50 Organisation richten Wort an Bill Gates: „Mitverantwortlich für Probleme“

22. November 2022von 7,3 Minuten Lesezeit

Bill Gates gibt sich als „Philanthrop“ aus, der die Welt verbessern will. Auch in der Landwirtschaft ist er massiv investiert. 50 Organisationen dekonstruieren in einem offenen Brief an Gates nun seine Politik und seine Strategie. 

50 Organisation aus der ganzen Welt richteten vor knapp zwei Wochen per offenen Brief ihre Kritik an Bill Gates. Die Organisationen sind aktiv im Kampf um Ernährungssouveränität und Gerechtigkeit in Afrika. Der US-Oligarch sei für sie Teil der Probleme, die er „benennt“.

Der offene Brief thematisiert dabei hauptsächlich Aussagen von Gates, die er in Interviews (etwa in der „New York Times“) zum Bill & Melinda Gates Foundation 2022 Report gemacht hat. Die Organisationen, angeführt von der “Community Alliance for Global Justice/AGRA Watch”und der „Alliance for Food Sovereignty in Africa (AFSA)“, unterzieht Bill Gates einem „Faktencheck“.

Der Text wurde auf Englisch hier veröffentlicht, die Übersetzung per deepl.com inklusive kleinen Änderungen lesen Sie hier:

Lieber Bill Gates,

Sie haben sich kürzlich in einem Meinungsartikel von David Wallace-Wells in der New York Times und in einem Artikel der Associated Press zur weltweiten Situation der Landwirtschaft und der Ernährungsunsicherheit geäußert.

In beiden Artikeln stellen Sie eine Reihe von Behauptungen auf, die unzutreffend sind und in Frage gestellt werden müssen. In beiden Artikeln wird eingeräumt, dass die Welt derzeit genug Nahrungsmittel produziert, um alle Erdbewohner ausreichend zu ernähren, dennoch diagnostizieren Sie das Problem grundsätzlich falsch, da es mit der geringen Produktivität zusammenhängt; wir müssen die Produktion nicht steigern, sondern vielmehr einen gerechteren Zugang zu Nahrungsmitteln sicherstellen. Darüber hinaus gibt es vier spezifische Verzerrungen in diesen Beiträgen, die angesprochen werden sollten, nämlich: 1) die angebliche Notwendigkeit von „Krediten für Düngemittel, billige Düngemittel“, um die landwirtschaftliche Produktivität zu gewährleisten, 2) die Vorstellung, dass die Grüne Revolution von Mitte des 20. Jahrhunderts jetzt wiederholt werden muss, um den Hunger zu bekämpfen, 3) die Vorstellung, dass „besseres“ Saatgut, das oft von großen Unternehmen hergestellt wird, erforderlich ist, um mit dem Klimawandel fertig zu werden, und 4) Ihr Vorschlag, dass Sie Geld bereitstellen, wenn die Leute Lösungen haben, die „nicht Kumbaya singen“.

Erstens: Synthetische Düngemittel tragen zwei Prozent zu den gesamten Treibhausgasemissionen bei und sind die Hauptquelle für Lachgasemissionen. Für die Herstellung von Stickstoffdüngern werden drei – fünf Prozent der weltweiten fossilen Gase benötigt. Außerdem machen sie Landwirte und Importländer von den schwankenden Preisen auf den internationalen Märkten abhängig und sind eine Hauptursache für die weltweit steigenden Lebensmittelpreise. Dennoch behaupten Sie, dass noch mehr Düngemittel benötigt werden, um die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern und den Hunger zu bekämpfen. Giftige und schädliche synthetische Düngemittel sind kein gangbarer Weg in die Zukunft. Unternehmen, Organisationen und Landwirte in Afrika und anderswo haben bereits Biodünger aus Kompost, Dung und Asche sowie Biopestizide aus pflanzlichen Stoffen wie Neemöl oder Knoblauch entwickelt. Diese Produkte können vor Ort hergestellt werden (wodurch Abhängigkeit und Preisschwankungen vermieden werden) und lassen sich zunehmend in größerem Maßstab vermarkten.

Zweitens war die Grüne Revolution alles andere als ein durchschlagender Erfolg. Sie trug zwar dazu bei, die Getreideerträge in Mexiko, Indien und anderswo zwischen den 1940er und 1960er Jahren zu steigern, doch sie vermochte es nicht, die Zahl der Hungernden in der Welt zu verringern oder einen gerechten und ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln zu gewährleisten. Sie brachte auch eine Reihe anderer Probleme mit sich, von ökologischen Fragen wie der langfristigen Bodendegradation bis hin zu sozioökonomischen Problemen, etwa der zunehmenden Ungleichheit und Verschuldung (die maßgeblich zu der Epidemie von Bauernselbstmorden in Indien beigetragen hat). Ihre bedingungslose Unterstützung für eine „neue“ Grüne Revolution zeugt von vorsätzlicher Ignoranz gegenüber der Geschichte und den eigentlichen Ursachen des Hungers (die im Großen und Ganzen mit politischen und wirtschaftlichen Arrangements zu tun haben und mit dem, was der Ökonom Amartya Sen berühmt als Ansprüche bezeichnete, und nicht mit einem weltweiten Mangel an Nahrungsmitteln).

Drittens gibt es bereits klimaresistentes Saatgut, das von Landwirten entwickelt und über informelle Saatgutmärkte gehandelt wird. Sorghum (eine Art der Hirse, Anm.), das Sie in Ihrem Interview als so genannte „verwaiste Kulturpflanze“ anpreisen, gehört zu diesen bereits etablierten klimaangepassten Kulturpflanzen. Sie stellen fest, dass die meisten Investitionen in Mais und Reis und nicht in lokal angepasste und nährstoffreiche Getreidearten wie Sorghum getätigt wurden. Die von Ihrer Stiftung (der Bill and Melinda Gates Foundation) gegründete und finanzierte AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa) gehört jedoch zu den Institutionen, die sich unverhältnismäßig stark auf Mais und Reis konzentriert haben. Mit anderen Worten: Sie sind mitverantwortlich für das Problem, das Sie benennen. Die AGRA-Initiative, die sie mit Ihrer Stiftung weiterhin finanzieren, hat auch eine restriktive Saatgutgesetzgebung vorangetrieben, die die Innovation bei Nutzpflanzen auf gut ausgestattete Labors und Unternehmen beschränkt und einschränkt. Diese Initiativen fördern nicht die Innovation auf breiter Ebene, sondern tragen vielmehr zur Privatisierung und Konsolidierung von Unternehmensmonopolen über die Saatgutentwicklung und die Saatgutmärkte bei.

Schließlich ist Ihre Behauptung, dass die Kritiker Ihres Ansatzes einfach nur „Kumbaya singen“, anstatt sinnvolle (und finanzierbare) Lösungen zu entwickeln, äußerst respektlos und herablassend. Es gibt bereits viele konkrete, laufende Vorschläge und Projekte zur Steigerung der Produktivität und Ernährungssicherheit – von Produktionsanlagen für Biodünger und Biopestizide über agrarökologische Schulungsprogramme für Landwirte bis hin zu Experimenten mit neuen Wasser- und Bodenbewirtschaftungstechniken, Anbausystemen mit geringem Aufwand und schädlingsabwehrenden Pflanzenarten. Was Sie hier tun, ist Gaslighting – Sie stellen praktische, fortlaufende, von Landwirten getragene Lösungen als irgendwie fantasievoll oder lächerlich dar, während Sie Ihre eigenen bevorzugten Ansätze als pragmatisch präsentieren. Dabei sind es die von Ihnen bevorzugten High-Tech-Lösungen, einschließlich Gentechnik, neuer Züchtungstechnologien und jetzt auch der digitalen Landwirtschaft, die in der Tat versagt haben, den Hunger zu verringern oder, wie versprochen, den Zugang zu Nahrungsmitteln zu verbessern. Und in einigen Fällen tragen die von Ihnen als Lösungen für den Klimawandel angepriesenen „Lösungen“ in Wirklichkeit zu den biophysikalischen Prozessen bei, die das Problem verursachen (z. B. mehr Düngemittel auf der Basis fossiler Brennstoffe und eine von fossilen Brennstoffen abhängige Infrastruktur für deren Transport), oder sie verschärfen die politischen Bedingungen, die zu einer Ungleichheit beim Zugang zu Nahrungsmitteln führen (z. B. politische Maßnahmen und Saatgutzüchtungsinitiativen, die eher großen Unternehmen und Labors als den Landwirten selbst zugutekommen).

In beiden Artikeln vereinfachen Sie komplexe Sachverhalte radikal in einer Weise, die Ihren eigenen Ansatz und Ihre Interventionen rechtfertigt. Im Meinungsartikel in der New York Times stellen Sie fest, dass Afrika mit den niedrigsten Arbeits- und Bodenkosten ein Nettoexporteur von Agrarprodukten sein sollte. Sie erklären, dass der Grund dafür, dass dies nicht der Fall ist, darin liegt, dass „die Produktivität viel niedriger ist als in den reichen Ländern und die Infrastruktur einfach nicht vorhanden ist“. Die Kosten für Land und Arbeit sowie für Infrastrukturen sind jedoch sozial und politisch bedingt. Afrika ist in der Tat hochproduktiv – nur werden die Gewinne anderswo realisiert. Durch Kolonialisierung, Neoliberalismus, Schuldenfallen und andere Formen der legalisierten Ausplünderung wurden das Leben, die Umwelt und die Körper der Afrikaner entwertet und zu Waren gemacht, von denen andere profitieren und profitieren. Es wurden Infrastrukturen geschaffen, um diese Waren außerhalb des Kontinents zu kanalisieren. Afrika ist nicht in der Lage, sich selbst mit Getreide zu versorgen, weil die Landwirtschaft, der Bergbau und andere ressourcenintensive Sektoren so strukturiert wurden, dass sie den kolonialen und dann den internationalen Märkten dienen und nicht den afrikanischen Völkern selbst. Obwohl Sie sicherlich nicht für all dies verantwortlich sind, verschärfen Sie und Ihre Stiftung einige dieser Probleme durch einen sehr privatisierten, gewinnorientierten und unternehmerischen Ansatz in der Landwirtschaft.

Es mangelt nicht an praktischen Lösungen und Innovationen afrikanischer Bauern und Organisationen. Wir laden Sie ein, einen Schritt zurückzutreten und von denen vor Ort zu lernen. Gleichzeitig fordern wir die Medien auf, vorsichtiger zu sein, wenn es darum geht, den fehlerhaften Annahmen, der Hybris und der Ignoranz eines reichen weißen Mannes Glaubwürdigkeit zu verleihen, und zwar auf Kosten der Menschen und Gemeinschaften, die in diesem Moment mit diesen Realitäten leben und sich an sie anpassen.

Bild Governor Tom Wolf from Harrisburg, PA, Gov. Wolf Touts PA’s Leadership in Clean Energy Transition at Global Forum in Pittsburgh (52378592889)CC BY 2.0

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge uns auf Telegram und GETTR


Der Podcast: Die Woche bei TKP #6

Gravierende Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO geplant

32 Kommentare

  1. Manfred 28. November 2022 at 10:42Antworten

    Eine Schande, dass solche Leute wie er und Co ungebremst Mist bauen kann.

  2. Georg Uttenthaler 23. November 2022 at 19:38Antworten

    Das sagte Bill Gates auf einer Klimakonferenz am 14.07.2011. Wir können die Weltbevölkerung durch Impfstoffe reduzieren. Diese Aussage machte B.G. ohne jegliches Zögern, Stottern oder sonstigen Hinweis darauf, dass es sich um ein Missverständnis/ Geisteskrankheit handeln könnte. Es war anscheinend ein absichtlicher und geplanter Teil einer gut durchdachten und zusammenhängenden Präsentation. Was bedeutet es also, wenn Bill Gates sagt: „Wenn wir bezüglich neuer Impfstoffe… wirklich gute Arbeit leisten, könnten wir die Weltbevölkerung um 10 bis 15 Prozent verringern?“ Diese Aussage deutet ohne Frage an, dass Impfstoffe, eine Methode zur Bevölkerungsreduzierung darstellen.

    Dass uns das, wenn wir in Zukunft clever genug sind, nicht mehr passieren kann, besagt das folgende Urteil in den USA.
    Der erste Puzzle Stein ist gefallen:
    Kaum jemand hat bemerkt, (weil von den Medien und Fakten- Checkern TOTGESCHWIEGEN!) dass Robert F. Kennedy Jr. den Prozess gegen alle Pharmalobbyisten gewonnen hat. Covid- Impfstoffe sind keine Impfstoffe.
    In seinem Urteil bestätigt der Oberste Gerichtshof, dass die durch die Covid- mRNA- Gentherapien verursachten Schäden irreparabel sind. Da der Oberste Gerichtshof das höchste Gericht in den Vereinigten Staaten ist, gibt es keine weiteren Berufungen und die Berufungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft.
    Robert F. Kennedy betonte in einer ersten Stellungnahme, dass dies ein Erfolg sei, der nur dank der internationalen Zusammenarbeit einer großen Zahl von Anwälten und Wissenschaftlern möglich gewesen sei. Natürlich öffnet dieses Urteil international etwas, gerade hier in der Schweiz dürfte dieses Urteil Wellen schlagen, denn die Schweiz hat hier mit ihrer Bundesverfassung eine besondere Stellung. Zum einen steht der Nürnberger Kodex in der Verfassung mit Artikel 118b, und der Missbrauch der Gentechnik am Menschen ist in der Schweiz verboten, nach Artikel 119 der Bundesverfassung.
    Ergänzt wird dies durch Artikel 230 bis des Strafgesetzbuches, … Damit drohen den Tätern bis zu 10 Jahre Gefängnis. Dieses Urteil sollte aber auch den Rest der Welt aufhorchen lassen, denn der Nürnberger Kodex hat internationale Gültigkeit und ist auch in Artikel 7 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte enthalten.
    Bei strafrechtlichen Vorwürfen muss in der Erklärung auf den Contergan-Skandal hingewiesen werden, um der Bedeutung dieses Vorwurfs besonderes Gewicht zu verleihen. Der Politik steht also ein heißer Herbst bevor. Man sollte auch wissen, dass in diesen Prozessen der deutsche Anwalt Dr. Rainer Füllmich und weiter über 100 deutsche Anwälte mitgewirkt haben. Endlich werden diese Impf- Verbrecher durch Sammelklagen finanziell zur Kasse gebeten.
    Presseteam Austria TIPP: Exklusive Shop Ideen www.skydesignshop.net
    https://www.foxnews.com/us/new-york-supreme-court-reinstates-all-employees-fired-being-unvaccinated-orders-backpay

    • Hollie 25. November 2022 at 11:13Antworten

      Auch wenn dies vermutlich eh niemand mehr liest und ohne Gates, der vor allem Geschäftsmann, langweilig und kein Philantroph ist, rechtfertige zu wollen: er hat nicht gesagt, die Bevölkerung durch Impfen zu reduzieren. Er hat gesagt, das Bevölkerungswachstum zu reduzieren.

    • CG Jung 29. November 2022 at 19:37Antworten

      @Georg Uttenthaler

      Noch etwas zu Bill Gates. Verwendet kein Windows Betriebssystem, sondern das freie Linux OS. Die Windows-Alternative Linux. Debian/GNU/Linux https://www.debian.org

  3. baltiMOre ravens 23. November 2022 at 11:10Antworten

    Im übrigen bin ich der Meinung, dass Microsoft, die Bill & Melinda Gates Stiftung, die GAVI,….und wie sie alle heißen zerschlagen werden müssen.

    Im pösen Osten sind es „Oligarchen“, im pesten Westen natürlich „Philanthropen“. Wer soll so billige Propaganda glauben?

  4. Monika 23. November 2022 at 8:20Antworten

    kauft euer saatgut bei dem verein VEN , da sind kleine Erhalter, die alte Gemüsesorten erhalten, über Jahrzehnte, vieles aus eigener Familie für kleine Preise……schaut euch die Seite an und baut alte Gemüse wieder an, statt das Hochleistungszeugs von ……kommen wir wieder auf das ursprüngliche, natürliche zurück—schmackhafte Tomaten, Salate, Gurken und und und in allen Variationen und alles biologisch für den kleinen Geldbeutel—eine Schatztruhe

    • Dr. med. Veronika Rampold 23. November 2022 at 19:42Antworten

      Meine Wenigkeit zieht einen Teil des Saatguts selbst. Bei Kürbissen macht das besonderen Spaß – es ergibt nach mehreren Generationen des WEiterzüchtens eigner Saat verrückte neue Formen und Farben.
      Blumensamen und -pflanzen kaufe ich überhaupt keine. Einjährige Bauernblumen, wie Bartnelken, Marienglockenblumen, Ringelblume vermehren sich freudig von selber. Von mehrjährigen Blumen kriege ich Ableger aus der Nachbarschaft, manchmal klaue ich auch einen ;-).
      Bei mir wächst Backmohn halbwild… in einem Jahr erntete ich zwei Kilo Mohnsaat, einfach durch Stehnlassen vieler als „Unkraut“ gesprossener Mohnpflanzen zwischen Gemüse… und Koriander.
      Zwischen dem „Unkraut“ auf den Beeten im Herbst keimen Postelein und Feldsalat.

      Vor ca. 12 J. entdeckte ich unter meiner Gartenkresse, selbstgeerntete Samen der 1. Generation waren die Grundlage,
      ein paar atypische Pflanzen, die hatten längliche ungefiederte Blätter statt gefiederter. Ihr Geschmack war erst fein und fast obstig, dann ausgeprägt kressescharf; die hellgrünen Blätter blieben sehr zart, bis die Pflanze in Blüte stand.
      Von denen nahm ich wieder Samen, es war tatsächlich eine neue Sorte… Wildform? Mutation?
      Diese „Spezialkresse“ kann man ganz zeitig, gleich nach der Schneeschmelze bzw Anfang März, ins Freiland an sonnige warme Stelle säen, sie keimt und bildet eine Art Winterrosetten, die Spätschnee und -frost ertragen und sich bequem ernten lassen.
      Hab ihre Samen bisher bloß an zwei, drei Nachbarn verschenkt.
      Ob VEN wohl auch was davon haben will? Bitte Postanschrift in Antwort angeben, falls ja.

  5. pantau 23. November 2022 at 1:53Antworten

    Man hat dem Brief nach offenbar nur die Wahl zwischen ideologisch Unfähigen (Afrikahilfe die letzten 50 Jahre) und grün angepinselten Geschäftemachern (Gates). Kein Wort über das exponentielle Bevölkerungswachstum in den meisten afrikanischen Ländern (könnte das vielleicht auch ein Faktor sein, warum sich die Grundversorgung nicht verbessert..) und diese Betonung auf „koloniale Ausbeutung“, während man kleinlaut „innerpolitische Verhältnisse“ nur am Rande erwähnt. Dabei ist Korruption, auch im Abgreifen und Veruntreuen von Entwicklungshilfegeldern, ein schwerwiegendes Problem. Dass Gates wiederum nur neue Märkte für Dünger, Pestizide und patentiertes Saatgut erschließen will, war klar. Und dann wäre da noch die afrikanische Kultur, die nicht mehrere Hundert Jahre kontinuierlicher Entwicklung in agrarisch-technisch-kultureller Entwicklung hinter sich hat. Es sind ehemalige Naturvölker, das darf man nicht vergessen, vor der Kolonialisierung gab es in Afrika lediglich Stämme auf steinzeitlichem Niveau. Ich vermute ein Entwicklungshelfer, der das selbst nach dem Verzehr von 1 Eimer Kreide anspricht, wird sofort gefeuert. Und daher versucht man vermutlich immer dasselbe und erwartet andere Resultate….

    • Fritz Madersbacher 23. November 2022 at 9:44Antworten

      @pantau
      23. November 2022 at 1:53
      Schöne Zusammenstellung kolonialherrschaftlicher Vorurteile. Sie haben vor allem eines gebracht: das Ansehen und der Einfluß Europas in Afrika ist im Absturz begriffen. Die afrikanischen Länder lassen so nicht mehr mit sich reden, zu Recht …

    • Mammalina 23. November 2022 at 9:55Antworten

      @ Pantau: Genau richtig. Aber solange man die echten Probleme nicht anspricht, ansprechen darf, wird sich nichts ändern. Wir spüren das doch auch schon in Europa – ich selbst kann ein Lied davon singen, unsere Straße ist bereits afrikanisiert, mit entsprechendem Lärmpegel… Sie bekommen jedes Jahr ein Kind, hier in Europa lohnt sich das erst recht, von so viel Kindergeld könnten sie in Afrika nur träumen.
      Und ja, es stimmt, die ehemaligen (deutschen) Kolonien in Afrika sind auch heute noch die am besten entwickelten Länder auf diesem Kontinent. Die meisten Völker Afrikas haben andere Vorstellungen und Lebensweisen, sie kehren aus ihren „Häusern“ zum 100. Mal den Sand aus, verändern aber nie die Bauweise, so dass der Wind den Sand immer wieder hineinträgt (ich sah hierzu einmal eine Reportage im TV).
      Zu Hilfen in Afrika kann ich persönlich noch sagen – vieles ist sinnlos, weil es gegen ihre Kultur geht. Wir hatten ein Patenkind in Mali, haben regelmäßig gezahlt und ein Dorfprojekt unterstützt. Das Mädchen ging 2 Jahre in die Schule, immer wieder unterbrochen von Zeiten, da sie der Mutter helfen musste und die Schule nicht besuchen durfte, schließlich wurde sie früh verheiratet und ist inzwischen sicherlich schon Mutter von unzähligen Kindern. Der Schulbesuch hat nichts bewirkt, vielleicht wenigstens der neue Dorfbrunnen…
      Allerdings sollte man, wenn hier Bill Gates auch als Verursacher der Misere angesprochen wird, auch von Konzernen wie Nestlé usw. fordern, ihre frechen Kampagnen um des Profites willen in afrikanischen u.a. Ländern zu stoppen. In armen Ländern Fertigmilch zu verkaufen und gleichzeitig Frauen vom Stillen abzubringen ist ein Verbrechen! Auch der „Diebstahl“ (für wenig Geld) von Fischen durch EU-Konzerne muss aufhören! „Cash for Fish“ heißt das fragwürdige Geschäft – für die Einheimischen bleibt fast nichts übrig.

    • Hannibal 23. November 2022 at 17:29Antworten

      Die Korruption in den afrikanischen Ländern wird durch die „ehemaligen“ Kolonialmächte am Leben gehalten, indem sie dafür sorgen, dass Präsidenten an die Macht kommen oder an der Macht bleiben, die sie schmieren bzw. schön das machen, was Ihnen die westlichen Machthaber diktieren. Gewählte Präsidenten, die diesem Treiben ein Ende setzen möchten, werden komischerweise nach kurzer Zeit umgebracht. Solange diese Mächte weiterhin Einfluss in Afrika haben, wird sich nie etwas ändern. Die „Befreiung“ der afrikanischen Staaten von ihrem Kolonialmächten ist leider nur eine Illusion und wird im Hintergrund weiter betrieben. Nur auf andere Art.

      • Fritz Madersbacher 23. November 2022 at 21:58

        @Hannibal
        23. November 2022 at 17:29
        „Die „Befreiung“ der afrikanischen Staaten von ihrem Kolonialmächten ist leider nur eine Illusion“
        Ich glaube, da sind Sie nicht ganz am laufenden, die westlichen Kolonialmächte sind da viel besorgter um ihre Rohstoff-Ressourcen und ihre zukünftigen Möglichkeiten auf diesem Kontinent. Aber zweifellos ist der Weg in die bessere Zukunft wie üblich voller Windungen und Wendungen …

      • Hannibal 25. November 2022 at 15:29

        @Fritz Madersbacher
        Ja, das ist ja genau das, was ich geschrieben habe ;-)
        Die westlichen Mächte wollen die afrikanischen Länder weiterhin in ihren Klauen halten und setzen deshalb Präsidenten ein, die sie kontrollieren können, damit sie sie weiterhin ausbeuten können.
        Zu diesem Thema habe ich gerade einen interessanten Artikel auf Apolut gelesen: https://apolut.net/das-ende-von-teile-und-herrsche-von-jochen-mitschka/

  6. niklant 23. November 2022 at 0:13Antworten

    Dieser Mann gehört vor ein Gericht, bestehend aus Bürgern verschiedener Länder! Diese Bürger sollten ihn verurteilen und in ein tiefes Loch werfen! Man kann ihm noch anbieten sich selbst zu richten, so wie er Millionen andere Menschen richtet! Bill Gates ist in den Reihen Größenwahnsinniger gut aufgehoben, die ebenfalls vor ein Bürgerliches Gericht gehören!

  7. Wahrheitssuchende 22. November 2022 at 22:43Antworten

    passt nicht ganz zum Thema, aber der Dokumentarfilm Died Suddenly ist auf Rumble raus. Möglichst viele Menschen sollten darauf aufmerksam gemacht werden. Der Film ist Herz zereißend. Nichts für schwache Gemüter +18

  8. Jurgen 22. November 2022 at 21:44Antworten

    B.Gates hat noch nie etwas richtig gekonnt oder selbst gemacht. Alles nur geklaut! Was er ist, ist als Sohn eines Unternehmers geboren zu sein und von den amerikanischen Partnern (zuerst IBM) wurde ihm Geld in den Arsch geblasen wurde, um ein existierendes Betriebssystem (CP/M – 8080/Z80) zu kopieren für einen neuen Prozessor von Intel (DOS – 80188), der im IBM-PC verwendet wurde. Microsoft Windows war auch ein Plagiat (Xerox, Apple). Der eugenische Mist rührt auch von seinem Vater her. Gates hat einfach zuviel Geld und kann nichts vernünftiges damit anfangen, weil er nichts kann…

  9. wellenreiten 22. November 2022 at 19:10Antworten

    Auf dem Bild sieht Herr Gates Ethyl Phillips (der Schwiegermutti in der Serie „Die Dinos“) ziemlich ähnlich :-) Vielleicht wird er tatsächlich auch bald einen Gehstock brauchen und damit andere Leute schlagen wenn die nicht machen, was er will.

  10. Jens Tiefschneider 22. November 2022 at 18:22Antworten

    Egal was er und seine Ex anpacken, es endet im Desaster mit unzähligen Menschenleben und/oder großer Zerstörung. Wenn es das Satanische wirklich geben sollte, dann hieße es Bill & Melinda Gates.

  11. Peter Pan 22. November 2022 at 18:10Antworten

    My message to Bill Gates: Get your angel wings in the cell where your dear friend Jeffrey Epstein got his.

  12. Gabriele 22. November 2022 at 17:56Antworten

    Man sieht dem Herrn seinen guten Charakter praktisch an… und die Demenz scheint auch nicht mehr weit. Falls er wirklich an seine Impfungen glaubt und sie sich hat geben lassen, dann alles Gute. Bald droht die Belohnung für seine Wohltaten auch ihm selbst. Die Gattin hat sich ja rechtzeitig verdünnisiert, die wird gewusst haben, was Sache ist. Sieht aus, als hätte er seine Märchen bis jetzt wirklich alle selber geglaubt.

    • Jens Tiefschneider 22. November 2022 at 18:24Antworten

      Nicht vergessen, mit Gattin Melinda fing die „Wohltäterei“ an. Bis dahin war Gates nur ein sehr reicher Nerd.

  13. Dr. med. Veronika Rampold 22. November 2022 at 17:47Antworten

    Der ist ganz schön gealtert in den letzten 2 Jahren! Anscheinend wackelt die Hybris auch aus seiner eigenen Sicht – das strengt an. Um das einzelne Menschlein Gates mache ich mir keine Sorgen, er lebt nicht mehr lang, aber der Klüngel, der tickt wie er und dabei Geld hat, bleibt die größte Gefahr für den Westen. Er ist gefährlicher als fremde Armeen.
    Pfizer, geh pleite!

    • Fritz Madersbacher 22. November 2022 at 18:05Antworten

      @Dr. med. Veronika Rampold
      22. November 2022 at 17:47
      „Der ist ganz schön gealtert in den letzten 2 Jahren!“
      Ja, unübersehbar, seine Haut verrät es. Er scheint dem Viruswahn und dem ‚gamechanger‘ mRNA-Präparate tatsächlich selbst verfallen zu sein.
      „… er lebt nicht mehr lang, aber der Klüngel, der tickt wie er und dabei Geld hat, bleibt die größte Gefahr für den Westen …“
      Die nicht-westliche „restliche Welt“ scheint bezüglich dieser Erkenntnis schon wichtige Fortschritte gemacht zu haben, „für den Westen“ sind wir selbst zuständig …

    • Jens Tiefschneider 22. November 2022 at 18:27Antworten

      Ich hoffe er stirbt nicht zu schnell. Er soll noch in den Genuss des Prozesses kommen, der in Indien gegen ihn vorbereitet wird.

  14. Rosa 22. November 2022 at 15:48Antworten

    „Bill Gates gibt sich als „Philanthrop“ aus, der die Welt verbessern will.“

    Zumindest scheint Gates III. die Welt seines Kumpanen Jeffrey Epstein „verbessert“ zu haben.

  15. Jan 22. November 2022 at 15:46Antworten

    Auch wenns niemand hören will: In den nächsten Jahren wird sich die Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe aus primär geologischen Gründen drastisch verschieben.

    Das bedeutet, dass der Handel mit schweren Rohstoffen zurückgehen wird, es muss regional und „ökologisch“ produziert werden.

    Das bedeutet auch, dass Dünger und Lebensmittel kaum durch drei Länder gekarrt werden können.

    Guter Kompost, Terra Preta, die Kompostierung von Fäkalien (notwedig wegen Phosphor), der Anbau von Grundnahrungsmitteln und die Fertigung von Kleidung müssen sehr lokal organisiert werden – best practices welcome.

    Was möchte zB Deutschland tauschen, wenn die Industrie aus Gasmangel stottert?

    • Dr. med. Veronika Rampold 22. November 2022 at 18:45Antworten

      Jetzt werd ich radikal subjektiv:
      hoffentlich hast du recht und hoffentlich passierts noch zu meinen Lebzeiten, denn damit finge die beste Zeit meines Lebens an. Dann wirds keine Eigenheit mehr sein, zu denken „Industrie kann ich selber“ und „Industrie heisst Gewerbefleiss und ist ne Einstellung“ sondern Mainstream. Ach, seufz, wird das schön!

    • Mia Wu Ast 22. November 2022 at 21:26Antworten

      Da haben Sie sehr recht!
      Aber gibt es etwas, das uns daran hindert diesen Weg zu gehen ohne auf den „Wertewesten“ zu warten?
      Ich meine: JA!
      Unser (Lohn-)Steuersystem behindert lokale Versorgung.
      Arbeit wird verteuert, während Ressourcenverbrauch subventioniert wird.
      Maschinen fahren billiger wenn sie immer schwerer & größer werden; ein Arbeiter der in der Bio-Landwirtschaft Unkraut jätet ist defacto unbezahlbar (wenn man von den Stundenlöhnen die (z. B. ukrainische) Erntehelfer bekommen absieht).
      Wäre z. B. Kerosin oder der Transport allgemein so besteuert wie unselbständige Arbeit, würde es sich längst nicht lohnen alles Mögliche & Unmögliche um die Welt zu schippern.
      Darum meine ich auch diese alljährlichen Schauspiele um die KV-Lohnerhöhungen treffen den Falschen. Der Regierung müssen wir das abpressen und nicht den Arbeitgebern.
      Ich bin daher für die gänzliche Abschaffung der Lohnsteuer – nicht sofort, das ist unrealistisch – aber z. B. innerhalb von 5 Jahren.
      Kompensieren würde ich das Steuervolumen durch unterschiedliche USt-Sätze. Und über Transport-Meilen für Güter – wie die Bonusmeilen der Vielfliegerprogramme, nur umgekehrt.
      Spanische Tomaten aus dem gasbeheizten Folientunnel im Februar würden dadurch deutlich teurer, ich weiß… aber Einheimisches eventuell auch billiger.
      Und wenn das mit der Lohnsteuer funktioniert, würde ich‘s mit der Einkommensteuer ebenso machen.

      In Anlehnung an ein Forumsmitglied:
      Die Lohnsteuer muß weg!

  16. Fritz Madersbacher 22. November 2022 at 15:34Antworten

    „Es mangelt nicht an praktischen Lösungen und Innovationen afrikanischer Bauern und Organisationen“, genausowenig wie es an praktischen Lösungen und Präventionsmöglichkeiten für Atemwegsinfektionen mangelt. Hohe Profite versprechende technokratische „Lösungen“ wie z.B. die Züchtung keimunfähiger Getreidesorten oder die mRNA-Biotechnologie haben aufgrund der von ihnen verursachten Schäden vor allem eines bewirkt: Widerstand gegen die dubiosen, ihren Aufstieg dem Kapitalismus verdankenden Emporkömmlinge, die sich von ihren bestochenen Medien gerne als „Philanthropen“ feiern lassen. Sie werden scheitern, denn die Massen sind die Triebkraft der Geschichte …

    • Jan 22. November 2022 at 15:50Antworten

      Für „Scheitern“ sind aber die Übersterblichkeitsraten sehr hoch – in Spanien zB über 30%.

      Man muss nur ein anderes Ziel annehmen und sich nicht von der behaupteten Gesundheit blenden lassen. An Taten sollt Ihr sie erkennen, nicht an Worten!

  17. Eugen Richter 22. November 2022 at 15:16Antworten

    Bill Gates und Dunning-Kruger-Effect? Ich meine ja nur… ;)

  18. Peter Ruzsicska 22. November 2022 at 14:11Antworten

    Völlige Enteignung und ab ins Häfen – Lebenslänglich, aber schon Gestern.

Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber ersuchen einige Regeln zu beachten: Bitte bleiben wir respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen und bitte auch keine Video-Links und Texte mit roten Rufzeichen. Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Aktuelle Beiträge