
Wie zerstört hat der Iran die US-Basen?
Im aktuellen Golfkrieg herrscht ein hohes Maß an Zensur. Es gibt kaum Bilder, weder aus dem Iran noch von Golfstaaten oder aus Israel. Zudem kann man keinem Staat und seiner Darstellung trauen. Das größte Geheimnis sind aber die Schäden der Amerikaner.
Der Golfkrieg ist zunehmend ein Krieg zweier sich völlig widersprechender Realitäten. Heißt es auf der einen Seite bereits, Tel Aviv sei schwer zerstört und die USA hätten bereits nach Indien flüchten müssen, behauptet die andere Seite, die USA und Israel hätten nur wenig Schäden erlitten und schon gewonnen, während der Iran täglich am schwersten getroffen werde. Man kann davon ausgehen, dass alle Darstellungen Propaganda sind und nichts mit der Wahrheit zu tun haben – die liegt irgendwo dazwischen.
Während man einzelne Bilder aus dem Iran trotz Internet-Shutdown erhält (vorwiegend über Al Jazeera, aber auch über das US-nahe Magazin Iran International), israelische pro-zionistische Medien über Einschläge berichten und Livestreams aus Tel Aviv und Jerusalem rund um die Uhr online sind (wenn man den Bildern noch trauen möchte), herrscht vor allem in den Golfstaaten – besonders rund um die US-Basen – eine strenge Zensur. Während man sich also noch halbwegs ein Bild über die Schäden im Iran und in Israel machen kann, ist das bei den US-Militäreinrichtungen in der Region kaum möglich.
Der US-Journalist Jon Rappoport sagt dazu aktuell:
Wir erhalten nur bruchstückhafte Berichte. Das Pentagon veröffentlicht keinen umfassenden Bericht.
Das nennt man Zensur.
Viele oder die meisten Amerikaner glauben, dass die USA enorme Zerstörungen anrichten, selbst aber kaum Schaden davontragen.
Hier ist eine Liste von US-Stützpunkten, von denen gemeldet wird, dass sie in gewissem Umfang beschädigt wurden:
Kuwait: US-Einsatzzentrale in der Nähe von Camp Arifjan.
Bahrain: Hauptquartier der 5. Flotte der Marine.
VAE: Stützpunkte in Al Dhafra.
Irak: Mehrere US-Stützpunkte.
Katar: Luftwaffenstützpunkt Al Udeid.
Dann gibt es Berichte über „versuchte“ Angriffe auf US-Militäranlagen in Bahrain, Katar, Kuwait, den VAE, Jordanien, Saudi-Arabien, dem Irak und der Türkei.
Uns wird mitgeteilt, dass 14 US-Soldaten getötet wurden.
Man sollte sich an alte Worte erinnern: „Der Nebel des Krieges.“ „Das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit.“
In Vietnam wurde mindestens die Hälfte des Krieges an Orten ausgetragen, von denen wir nichts wussten.
Es gibt viele Details über den Iran-Krieg, von denen wir vielleicht jahrelang nichts erfahren werden. Wenn überhaupt.
Für den Präsidenten, seine Berater und das Pentagon ist es ein Leichtes, Zensur mit der nationalen Sicherheit zu rechtfertigen. Der Schutz „operativer Geheimdienstinformationen“. Diese Kategorie lässt sich in jede Richtung ausdehnen.
Sie kann jede peinliche Niederlage abdecken.
Auch das Magazin Multipolar fasst aktuell Berichte, auch von trump-feindlichen US-Medien, über erhebliche Schäden in US-Militäreinrichtungen zusammen:
Medienberichten zufolge hat der Iran wichtige militärische Infrastruktur der USA im Nahen Osten beschädigt oder komplett zerstört. Der US-Nachrichtensender „CNN“ berichtet, die iranische Armee habe unter anderem ein zentrales Frühwarnradarsystem in der katarischen Militärbasis „Umm Dahal“ mit Drohnen getroffen. Das Frühwarnsystem vom Typ „AN/FPS-132“ kostete mehr als eine Milliarde US-Dollar und hatte eine Reichweite von 5.000 Kilometern. Es sei die einzige Anlage dieser Art im Nahen Osten gewesen. Ein Neubau der Anlage würde Beobachtern zufolge acht Jahre dauern. Laut dem Physiker und Experten für ballistische Raketen Theodore Postol war die Radaranlage zentral für die Funktionsfähigkeit der Luftverteidigung Israels und der US-Stützpunkte in der gesamten Region. Vorwarnzeiten für Israel bei iranischen Raketenangriffen seien laut israelischen Medienberichten nun deutlich geringer.
Weiterhin sei es dem iranischen Militär gelungen, ein bodengestütztes US-Radar vom Typ „AN/TPY-2“ zur Erfassung und Verfolgung von ballistischen Raketen zu zerstören, heißt es im „CNN“-Bericht. Die mobile Radareinheit, die knapp eine halbe Milliarde US-Dollar kostet und den Einsatz von US-Abfangraketen vom Typ „THAAD“ steuert, sei innerhalb der „Muwaffaq Salti Air Base“ der Vereinigten Staaten auf dem Staatsgebiet Jordaniens von iranischen Raketen getroffen worden. Des Weiteren habe der Iran nach Informationen von „CNN“ Radarsysteme für THAAD-Abfangraketen – beziehungsweise dafür benötigte Infrastruktur – innerhalb der US-amerikanischen „Prince Sultan Air Base“ in Saudi-Arabien sowie in zwei US-Militäreinrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschädigt.
Laut eines Berichts der „New York Times“ (NYT) hat der Iran Kommunikationseinrichtungen des US-Militärs im Hauptquartier der 5. Flotte der US-Marine Bahrain mit einer Angriffsdrohne zerstört. Der Stützpunkt sei die „wichtigste Drehscheibe“ der Vereinigten Staaten für die Koordinierung von Marineoperationen im Nahen Osten. Weitere US-Kommunikationseinrichtungen seien laut Informationen der NYT in der „Al-Udeid-Luftwaffenbasis“ in Katar zerstört beziehungsweise beschädigt worden. Al Udeid sei der „größte Stützpunkt“ des US-Militärs im Nahen Osten, beherberge „Tausende von Soldaten“ und diene als „regionales Hauptquartier“ des US-Zentralkommandos zuständig für den Nahen Osten, Ost-Afrika und Zentral-Asien. Schlussendlich seien auch in Kuwait in den US-Militäreinrichtungen „Camp Arifjan“ sowie in der „Ali Al Salem Air Base“ Kommunikationsinfrastrukturen der Vereinigten Staaten zerstört worden, schreibt die US-Tageszeitung.
Neben den Angriffen auf US-Militäreinrichtungen im Nahen Osten hat der Iran zudem israelische Militär- und Geheimdiensteinrichtungen angegriffen. Bereits bei einem angekündigten Vergeltungsschlag im April 2024 sowie während des Zwölf-Tage-Krieges im Juni 2025 hatten die iranischen Streitkräfte die Raketenabwehr Israels durchdrungen und erhebliche Schäden an Militär- und Wirtschaftseinrichtungen hervorgerufen.
Weiterhin seien in den vergangenen zweieinhalb Wochen die internationalen Flughäfen in Kuwait und im Irak sowie die US-Botschaften und weitere US-Konsulate in Saudi-Arabien, im Irak, in Kuwait und in den Vereinigten Arabischen Emiraten vom Iran angegriffen worden. Zumindest bei dem Angriff auf die US-Botschaft in Saudi-Arabien stellte sich der Nachrichtenagentur „Reuters“ zufolge heraus, dass sich innerhalb des Botschaftsgeländes eine CIA-Station befand. Auch bei den Angriffen auf Flughäfen in der Golfregion könnte es sich demnach um Angriffe auf US-Militärbasen gehandelt haben. So befindet sich ein attackierter US-Stützpunkt direkt neben dem internationalen Flughafen von Bagdad.
Des Weiteren soll der Iran einem Bericht des US-Magazins „ACLED“ zufolge zahlreiche Energieinfrastrukturen seiner Nachbarländer am Persischen Golf attackiert und beschädigt haben. Dies hat neben der Sperrung der Straße von Hormus zur internationalen Energiekrise beigetragen. Unter den Zielen befanden sich die „Ras Laffan Industrial City“ in Katar mit der weltweit größten Hafenanlage zum Umschlag von Flüssigerdgas, die „Ras Tanura-Raffinerie“ in Saudi-Arabien, die „Bapco-Raffinerie“ in Bahrain, der „Ruwais Industrial Complex“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie der „Duqm-Hafen“ in Oman. Allerdings streiten iranische Verantwortliche ab, dass ihr Land für die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Nachbarländer verantwortlich sei.
Seit dem Beginn ihres Angriffskrieges gegen den Iran haben die USA laut Informationen des US-Kriegsministeriums 6.000 Angriffe gegen das Land geflogen. Dabei seien mehr als 60 iranische Schiffe und 30 Minenleger beschädigt oder zerstört worden. Zudem stehe dem US-Kriegsminister Pete Hegseth zufolge auch die militärische Industrie des Landes kurz vor der vollständigen Zerstörung. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran seien laut Regierungsangaben mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden, wie der Österreichische Rundfunk berichtet. Allein in der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran seien Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftseinheiten entstanden. Nach Informationen des katarischen Nachrichtensenders „Al Jazeera“ wurden bei den Angriffen bislang mehr als 1.400 Menschen im Iran getötet und über 18.500 Menschen verletzt.
Mitte März haben die USA damit begonnen, Militäranlagen auf der iranischen Insel Kharg im Persischen Golf, über die 90 Prozent der iranischen Ölausfuhren verladen werden, anzugreifen. Laut „Al Jazeera“ drohe der Iran damit, Vergeltungsschläge gegen Ölanlagen am Golf durchzuführen. US-Präsident Donald Trump erklärte am 16. März, niemand habe erwartet, dass der Iran als Reaktion auf einen US-Angriff die Golfstaaten attackieren werde.
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.