Hormus-Theater: Krieg oder inszenierter Energie-Reset?

31. März 2026von 3,6 Minuten Lesezeit

Der Iran-Krieg hat eine Neuausrichtung der globalen Energiepolitik ausgelöst. Die Folgen können dramatisch sein und sind noch nicht absehbar. Die Gewinner kommen dabei vor allem aus den USA.

Erleben wir einen echten Krieg? Freilich, die Bomben, die Zerstörung und die Opfer sind real. Doch nicht wenige sehen hinter der militärischen Eskalation eine Inszenierung, um die globale Energieinfrastruktur grundlegend zu verändern, Marktanteile umzuverteilen, alte Anlagen abzuräumen, neue Kapazitäten aufzubauen und Handelswege neu auszurichten. Das vermutet die geopolitische Analystin Morgan – und gibt eindeutige Indizien, die kaum Zufall sein können.

Am 19. März 2026 schlugen iranische Raketen im Ras-Laffan-Industriegebiet in Katar ein, dem weltgrößten LNG-Exportzentrum. QatarEnergy meldete „umfangreiche Schäden“, die Produktion wurde gestoppt, Force-Majeure-Erklärungen folgten. Innerhalb weniger Stunden stiegen die Aktien von US-LNG-Exporteuren wie Cheniere Energy auf ein 52-Wochen-Hoch bei über 260 Dollar. Venture Global legte im Monatsverlauf 61 Prozent zu.

Wenn sieht, was schon 17 Tage vor dem Angriff auf Ras Laffan geschehen ist, dann würde es verwundern, dass damit niemand gerechnet hat. Venture Global und Trafigura unterzeichneten am 2. März einen bindenden LNG-Liefervertrag über 0,5 Millionen Tonnen pro Jahr ab 2026. Europäische und asiatische Abnehmer hatten ähnliche Vorabverträge geschlossen. Mit den Schäden in Katar ergab sich „plötzlich“ eine Lücke, die mit diesen Verträgen gefüllt wird.

Auch Katar kann den iranischen Angriff für sich nutzen. Man will seit Jahren die Produktion von 77 auf 142 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2030 ausbauen– ein langfristiges Projekt mit festen Verträgen und Baugenehmigungen. Die „Force-Majeure“-Ereignisse lieferten nun den perfekten Vorwand, veraltete Anlagen abzuschreiben und den Ausbau zu beschleunigen.

Solche iranischen Treffer gibt es auch in Saudi-Arabien. So soll der alte Flughafen getroffen worden sein, während der neue Jeddah Terminal 1 (eröffnet 2018/2019, Kapazität für bis zu 80 Millionen Passagiere) nicht angegriffen wurde. In Kuwait blieb der Neubau des Flughafens (Kosten: 4,3 Milliarden Dollar) verschont.

In Israel wurde die Raffinerie Bazan in Haifa getroffen. Wusste man im Iran nicht, dass schon 2022 die komplette Verlegung der Anlage beschlossen worden war. Ein McKinsey-Gutachten hatte die Kosten auf 5,2 Milliarden Dollar geschätzt und den Standort als lukratives Waterfront-Grundstück hervorgehoben. Nach den Bomben werden diese Pläne wohl leichter umgesetzt werden können. Dem benachbarten Hafen, kürzlich von Adani für 1,15 Milliarden Dollar übernommen, geschah nichts.

Auch beim Dimona-Komplex in Israel fielen die Einschläge in ein Wohngebiet, das seit Jahren für Sanierung vorgesehen war – nicht am Reaktor selbst. Die IAEA bestätigte null Schäden am nuklearen Kern und keine Strahlung.

Und während im Nahen Osten die Bomben fallen, explodiert in den USA die LNG-Exportkapazität. Nordamerika plant, die Kapazität von 300 auf bis zu 900 Millionen Kubikmeter pro Tag bis 2029 fast zu verdreifachen – mehr als die Hälfte aller globalen Neubauten. Der vorübergehende LNG-Export-Stopp unter Biden war nur eine regulatorische Bremse; unter Trump wurde er am ersten Amtstag aufgehoben. Die Infrastruktur für diese Explosion stand schon längst.

Die öffentliche Meinung ist sich (auffällig seltsam?) weitgehend einig: Egal ob liberale Mainstream-Presse oder antiamerikanische Beobachter – der Iran leistet erfolgreich erbitterten Widerstand und hat die USA bereits jetzt empfindlich getroffen. Von einem Regime-Change ist keine Rede mehr, die Islamische Republik wird somit deutlich gestärkt aus dem Krieg hervorgehen. Trumps angeblichen Sieg glaubt niemand. Eher kann man aber US-Wirtschaftsnachrichten glauben, die Amerikas LNG-Exporteure zum großen Kriegsgewinner erklärt haben.

Das Muster wäre dabei keinesfalls neu: Krise schaffen, Krise nutzen, alte Strukturen abräumen (man denke etwa an die Ukraine, wo man altes Militärmaterial der NATO „verwerten“ ließ, um dann neue Aufträge für die Rüstungsindustrie abzustauben), neue Märkte besetzen. Kapital war bereits investiert und Infrastruktur wurde bereits vor Jahren aufgebaut.

Das Timing ist jedenfalls bemerkenswert genau. Man mag wenig an Zufall glauben. Vor allem, während gerne erklärt wird, das Weiße Haus habe „keinen Plan“, sei „überfordert“ und wisse überhaupt nicht, was es tut. Während die Welt aber auf Raketen starrte, wird der Energiemarkt neu sortiert. Die Gewinner stehen schon fest. Die Verlierer auch. Im schlimmsten Fall geht es für die Bürger in eine Art Lockdown, im besten Fall gibt es eine saftige Inflation.


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8 Kommentare

  1. Daisy 31. März 2026 um 17:52 Uhr - Antworten

    Es ist ein merkwürdiger Zufall…
    Durchaus wäre es möglich, der der Ober-Mullah gar nicht ermxrdet wurde. Dass die Raketen die Bevölkerung treffen, ist aber real, denn diese ist ihnen ja egal.
    Was mich eben auch wundert, ist, warum Iran auf Angriffe auf seine Energieanlagen (die übrigens auch seltsam sind) damit reagiert, die Energieanlagen der Golfstaaten zu ruinieren bzw. dies zu behaupten, statt den Aggressor empfindlich zu treffen, der ja schon länger keine funktionierende Luftabwehr hat. Ich meine, Is. müsste dann kapitulieren und der Spuk wäre sofort vorbei. Iran verschont allerdings Isr.

    Es geht also offenbar darum, die EUropäische Wirtschaft zu zerstören, weswegen sich die WEF-Marionetten auch zurücklehnen und Trump nicht unterstützen wollen. Sie haben gecheckt, damit sind unsere Länder noch viel rascher bankrott als mit den Suizidsanktionen gegen Russland. Sie tun absolut nix. Sie heben die Russlandsanktionen nicht auf und ihr Schneehasi, die Koksnase aus Kiew, greift die russ. Energieanlagen an und zerstört Pipelines…

    Ich dachte das bald, das beschleunigt doch die Agenda 2030 sehr erheblich. Und wenn man weiß, dass Iran auch mitspielt, könnte das auch so geplant sein. Vielleicht haben sie das auch mit Wittkoff und Kushner vorher im Detail besprochen?

    Wie weit man da wirklich unter einer Decke steckt, kann man wohl nicht sagen, aber dass es in der Tat so ist, dass dies zur finalen Zerstörung unseres Wohlstands führt, ist leider Faktum.

    Ich hoffe immer noch, die hören bald auf damit. Trump versucht ja, da jetzt herauszukommen, indem er die Straße von Hormus als Kriegsziel aufgibt. Sie würde zuviele Leben von US-Soldaten kosten. Ich kann nur hoffen, er schafft das und der Wahnsinn wird bald beendet.
    Unsere Marionettenregierungen aber sollten allesamt in den Knast gehen. Sie schauen da ganz ruhig zu, ohne irgendetwas zu unternehmen. Trump hat wenigstens die Russlandsanktionen aufgehoben. Das fiele aber der dt. geführten EU niemals ein….

  2. Swiss-Tom 31. März 2026 um 15:54 Uhr - Antworten

    Ja was ist inszeniert, was ich echt und was sollen wir glauben.

    Gibt solche die sagen, dass die Weltregierung (Davos-Regierung) sich schon lange durchgesetzt hat und alles nur Theater ist. Ja bei Corona war das in der Tat so, ausser Weissrussland hat jedes Land (inkl. China und Russland) voll und ganz mitgemacht, obwohl man schon nach einer Woche wusste, dass alles absoluter Fake ist.
    Dann gibt es solche, die behaupten wir leben in einer Matrix.. alles Fake. Ja auch dafür findet man genug Argumente dafür und dagegen
    Dann gibt es die, die behaupten, die Menschheit stehe vor einem grossen Bewusstseinssprung und das alte müsse mit aller Gewalt zerstört werden, damit etwas komplett neues entstehen kann.. ja auch dafür gibt es viele Argumente dafür und dagegen.
    Dann gibt es die, die behaupten den USA gehe es nur darum, ihr Geldsystem zu retten. Ja ist sicher auch ein Teil. Aber sie könnten auch so einfach alles auf Coins umstellen und auf dem alten System die Pleite erklären.. gäbe es viele andere Varianten.
    Dann gibt es die, die behaupten die Epstein-Klicke wolle einfach die Weltherrschaft. Ja auch möglich.
    Dann gibt es die, es gehe nur darum, die Weltbevölkerung zu dezimieren, da die mit KI nicht mehr gebraucht werden. Ja dafür gibt es auch massenhaft Argumente wie Dauerkriege, Impfungen, Chemtrails, geplante Hungersnöte, Vergiftung der Umwelt usw. Ziel sollen ja 500M Einwohner sein, die gechipt werden und so schön gehorchen.

    Was Fakt ist, dass sicher vieles im Hintergrund abgemacht und durchgezogen wird und wir nichts wissen. Das ist sicher so und es wird Verwirrung gestiftet, wo es nur geht. Nun ja, in ein paar Jahren werden wir es wissen, was der Grund war. Wird dann irgendwann mal in den Geschichtsbüchern stehen, aber vielleicht gibts dann gar keine Menschheit mehr. Sage schon immer, die Menschheit wird sich selbst auslöschen. Der Welt käme das dann sicher sehr entgegen.

  3. VerarmterAdel 31. März 2026 um 15:29 Uhr - Antworten

    Das eine um das andere zu erreichen.

    Dreisatz für Fortgeschrittene: Wenn die Operation Covid eine kleine Störung war, was ist dann die Operation Iran? – https://coronistan.blogspot.com/2026/03/dreisatz-fur-anfanger-wenn-die.html

  4. Jan 31. März 2026 um 15:16 Uhr - Antworten

    Schöne Beispiele, mit denen sich spekulieren lässt, dass beide Seiten einen gemeinsamen Chef haben.

    Große Projekte benötigen multidimensionale Win-Win-Lösungen. Schon beim Hausbau ist das so. Aber das Haus wird nicht gebaut, damit der Maler einen Auftrag hat.

    Das Problem ist das ständige Wachstum des Energieverbrauchs. In den vergangenen 33 Jahren ist der Energieverbrauch um 73% gestiegen.

    Das zweite Problem ist es, eine „Produktivität“ von Energie aufrecht zu erhalten, die es rentabel macht, weitere Energie zu fördern.

    Steigt der Preis rutscht ab bestimmten Schwellwerten die Wirtschaft in die Rezession. In armen Ländern schneller als in reichen. Ein Kompensationsmechanismus ist die Klimasteuer. Der Irankrieg trifft die armen Länder Asiens und wird hier zu einem Bevölkerungsrückgang führen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das im Weißen Haus nicht weiß. So kann man den Gesamtenergieverbrauch etwas drücken.

    Das rasante Wachstum Asiens wird gebremst. Und Europa bekommt eine Emanzipationswelle des fundamentalistischen Islam. Am besten in Verbindung mit jüdischen Flüchtlingen. Konkurrenz ausgeschaltet.

    Man könnte es auch esoterisch lesen.

  5. Jakob 31. März 2026 um 14:42 Uhr - Antworten

    Ist für mich schwer vorstellbar.
    Sicher, aus Sicht des durch Finanzkapital, Profit und Gier gesteuerten Westens durchaus plausibel.
    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die 3 großen Kulturnationen, Russland, China und der Iran dieser Weltanschauung beugen.
    Den geistlich-religiösen Führer umbringen lassen, die eigenen Traditionen verraten, die eigene Identität aufgeben, sich geheimnisvollen dunklen Mächten unterordnen, alles nur für mehr Profit? Glaub ich nicht.

    • Varus 31. März 2026 um 14:52 Uhr - Antworten

      Russland, China und Iran nicht, aber dem Trumpistan würde ich alles zutrauen, was mehr Kontrolle über den weltweiten Energiehandel bringt. Dass die Entität dennoch so verbreitet in Westeuropa angebetet wird, ist unfassbar.

    • slowman 31. März 2026 um 14:59 Uhr - Antworten

      The greatest trick the devil ever pulled was to make people believe he didn’t exist. (oder so ähnlich)

      Ich halte den Glauben an den homo sapiens, den rationalen geleiteten Menschen, für irrig und gefährlich. Wir entscheiden primär irrational. (Nicht nur der Kruzfingrige in Mar-a-Lago.)

      Und für ebenso gefährlich halte ich den Irrglauben, dass es keine Wesenheiten über dem Menschen gibt. Dass diese ihre Gier und ihre Niedertracht durch Menschen auf beiden Seiten der Front ausleben, in USrael und im Iran, halte ich für glaublich.

      Die geplante Wiedereinführung der Todesstrafe in Israel ist ein Indiz – die Ausweitung ebendieser im Iran für ein anderes.

      Was als Frage und Auftrag bleibt, ist, ob und wie man wählen kann, in wessen Schatten oder Licht man sich stellt.

    • Billthekid 31. März 2026 um 15:34 Uhr - Antworten

      Die aufgezeigten Ländern sitzen im selben Boot und verfolgen die gleiche Agenda 2030 und andere.

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