Grenzwerte für Mobilfunk- und WLAN-Strahlung schützen nicht vor Krebs und anderen Krankheiten

25. März 2026von 2,8 Minuten Lesezeit

Die aktuellen Grenzwerte für die Hochfrequenzstrahlung werden durch die Erkenntnisse aus Tierversuchen zu Krebs und Fortpflanzung nicht gestützt. Eine neue Studie hat ergeben, dass die aktuellen Grenzwerte für die HF-Strahlung mindestens 200-mal zu hoch sind, um uns bei einer Exposition von 8 Stunden pro Tag vor Krebsrisiken zu schützen.

Eine aktuelle Studien-Literatur zeigt, dass das ausschließlich auf thermischen Effekten basierende Regulierungsmodell nicht mit den aussagekräftigsten verfügbaren Erkenntnissen aus Tierversuchen, mechanistischen Studien, Reproduktionsstudien und Untersuchungen zur Exposition von Kindern übereinstimmt. Die zentrale Erkenntnis aus dieser Gesamtheit an Belegen ist eindeutig: Die aktuellen Grenzwerte für die Exposition gegenüber Hochfrequenzstrahlung (HF) stützen sich nicht auf die besten verfügbaren Erkenntnisse zu Krebsrisiko und Reproduktionstoxizität.

Der akteuellste Ausdruck dieser Schlussfolgerung stammt aus der Studie von von Ronald L. Melnick et al mit dem TitelExposure limits to radiofrequency EMF do not account for cancer risk or reproductive toxicity assessed from data in experimental animals“ (Die Expositionsgrenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder berücksichtigen weder das Krebsrisiko noch die Reproduktionstoxizität, die anhand von Daten aus Tierversuchen ermittelt wurden) erschienen in Environmental Health am 14. März 2026.

In der Studie werden Benchmark-Dosis-Methoden auf von der WHO in Auftrag gegebene Tierversuchsdaten angewendet und gesundheitsschützende Ganzkörper-SAR-Werte im Bereich von Milliwatt pro Kilogramm abgeleitet. Diese Schätzungen lagen weit unter dem aktuellen öffentlichen Ganzkörpergrenzwert von 0,08 W/kg. Dies ist keine marginale Diskrepanz. Sie ist ein direkter Hinweis darauf, dass die bestehenden Grenzwerte nicht auf der Grundlage der heute verfügbaren Tierversuchsdaten zu Krebs und Fruchtbarkeit festgelegt wurden.

Die Studie kommt zum Schluss:

„Für die allgemeine Bevölkerung liegen die derzeitigen gesetzlichen Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) um das 15- bis 900-Fache über unseren Schätzungen der Expositionswerte, die mit einem Krebsrisiko von 1 × 10–5 verbunden sind (abhängig von der Dauer der täglichen Exposition), und um das 8- bis 24-Fache über den Werten, die die reproduktive Gesundheit von Männern schützen. Daher empfehlen wir nachdrücklich eine unabhängige Neubewertung der Grenzwerte für die RF-EMF-Exposition, bei der die in den letzten 30 Jahren gesammelten wissenschaftlichen Daten einbezogen und strenge gesundheitsschützende Methoden angewandt werden.“

Diese Schlussfolgerung wird durch die Literatur zur Karzinogenität bei Tieren selbst untermauert. Die menschlichen Belege in dieser Reihe sind hinsichtlich des Kausalzusammenhangs nicht so stark wie die tierischen Belege, deuten jedoch in dieselbe Richtung.Eine dosimetrische Modellstudie an Kindern ergab eine deutlich höhere lokale HF-Absorption in jüngeren Gehirnen und Augen als bei Erwachsenen, was darauf hindeutet, dass Konformitätsprüfungen auf der Basis von Phantomen erwachsener Männer die Exposition von Kindern unterschätzen können.

Die Implikation für die öffentliche Gesundheit ist klar: Expositionsstandards, die auf kurzfristiger Erwärmung basieren, reichen nicht aus, um chronische, biologisch aktive HF-Expositionen mit geringer Intensität zu berücksichtigen.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Studien zum 5G-Mobilfunk sind in diesem TKP-Buch zusammengefasst:

Bild von Helmut H. Kroiss auf Pixabay

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