Zuckerberg und Zensur: Biden ist schuld

28. August 2024von 3,8 Minuten Lesezeit

Facebook Gründer und Meta-CEO Mark Zuckerberg sagt nun, die Biden-Administration habe sie zur Zensur gedrängt. Zuckerberg versucht so zu tun, als ob er an die Meinungsfreiheit glaubt, um mit Elon Musk und Pavel Durov mitzuhalten, während er alle Inhalte verbietet, die Völkermord aufdecken.

In Zuckerbergs Meta Imperium, bestehend hauptsächlich aus Facebook, Instagram und WhatsApp, wird seit langem Zensur betrieben, die aber nicht von der US-Regierung bestimmt wird, sondern eher von den politischen Ansichten des Milliardärs, dessen Vermögen laut der jüngsten Forbes-Liste 164 Milliarden Dollar beträgt.

Mainstream Medien zeigen sich angetan über den „Aufdecker“ Zuckerberg, manche schreiben sogar, seine „Enthüllungen“ seien ein „Hammer“. Aber tatsächlich wissen wir seit den Twitter-Files, wie die US-Regierung und die Geheimdienste Zensur betreiben. Zuckerberg kommt etwas spät mit seinen Geständnissen und „Enthüllungen“:

„Hochrangige Beamte der Biden-Administration, einschließlich des Weißen Hauses, setzten unsere Teams monatelang wiederholt unter Druck, bestimmte COVID-19-Inhalte zu zensieren, einschließlich Humor und Satire, und brachten ihre Frustration gegenüber unseren Teams zum Ausdruck, als wir nicht zustimmten.“

Klar Zuck, ist ja auch Bidens Schuld. Dass das Schreiben genau jetzt auftaucht, ist ein Beleg der sich verbreitenden Einsicht in die geringen Wahlchancen der Kandidatin der „Demokraten“. Auch Zuckerberg verlässt, spät aber doch, das sinkende Schiff.

Zuckerberg gehört zu der Klasse von Oligarchen, die dem Weißen Haus sagen, was es zu tun hat, nicht umgekehrt. Der digital-finanzielle Komplex bestimmt schon seit Jahrzehnten die autoritäre und imperialistische Politik der USA und ihrer Gefolgschaft in der EU.

Zuckerbergs Imperium war auch besonders eifrig bei der Zensur während der Corona „Pandemie“. Zuckerberg musste sogar zugeben, dass völlig korrekte Kritik zensiert wurde. Meta war neben YouTube einer der eifrigsten Zensoren in den vergangenen vier Jahren.

Hier das gesamte Statement, das englische Original gibt es hier:

„Es wird gerade viel darüber gesprochen, wie die US-Regierung mit Unternehmen wie Meta interagiert, und ich möchte unsere Position klarstellen. Unsere Plattformen sind für alle da – wir fördern die freie Meinungsäußerung und helfen den Menschen, sich auf sichere Art und Weise zu vernetzen. In diesem Zusammenhang hören wir regelmäßig von Regierungen auf der ganzen Welt und anderen, die verschiedene Bedenken bezüglich des öffentlichen Diskurses und der öffentlichen Sicherheit haben.

Im Jahr 2021 setzten hochrangige Beamte der Biden-Administration, einschließlich des Weißen Hauses, unsere Teams monatelang wiederholt unter Druck, bestimmte COVID-19-Inhalte, einschließlich Humor und Satire, zu zensieren, und brachten ihre Frustration gegenüber unseren Teams zum Ausdruck, als wir nicht zustimmten. Letztendlich war es unsere Entscheidung, ob wir Inhalte entfernen oder nicht, und wir stehen zu unseren Entscheidungen, einschließlich der COVID-19-bezogenen Änderungen, die wir aufgrund dieses Drucks an unserer Durchsetzung vorgenommen haben. Ich glaube, dass der Druck der Regierung falsch war, und ich bedauere, dass wir uns nicht deutlicher dazu geäußert haben. Ich glaube auch, dass wir einige Entscheidungen getroffen haben, die wir im Nachhinein und mit neuen Informationen heute nicht mehr treffen würden. Wie ich unseren Teams damals gesagt habe, bin ich der festen Überzeugung, dass wir unsere inhaltlichen Standards nicht aufgrund des Drucks einer Regierung in die eine oder andere Richtung aufgeben sollten – und wir sind bereit, uns zu wehren, wenn so etwas noch einmal passiert.

In einer anderen Situation warnte uns das FBI vor einer möglichen russischen Desinformationsoperation über die Familie Biden und Burma im Vorfeld der Wahlen 2020. Als wir im Herbst eine Geschichte der New York Post sahen, in der über Korruptionsvorwürfe berichtet wurde, in die die Familie des damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden verwickelt war, schickten wir diese Geschichte zur Überprüfung an Faktenprüfer und stuften sie vorübergehend zurück, während wir auf eine Antwort warteten. Inzwischen wurde klargestellt, dass es sich bei der Berichterstattung nicht um russische Desinformation handelte, und im Nachhinein betrachtet hätten wir die Story nicht zurückstufen sollen. Wir haben unsere Richtlinien und Prozesse geändert, um sicherzustellen, dass so etwas nicht mehr vorkommt – zum Beispiel stufen wir in den USA nichts mehr vorübergehend zurück, während wir auf die Überprüfung durch die Faktenprüfer warten.“

Anthony Quintano from Honolulu, HI, United States, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

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5 Kommentare

  1. Jurgen 28. August 2024 um 13:25 Uhr - Antworten

    So so! Biden ist also schuld, dass der größte Datensammler und Leute Schikanierer sich jetzt eines besseren besinnt? Suckerbörg ist heute armseliger, als jemals zuvor! Hawaii wird ihm nicht gut bekommen…

  2. Bernhard 28. August 2024 um 13:05 Uhr - Antworten

    Facebook wurde am selben Tag gegründet, als der Pentagon das DARPA-Projekt Lifelog beendete, einem Tagebuch über das gesamte Leben einer Person.
    Offenbar muss Zuckerberg zurückrudern. Der Druck der Wirklichkeit dürfte inzwischen schon ziemlich groß sein. Bei Corona gibt es zu viele Augenzeugen. Da hilft keine Manipulation mehr.
    Wenn zu wenige an ausgesiebte Informationen glauben, ist alle Macht umsonst. Der Erklärungsnotstand spricht Bände und macht allen Mut, die am Boden der Realität geblieben sind.

  3. Glass Steagall Act 28. August 2024 um 12:28 Uhr - Antworten

    Zuckerberg lügt! Bereits vor 10-14 Jahren las ich einen Artikel, indem Mitarbeiter von Facebook sehr nahe Kontakte mit der US-Regierung und den US-Geheimdiensten pflegen! Es war zu der Zeit, als aufgedeckt wurde, dass die NSA sämtliche digitalen Daten und Telefonate aus Europa in den USA speichert.
    Die engen Kontakte von Facebook zu der amerikanischen Regierung und den Geheimdiensten deutete schon damals auf einen regen Austausch bzw. Einblick von Nutzerdaten hin! Die Biden-Regierung ist nur die lange Fortsetzung von der zur Verfügungstellung von Nutzerdaten an die US-Regierung!

    Ohne den Schutz der US-Regierung, des Pentagons oder den US-Geheimdiensten, kann eine große Hightech-Firma in den USA gar nicht bestehen! Da muss es immer einen Informationsaustausch in Richtung der Macht geben! Wer mitzieht wird ein großer Konzern und wer sich weigert wird früher oder später platt gemacht!

  4. Hans-L 28. August 2024 um 10:24 Uhr - Antworten

    Wer über ein Vermögen von 164 Milliarden Dollar verfügt und eine Klageschrift verfasst, dass er unter Druck gesetzt wurde klingt nicht sonderlich glaubwürdig! Da macht Elon Musk definitiv eine bessere Figur.

  5. audiatur et altera pars 28. August 2024 um 10:19 Uhr - Antworten

    Im Gegensatz zum Autor denke ich nicht, dass Mark Zuckerberg zur „Klasse“ von Oligarchen gehört, die „dem Weißen Haus“ sagen, was es zu tun hat. Es ist überaus plausibel, dass er zumindest in Sachen Coron gehörig unter Druck stand. Er machte auf mich (wie viele seiner Silikonkollegen) auch nicht den Eindruck eines freien und willensstarken, sondern mehr den eines ängstlichen und getriebenen Menschen. Ganz im Gegensatz zu Pavel Durov. Elon Musk hingegen läuft meiner Ansicht in einer Zwitterkategorie. G€tri€b€n und unfr€i, ja. Aber auch eine gehörige Restportion Peter Pan in den Augen.

    Zurück auf dem Level der Normalsterblichen muss immer dazugesagt werden, dass wir hier rechtlich nicht über „Zensur“ sprechen. Sondern über mehr oder weniger willkürliche Hausregeln. In Häusern, bei denen den Normalsterblichen (ganz zu schweigen von der „Jurisprudenz“) noch nicht mal klar ist, wer oder was hier das eigentliche Produkt ist. Die Meinungsfreiheit ist es gewiss nicht. Und zwar in keinem Fall.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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