zu tun haben. Dazu gehört die schrittweise Erwärmung der Polarregionen, um die Schifffahrt und die Rohstoffgewinnung zu erleichtern.

Matt Andersson

Ehemaliger leitender Berater, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung, Booz Allen Hamilton, Chicago

Richard Mountford (Letters, 8. Februar) meint, Investitionen in Geoengineering seien notwendig, weil „die Wählerschaft die radikalen Änderungen ihres Lebensstils, die eine signifikante Emissionssenkung erfordert, nicht unterstützt“. Da hat er nicht ganz unrecht, aber ich würde die Änderungen des Lebensstils, die z. B. im Bericht „Zero Carbon Britain“ des Centre for Alternative Technology vorgeschlagen werden, für wesentlich milder halten als einige der Maßnahmen, die Politiker ihren Wählern bereits auferlegen – wie z. B. die Abschaffung des öffentlichen Nahverkehrs in ländlichen Gebieten oder den Zwang für junge Menschen, ohne Bezahlung zu arbeiten. Politiker scheinen kein Problem damit zu haben, drakonische Maßnahmen zu verhängen, wenn sie in ihre Ideologie passen oder wenn sie sich auf höhere Gewalt berufen können.

Ich sehe keine Möglichkeit, Ersteres in Angriff zu nehmen, solange wir die Qualität unserer Demokratie nicht verbessern. Letzteres könnte jedoch durch die Einrichtung eines „Grünen IWF“ in Angriff genommen werden, der seine Kredite an verschiedene Bedingungen knüpfen würde, wie z. B. eine Kombination aus dem Ausbau öffentlicher Dienstleistungen (einschließlich des öffentlichen Verkehrs) und der Einschränkung der Ausgaben für Konsumgüter.

Simon Norton

Cambridge

Könnten diese Texte heute noch in Zeitungen wie dem Guardian erscheinen? Urteilen Sie selbst.

Bild „Aerosol Geoengineering“ by jacques.fou is licensed under CC BY-ND 2.0.

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US-Gesundheitsministerium untersucht Geoengineering

Geoengineering-Debatte in den USA erreicht neuen Höhepunkt



 

10 Kommentare

  1. bekir 31. Mai 2025 um 19:39 Uhr - Antworten

    Tom-Oliver Regenauer hat auf Manova.news einen Zweiteiler zum Thema „Wetter als Waffe“ veröffentlicht.
    Teil erschien bereits vor zwei Jahren; nun auch Teil 2 (mit Schwerpunkt auf den letzten zwei Jahren):

    https://www.manova.news/artikel/wetter-als-waffe
    https://www.manova.news/artikel/wetter-als-waffe-2

  2. Daisy 29. Mai 2025 um 7:18 Uhr - Antworten

    Begonnen hat das mit den Regentänzen der Hopi-Indianer. Wettermanipulation ist ein alter Menschheitstraum. Schon Meteorologica befasste sich in seiner Meteorologica mit Wasserverdunstung, Erdbeben und anderenWetterphänomene… Schon in der Antike wollte man das Wetter,,auch Erdbebeb, berechnen. Doch zumeist wurde es als Kommunikation der Götter betrachtet.

    Was dem Menschen möglich ist, das tut er auch. Keine Ethik oder Moral können ihn bremsen. Und ist es in der 1. Welt nicht erlaubt, sucht man sich arme Länder wie zB die Ukraine und afrikanische Staaten, um dort die Experimente durchzuführen, die bei uns verboten sind. Dort entstehen die Labore für Biowaffen, dort darf man auch Menschen klonen, s. zB China, welches das Lieblingsland von Gäts und der WHO ist.
    Dürrenmatt schilderte dieses Problem der Verantwortung der Wissenschaft in „Die Physiker“. Es kommt auch im Terminator vor, wo der Wissenschaftler rasch noch seine Formel vernichtet, weil er begreift, was sie in der Zukunft anrichten wird. Doch ist das leider Sci-Fi. In der Realität wird alles getan und von den Hunderlmedien des Großkapitals, den durch die Bank linkswoken Journalisten, vertuscht und verschwiegen. Kritiker brandmarkt man als Verschwörungstheoretiker. Aber dass man bei so wenig Info paranoid werden muss, ist auch kein Wunder. Und wieder mal hatten die Verschwörungstheoretiker recht. Die Republikaner rücken langsam heraus mit der Wahrheit. Wer Chemtrails verbieten lässt, gibt damit ja zu, dass sie existieren.

    Doch Geoengineering betrifft nicht nur Chemtrails, auch das Sonnenverdunklungsprojekt von B.G. ist dazu zu zählen. Es ist ein total primitiv blxder Einfall, eine Art atomaren Winter zwecks Abkühlung der Erde zu erzeugen. Ein Hirnriss der Sonderklasse. A) kühlt es ohnehin ab, b) Kälte ist nicht die Lieblingstemperatur des Lebens, wir kommen ja aus Afrika, c) Pflanzen (Ernährung) brauchen Sonne und CO2 zum leben…. auch Menschen übrigens, um nicht depressiv und krank zu werden.

    Es wäre ja ein Segen, wenn man endlich zum Mars flöge. Dort könnte man ja Experimente dieser Art durchführen, s. auch „Total Recall“. Nur solange wird nur diese eine Welt hier haben, sollten wir sie tunlichst in Ruhe lassen mit dem Irrsinn. Und ists zum Mars noch zu weit, dann schießen wir diese geisteskranken „Physiker“ und Börsenspekulanten doch auf den Mond…

    • Daisy 29. Mai 2025 um 7:20 Uhr - Antworten

      Aristoteles –> befasste sich in seiner Meteorologica

    • Jurgen 29. Mai 2025 um 13:00 Uhr - Antworten

      Man braucht eben schon den Trance-Zustand dazu, um sich auf die Frequenz der Erde einzuschwingen, so um 7 Hz Gehirnfrequenz, das kann übrigens jeder richtige Schamane und man kann es auch am EEG deutlich sehen.

  3. Jurgen 28. Mai 2025 um 18:14 Uhr - Antworten

    Das Geoengineering wird tatsächlich von den Ölfirmen unterstützt, um das Klima kalt zu halten, um mehr Öl/Gas verkaufen zu können, als es bei wärmerem Wetter ginge. Zu dem gleichen Zweck haben die sogar die Klimalüge über das CO2 erfunden, um die Erträge über Zusatzsteuern (Klimazertifikate) nochmal deutlich weiter zu erhöhen. Exxon hat z.B. damals aus der Karlsruher Raffinerie einen Merger mit anderen Unternehmen (DEA, u.a) gemacht, als die 6-7 Milliarden DM Gewinn jährlich dem Konzern allein nicht mehr genügten – der Merger heisst heute MIRO und Exxon kassiert natürlich weiter mit, hat aber die Kosten verteilt.

  4. triple-delta 28. Mai 2025 um 17:32 Uhr - Antworten

    Ist denn schon „saure Gurkenzeit“? Dieser Beitrag enthält ja nur heiße Luft und bewegt sich exakt auf BILD oder focus- Niveau.
    Die Menschheit hat schlicht und einfach weder die Technologie, noch die Energie, um signifikant in meteorologische Prozesse einzugreifen. Bis jetzt hat noch niemand beide Punkte widerlegt.

    • Jan 29. Mai 2025 um 12:33 Uhr - Antworten

      Schönes Argument!

    • Jurgen 29. Mai 2025 um 12:58 Uhr - Antworten

      Das stimmt nicht ganz, sonst hätten wir kein Aluminium und Konsorten im Regenwasser…

      Homöopathie funktioniert auch umso stärker, je weiter verdünnt der Wirkstoff wurde.

  5. bekir 28. Mai 2025 um 17:27 Uhr - Antworten

    „Geoengineering in erster Linie eine militärische Wissenschaft ist“ – das wissen in der Tat viele oder die meisten nicht, obwohl es US-Regierungsseiten seit den 1990er offen darlegen: Die USA wollten bis 2025 das Wetter beherrschen. Nicht um bessere Ernten zu erzielen, sondern als militärische Waffe.

    https://tkp.at/2024/07/11/geoengineering-erschreckende-bestaetigung-und-enthuellungen/#comment-164206

    Wie weit sie gekommen sind, erfahren wir vielleicht im Rahmen der nächsten WHO-Alarm-Meldungen?
    (Die WHO will bekanntlich Pandemie- und Klima-Alarme in einer Hand – nämlich der eigenen – haben.)
    Das hat insbesondere für die USA den Vorteil, dass Naturveränderungen nicht als kriegerische Aktion eines bestimmten großen Landes erscheinen, sondern eben als Naturereignis.
    Oder hilfsweise sind „wir alle“ (als CO2-Ausscheider) die bösen Täter, die sich eins schämen sollen.

    Die Offenheit der o.g. US-Regierungsseite gilt natürlich nicht für die breiten Massen, d.h. für wahlentscheidende Volksstimmungen. Die öffentliche Meinung wird intensiv betreut und gepflegt.

    „Geoengineering“ wurde vor 10 – 20 Jahren noch schamhaft versteckt oder hinter der (wohl von den gleichen Kreisen lancierten) Sockenpuppe „Chemtrails“ als Thema aus der Welt der Verschwörungstheoretiker abgetan. Man vergleiche miteinander: die beiden Wikipedia-Artikel unter dem jeweiligen Namen; die Hui-und-Pfui-Strategie ist den aktuellen Artikel-Versionen noch heute anzumerken.

    Die Geheimniskrämerei wurde allerdings gelockert, als die Chinesen technisch immer mehr aufholten.
    Denn irgendwelche Katastrophen, die nach Geoengineering riechen, kann man jetzt den Chinesen in die Schuhe schieben – bei Corona wurde über Jahre hinweg ein wechselndes Virusquellen-Ping-Pong zwischen Tiermarkt Wuhan und Labor Wuhan schon als eine Art Langzeit-Ritual gepflegt.

    Inzwischen wird in Wikipedia so getan, als ginge es bei Geoengineering fast nur und ganz edel um die Klima-Rettung bzw. -Kühlung – Zwischenüberschrift „Abgrenzung zu Klimaschutz und -anpassung“.

    Den „Missbrauch zu militärischen Zwecken“ erwähnt der Geoengineering-Artikel in Wikipedia in einer Liste mit 22 Einträgen nur ganz kurz (auf Platz 15) – er war aber wohl der eigentliche Grund des jahrzehntelangen Versteckspiels, das in den 1950er oder 1960er Jahren begonnen hat.

    Gegen das Geheuchle vom rettend-kühlenden chemischen Sonnenschirm schlagen viele Wissenschaftler Alarm. Bei politischen Widerstand besonders interessant:
    Die Länder des afrikanischen Kontinents (die generell aufmüpfiger werden gegenüber den neokolonial agierenden abendländischen Sahibs) wenden sich gegen Geoengineering.
    https://www.project-syndicate.org/commentary/african-countries-warn-solar-geoengineering-dangerous-climate-distraction-by-yacob-mulugetta-et-al-2023-04/german

    Also gerade die Länder des (aufgrund Äquator-Nähe) heißesten Kontinents lassen sich nicht mehr den Bären vom angeblich notwendigen chemisch-atmosphärischen Sonnenschirm aufbinden.
    Es sind eben gebrannte Kinder – aber nicht gebrannt von Klima & Sonne, sondern von den Sahibs!

  6. Der Zivilist 28. Mai 2025 um 15:15 Uhr - Antworten

    Die Verlängerung der Regenzeit im american war gegen die Vietnamesen ist doch bekannt, das ist doch genug Beweis . . .

    Andererseits ist es – wie stets – nicht der technische Fortschritt, der böse ist, sondern das Problem ist der mangelnde gesellschaftliche Fortschritt. Die Verhinderung von Hochwasser und Dürren und Regen zur Unzeit durch Geo Engineering sind doch wunderbare Optionen, viel effizienter als Staudämme und ausgedehnte Bewässerungssysteme !

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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