Blackout in Spanien – Macron kritisiert Abhängigkeit von Solar und Wind

11. Februar 2026von 4,2 Minuten Lesezeit

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den großen Stromausfall, der die Iberische Halbinsel im April 2025 heimgesucht hat, auf die starke Abhängigkeit Spaniens von Solar- und Windenergie zurückgeführt und nicht auf unzureichende grenzüberschreitende Stromverbindungen mit Frankreich.

Bekanntlich hatte zu viel Solarstrom auf der Iberischen Halbinsel zuerst zu einem Blackout in Portugal und danach in Spanien geführt. Die Leitungen in die Nachbarländer Marokko und Frankreich hatten den den überschüssigen Solarstrom nicht mehr abführen können. Dadurch geht die Netzfrequenz aus dem zulässigen Bereich, was massive Abschaltungen nötig macht, was wiederum die Netzfrequenz so drastisch verändert, dass ein Mega-Blackout auf der iberischen Halbinsel entstand. Da auch die spanische Regierung ähnlich wie in Deutschland die „Energiewende“ zu weit getrieben hatte und nicht mehr ausreichend zuverlässige Energiequellen für den Schwarzstart zur Verfügung standen, war man auf die Hilfe durch Atomstrom aus Frankreich angewiesen.

In einem Interview im Élysée-Palast mit EL PAÍS und sechs weiteren europäischen Zeitungen, das am 10. Februar veröffentlicht wurde, wurde Macron zu Frankreichs langjähriger Zurückhaltung beim Ausbau von Hochspannungsleitungen über die Pyrenäen befragt, für die sich Spanien und Portugal seit langem einsetzen, um ihre überschüssige Solar- und Windenergie besser in das europäische Stromnetz abladen zu können.

Macron wies die Debatte über die Verbindungsleitungen als unangebracht zurück und erläuterte technisch korrekt das Grundproblem, das die ideologischen Verfechter von Solar- und Windenergie offenbar nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.

„Das Problem in Spanien ist eine falsche Debatte. Das Problem ist, dass es ein zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energien basierendes Modell hat, das sein eigenes inländisches Netz nicht unterstützen kann“, sagte der französische Präsident.

„Der Stromausfall in Spanien hat nichts mit Verbindungsleitungen zu tun, sondern mit der Tatsache, dass kein System, zumindest mit der aktuellen Technologie, eine solche Abhängigkeit von erneuerbaren Energien aufrechterhalten kann. Der Energiemix muss stabil sein, da es sonst zu zu großen Schwankungen kommt. Aber es geht nicht nur um Verbindungsleitungen. Es werden Netze benötigt.“

Die Kommentare wurden im Vorfeld eines informellen Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs am 12. Februar abgegeben, bei dem die Energiesicherheit, die Netzstabilität und die Umsetzung der Empfehlungen des Draghi-Berichts für eine stärkere Energieunion voraussichtlich im Vordergrund stehen werden.

Der Stromausfall vom 25. April letzten Jahres – einer der schwersten in Europa in den letzten Jahrzehnten – betraf Millionen Menschen in Spanien, Portugal und Teilen Südfrankreichs und dauerte in vielen Gebieten mehrere Stunden.

Der spanische Netzbetreiber Red Eléctrica de España (REE) führte zunächst ein plötzliches Ungleichgewicht in der Versorgung an, das zu Schutzabschaltungen führte, darunter auch an den Verbindungsleitungen zwischen Frankreich und Spanien.

Kritiker in Madrid und Lissabon haben Frankreich wiederholt dafür verantwortlich gemacht, die Iberische Halbinsel durch die Verzögerung neuer Infrastrukturprojekte als „Energieinsel” relativ isoliert zu halten. Sie verlangen also von anderen ihre Netzstabilität zu sichern, wozu sie selbst nicht willens sind. Der Grund ist ökonomisch, denn praktisch ist für jedes installierte GW bei Solar und Wind ein weiteres GW bei einem konventionellem Gegenstück erforderlich. Sonst kann auch bei Windstille in der Nacht das Netz nicht aufrechterhalten werden.

Frankreich setzt für die Stabilität der Grundlast auf Kernenergie und hat Umweltbedenken hinsichtlich neuer Leitungen durch die Pyrenäen und Fragen zur Wirtschaftlichkeit groß angelegter Importe stark schwankender und unzuverlässiger Energien aus Solar und Wind angeführt.

Macrons Darstellung verweist zu Recht die Verantwortung für die Stärkung des heimischen Stromnetzes und einen ausgewogenen Energiemix auf das jeweilige Land und verteidigt damit den technisch, ökonomisch und ökologisch richtigen Ansatz Frankreichs.

Die Kernenergie Frankreichs liefert etwa 65 bis 70 Prozent des Stroms des Landes (für 2025 bis 2026 werden etwa 365 bis 375 TWh erwartet) und bietet eine hohe, stabile Grundlastenergie mit nahezu konstanter Leistung.

Die Kernenergie sorgt für günstigen und zuverlässigen Strom: Frankreich profitiert von niedrigen Erzeugungskosten, wodurch es zum weltweit führenden Stromexporteur (über 3 Milliarden Euro pro Jahr) geworden ist und selbst in Krisenzeiten stabile Preise aufrechterhalten kann.

Im Vergleich zu Solar- und Windenergie bieten AKWs auch noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile für die Umwelt, Vegetation und Tierwelt. Sie braucht nur ein millionstel des Platzes den Solar- und Windanlagen belegen, sie vergiften nicht die Umwelt mit toxischen Abrieb von den Rotorblättern, sie killen keine Vögel, Fledermäuse und Insekten, sie machen nicht Mensch und Tier durch die Emission von Infraschall in weiten Umkreis krank. Der Strom ist billig und die Lieferung zuverlässig und es braucht wesentlich weniger Sammelnetze zu den Quellen (Windräder, Solarpaneelen).

In diesem TKP-Buch findet sich alles Wissenswerte über die Schäden durch Windparks:


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5 Kommentare

  1. Patient Null 12. Februar 2026 um 12:17 Uhr - Antworten

    Also wirklich, weis der nicht das Atomstom die Leitungen verstopft.
    Zudem wussten unsere Medien bereits 2 sek nach der Meldung, das das NICHT an Solar lag.

  2. W. Baehring 12. Februar 2026 um 2:10 Uhr - Antworten

    Ich stimme dem Artikelinhalt (fast) ausnahmslos zu.
    Mit Ausnahme des letzten Abschnitts zu den Vorteilen der AKW´s:
    Neben den vielen Vorteilen bleibt ein Problem völlig unbenannt: Das des radioaktiven Abfalls, dessen „Beseitigung“ nach meinem Kenntnisstand immer noch ein ungelöstes Problem darstellt (auch wenn neue Technologien, wie z.B. der Flüssigsalz-Reaktor, da Verbesserungen versprechen).
    Davon abgesehen ist die Notwendigkeit von grundlastfähigen Kraftwerken, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt im wesentlichen nur von fossilen und nuklearen Kraftwerken bedient werden kann, unbestritten (Geothermie und Wasserkraft erfordern z.B. ganz bestimmte geografische und geologische Standortbedingungen).

    Das gilt zumindest solange, solange es keine ausgereiften, großindustriellen Speicherlösungen für überschüssige Wind- und Solar-Energie gibt (bei 60 GW erforderlicher Summenleistung wäre z.B. knapp 1 TWh Speicherkapazität erforderlich, um nur eine Winternacht mit 16 h Dunkelflaute zu überbrücken.
    Aber auch wenn diese Speicherkapazität tatsächlich verfügbar wäre, müßte für die gleich darauf folgende Winternacht der Speicher in den verblieben 8 h wieder aufgeladen werden. Die dazu notwenige Ladeleistung müßte ZUSÄTZLICH zu der tagsüber erforderlichen Summenleistung erzeugt werden. Mit Wind und Sonne im Winter ein hoffnungsloses Unterfangen und für die Grundlastkraftwerke eine wesentliche Mehrbelastung oder sogar zusätzlich notwendige, teure Leistungserhöhung, die aber nur sporadisch genutzt werden kann und damit auch nur sporadisch Geld verdient.

    • Jan 12. Februar 2026 um 8:18 Uhr - Antworten

      Strom ist nur ein Teil der verbrauchten Primärenergie und weniger das Problem. Das gilt natürlich nicht mehr, wenn wir den Verkehr und die Stahlerzeugung auf Strom umstellen, damit wird dann logischerweise der Strombedarf steigen.

      Wenn wir den gesamten Energieverbrauch in AKWs umrechnen, brauchen wir etwa 500 Stück in Europa. Aktuell haben wir etwa 100, davon 50 in Frankreich.

      AKWs erzeugen Wärme und diese muss in Strom umgewandelt werden. Das passiert in Dampfmaschinen. Dazu braucht man Wasser, das AKW muss also an einem Fluss stehen.

      Jetzt verteilen wir 100 AKWs in Deutschland Rhein und Elbe herunter und 10 AKWs in Österreich: Donau, Mur, Drau, Enns, Rhein?

      Im Umfeld von AKWs steigt die Krebsrate. Es könnte sein, dass die Bevölkerung diesen Plänen nicht unumschränkt zustimmt.

      Also stellen wir 6 AKWs an die Donau? Donauauen geht nicht, aber Salzburg 1, Linz 2, St. Pölten 1 (Zwentendorf), Wien 2 (Spittelau, Simmering?). Könnten wir die Donauinsel in zwei AKWs umbauen?

      Wer dagegen ist, wird diffamiert (RÄÄCHTER SCHWWURBLER!!!) Mit dieser Politik haben sich die traditionellen Parteien auf zusammen 1/3 geschrumpft. Die Verlorenen schwören nie wieder SPÖ. Es gibt eine unversöhnliche Emotionalität. Aber vielleicht könnten diese 1/3 mit dem Maschinengewehr oder digitalem Euro die 2/3 zwingen, höhere Krebsraten zu akzeptieren?

      Hey, das gleiche wie vorher, aber mehr Krebs?

      DAS IST EINE LÜGE DU SCHWWURBBLER!!!

      Jaja. Schaut halt anders aus, wenn die Leute ihre Diagnosen bekommen.

      • 1150 12. Februar 2026 um 16:12 Uhr

        @jan,
        selbst ohne atomkraftwerke gibt es ein massives ansteigen der krebsraten.
        war es nun die schmutzimpfung, die gegen ansteckung und übertragung schützt
        oder ist es der microabrieb der vogelschredderanlagenflügel?
        man könnte aber stattdessen auch die zusätzlichen konsumenten reduzieren,
        in österreich seit dem jahr 2000 ca. 3,3 millionen verbraucher zu lasten der ursprünglichen lebensqualität, wie verbetonierte flächen, steigender ressourcenverbauch, abfall und müll, usw, usf.
        alleine die verbauten flächen an zusätzlichen strafanstalten, ein neubau in klagenfurt entsteht auf der grünen wiese, im westen österreich zwei neu geplant …….

  3. Dr. Rolf Lindner 11. Februar 2026 um 22:35 Uhr - Antworten

    „Ist das euer Ernst“ muss man mit Peter Hahne fragen. Am Ergebnis des horrenden Unsinns, den sich Spanien und Portugal leisten, ist Frankreich schuld, weil es den Unsinn nicht mitgemacht hat. Man stelle sich das Ergebnis vor, wenn es hätte.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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