
Umdenken der US-Oligarchen bezüglich China?
Wenden sich die US-Oligarchen China zu und werfen Europa „unter den Bus“?
Die Washington Post hat am 4. Februar eine Massenentlassung von Journalisten vorgenommen, von denen viele als besonders heftige China-Hasser aufgefallen waren. Schwenkt Jeff Bezos um, hier stellvertretend für eine Gruppe von US-Oligarchen, und setzt auf Kooperation statt Dämonisierung und Eindämmung? Eine Analyse, die Hinweise auf zukünftige Kriege geben kann.
Veränderungen bei der Washington Post
Zumindest der Journalist Nury Vittachi scheint der Meinung zu sein, dass die Vorgänge um die Washington Post das Signal für ein grundsätzliches Umdenken der Zeitung ist. Er schreibt, dass Bezos Recht habe, als er die 300 Mitarbeiter entließ, auch wenn er die persönlichen Schicksale bedauerte, denn die chinafeindlichen Vorurteile hätten dermaßen überhandgenommen, dass die Maßnahme seiner Meinung nach gerechtfertigt war.
Reduziert und flach
Vittachi meint, es treffe insbesondere Mitarbeiter die „reduktionistische, feindselige und differenzierungslose Berichterstattung über Festlandchina und Hongkong verfassen„. Deren Arbeit habe allen Seiten extrem geschadet, und es sei für alle Beteiligten sehr, sehr gut, dass diese Art von Berichterstattung nun möglicherweise ein Ende hat.
Die Entlassung dieser Personen gebe der Welt die Chance, sich über die oberflächliche antichinesische Rhetorik zu erheben, die dazu benutzt worden sei, ein Wettrüsten auszulösen, und sich stattdessen einer Beziehung anzunähern, die durch gesunde geopolitische Handlungen auf der Grundlage von Handel und gegenseitigem Respekt gekennzeichnet sind. „mit anderen Worten, Frieden und Verständigung„. Eine fast euphorische Beschreibung der Situation, muss man lakonisch feststellen.
Dann führt er aber eine Reihe von Beispielen von Journalisten auf, die nun entlassen worden waren.
‚Tentakelschreiben‘
„Beispielsweise wurde gestern die China-Korrespondentin Katrina Northrop von der Washington Post entlassen. Für die Leser der Washington Post nahm sie die riesige, komplexe, kulturell reichhaltige, wunderschön komplexe chinesische Nation und reduzierte sie auf eine bösartige Macht in Peking, die nichts anderes tun konnte, als sich auszubreiten, ihren Griff zu verstärken und gegen alles und jedes vorzugehen.
– Ihr Artikel zum Thema Finanzen: „Was bedeutet Pekings zunehmender Einfluss auf Hongkong für die wertvollste Börse der Welt?“
– Ihre Geschichte über den tragischen Brand in den Hongkonger Hochhäusern: „Zuerst kam das Feuer. Dann kam das politische Vorgehen.“
– Ihr Bericht über die chinesische Schönheitsindustrie: „Nachdem zahlreiche Eingriffe misslungen sind, geht Peking hart gegen Schönheitsoperationen vor“.
– Ihr Artikel über die Politik in Taiwan: „Auf der heutigen Titelseite der Washington Post: Unsere Untersuchung über die undurchsichtige Verflechtung von organisierter Kriminalität und Politik, die es Peking ermöglicht, seinen Einfluss auf Taiwan auszudehnen.“
– Ihr Bericht über Chinas erstaunlichen Aufstieg im Bereich der KI: „Wie China KI nutzt, um Zensur und Überwachung auszuweiten“.
Verstanden? Alles ist in der Sprache der Tentakel gehalten – Peking streckt die Arme aus, packt zu, zieht sich zusammen, knackt down.
Aber seien wir nicht unfair gegenüber Frau Northrop, die vielleicht eine sehr nette Person ist und sehr gut schreibt. Sie folgte einfach dem vorherrschenden Narrativ ihrer Branche – „Westen gut, China schlecht“ –, genau wie ihre Kollegen.“
Ein aggressives Hotel?
Auch Mike E. Miller wurde entlassen, schreibt Vittachi. Im August letzten Jahres war Miller Hauptautor eines Artikels in der Washington Post, der berichtete, dass sowohl China als auch die USA auf der Insel Palau investierten. Jedoch habe er verschwiegen, dass sie völlig unterschiedliche Dinge bauten. Die Chinesen errichteten ein Hotel, um den Tourismus in Palau anzukurbeln und Einheimische zu beschäftigen. Die USA hingegen bauten spezielle Häfen für Kriegsschiffe „im Hinblick auf ihren geplanten Krieg gegen China“. Der Artikel habe aber diese Investition als Aggression dargestellt. Und Vittachi zitiert: „China, das über die größte Marine der Welt verfügt, hat seinen Einfluss im Südchinesischen Meer und im Westpazifik aggressiv ausgebaut und versucht, die vorherrschende Seemacht in einer Region zu werden, die die USA seit langem als ihr Herrschaftsgebiet betrachten“. Demnach war ein Hotel „aggressiv„, ja gefährlicher als ein Marinestützpunkt der US-Marine. Das von Chinesen gebaute Touristenhotel, so habe der Artikel behauptet, könne genutzt werden, die Kriegsvorbereitungen der USA zu beobachten, was natürlich sehr aggressiv war.
Falsches Bild von Hongkong
Auch Shibani Mahtani sei entlassen worden. Sie habe äußerst negative Artikel über Hongkong verfasst. Die Einwohner der Stadt wüssten, dass ihre Heimat einer der reichsten und sichersten Orte der Welt, und im wahrsten Sinne des Wortes die gesündeste Stadt der Erde ist, mit einer Lebenserwartung, die sogar Japan übertreffe. Doch durch die Artikel der Journalistin sei Hongkong zu einem alptraumhaften Ort geworden, an dem Unschuldigen schreckliche Dinge passieren würden.
„Um nur ein Beispiel zu nennen: Jimmy Lai wurde in Einzelhaft gehalten, verkündete sie der Welt, verschwieg aber die entscheidende Tatsache, dass er dies selbst verlangt hatte. Ihr Artikel erweckte den Eindruck, Lais Prozess drehe sich um Meinungsfreiheit, da sie die entscheidende Tatsache herunterspielte, dass es im Kern um ausländische Einflussnahme ging – und dafür wurden im Prozess zahlreiche Beweise vorgelegt. Schließlich sprach Mike Pompeos Büro tatsächlich mit Lai, während die USA Gesetze und Sanktionen verabschiedeten, die der unschuldigen Bevölkerung Hongkongs immensen Schaden zufügten. Warum wurde darüber nicht berichtet?
Lai veröffentlichte ein positives Bild der berüchtigten Drachentöter-Brigade, die Bomben und Schusswaffen in Terroristenqualität sammelte, um in Wan Chai ein Massaker an unschuldigen Menschen zu verüben. Sicherlich berichtenswert? Wie machen diese Dinge Lai zu einer Heldin in Hongkong, Frau Mahtani?“
Der Autor erklärt, eine große Anzahl von Freunden in Hongkong zu haben, die alle politischen Richtungen vertreten, und er kenne keinen einzigen, der nicht entsetzt sei über die zutiefst unfaire Berichterstattung über ihre Stadt und ihr Land durch ausländische Korrespondenten, die für den Westen gegen China arbeiten.
Jeff Bezos ist kein Einzelfall!
Die These, dass eine immer größer werdende Gruppe von US-Oligarchen von Sieg über China einen Sieg MIT China anstreben, wird durch eine Reihe von Beispielen gestützt. Geschäft geht vor! Die Haltung wird pragmatischer. „Kannst du den Feind nicht besiegen, umarme ihn„, wer kennt den Ausspruch nicht. Wirtschaftliche Interessen (z. B. Märkte, Lieferketten und Technologie) stehen nun im Vordergrund, trotz geopolitischer Spannungen unter der Trump-Administration.
Elon Musk mit Tesla und SpaceX
Elon Musk, einer der einflussreichsten US-Milliardäre, hat sich mehrmals für engere Kooperation mit China eingesetzt. Tesla betreibt eine große Fabrik in Shanghai und profitiert stark vom chinesischen Markt. Im Januar 2025 traf Musk den chinesischen Vizepräsidenten Han Zheng in Peking, um die Beziehungen zu festigen – ein Signal für positive US-China-Beziehungen, allerdings noch vor Trumps Amtsantritt. Musk hat China öffentlich gelobt, z. B. für Fortschritte im Bereich der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und E-Autos, und sprach sich für ein „tiefere Engagement“ statt Konfrontation aus. Damit stellte er sich offen gegen eine frühere US-Politik der Eindämmung, weil sie China als Bedrohung ansieht.
Bill Gates
Der umtriebige Unternehmer und Menschenfreund hat in den letzten Jahren häufig China besucht und Kooperationen in Bereichen wie Gesundheit, Technologie und Klimaschutz vorangetrieben. Er wird als einer der US-Milliardäre genannt, die trotz Trumps Zöllen auf engere Bindungen setzen, um Zugang zu Chinas Märkten und Ressourcen zu sichern. Die Gates‘ Foundation arbeitet gemeinsam mit chinesischen Partnern an „globalen Herausforderungen„, und er hat öffentlich für „Koexistenz und Kooperation“ plädiert, was Chinas Regierung aufgreift. In den Jahren 2025-2026 wird Gates als Beispiel für Milliardäre gesehen, die ihre Geschäfte priorisieren, anstatt geopolitische Konflikte zu schüren. Und er ist nur einer von mehreren US-Milliardären, die in China investieren.
Warren Buffett mit Berkshire Hathaway
Buffett hat 2025 große Anteile an US-Werten verkauft und indirekt auf China gesetzt, indem er in Unternehmen investiert, die stark von chinesischen Lieferketten abhängen. Berichte deuten darauf hin, dass er und andere Milliardäre (wie Jeff Bezos mit Amazon-Verkäufen) den Fokus von Trump-Politiken wegverlagern und auf China als Wachstumsmarkt setzen. Dies passt zu einer breiteren Trendwende, bei der US-Kapital nach China fließt, um Zölle und Unsicherheiten auszugleichen. Buffett hat China als „wichtigen Partner“ bezeichnet, was sein Umdenken von früherer Skepsis signalisiert. Bloomberg hatte dazu ein Feature zu umgekehrten Kapitalflüssen US-China geschrieben.
Jamie Dimon mit JPMorgan Chase
Als CEO einer der größten US-Banken hat Dimon die Expansion in China vorangetrieben, und das trotz US-Sanktionen. JPMorgan hat 2025-2026 neue Partnerschaften geschlossen, um Zugang zu Chinas Finanzmarkt zu gewinnen. Dimon plädiert für „pragmatische Beziehungen“ und warnt vor Eskalation, was als eine eindeutige Veränderung der Haltung hin zu Kooperation interpretiert wird. Sein Verhalten spiegelt das breite Interesse von Wall-Street-Oligarchen wider, die unter Trump Zollprobleme umgehen wollen.
Einige der oben genannten Oligarchen sind auch gut im Rüstungsgeschäft engagiert, aber es gibt solche, welche sich auf letzteres so fokussiert haben, dass Entspannung eher als schlecht für das Geschäft gesehen werden muss.
Peter Thiel mit Palantier und Founders Fund
Der einflussreiche Mitgründer von Palantir, die Künstliche Intelligenz für Israels und das US-Militär entwickelt, und große Verträge mit der US-Marine abgeschlossen hat, gilt als einer der Falken. Sein Founders Fund investiert in Startup Unternehmen mit dem Fokus auf Aufrüstung (z. B. Anduril für Drohnen, Grenzsicherung). Ihm werden Rekord-Investitionen in die US-Rüstungsindustrie im Jahr 2025 nachgesagt. Thiel sieht China logischerweise als Bedrohung und kritisiert Google und Apple als zu chinafreundlich. Der plädiert für einen „drastischen Reset“ in US-China-Beziehungen, und zwar durch drastische Zölle und einen Wettlauf bei der Entwicklung von militärischer (wer hätte das gedacht) Künstlichen Intelligenz. Er warnt vor einem militärischen Konflikt.
Larry Ellison mit Oracle
Dieser Oligarch ist bekannt für Investitionen in Rüstung: Oracle hat z.B. Rüstungsverträge im Wert von 9 Mrd. USD für die JWCC-Cloud. Ellison ist in JPMorgans USD- Security-Initiative involviert, die 1,5 Milliarden Dollar für Verteidigungsausgaben umfassen soll. Und natürlich spendet er für Israels IDF.
Ellisons Haltung zu China ist logischerweise eher kritisch, und auch er kritisiert Google für deren China-Engagement, und die angebliche Vermeidung der Zusammenarbeit mit dem US-Militär. Er plädiert für Unabhängigkeit von China, und als Trump-Verbündeter spricht er sich oft gegen China aus.
Zusammenfassung
Noch weiß niemand, welche Fraktion der US-Oligarchen sich letztlich durchsetzen wird. Die Gruppe der pragmatischen Geschäftemacher, die auf den riesigen und wachsenden chinesischen Binnenmarkt nicht verzichten wollen, oder die der eher in Rüstungswerte engagierten Kriegstreiber, deren Aktienwerte von Krisen, Konflikten und Kriegen abhängen.
Das Beispiel zeigt, dass sich seit dem Mittelalter und den durch aristokratische Politik beherrschten Beziehungen von Regionen an zwischenstaatlichen Beziehungen doch nur wenig geändert hat. Von der Ludwig XIII zur Kriegs- vs. Friedenfraktionen am Hof Ludwigs XIV mit Louvoi vs. Colbert.
Aber wenn es zu einem Krieg mit dem Iran kommt, könnte das einen Hinweis geben, welche Fraktion die Oberhand gewonnen hat.
Verlassen die US-Oligarchen das sinkende EU-Schiff?
Einiges deutet darauf hin. Eine Studie des Beratungsunternehmens EY zeigt, dass die Investitionen US-amerikanischer Unternehmen in Europa von 2023 bis 2024 um 24 % gesunken sind. Im gleichen Zeitraum stiegen ausländische Investitionen in den USA um 20 %. Tatsächlich gehen einige Analysten davon aus, dass dies ein Trend ist. Insgesamt wird der EU als „erschöpft“ beschrieben, da sie seit Jahren kein Wachstum zeigt, was US-Investoren abschreckt. Dies könnte zu einem Kreislauf führen, in dem weniger Kapital in Europa fließt und die Kluft zu den USA wächst.
die meldung larry ellison sei auch gefeuert werden ist unwahr, er ist nach wie vor oberst bei der idf.
… und wg. > sogenannter U$-Investitionen in der EU < hier nur der Hinweis, daß zwischen den Jahren „2008“ und „2019“ relevante U$-GELD-Manager im EURO-Raum > Vermögens-Werte < von fast „17“ (siebzehn) BILLIONEN (Tsd.Mrd.) quasi „über den Großen Teich“ v e r s c h o b e n haben – „hinterlassen“ dafür haben sie knapp „300“ Milliarden (!!!) – ist ein Verhältnis von „170“ zu DREI („3“) !?! – so verlautbart von einem ehemaligen russ. Botschafter in London … ;-)))
die brauchen das geld.
Die US-Oligarchen haben doch erst dafür gesorgt, dass das EU-Schiff untergeht. Schließlich wollten sie die dort befindliche Industrie in die Märkte der Zukunft verlegen.
Wenn man die Straße von Hormuz UND den Suezkanal schließt, kann ich mir nicht vorstellen, wie es China NICHT treffen soll.
UND dazu die Lieferungen aus Iran abdreht.
Es wird immer zu einer Reduktion der Erdölimporte von 20-35% führen, die nicht ausgeglichen werden können.
(Es sei denn, Russland liefert über die 8.000km längere Strecke ums Kap der Guten Hoffnung und NATO würde Skagerrak, NOK, Bosperus und Gibraltar passierbar lassen.)
Sowohl in der chinesischen als auch amerikanischen und europäischen Finanzwirtschaft haben sich erhebliche Risiken aufgebaut. Ein Krieg könnte zu einem Einbruch der Öllieferungen in China, aber auch in Europa führen, das noch immer signifikante Mengen über die russische Druschba-Pipeline erhält. Derartige Mangellagen könnten diese Risiken vergrößern. Auch könnten die BRICS absichtlich den Dollar unter Druck setzen, womit gerade in diesen Tagen offen gedroht wurde.
Das sind sicher Themen, die eine Militärstrategie berücksichtigt haben muss.
Wenn die Amerikaner die Spannungen um den Zwergstaat in Nahost zum Weltkrieg eskalieren lassen wollen, was vor 2030 wahrscheinlich sein dürfte, um Europa das iranische Öl zuzuschanzen, bevor sich in Asien eine Übermacht aufgebaut hat, dann könnte es sein, dass USA, Europa aber auch China gleichzeitig mit Finanzcrash und Währungsreform zu kämpfen haben.
Ob Europa darüber hinaus eine wirklich empfindliche Ölmangellage bekommen, also „vor den Bus geworfen“ wird, hängt davon ab, ob Russland und Saudi-Arabien weiterhin liefern, was, wenn sie es nicht tun, auch bei ihnen zu finanziellen Schwierigkeiten führen könnte. Das abzuschätzen ist nicht so einfach.
Wenn aber Leyen die Öllieferung über die Druschba-Pipeline abdreht, was wohl Programm ist, so wird das kaum aus den USA, Kanada oder den saudischen Kleinstaaten zu ersetzen sein, allerdings aus Saudi-Arabien, wenn man deren chinesische Lieferungen umlenkt. Und die Iraner müssen auch irgendwohin verkaufen. Da ist sehr viel „wenn“ dabei.