Polen fordert Ukraine auf sich seiner dunklen Vergangenheit im WK II zu stellen

12. Juli 2022von 2 Minuten Lesezeit

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat die vom Westen unterstützte ukrainische Führung aufgefordert, sich zu ihrer beschämenden Vergangenheit zu bekennen, als ukrainische Nationalisten während des Zweiten Weltkriegs über 100 000 Polen massakrierten.

In seiner Rede anlässlich des 79. Jahrestages der Morde in Wolhynien 1943 in Warschau kritisierte Duda die mangelnde Bereitschaft der Kiewer Führung, die ukrainischen nationalistischen Milizen, die für die Massaker an den Polen im Zweiten Weltkrieg verantwortlich waren, zu verurteilen.

Duda forderte Kiew auf, die ethnische Säuberung von Polen durch ukrainische nationalistische Milizen einzugestehen, und bestand darauf, dass die Wahrheit über die Massaker in Ostgalizien zwischen 1944 und 1945 „fest und klar gesagt“ werden müsse.

Diejenigen, von denen wir wissen, dass sie Mörder waren, waren auch Helden für die Ukraine“, betonte Duda bei der Zeremonie.

Eine unmittelbare Reaktion aus Kiew auf seine Äußerungen gab es nicht.

Im Januar 2018 verabschiedete das polnische Parlament ein Gesetz, das die Leugnung der „Verbrechen der ukrainischen Nationalisten“ unter Strafe stellt.

Trotz der derzeitigen Zusammenarbeit zwischen Warschau und Kiew in ihrer antirussischen Haltung sind sich Polen und Ukrainer seit jeher unsympathisch, und Dudas jüngste Äußerungen dürften in einigen ukrainischen Kreisen auf Kritik stoßen.

Viele Ukrainer sehen in solchen Diskussionen den Versuch, die Ukraine als ein Land darzustellen, das pro-nazistische Führer wie Stepan Bandera verherrlicht, der für die Massaker an polnischen Dorfbewohnern in Wolhynien 1943 und in Ostgalizien 1944 verantwortlich war, die mehr als 100.000 Menschen das Leben kosteten.

Die nationalistischen ukrainischen Milizen, Partisanen der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), die von der Bandera-Fraktion der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN-B) kontrolliert wurde, entwickelten sich zu dem, was heute als Asow-Bataillon bekannt ist.

Sie waren für das verantwortlich, was die Polen in ihren offiziellen Geschichtsbüchern als Völkermord an den dort lebenden Polen bezeichnet haben.

Ukrainische nationalistische Milizen wollten die Region „ethnisch säubern“, um zu verhindern, dass sie jemals wieder polnisch wird.

Heute ehrt die Kiewer Führung die pro-nazistische Bandera, und die Mitglieder des nationalistischen Asow-Bataillons werden als Kriegshelden gefeiert.


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9 Kommentare

  1. Konrad Kugler 12. Juli 2022 at 22:42Antworten

    Als Erstes ist mir eine Parallele aufgefallen, zwei sehr ähnliche Kriegsgründe. Die Polen sind Nationalisten, was nicht wundert und Imperialisten, das eher schon. Die Polen brannten auf Krieg mit Deutschland. Seit 1920? schikanierten sie die ansässigen Deutschen in dem Gebiet, das sie mit Unterstützung der Franzosen besetzt hielten. Sie träumten von einer Eroberung bis Berlin. [General – Gemälde – Siegesparade in Berlin] Hitler bot Löungen an, aber England verhinderte alles. Es kam zur Teilung Polens durch Hitler und Stalin und England und Frankreich begannen mit der Kriegserklärung den WK II am nächstern Tag.
    Die US-NATO begannen vor 8 Jahren die Vorbereitungen zur Provokation Rußlands. Seitden beschießt die ukr. Armee die Städte im Donbass. Jetzt behaupten hiesige Medien, daß Rußland die Orte zerstört, die sie befreien will.

  2. arnulf 12. Juli 2022 at 19:53Antworten

    Mit so einer Bemerkung kann man auch einen Rückzug aus der verfahrenen Kiste einleiten. Das kann auch ein Signal in alle mögliche Richtungen sein. Diese Problematik hätte man auch innerhalb der letzten 8 Jahre ansprechen können, hat dies aber tunlichst vermieden. Wenn dann ist diese Aussage an das Ausland gerichtet. In Polen weiß jederman darüber schon immer Bescheid. Da wurde immer offen darüber gesprochen.

  3. Andreas I. 12. Juli 2022 at 14:48Antworten

    Hallo,
    das ist ein merkwürdiger Zeitpunkt für solche Äußerungen. Seit der 2014er Nach-Maidan-Regierung wurde gezeigt, wie viel das Wort der ukrainischen Regierung wert ist. Will die polnische Regierung ein Lippenbekenntnis, aber wenn ja wozu? Komischer Zirkus.

  4. ga 12. Juli 2022 at 13:25Antworten

    Es ist gut, daß die Lesart von der holden Maid Ukraine, die vom bösen Drachen Russland angegriffen wird und daher von uns (unter Aufbringung beträchtlicher Opfer, deren Ausmaß wir noch nicht einmal abschätzen können) gerettet werden muss, zunehmend Kratzer abbekommt und so vielleicht mehr und mehr Leute begreifen, daß so hold die Maid nicht ist…

  5. suedtiroler 12. Juli 2022 at 12:28Antworten

    Der Gipfel der Frechheit kommt schon von unseren Medien:
    bei Querdenkern & Co. haben sie keine Hemmungen diese Menschen als „Rechte“ und sogar „Nazis“ zu diffamieren

    bei den Ukrainerischen Extremisten von ASOV, AIDAR & Co. drücken sie beide Augen zu und sprechen von „Freiheitskämpfern“ und „Patrioten“, obwohl sie über und über mit NS Symbolik dekoriert, ja manche sogar tätowiert sind!

    „Lügenpresse“ ist hier noch viel zu nett für diese Medien

  6. Pohlmann 12. Juli 2022 at 11:52Antworten

    Die Stunde der Beschuldigung hat geschlagen. Nun werden sie sich gegenseitig beschuldigen was damals war. Hallo?! Wir haben heute eine ganz andere Generation als damals. Und im Rückspiegel nur zu schauen verursacht einen Unfall mit schweren Folgen.

    • Michael R 12. Juli 2022 at 12:58Antworten

      Es geht nur in zweiter Linie darum, was mal war. In erster Linie geht es darum, was ist
      nämlich dass ukrainische Staatsvertreter(!) wie z.B. der gerade abberufene Botschafter in Deutschland die Täter von damals als Helden feiern anstatt sie als das zu brandmarken, was sie waren: Nazis und Mörder.

    • Steve Acker 12. Juli 2022 at 13:15Antworten

      Pohlmann
      die heutige Generation feiert die von damals als Helden.
      In den letzten Jahren wurden viele Bandera-Denkmäler aufgestellt, strassen nach ihm
      benannt etc.

      Es geht dass das jetzt mal hochkommt.
      Die Aussagen Melnyks haben das ganze nur richtig an die Öffentlcihkeit gebracht.
      Seine Abberufung ist nur ein versuch an den Symptomen zu kurieren.

      • Steve Acker 12. Juli 2022 at 14:13

        Korrektur zu meinem Post

        ich wollte schreiben. „Es ist gut dass das Thema mal hochkommt“.

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