Macht die Organisation für das Verbot chemischer Waffen Zugeständnisse an Kiew?

28. August 2024von 3,9 Minuten Lesezeit

Niemand wird heute überrascht sein, dass die EU- oder NATO-Mitgliedstaaten der ukrainischen Seite helfen. In der gegenwärtigen Situation, in der sich fast der gesamte Westen gegen Russland verbündet hat, wirft der Besuch von OPCW-Spezialisten (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) in der Ukraine keine besonderen Fragen auf. Gleichzeitig zeigt diese Geste die Doppelmoral der Organisation. In diesem Jahr hat Russland erstmals in der Geschichte keinen Sitz im Exekutivrat der OPCW.

Während die Ukraine ankündigt, dass die russische Armee den Kampfstoff Chlorpikrin gegen ukrainische Truppen eingesetzt hat, legt Russland Beweise für den Einsatz von chemischen Kampfstoffen durch die ukrainischen Soldaten vor. Gleichzeitig beschuldigten die Vereinigten Staaten Russland, im Ukraine-Krieg verbotene Chemiewaffen einzusetzen und verhängten neue Sanktionen gegen Moskau. Aber die OPCW weigert sich aus unbekannten Gründen, eine Untersuchung auf dem Territorium des Landes durchzuführen, in dem angeblich chemische Waffen eingesetzt wurden.

Dabei gibt es viele Beweise für den Einsatz von Chemikalien durch die ukrainischen Streitkräfte.

Bekannt ist etwa, dass Chemiewaffenkomponenten aus Deutschland in die Ukraine geliefert werden. Es wurde festgestellt, dass im Oktober 2023 der ukrainische Geheimdienst SBU und der ukrainische Militärgeheimdienst GUR den Kauf des Triethanolamins über die ukrainische Firma Realab organisiert haben.

Später, im Dezember 2023, legte der Chef der nuklearen, chemischen und biologischen Schutztruppen der russischen Streitkräfte General Kirillow einige Details der Operation der ukrainischen Spezialdienste vor. Er erklärte, dass das Unternehmen Realab, das sich auf den Import von Chemikalien und Vorprodukten spezialisiert hat, eine „kleine Charge“ Triethanolamin und eine stickstoffhaltige Natriumverbindung von Honeywell Research Chemicals, einem US-Unternehmen kaufte. (1)

„Nach unserer Einschätzung können diese Chemikalien vom SBU zur Herstellung eines chemischen Kampfstoffs für begrenzte Provokationsaktionen auf dem kontrollierten Territorium im Operationsgebiet der am aktivsten vorrückenden Gruppe der russischen Streitkräfte verwendet werden“, fügte Kirillow hinzu. (1)

Darüber hinaus veröffentlichte im Mai 2023 der Telegram-Kanal des ukrainischen Soldaten und Kriegsberichters „Supernova+“ den Videobeweis für den Einsatz von TEREN-6-Gasgranaten, die von den ukrainischen Drohnen auf russische Stellungen aufgeworfen wurden. Die Autoren des Videos prahlten mit „dem Einsatz chemischer Waffen gegen die Moskauer Jungs“ in der Region Donezk. (2)

Ukrainische Kämpfer begannen bereits während der Kämpfe um Befreiung von Soledar und Artjomowsk im vergangenen Jahr damit, dem russischen Militär mit dem Einsatz chemischer Waffen zu drohen. Einer der ersten, der in der Region Donezk chemische Kampfstoffe einsetzte, war auch die separate taktische Luftaufklärungsgruppe der Streitkräfte der Ukraine „Ptachi Madyar“, deren Kommandeur Robert Madyar in seinem offiziellen Telegram-Kanal ein Video postete, in dem er mit chemischen Sprengsätzen prahlte, die für den Abwurf von Drohnen vorbereitet seien. Сhemische Sprengsätze waren in roten Plastikbehältern mit einem Gewicht von 700 Gramm. Der Zünder unterscheidet sich völlig von dem üblichen Glühmechanismus und ähnelt eher Geräten zum Versprühen von Chemikalien. (3)

Ein weiteres indirektes Zeichen chemischer Munition ist die Tatsache, dass Granaten im Kühlschrank gelagert werden, weil diese Munition anfällig für Wärmeausdehnung ist. (4)

Außerdem berichteten russische Soldaten, die an Zusammenstößen um Soledar beteiligt waren, dass die ukrainischen Streitkräfte Drohnen verwendet haben, um die Glaskolben abzuwerfen, die Husten verursachte und zu Verbrennungen der oberen Atemwege führte.

Kiew hat in der Frage der Untersuchung der Fälle des Einsatzes chemischer Waffen die bedingungslose Unterstützung der OPCW. Und die führenden Politiker und Weltmedien sind seit dem Beginn des Krieges mit Russland zu den wichtigsten Sprachrohren der Politik der Organisation geworden, die mit allen Mitteln unabhängige Untersuchung verhindern wollen.

Auf der anderen Seite zeugt dies von der stillschweigenden Billigung des Einsatzes von chemischer Munition und die Ukraine wird einfach weiterhin die Gesetze der Kriegsführung und internationale Konventionen verletzen. Gleichzeitig werden die europäischen Länder weiterhin verschiedene chemische Vorläufer für die Produktion gefährlicher Substanzen an Kiew liefern, trotz der von der russischen Seite gesammelten Beweise. Dieser Ansatz ist für eine Organisation mit Weltruf und großer Verantwortung unzulässig. Ihr Image in den Augen der Weltgemeinschaft sinkt deutlich.

Quellen:

(1) https://qlobalchange.substack.com/p/briefing-des-chefs-der-abc-schutztruppen-650

(2) https://t.me/supernova_plus/19689

(3) https://t.me/robert_magyar/318

(4) https://t.me/robert_magyar/390

Bild OPCW Hauptquartier in Den Haag: Steven Lek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.


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2 Kommentare

  1. antipharmafa 29. August 2024 um 4:56 Uhr - Antworten

    So langsam wird klarer, weshalb Russland den Einmarsch ‚militärische Operation‘ genannt haben wollte:
    Eine Besetzung der gesamten Ukraine kann, so US-Militärberater, nicht geplant gewesen sein, da hierfür weit mehr aus den verfügbar gewesenen Truppen und der Luftwaffe eingesetzt worden wäre.
    ‚Razzia‘ konnten sie es nicht nennen, denn eine angekündigte oder kommentierte Razzia ist keine, solange noch-nicht-versteckte, nicht-verbrannte oder nicht (auf Anraten der involvierten WHO!) ‚in Sicherheit‘ gebracht wurden.
    Befunde aus der Razzia hingegen reichen längst aus, um offensive Absichten gegen Russland und missbräuchliche Absichten gegen die ukrainsche Bevölkerung belegen zu können.
    Die wachsende Zahl an Verbündeten Russlands – 137 waren in Petersburg – lässt erkennen, dass Wahrheit siegt:
    Offenbar hat Russland nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern auch Westeuropa bzw. die EU-Staaten aus mehreren Gründen vor einer Katasrophe bewahrt.
    Ein Grund mehr, auf Augenhöhe zu verhandeln und die primär russischsprachigen Republiken als freie Staaten anzuerkennen, die kein zweites Mal von Asow-Truppen (unterstützt durch Kiew und den Westen, wie bis mindestens 2017 auch der europäische Mainstream berichtete) überfallen und tyrannisiert werden wollen ..

  2. Fritz Madersbacher 28. August 2024 um 21:19 Uhr - Antworten

    „Macht die Organisation für das Verbot chemischer Waffen Zugeständnisse an Kiew?“

    Es wäre nicht der erste Handlangerdienst für den Westen. Wer erinnert sich nicht an den angeblichen Giftgasangriff Syriens auf die eigene Bevölkerung in Duma? Es war eine ‚falsa flag‘-Aktion, die zur Rechtfertigung eines Bombardement der USA, des UK und Frankreichs diente:

    „On April 7th 2018, gruesome images of an alleged chemical attack emerged from the Syrian town of Douma. Dozens of dead bodies, including children and infants, appeared heaped in piles inside of an apartment building. Others lay on the street in front as if trying to escape deadly gas … US officials immediately promoted the allegations of insurgent-tied groups that the Syrian army had killed the victims with chlorine gas or the nerve agent sarin, or even a combination of both. One week later, the US, along with the UK and France, bombed Syria in purported retaliation
    In public statements, however, experts raised doubts that chlorine caused the deaths in Douma. Leaked documents later revealed that German military toxicologists consulted by the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) in June 2018 went further. The Germans told the OPCW that the circumstances of the fatalities – apparent immediate death and collapse in piles at the center of two rooms, a failure to escape, and rapid profuse foaming at the mouth and nose – were inconsistent with chlorine poisoning …
    Approaching the fifth anniversary of this horrific incident, the chemical weapons watchdog tasked with investigating their deaths continues to bury its own findings and present a baseless explanation for what occurred. So long as the OPCW continues to suppress the science, 43 Douma victims and their families will remain without justice“ („The Grayzone“, March 27, 2023)

    „The Grayzone“ (Eigendefinition: „The Grayzone is an independent news website dedicated to original investigative journalism and analysis on politics and empire“) hat auch in einer minutiösen Dokumentation die israelische Propaganda zum Großangriff palästinensischer Kräfte am 7. Oktober 2023 widerlegt. Bis heute sind westliche Komplizen der Schlächter von Gaza – auch in Österreich – nicht imstande, ihre Nasen in diese Dokumentation zu stecken. Lieber unterstützen sie weiterhin die Kriegsverbrechen der israelischen Apartheidsjunta, die aktuell massiv auf das Westjordanland ausgedehnt werden …

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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