Stalingrad – die nie verkraftete Niederlage?

4. Februar 2026von 6,1 Minuten Lesezeit

Die deutsche Elite scheint die Niederlage von Stalingrad, die sich gerade wieder jährt, immer noch nicht verkraftet haben, anders ist die Russophobie kaum zu erklären. Was war damals passiert? Die folgenden Personen sind fiktiv, die Schicksale real.

Stalingrad, diese verfluchte Stadt am Ufer der Wolga, wo der Winter alle verschluckte. Die Mütter, die ihre Kinder in den Kellern versteckten, die jungen Soldaten, die zitternd in den Ruinen lagen, Deutsche und Russen gleichermaßen. Es war kein Heldentum, nur purer Überlebenskampf, wo der Hunger und die Kälte grausamer waren als jede Kugel.

Stalingrad, der Beginn vom Ende

Man stelle sich vor, es ist Sommer 1942. Die Stadt heißt Stalingrad, eine pulsierende Industriestadt mit Fabriken, deren Schornsteine rauchen, und Menschen, die ihr Leben leben. Anna, eine einfache Arbeiterin in der Traktorfabrik, wacht auf vom Dröhnen der Bomber. Am 23. August regnen die deutschen Bomben herunter, Tausende von ihnen. Die Häuser brennen, die Straßen werden zu Kratern. Anna rennt mit ihrer kleinen Tochter in den Keller, hört die Schreie der Nachbarn. „Die Luft war schwarz vor Rauch, und der Boden bebte wie bei einem Erdbeben„, würde sie später sagen. Über 40.000 Zivilisten starben in diesen ersten Tagen, viele verbrannt oder zerfetzt. Aber Stalin befahl: Keine Evakuierung. Die Menschen sollten bleiben, um die Stadt zu verteidigen. Frauen und Kinder gruben Gräben, bauten Barrikaden, während die Bomben fielen. Hunger setzte ein, weil die Vorräte zerstört wurden. Ratten wurden zur Delikatesse, und das Wasser aus der Wolga war verseucht mit Leichen.

Die deutschen heldenhaften Angreifer

Auf der anderen Seite, Hans, ein 19-jähriger Deutscher aus Berlin, marschiert mit der Sechsten Armee ein. Er dachte, es würde schnell gehen, wie in Frankreich. „Wir sind die Unbesiegbaren„, schrieb er in seinem Tagebuch. Aber Stalingrad war anders. Die Sowjets wehrten sich Haus für Haus, Zimmer für Zimmer. Hans kriecht durch Trümmer, riecht den Verwesungsgestank. „Jede Ecke konnte der Tod sein – ein Scharfschütze, eine Granate, oder einfach nur der Einsturz eines Gebäudes.“ Die Kämpfe waren brutal: Nahkampf mit Bajonetten, Messern, sogar Schaufeln. Er sah Kameraden zerfetzt werden, und selbst die Verwundeten schrien stundenlang, ohne Hilfe. Die Russen nannten es „Rattenkrieg“ – ein Labyrinth aus Ruinen, wo man nie wusste, wer hinter der nächsten Wand lauerte. Hans‘ Beine froren ein in der Kälte, seine Finger wurden schwarz vor Frostbrand. Essen? Ein Stück Brot pro Tag, wenn’s hochkommt. Viele starben an Dysenterie, Typhus, einfach weil sie zu schwach waren.

Der sowjetische Widerstand

Von der sowjetischen Seite her, Sergej, ein Bauernsohn aus der Ukraine, der zur Roten Armee gezwungen wurde. Er kämpft für die Heimat, aber was ist Heimat in diesem Inferno? „Wir waren Kanonenfutter„, würde er flüstern. Die Kommissare schossen auf die eigenen Männer, wenn sie zurückwichen – „Kein Schritt zurück!“, hieß der Befehl. Es war das Spiegelbild der Standgerichte der deutschen Armee, welche Deserteure erschoss. Sergej sieht, wie seine Kumpels in Wellen angreifen, nur mit Gewehren bewaffnet, gegen Maschinengewehre. Viele hatten nicht mal Munition. Er versteckt sich in einem Keller mit Zivilisten, teilt sein letztes Stück Brot mit einem Kind, das vor Kälte zittert. Die Nächte sind das Schlimmste: Das Heulen der Winde, das Stöhnen der Verwundeten. Tiere flohen sogar – Hunde sprangen in die Wolga, um dem Horror zu entkommen. Sergej verliert einen Arm durch eine Granate, aber er kämpft weiter, weil es keine Wahl gibt. Hunger nagt an ihm, seine Zähne lockern sich durch Skorbut. Und die Kälte: Minus 30 Grad, wo der Atem gefriert und Wunden nicht heilen.

Der russische Winter

Dann kommt der Winter, November 1942. Die Sowjets schließen den Kessel – Operation Uranus. Plötzlich sind 300.000 Deutsche eingekesselt, ohne Nachschub. Hans schreibt in seinem letzten Brief: „Jede sieben Sekunden stirbt ein Deutscher in Stalingrad.“ Die Luftbrücke versagt, Flugzeuge bringen zu wenig. Die Männer essen Pferdefleisch, dann Hunde, dann Ratten. Gerüchte von Kannibalismus machen die Runde – verzweifelte Männer, die Leichen anschneiden, um zu überleben. Frostbeulen, Amputationen ohne Betäubung. Der Freund von Hans erschießt sich selbst, weil er die Qual nicht erträgt. „Besser eine Kugel als das langsame Sterben„, sagt er. Viele wählen den Suizid, Paare schießen einander. Die Offiziere predigen Durchhalten, aber die einfachen Soldaten wissen: Es ist aus. Krankheiten raffen Tausende dahin – Typhus, Gelbsucht, Lungenentzündung. Die Toten stapeln sich, weil der Boden zu hart ist zum Graben.

Das Leiden der Zivilisten

Anna, die Zivilistin, leidet mit. Sie und Tausende andere hocken in den Kellern, essen Gras, Lederriemen, alles, was essbar scheint. Kinder sterben zuerst – an Hunger, Kälte, Bomben. „Meine Tochter wurde blau vor Kälte, und ich konnte nichts tun„, würde sie weinen. Die Deutschen plündern, was sie finden, aber es gibt nichts mehr. Sowjetische Partisanen schleichen durch die Ruinen, sabotieren, aber zahlen mit ihrem Leben. Frauen werden zu Krankenschwestern, schleppen Verwundete, sehen Gliedmaßen abfaulen. Die Stadt ist ein Skelett: 99 Prozent zerstört, ein Haufen Schutt, wo einst Häuser standen. Krankheiten explodieren – Diphtherie, Tuberkulose. Die Wolga friert zu, aber das Eis bricht unter den Flüchtlingen. Schätzungen sagen: Bis zu 235.000 Zivilisten tot, die meisten Frauen und Kinder.

Das Ende

Sergej feiert den Sieg im Februar 1943, als Paulus kapitulierte. 91.000 Deutsche ergeben sich, aber nur 6.000 kehren je nach Hause zurück. Die Kriegsgefangene marschieren in die Lager, wo Hunger und Kälte weiter morden. Sergej sieht die gefangenen Deutschen – ausgemergelt, gebrochen, wie Gespenster. „Sie waren wie wir, nur auf der falschen Seite„, denkt er. Aber der Preis: Über eine Million Sowjets tot oder verwundet. Die Stadt ist tot, die Überlebenden traumatisiert. Alpträume von Schreien, von Blut im Schnee. Beide Seiten litten gleich: Die Deutschen als Angreifer, die in ihrer Hybris fielen; die Sowjets als Verteidiger, die alles opferten. Es war kein Krieg der Generäle, sondern der einfachen Leute – Bauern, Arbeiter, Mütter –, die in diesem Mahlstrom zermahlen wurden.

Und die Lehren wurden vergessen

Und wieder soll Deutschland „kriegstüchtig“ werden. Wieder sind die Lehren der letzten Kriege vergessen. Stalingrad lehrte uns: Krieg frisst die Seelen. Die Toten, über zwei Millionen insgesamt, waren keine Zahlen, sondern Menschen mit Namen, mit Träumen. Hans, Anna, Sergej – sie stehen für alle. Erinnern wir uns an ihr Leid, damit es nie wieder passiert. Aber die Narben bleiben, in der Erde der Wolga, in den Geschichten der Überlebenden. Alles vergessen. Böse Zungen behaupten, weil die Nachkommen der damals besiegten Angreifer eine Revanche für die damalige Niederlage wollen, glauben sie, es ginge wieder gegen den „Russen“, der wie der Bolschewismus die Völker unterdrücke. (Siehe Bild)

P.S.

Die heutige russische Elite erklärte mehrmals, dass es eine solche Schlacht auf russischem Boden nicht mehr zulassen werde. Die Atomdoktrin wurden mehrmals verschärft, um sicher zu gehen, dass der Kreml die rechtlichen Möglichkeiten hat, atomarer Vernichtung gegen einen Feind einzusetzen, der die Revanche für Stalingrad suchen würde.

Bild: Teil-Screenshot aus Wikipedia

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9 Kommentare

  1. Informationsbefreier 5. Februar 2026 um 2:25 Uhr - Antworten

    Mein Opa verlor seinen linken Arm, als der Kamerad an seiner Seite auf eine Tretmine trat. Vielleicht war das sein Glück im Unglück, dass er überhaupt lebend wieder nach Hause durfte.
    Nun gibt es Leute, die dieses Elend wiederhaben wollen. Ich weiß nicht, wofür die das brauchen, ich brauche es nicht.

  2. Dr. Rolf Lindner 4. Februar 2026 um 20:52 Uhr - Antworten

    Ihr letztes Lied

    Was bildet ein Kriegstreiberschwein
    sich überhaupt-eigentlich ein?
    Ist der so blöd, dass er kann hoffen,
    er wäre nicht davon betroffen,
    wenn es in Deutschland richtig knallt,
    was nicht so fern, hoffentlich bald,
    jene, die Restdeutschland zerstören,
    wird aus ihren Amtssesseln kehren?
    Die schicken wir zur Ukraine
    zum Schmieren ihrer Kriegsmaschine,
    Dürfen sich in den Dreck dann schmeißen,
    die heut‘ auf Volkes Meinung schießen,
    hören von Ost ihr letztes Lied auf Erden:
    „Vaterland, kein Feind soll dich gefährden“
    (Широка страна моя родная)
    Vielleicht nicht für jeden Geschmack, aber man kann ja auch hineinschauen, statt hineinhören:
    L’artista DINA RO e il gruppo RODINA

  3. Quinterra2025 4. Februar 2026 um 13:00 Uhr - Antworten

    Seit wann sind Marionetten keine Sachen. Bei der Historie von FM ist es kein Wunder, dass Panzerschokolade „frükindlich“ wirkt (Jesuiten-Wissen; die ersten 7 Jahre sind prägend).

  4. Andreas_Sch. 4. Februar 2026 um 12:20 Uhr - Antworten

    Dass Russen Deutschen misstrauen, ist verständlich, denke ich … Und, wenn man „Die Menschen ©“ lange genug mit, teilweise äußerst subtiler, Propaganda vollkübelt, dann muss ein gewisses Misstrauen nicht überraschen – v.a. in Westdeutschland, wo man ja eingeredet bekommt, dass die Propaganda „Information“ sei. Ein Mensch, der sich für intelligent und „informiert“ hält, will einfach auch gar nicht glauben, dass er auf billige Propaganda (bspw. NATO-PR; OpInfo etc.) hereingefallen ist …
    Was Menschen denken, wovon sie überzeugt sind und woran sie glauben – das Ganze hält so lange, bis der eigene Hintern in Gefahr ist. Wenn man allerdings erst zu hinterfragen beginnt, wenn die Geschosse zwitschern, dann ist es zu spät!

  5. Jan 4. Februar 2026 um 11:50 Uhr - Antworten

    Je nach Quelle sind in Stalingrad auch 300.000 junge Österreicher gefallen, darunter fast komplett der Abschlussjahrgang des Schottengymnasiums, die man als Offiziere rekrutierte.

    Man darf halt nicht blöd sein und sich durch Sadisten, Satanisten oder andere Profiteure verführen lassen. Der Teufel verrät seine Anhänger sowieso.

    Die Szenen auf den Ukrainischen Schlachtfeldern sind kaum besser. Aber wenn du was dagegen sagst, wirst du hysterisch niedergeschrieen, weil der Humanismus es erfordert im Kriege dahingeschlachtet zu werden, so die irren Hirne der Gutmenschen.

  6. triple-delta 4. Februar 2026 um 8:49 Uhr - Antworten

    Nicht nur die deutsche Elite. Gerade in der Alt-BRD hat man den Menschen einen latenten (Russen)hass implantiert, der jetzt immer deutlicher zum Vorschein kommt. Dieser Hass richtet sich aber auch gegen alle, die sich den Deutschen im 2. WK entgegengestellt haben. Diese Woche lief eine haarsträubende Diskussion auf FB über das Massaker von Oradur in Frankreich. Die meisten Kommentatoren rechtfertigten das mit dem Widerstand der Bevölkerung gegen die deutschen Truppen. Wenn man dann kritisch darauf antwortet, wird mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gedroht.

  7. OMS 4. Februar 2026 um 8:34 Uhr - Antworten

    Alle Kriegsbefürworter an die Front! Ob Politiker, Industriemagnat, Banker oder sonstiger Schwachkopf, wer Krieg befürwortet ab in die erste Reihe. Zuvor jedoch die Trainingseinheit mit an den Kugelfang stellen, Zieltafel in die Höhe halten (siehe Film Last Samurai – Schießplatz) und die andere Gruppe muss treffen, nach dem Annässen erfolgt der Gruppenwechsel. Keiner würde mehr Krieg befürworten und die paar verbleibenden Selbstmörder und Irren ab in die Gummizelle.

    • Quinterra2025 4. Februar 2026 um 12:00 Uhr - Antworten

      Genau, all die „kriegsgeilen“ Olivgrünschwurbler sollen an die Ostfront. Vorbild ist „Pannzer-Toni“ zusammen mit Panzerschokoladen-Pinocchio aus der Reichskanzlei. Eine Oreshnik in das Politbüro der sogenannten CDU (Christlich-Dämagogische-Union) wird es klären. Russland braucht ca. 8 Minuten, um die Kriegspläne der Nord-Atlantischen-Terror-Organisation (NATO) zu vaporisieren.

      • Andreas_Sch. 4. Februar 2026 um 12:32 Uhr

        Was soll eine Haselnuss „klären“? Solche Spielzeuge sind dazu da, Probleme zu beseitigen – nicht zu (er)klären. Und außerdem: Was sagt es über die Deutschen aus, wenn man wiederholt Russen braucht, um deutsche Angelegenheiten zu klären, weil die Deutschen zu penetrant überheblicher Dummheit neigen? 🤔

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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