Bertelsmann „Demokratie“-Index: Ukraine vor Ungarn

11. April 2024von 3,1 Minuten Lesezeit

Demokratie nach Art der Bertelsmann Stiftung sieht offenbar Wahlen nicht mehr vor, dafür Verbot der Opposition und der Gewerkschaften, Verkauf des Landes an US-Oligarchen via BlackRock, Zensur, Verbot von oppositionellen Medien und Verfolgung von unerwünschten Religionen. Undemokratisch ist dagegen Frieden statt Krieg in der Ukraine zu wünschen und die Interessen der eigenen Bürger über die der USA und ihrer ausführenden Vasallen in der EU zu stellen.

Großspurig schreibt man auf der Webseite des Bertelsmann Transformation Index: Wie die Erosion der Demokratie gestoppt werden kann“. Wer erwartet hätte, dass nun Brüssel, die EU, Berlin und Deutschland im Zentrum der Erhebungen stehen würde, irrt. USA, Kanada und Westeuropa kommen überhaupt nicht vor, wie auf dieser Weltkarte zu sehen:

Die Ukraine, in der keine Wahlen mehr abgehalten werden, liegt in Sachen Demokratie vor Ungarn. Dies geht aus einem Index einer großen deutschen Mediengruppe hervor, der sich auf zehn Experten stützt, von denen neun direkt von dem Milliardär und Oligarchen George Soros und seinen Open Society Foundations finanziert werden.

Der EU-Kandidatenstatus für die Ukraine bietet nicht nur einen klaren und allgemein unterstützten Orientierungspunkt, sondern definiert auch den Reformweg.“

Obwohl Ungarn über eine funktionierende und lebendige Demokratie verfügt, zu der auch tatsächliche Wahlen gehören, ist das Land dem Index zufolge weniger demokratisch als die Ukraine, die unter Kriegsrecht steht, Oppositionsparteien verboten hat und keine Wahlen abhält.

Die Fidesz-Partei nutzt ein populistisches Narrativ, das auf einer „Wir gegen sie“-Dichotomie basiert, um die Konfliktlinien in der ungarischen Gesellschaft aufrechtzuerhalten und zu vertiefen.“

Die Ergebnisse der deutschen Bertelsmann-Stiftung, wurden auch in der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung des Medienkonzerns veröffentlicht.

Der Index der deutschen Mediengruppe wurde auf der Grundlage von 10 Experten erstellt, von denen neun von George Soros finanziert werden, so Ungarns Regierungssprecher Zoltán Kovács.

Zu Ungarn hieß es darin: „Trotz der EU-Mitgliedschaft des Landes hat die seit 2010 an der Macht befindliche Fidesz-Partei unter der Führung von Viktor Orbán die ursprünglich gut funktionierende Demokratie Ungarns ernsthaft untergraben“, behauptet Ralph M. Wrobel, der argumentiert, dass Polen und Ungarn ohne den Druck aus Brüssel zu vollständig autoritären Staaten geworden wären.

Den Analysten zufolge haben die neuen EU-Mitgliedsstaaten seit 2004 enorme politische und wirtschaftliche Fortschritte gemacht, wobei nur Polen und Ungarn eine „politisch autoritäre Tendenz“ repräsentierten oder noch repräsentieren.

Allerdings beruht das halbjährliche Ranking der Bertelsmann-Stiftung auf den Meinungen von Länderexperten, nicht auf Fakten.

Neun der zehn ‚unabhängigen Ungarn-Experten‘ sind von Political Capital. Political Capital, gegründet von einem ehemaligen SZDSZ-Mitglied, das von den früheren sozialistischen Regierungen von Ferenc Gyurcsány und Gordon Bajnai Aufträge in Höhe von Hunderten von Millionen Forint für Kommunikationsberatung erhalten hat, und natürlich finden wir unter seinen Unterstützern die Open Society Foundations unter der Leitung von George Soros“, erklärte Ungarns Regierungssprecher Zoltán Kovács schon früher.

Kovács fügte hinzu, dass die Bertelsmann-Gruppe unter anderem Eigentümerin von RTL Television ist. In einer früheren Analyse wies das ungarische Nachrichtenportal Mandiner darauf hin, dass sich die Gruppe unter dem Deckmantel des Pro-Europäismus in die EU-Institutionen eingemischt habe.

Elekes Andor, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

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7 Kommentare

  1. baueranton 11. April 2024 um 20:58 Uhr - Antworten

    Bertelsmann Stiftung ! Ich lach mich schief ! Das sind doch Tatsachenverdreher und Auftragsschmierer !

  2. Patient Null 11. April 2024 um 13:05 Uhr - Antworten

    Kann man sich auf solche Indexe auch nicht mehr verlassen. Fakenews von den Kämpfern gegen Fakenews. Die Karte spricht bereits für sich…

    Soros ist ja Ungar. Deshalb ist Orban dann anscheinend der Erzfeind.
    Das sich die Bertelsmann Stiftung hier zum willigen Helfer macht, entzieht ihr dauerhaft die Reputation, die eingeschränkte die sie bis jetzt noch hatte.

  3. therMOnukular 11. April 2024 um 10:33 Uhr - Antworten

    „Die Fidesz-Partei nutzt ein populistisches Narrativ, das auf einer „Wir gegen sie“-Dichotomie basiert, um die Konfliktlinien in der ungarischen Gesellschaft aufrechtzuerhalten und zu vertiefen.“

    Das ist exakt die Beschreibung des „Gegen-Rechts“-Populismus zur „Rettung der Demokratie“, wie ihn die „Systemparteien“ Europas anwenden.
    Die nächste klassische Projektion.

  4. Andreas I. 11. April 2024 um 10:14 Uhr - Antworten

    Hallo,
    um mal die nötige Orientierung zu bieten:

    Die Bösen:
    Das in Nordkorea ist eine Diktatur und da wird das Amt und damit die Macht an den Sohn oder zumindest ein Mitglied der Familie weitergegeben – klassische Thronfolge.

    Die Guten:
    Das im USA-geführten Westen ist Demokratie und da werden die hart und ehrlich erarbeiteten Milliarden vererbt und z.B. die Geschäfte von George Soros auf Alexander Soros übertragen – westliche Freiheit.

  5. Hasdrubal 11. April 2024 um 8:04 Uhr - Antworten

    Demokratie nach Art der Bertelsmann Stiftung sieht offenbar Wahlen nicht mehr vor, dafür Verbot der Opposition und der Gewerkschaften, Verkauf des Landes an US-Oligarchen via BlackRock, Zensur, Verbot von oppositionellen Medien und Verfolgung von unerwünschten Religionen.

    Wie der Gates Achievement Award der Gates-Stiftung für das Erreichen der Gates-Ziele. Kürzlich hat ihn eine gewisse Frau Leyen aus Brüssel bekommen, die Big Pharma und der Klimaindustrie jede Menge Aufträge verschaffte.

  6. Daisy 11. April 2024 um 8:00 Uhr - Antworten

    Nun, die Bertelsmann Stiftung bescheinigte der Ampel im Vorjahr sogar eine positive Bilanz. Die machen offenbar völlig verkehrte, man könnte auch sagen linke Studien…

    Die Ukraine, der Hort der „Demokratie“, ja-eh, der „Demokratie“ nach EU-Vorstellungen. Verbot der Opposition, der Kirche, der Wahlen, der kritischen Berichterstattung… alles Merkmale einer lupenreinen „Demokratie“. Und das Sahnehäubchen: Natsis sinds auch…keine „Nadsis“.

    Man achte auf die Gänsefüßchen ;-)

  7. Jan 11. April 2024 um 7:57 Uhr - Antworten

    Zur Demokratie gehören neben Wahlen Gewaltenteilung und Grundrechte.

    In Deutschland wurden die Grundrechte aus politischer Willkür aufgehoben, wie die RKI-Files zeigen. Rechtsschutz war nicht möglich, siehe Beate Bahner.

    Bertelsmann ist an Mediaprint und am News-Verlag beteiligt. Ihnen gehören etwa 50% der europäischen Printmedien.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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