
Im russischen Exil: Von der Münchner Stadträtin zur Moskauer Exilantin
Dagmar Henn war schon immer notorische Querdenkerin, kein Wunder, dass sie mit der jetzigen deutschen Regierung, die eine oder andere Diskrepanz hatte. Diese Diskrepanzen waren so massiv, dass sie es vorzog, im Mai 2022 nach Russland auszuwandern.
Bei Psiram liest man über sie: „Dagmar Henn (geb. 1963) ist eine deutsche Politikerin und Autorin mit zuletzt bekanntem deutschen Wohnort Rügen. Seit Mai 2022 soll sie sich in Russland aufhalten. … Sie war von 2008 bis 2014 Stadträtin der Partei „Die Linke“ in München, trat aber später aus dieser Partei wieder aus, als sie nicht mehr zur Stadträtin nomiert (sic!) wurde. Sie wechselte inzwischen zur Partei DKP und wurde Mitglied des Parteivorstands.“
Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen bei Psiram wurde von ihr bestätigt. Nach diesem Artikel kann auf der bekannten Hetzplattform das „soll sie sich … aufhalten“ in „hält sie sich … auf“ umgewandelt werden. Wie sich die Situation für sie entwickelt hat, erzählt sie in diesem Interview.
Hinweis: In Moskau arbeitet Dagmar Henn für ein in Europa verbotenes Medium. Dieses zu erwähnen kann ggf. auch für mich als Interviewerin Folgen haben. Ich ziehe es daher vor, den Namen des Mediums zu vermeiden.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Warum bist Du nach Russland ausgewandert?
Ich bin gegangen, weil für mich absehbar war, dass das, was ich mache, nämlich Artikel über Geopolitik und die politische Lage zu schreiben, in Deutschland auf Dauer nicht mehr problemlos möglich sein wird.
Warum sollte es nicht mehr möglich sein?
In Deutschland werden alle möglichen Arten von Aussagen juristisch verfolgt. Das war zu erwarten und ist ja auch wie erwartet eingetreten. Im Mai 2022 war es noch nicht ganz so weit. Es ging los mit den Verboten russischer Medien, dem folgten die Strafverfahren wegen des Buchstabens Z. Es hatte bei weitem noch nicht das Ausmaß erreicht, das es heute hat, aber es war für mich erkennbar, wohin die Reise geht. Einer der zentralen Punkte, bei dem sie zuerst die Meinungsfreiheit unterdrückt haben, war die Frage der Position zur russischen Militäroperation. Da ich die ganze Entwicklung in der Ukraine seit 2014 verfolgt habe, war ich ganz klar der Meinung, dass die Nummer mit dem „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ völliger Blödsinn ist. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Russland ja schon 2014 eingreifen sollen, spätestens nach den Morden in Odessa. Da ich auf keinen Fall bereit bin, die Meinungen, die dann in Deutschland inkriminiert werden, nicht mehr zu schreiben, war es eine logische Konsequenz für mich zu gehen.
Du musstest also Deutschland verlassen, aber warum bist Du nach Russland gegangen?
Der Hauptgrund war, dass über meinen Arbeitgeber das Angebot bestand, hierher zu kommen. Ich weiß nicht, was anderenfalls passiert wäre. Ich weiß auch nicht, wie es weitergegangen wäre, wenn ich aufgehört hätte zu schreiben und in Deutschland geblieben wäre.
Aber sagen wir es mal so: Das, was gerade in Deutschland passiert und derzeit von Deutschland angerichtet wird, macht mich enorm wütend. Hier in Russland habe ich die Möglichkeit, diese Wut durch mein Schreiben auszuleben. Wäre ich in Deutschland geblieben, hätte ich das Bedürfnis diese Wut zumindest in politisches Handeln umzusetzen, aber dafür ist die deutsche Linke zu zerstört. Das politische Handeln wäre mir also nicht möglich gewesen. Aber wenn ich diese ungeheure Wut in mir habe, jedoch über keinen Kanal verfüge, diese irgendwie zu artikulieren und konstruktiv zu nutzen … Es wäre nicht gut gegangen.
Wie bist Du hier angekommen?
Mit dem Flugzeug :-)
Ok – ich meinte, wie bist Du in der russischen Gesellschaft angekommen? Bist Du in Russland, in der deutschen Community oder in der Medien-Community angekommen? Wo stehst Du heute?
Das ist eine schwierige Frage. Aber – nein. Eigentlich bin ich noch nicht angekommen. Das hat teilweise schlicht damit zu tun, dass mich zwei Dinge gravierend behindern. Das eine ist: ich laufe ziemlich schlecht, d.h. Fortbewegung fällt mir schwer. Und das andere: ich spreche nach wie vor kaum Russisch. Ich habe es wirklich versucht. Ich habe auch versucht herauszufinden, was für Gründe mir da im Weg stehen. Normalerweise habe ich mit Sprachen kein allzu großes Problem. Aber irgendwie habe ich den richtigen Zugang zu Russisch bis jetzt nicht gefunden. Auch fehlt mir die Möglichkeit, mich drei Monate mit nichts anderem zu beschäftigen als mit der Sprache, um sie endlich richtig zu lernen. Ich kann eine ganze Menge lesen und verstehen, aber der aktive Sprachgebrauch ist grottenschlecht. Damit ist eine soziale Integration in die Gesellschaft hinein schwierig.
Du hast ein Visum über Deinen Arbeitgeber?
Das ist aktuell etwas kompliziert, da es Probleme mit der deutschen Botschaft gab. Die Kombination aus russischen bürokratischen Vorgaben und der in meinen Augen bösartigen deutschen Botschaft, führt dazu, dass ich aktuell kein gültiges Arbeitsvisum habe.
Was ist denn passiert?
Für die Beantragung der Verlängerung des Arbeitsvisums wird einen Pass mit einer Gültigkeit von 18 Monaten benötigt, mein Pass war aber nur noch etwas mehr als 1 Jahr gültig. Daher musste ich einen neuen Pass beantragen. Das zog sich sehr länglich hin, mir erklärte die Botschaft als Begründung, es habe Kommunikationsprobleme gegeben. Darum dauerte es mit dem Pass nicht die üblichen 5-6 Wochen, sondern vom 20.12.23 bis 1.3.24. Exakt am 29.2 ging die Mail raus, der Pass läge zum Abholen bereit, am 1.3. lief mein Arbeitsvisum ab, so dass ich keine Zeit mehr hatte, es zu verlängern und es neu beantragen müsste.
Ein Arbeitsvisum für Russland kann man aber nicht aus Russland oder einem anderen Land beantragen, sondern muss das von Deutschland aus tun. Ich halte es aktuell aber nicht für eine gute Idee, dafür nach Deutschland zurückzufliegen. Für etwas intimere Studien über deutsche Frauenhaftanstalten bin ich etwas zu alt.
Du hast das Gefühl, Du kannst nicht mehr zurück?
Vorerst denke ich, kann ich nicht zurück. Es würde wohl bedeuten in Deutschland zu landen und verhaftet zu werden.
So wie es Carola Javid-Kistel passierte, die in der Schweiz verhaftet wurde. Was liegt gegen Dich vor?
Ich habe keine Ahnung, was sich da inzwischen angehäuft hat. Aber wenn ich mir anschaue, für was Menschen bereits Strafverfahren erhalten haben, würde ich davon ausgehen, dass es bei mir aufgrund meiner Artikel bei einer Anzeige pro Woche liegt.
Sie haben ja einiges „Nettes“ an Gesetzen zurechtgeschustert in letzter Zeit. So ist meine Position zu Gaza Volksverhetzung, da ich schreibe, dass der Krieg dort ein Genozid ist. Meine Position zur russischen Spezialoperation in der Ukraine nennt man in Deutschland wie? Befürwortung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges. Meine Position zu Butcha ist Leugnung eines Kriegsverbrechens. Meine Position zu der geistigen Null auf der Position des deutschen Außenministers ist Beleidigung von deutschen Politikern. Genauso wie meine Position zu Habeck, ganz zu schweigen von meiner Position zu Olaf Scholz, den ich für …. halte.
Ich hoffe, Du hast Verständnis, wenn ich bestimmte Deiner Positionen nicht im O-Ton wiedergebe – ich lebe ja noch in Westeuropa?!
Ja. Das verstehe ich.
Hast Du Heimweh? Vermisst Du Deine Kinder?
Klar vermisse ich sie. Aber Details möchte ich hier jetzt aus Sicherheitsgründen nicht preisgeben.
Fehlt Dir etwas aus dem „alten“ Deutschland, also bevor Repressionen und Zensur so richtig Fahrt aufgenommen haben?
Meine Heimatstadt München, in der ich sechs Jahre im Stadtrat saß, fehlt mir. Da informiere ich mich immer wieder online, wie es ausschaut, was sie dort machen. Schweinsbraten fehlt mir, die Quelle für das erforderliche Fleisch habe ich hier noch nicht gefunden. In Brasilien hat mir Käsekuchen am meisten gefehlt, hier in Russland gibt es 100 verschiedene Sorten Käsekuchen.
Ich weiß nicht, ob ich sagen soll, es ist das Schlimmste, oder ob ich sagen soll, es macht es einfacher, aber: das Deutschland, in das ich zurückkehren möchte, gibt es derzeit nicht.
Hattest Du im alten Deutschland so wie ich ein vergleichsweise freies Leben?
Nein. Definitiv nicht. Das fing damit an, dass ich mit 11 Jahren in eine kommunistische Jugendorganisation eingetreten bin. Es ist wirklich absurd. Dank meiner Arbeit hier in Moskau habe ich das erste Mal in meinem Leben ein gutes Einkommen. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich das Schreiben einigermaßen beherrsche. Aber ich wäre nie und nimmer in Deutschland in einer Redaktion eingestellt worden. Spätestens als ich im zarten Alter von 16 Jahren in Bayern mit einer „Stoppt Strauß“ Plakette unangenehm aufgefallen bin, war es vorbei. Meine Chancen aufs Lehramt konnte ich begraben.
Du bist also Opfer des Radikalen-Erlasses?
Ja. Und es gibt ja nicht nur den Radikalen-Erlass. Mit den politischen Kontrollen haben sie in Bayern ja nie aufgehört. Da wird nach wie vor – selbst bei Kinderpflegerinnen – eine Anfrage an den Verfassungsschutz gestellt. Seit ich 16 Jahre alt war, war klar, der Zugang zum Establishment ist ein für alle Mal weg.
Du arbeitest für ein in Deutschland verbotenes Medium und verdienst relativ gut. Dieses Medium gilt im Westen als Feind-Sender. Wie propagandistisch ist das Medium denn wirklich?
Die verbreitete Vorstellung – selbst durch Kommentare bei Facebook immer wieder bestätigt – ist die, dass jeden Morgen der Kreml anruft und uns sagt, was wir schreiben sollen. Ich kann definitiv sagen, in der saure Gurkenzeit wünscht man sich das öfter mal, aber es gibt diese Anrufe nicht. Ich denke, es gibt wenige Redaktionen, in denen die Freiheit so groß ist. Es ist tatsächlich so: von Konservativen bis Kommunisten ist bei uns alles drin und darf bzw. soll auch drin sein.
Wenn ich auf die Redaktion schaue, die sich hier langsam in Moskau versammelt, ist das ein größerer Teil dessen, was ich zur alten fortschrittlichen Geistestradition Deutschlands zählen würde. Hier kann diese noch weiterleben, während sie in Deutschland aktuell komplett zertreten wird.
Gibt es irgendwelche Vorgaben seitens der Redaktion?
Ab und zu mal kommt es mal bei bestimmten Ereignissen vor, dass es heißt: „Schreib doch mal dazu etwas.“ Das ist der Rahmen in dem sich Vorgaben bewegen. Als das Thema mit dem 2+4 Vertrag in der Duma auftauchte, kam der Wunsch, dass ich einen Kommentar dazu schreibe. Kein Problem. Das ist aber vergleichsweise selten. Es ist manchmal etwas mühsam, wenn man durch die Nachrichten durchgeht und das Gefühl hat, es ist jetzt irgendwie nichts los.
Du bekommt Themenvorschläge aber keine inhaltlichen Vorgaben.
Ja. Themen, aber keine Inhaltsvorgaben.
Es macht ja auch Sinn, dass Abstimmungen in der Redaktion erfolgen, damit nicht alle das gleiche bearbeiten.
Das wird über den Rechner koordiniert. Man kann sehen, welche Themen schon abgedeckt sind, welche noch frei sind. Es gibt allerdings klare Vorgaben bezüglich der Trennung zwischen Kommentar und Nachricht. Das ist ja was, was in den Leit- oder Konzernmedien gar nicht mehr stattfindet.
Wenn man sich Meldungen der Tagesschau im Detail angeschaut, sieht man, dass jedes manipulative Mittel genutzt wird, das überhaupt zur Verfügung steht. Dann kommen noch wertende Adjektive oben drauf. Wenn man weiß, wie es geht, kann jeder, der Artikel mit einer gewissen Routine schreiben kann, auch manipulieren. Das geht schon alleine durch die Reihung der Informationen. Da muss man nicht mal zu den notorischen Übertreibungen greifen wie dem „brutalen unprovozierten russischen Angriffskrieg“.
Oder der mantraartig wiederholten Annexion der Krim?
Ja. Und „in Deutschland gab es eine Wiedervereinigung“.
Die Begriffe prägen das Denken?
Ja – und das passiert in einem Ausmaß, das ist ungeheuerlich. Das fing bereits unter Helmut Kohl an, mit der geistig moralischen Wende, worüber sich alle noch lustig gemacht haben. Nach 1989 hat das dann eine andere Qualität gewonnen.
Das meinte ich vorhin mit altem Deutschland. Unsere westliche Welt ist nach 1989 gekippt. Als das Schaufenster nicht mehr erforderlich war, begann die neoliberale Übernahme. Nach 1990 ging das nach und nach den Bach runter.
Ich weiß noch, wie ich am 10.11.1989 Frühstücksfernsehen anschaute und mir dachte, jetzt werden die Pforten der Hölle geöffnet. Letztlich war es auch so. Die wirkliche Bedeutung der Sowjetunion für den Rest der Welt wurde erst deutlich, als es sie nicht mehr gab.
Jetzt aber nochmals zurück zu Deiner Situation. Job-mäßig und finanziell bist du gut aufgestellt und kannst davon leben. Gibt es für Dich überhaupt eine Community?
Es gibt die Community unseres Mediums und wir treffen uns alle paar Wochen in einem Lokal. Mein Problem mit der übrigen deutschen Community ist deren politische Orientierung. Ich bin nicht versessen darauf, meine Freizeit mit NATO-Anhängern zu verbringen. Ich gehe davon aus, dass es in den gewachsenen Strukturen sehr regierungsfreundlich zugeht. Aus Brasilien kenne ich diese Strukturen, die sich um die Ableger des Goethe-Institutes gruppieren. Das Goethe-Institut erfüllt allerdings auch Funktionen, auf die ich verzichten kann. Mitarbeiter der ehemaligen Dienststelle meines Vaters – konkret: er hat beim BND gearbeitet – können mich ja direkt fragen, wenn sie etwas wissen wollen. Da brauche ich kein Goethe-Institut.
Du bist jetzt fast zwei Jahre da, hast Deine Erfahrungen gemacht. Was würdest Du Menschen mitgeben, die überlegen nach Moskau zu gehen?
Meine Erfahrungen stellen natürlich nur einen sehr kleinen Ausschnitt dar. Moskau ist eine überaus moderne Großstadt mit der verglichen alle deutschen Städte inklusive Berlin Kleinstädte sind. Im Gegensatz zu Berlin ist hier aber alles sehr sauber und mit sehr funktionstüchtiger Infrastruktur ausgestattet. Es ist möglich, hier nur mit einem Koffer anzukommen. Wohnungen werden in der Regel möbliert vermietet und es gibt auch keinen Wohnungsmangel, was für mich als Münchnerin sehr ungewöhnlich ist. Die Russen sind in der Mehrheit Ausländern gegenüber nicht wirklich offen, daher denke ich, hier anzukommen ist nicht einfach. Darauf muss man sich einstellen. Sie sind in Bürokratie nicht schlecht, das beherrschen sie sicher fast genauso gut wie die Deutschen. Allerdings sind sie bei der Umsetzung um Klassen besser als das, was Deutschland heute abliefert.
Ein Neueinwanderer muss sich also auf viel Bürokratie einstellen?
Ja. Und man muss unbedingt aufpassen und sich vorab informieren, welche Regeln und Formalien es gibt, die einzuhalten sind. Wie erwähnt: wer ein Arbeitsvisum benötigt, kann das nur von Deutschland aus beantragen. Man muss also einreisen, um einen Job zu finden, dann zurückgehen und das Visum beantragen. Das ist nicht alles so einfach. Wenn es eilig ist, bleibt als einzige andere Option: einreisen und am Flughafen einen Asylantrag stellen.
Danke Dir für Deine Zeit und Deine Offenheit.
PS. Am 9.4.2024 hat Dagmar Henn ihr vorläufiges Asyl in Russland erhalten.
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge uns auf Telegram und GETTR
Besuch bei Feinden: eine Woche in Moskau
NATO unterstützt ukrainische Angriffe auf Russland
Exodus aus Deutschland: Der Abschiedsbrief einer politischen Freundin
Ich halte HENN für eine der besten deutschsprachigen Publizist – en / -innen (gibt’s überhaupt noch EIN Wort für alle zusammen ?) Schön, mal von ihr selbst zu hören. So, wie die nordatlantischen Terroristen die Dinge entwickeln, treffen wir uns ja vielleicht bald mal in Moskau.
Guter Beitrag:
Vor allem noch wegen des Schlusssatzes…;-)
Phantastischer Artikel – hoch interessant. Spiegelt auch meine Erfahrungen mit dieser russophoben deutschen Gesellschaft wieder. Die Leute sind derartig „brainwashed“, dass man sich mit ihnen nicht mehr unterhalten kann. Asylantrag in Moskau – das wirklich ein Motiv für einen neuen Songtext.
Ich habe gerade nicht die Zeit, aber dennoch:
Wenn Scholz dem Xi die Welt erklärt,
Am Besten man nach Russland fährt
Gibt es in Deutschland nur noch Zoff
Asylantrag in Saratov
Yannis wurde gerad verbannt
Der Meinungsfreiheit wegen
Bevor sich Deutschland ganz verrennt
Asylantrag in Derbent
Hallo,
apropos ab 1990 …
Die DDR hatte Regierungskritiker direkt ausgewiesen oder schikaniert und rausgeekelt, übrigens auch die Kommunisten, denn Kommunisten musste zwangsläufig die Kluft zwischen Theorie der Befreiung und Praxis der Repression auffallen (vergleichbar mit der heutigen Causa Guerot, wenn Verfechter bürgerlicher Freiheiten einen Realitätsabgleich z.B. mit dem Zustand in der EU machen).
Übrig blieben Mitläufer, Karrieristen und mehr oder minder apathische Leute, was zu einer Gesellschaft geistiger Einöde führte. (Und selbst da ging wenigstens in Kunst und Kultur noch einiges, aber das wäre ein anderes Thema.)
Diese geistige Verödung der DDR-Gesellschaft führte m.E. dann auch dazu, dass 89/90 die kritische Masse an kritischen Menschen fehlte, um die Privatisierung im Treuhand-Stil zu verhindern.
Naja und jetzt wird die BRD de-industrialisiert …
Wenn ich das anmerken darf, aber ich finde auch diese Art der „Forenbereinigung“ nicht gut oder richtig. Und das nicht nur, weil es auch dieses Mal wieder Unbeteiligte trifft, wie die „echte“ Sofie, die nichts dafür kann, wenn man ihr den Nickname stiehlt.
AmS ein gutes Bsp, warum Zensuhr jedweder Art mindestens problematisch ist – und daher PRINZIPIELL unterlassen werden sollte.
Geehrte Frau Drescher, ignorieren Sie doch die Kommentare, die Sie nicht als produktiv empfinden. Begeben Sie sich jedenfalls bitte nicht auch noch auf die Stufe eines bestimmten Kollegen hier, der kritische Kommentatoren regelmäßig ad hominem attackiert. Überlassen Sie das „Gemetzel“ lieber uns Foren-Trotteln…..;))))
danke für den hinweis. und ja, sie haben recht. normalerweise ignoriere ich kommentare – insbesondere die von meinen 2,3 „lieblingskandidaten“. aber da ich meine gesprächspartner hier – zumindest die meisten – schon länger kenne, weiss wie sie integer sind und was sie auf sich nehmen müssen, da werde ich schon mal leichter wütend. da fällt es mir sau-schwer nicht zu reagieren.
Mit DKP-Mitgliedschaft kriegt man bei mir definitiv keine Pluspunkte und nicht alle Ansichten in den Artikeln von Henn im Bösen Medium kann ich teilen. Zum Beispiel die bei den Linken verbreitete Vorliebe zum Geld-Drucken – was gewöhnlich mit hoher Inflation endet. Ihre Analyse der Gier westlicher Oligarchen ist aber richtig und auch die Klimagedöns-Abzockemasche sieht sie kritisch.
Ja, das musste wirklich mal gesagt werden…
Wenn man sich anschaut wie derzeitige, ja weder linke, noch DKP konforme Regierung mit dem Geld umgeht, da soll sich das linke Geschwerl mal eine Scheibe abschneiden !
PS Auf welchem Planeten wohnen Sie?
Die Kommunisten hatten im Ostblock Jahrzehnte Zeit, in den es nur Armut und Verfall gab (was auch ich erleben musste). Auch in Russland sind die meisten Leute froh, dass es vorbei ist, worüber übrigens auch Böses Medium schrieb. Hätte Frau Henn etwas vom Ostblock-Alltag vor 40 Jahren erlebt (ohne privilegierte Position!), hätte es sie schleunigst vom Kommunismus geheilt. Wenn man aber die 1980er Jahre in München verbracht hat, konnte man den Kommunismus beliebig bejubeln.
Hätte mich gewundert wenn sie mal einen Kommentar von mir verstanden hätte.
Ich habe mich weder lobend über Linke odervgar DKP ausgelassen, sondern üder die derzeitige deutsche Regierung. Ich habe damit auf ihren rechten Spiessbürger Unsinn geantwortet, der das Problem der linken darin sieht dass sie Geld für zB sozialen Wohnungsbau und Infrastruktur Sanierung ausgibt, statt für Waffenkäufe!
Welche deutsche Regierung würden sie denn überhaupt als betrachten ???
Weder sollte man Geld für Waffenkäufe drucken noch für soziale Wohltaten vel Wahlwürste. Möglichst nur soviel ausgeben, was erwirtschaftet wurde. Sonst wird das Schulden-Machen zur Gewohnheit und irgendwann kommt zwangsläufig die Überschuldung, wie derzeit in den USA und etlichen anderen westlichen Ländern.
Ansonsten sollten Sie dringend an Ihrer (mangelnden) Sachlichkeit und (mangelnder) Diskussionskultur arbeiten.
Sie weigern sich standhaft mitzudenken. Respekt. Sie klugsch***** Folgendes:
„Weder sollte man Geld für Waffenkäufe drucken noch für soziale Wohltaten vel Wahlwürste. Möglichst nur soviel ausgeben, was erwirtschaftet wurde. Sonst wird das Schulden-Machen zur Gewohnheit und irgendwann kommt zwangsläufig die Überschuldung, wie derzeit in den USA und etlichen anderen westlichen Ländern.“
Und ich hatte gefragt ob sie uns das berliner Gesindel ernsthaft als Linke (NICHT die Partei Die Linke!!!) verkaufen wollen? Denn gegen Linke richtete sich ihr erster kommentar und nur darauf habe ich geantwortet. Wenn sie allerdings die links-grün-FDP-Ampel tatsächlich für links halten, dann befürchte ich, wird ihnen auch kein Arztbesuch mehr helfen…
Ich denke es ist überall schwierig für Regierungskritiker, wenn man die politische Führung des Landes kritisiert, in dem man sich gerade aufhält! Wirklich frei ist man nirgendwo, aber man ist immer dort willkommen, wo man positiv über die Regierung schreibt und die Gegenseite kritisiert. Das gilt für jede Region dieser Erde!
Hallo,
selbst in der Schweiz kommt es vor, dass es für kritische Wissenschaftler unzumutbar an der Universität wird.
Besonders – besonders perfide – am Westen ist nur die moralische Überheblichkeit von wegen „Werte“ und so.
Danke an Dagmar Henn für ihre jedesmal sehr erhellenden Artikel. Sind Perlen in heutiger Zeit der massenmedialen Umnachtung. Und dass sich alles, was „freien Westen“ etc. betrifft, heute umgedreht hat, ist ja fast zum Kaputtlachen grotesk. Edward Snowden muss in Russland Asyl nehmen, ebenso die klügsten und denkstärksten Menschen aus Deutschland.
Deutschland lädt gerade die größtmögliche Schande auf sich. Was wir heute in Deutschland erleben, ist eine Art inverse „Aktion T4“: Während es damals körperlich und geistig behinderte Menschen waren, die entfernt werden sollten, sind es nun die denkenden Menschen.
Das Ganze wird natürlich nicht gut gehen. Der Zusammenbruch solchen Wahnsinns ist vorprogrammiert. Daran wird auch die ganze unsägliche Hundsmedienmaschinerie nichts ändern können (früher einmal „Vierte Gewalt im Staate“, jetzt selbst eine Art Pestilenz, die die Grundlagen der Demokratie zersetzt).
Artikel gelesen? Es handelt sich um ein Interview, nicht um Ansichten von Fr. Drescher. Auch im Westen gibt es übrigens keine politischen „Vorgaben“, was zu schreiben ist. Das funktioniert ganz simpel über Sozialdynamik und das Belohnungssystem von „Karriere & Lebensunterhalt“. Jeder Redakteur weiss, dass ein freundlicher Artikel über Russland nie abgenommen wird.
Ich finde es schön, dass sie schreiben: „Auch im Westen gibt es übrigens keine politischen „Vorgaben“.
Das erinnert mich an die Logik der pro-Israel Fraktionen weltweit, die alle der Meinung sind unter sechs Millionen, also wie in Gaza, sei es kein Völkermord….
Ich finde unsere heutige Welt wirklich unterhaltsam. Es fühlt sich an, als lebe man in einer Satire Sendung. Nur ist és alles mittlerweile ganz ernst gemeint…
Lesen Sie mal die Artikel in dem verbotenen russischen Propaganda Medium, das ist im Vergleich zu unseren ÖffentlichRechtlichen geradezu revolutionär….
Wenn Sie meinen es ist Manipulation, wenn ich wiedergebe, was Menschen sagen, die aufgrund ihrer politischen Überzeugung die Flucht in ein fremdes Land in Kauf nehmen, um sich nicht den westlichen Lügen unterordnen zu müssen, dann ist das ist das Ihre Sicht.
Das ist nur ein Man.ipulati.onsversuch von dem Vielnamigen, der diesmal den Namen von Frau Kampulek gestohlen hat.
Liebe Frau Drescher, bin 100% Eurer Meinung. Die Anstrengungen, der deutschen Öffentlichkeit die Demontage des Landes im Interesse der US-Geopolitik zu verkaufen, sind schon gewaltig.
Hallo,
Ich habe kürzlich einen Leserbrief an jenes verbotene Medium gemailt, des Inhalts, daß ich enttäuscht bin, daß man in Ru zwar weiß (mindestens Putin), daß Ru in D viele Freunde hat, daß Ru aber nichts tut, um zu verhindern, daß die in D vor die Hunde gegangen werden. Der wurde freilich nicht veröffentlicht, freilich weiß man heute nicht mehr, an welcher Stelle ihres Weges eine mail untergeht.
Aber vielleicht tragen diese Ihre Beiträge dazu bei, der Verbundenheit eine Chance zu geben – in Ru.
Super Artikel, danke. Ich habe mittlerweile auch schon begriffen dass unsere westlichen Demokratien und unsere Rechtsstaatlichkeit nur Potemkinsche Dörfer mit Billigfassaden sind.
Ja, aber Potemkin’s Dörfer waren ECHT ! Der Rest war Intrige.
Als Quellen standen dem bei Katharina le grand in Ungnade gefallenem Potemkin die Aufzeichnungen des großen Peter zur Verfügung und wohl auch das schwedische know how, des 12. Karl’s Truppen waren ja bei Polatva (heute Ukraine) relativ gut durch den Winter gekommen.