Kickl und Orban unterzeichnen „Wiener Erklärung“

1. November 2024von 3,2 Minuten Lesezeit

Viktor Orban und Herbert Kickl haben eine „Wiener Erklärung“ unterzeichnet, in der sie wesentliche Vorstellungen ihre politischen Linie festhalten. 

Einige Stunden verbrachte Viktor Orban am gestrigen Donnerstag in Wien. Dabei besuchte er auch die FPÖ. Beide – Orbans Fidesz und die Freiheitlichen – sitzen in derselben „Patrioten für Europa“ EU-Fraktion. Kickl und Orban unterzeichneten dann eine „Wiener Erklärung“, die vor allem den linksliberalen politmedialen Komplex zur Empörung brachte.

„Brüssel soll Bedeutung verlieren“

Dabei geht es nicht so sehr um den Inhalt, sondern darum, dass von „Ungarn und Österreich“ gesprochen wird. Außerdem: Für Fotos posierte man nur vor zwei Fahnen. Neben der ungarischen und der österreichischen fehlte die Fahne der EU. Diese räumte man kurzerhand weg.

Bekanntlich ist Herbert Kickl und die FPÖ zwar stimmenstärkste Partei und größte Fraktion im Parlament, aber nicht in der Regierung. Abseits des Inhalts kann man hier vielleicht schon die Strategie erkennen, mit der die FPÖ künftig ihre Oppositionsarbeit machen wird. Österreich hat einen „Kanzler“, vermutlich Karl Nehammer, und einen „Volkskanzler“, Herbert Kickl.

Hier die Erklärung im Wortlaut:

Ungarn und Österreich bekräftigen hiermit ihre nachbarschaftliche Freundschaft sowie ihre geschichtlich und kulturell bedingte unerschütterliche Verbundenheit. Daraus begründen wir auch unseren gemeinsamen Willen, als Achse einer positiven Reform die Vielfalt unseres wundervollen europäischen Kontinentes zu bewahren und gedeihlich weiterzuentwickeln. 

Wir sehen es mit besonderem Stolz, auf europäischer Ebene Seite an Seite mit sehr erfolgreichen Partnern der großen Nationen unseres Kontinentes ein Bündnis geschmiedet zu haben, das sich der besonderen Verantwortung des abendländischen Charakters unseres Kontinentes bewusst ist. Wir wollen und werden auf Augenhöhe zueinander und in Freundschaft miteinander eine positive Reformkraft für Europa bilden. Patriotismus ist eine Form des Stolzes auf das eigene Land und die eigene Kultur. Und nur diejenigen, die diese Wertschätzung für das eigene Land in sich tragen, haben auch Verständnis und Respekt für die Liebe anderer Menschen zu ihren jeweiligen Ländern. 

Europa und die EU zu reformieren heißt dabei nicht, den Zentralismus voranzutreiben und die Institutionen immer stärker auszubilden, sondern die Macht an die Menschen sowie ihre gewählten Vertreter in den Parlamenten der Mitgliedstaaten zurückzugeben. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Reform Europas liegt darin, die Vielfalt von Völkern, Kulturen, Mentalitäten und Lebensweisen zu schätzen und zu bewahren. Brüssel soll an politischer Bedeutung verlieren, dafür direkte Demokratie und Parlamentarismus in den Heimatstaaten gestärkt werden. 

Wir sehen dabei das Ausmaß illegaler Migration sowie den organisierten Missbrauch des Asylrechtes als größte Bedrohungen für die gewachsene Kultur Europas. Diese führen nicht nur zu einem Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen, sondern auch zum Niedergang autochthoner Völker und damit zu einer Gefährdung des europäischen Charakters. Beides, illegale Migration sowie Missbrauch von Asyl, muss mit allen Mitteln der Rechtsstaatlichkeit bekämpft werden. 

Wir wenden uns auch ganz klar dagegen, dass es neben Frau und Mann noch eine absurde Vielzahl anderer Geschlechter geben soll und dass Kinder schon in jüngsten Jahren ihrer geschlechtlichen Identität durch linke Erziehungsexperimente verlustig gehen könnten. 

Wir treten aktiv dafür ein, dass in der Welt entstandene Kriege durch Waffenstillstand und Verhandlungen möglichst rasch ein Ende finden. Europa soll sich dabei als Ort für Verhandlungen anbieten und damit dem ursprünglichen Konzept einer EU als Friedensunion gerecht werden. 

Wir, die Allianz der Patrioten, wollen, dass sich das Projekt der Europäischen Union auf seine tatsächlichen Zielsetzungen fokussiert: Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für möglichst alle Bürger sicherzustellen. Wir bekräftigen unser Ziel, unser erfolgreiches Bündnis weiter nach innen zu festigen und zu stärken, damit es nach außen wachsen und an Kraft gewinnen kann. 

Bild FPÖ


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2 Kommentare

  1. Jan 1. November 2024 um 17:59 Uhr - Antworten

    Bevölkerungsrückgang und Energierückgang führen beide zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung, und zwar über die Konjunkturschwankungen hinaus. Sie führen zu Schuldenkrisen und Bankenrettungen, die schließlich die Währung in Frage stellt.

    Österreich sollte sich aus diesem Grund von der EU und Deutschland unabhängig machen. Dazu wäre Ungarn sicher ein geeigneter Partner!

  2. Gabriele 1. November 2024 um 10:14 Uhr - Antworten

    Wenn Putin so „gefährlich“ ist, wie behauptet, könnten wir ja froh sein, wenn solche Aktivitäten unser Land davor rettet, gleich einmal von Russland zum Feind erklärt zu werden… aber die verlogene Linkslinke würde ja bestimmt ihre Söhne (bevor sie sich zu Frauen erklären) vors Kanonenrohr schicken, damit sie Putin unsere „westlichen Werte“ klar machen und mit Spielzeugpistolen auf Panzer schießen. Auch die Woke Community stände sicher stramm und würde ins Feld ziehen gegen die Atombombe. Wenn Schwachsinn und Kriegstreiberei die Fackel übernehmen, dann brennt es auch in unseren heiligen Hallen.
    Bei dem großen Politikverständnis der heutigen „Jugend“ muss einen das aber ohnehin nicht wundern.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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