Deutschlands Gasvorräte auf 35 % gesunken dank Abhängigkeit von US-LNG

28. Januar 2026von 5,3 Minuten Lesezeit

Winterkälte, Dunkelflaute, niedrige Speicherfüllung von nur 75%, Nord Stream Sprengung und totale Abhängigkeit von US-Flüssigerdgas bringen Deutschland in eine noch nie dagewesene Energiekrise. Abschaltungen von AKWs und Sprengung von eignen Kohlekraftwerken machen es möglich.

TKP hat kürzlich eine Analyse der deutschen Gasvorräte und Prognosen der möglichen Verläufe veröffentlicht. Diese Prognosen zeigen, dass die Gasspeicher bei Anwendung der Verläufe der Jahre 2013 und 2018, also in 2 von 15 Fällen, leer laufen würden. In einem weiteren Fall (2015) würde der Füllstand unter 5 % sinken, was sicherlich ein Eingreifen der Bundesnetzagentur nach sich ziehen würde. In den meisten Fällen wäre die Gasversorgung ausreichend.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine vollständige Entleerung der Speicher möglich, aber nicht übermäßig wahrscheinlich ist.

Deutschland steht daher in diesem Winter vor einer möglichen Krise, da die Gasvorräte in den Speichern niedriger sind als während der Krise von 2022 und die Temperaturen das kälteste Weihnachtsfest seit 15 Jahren gebracht haben. Hier der aktuelle Stand laut AGSI (Aggregated Gas Storage Inventory):

Nicht nur der Gasverbrauch war in diesem Winter höher, Deutschland sei mit einem Speicherstand von nur 75 Prozent in die Heizperiode gestartet, warnt der Verband der Speicherbetreiber Ines. Zum Vergleich: Am 1. November 2024 waren die Gasspeicher noch zu 98 Prozent gefüllt gewesen.

Für die deutsche Bundesregierung ist aber der Krieg gegen Russland, derzeit durch den Stellvertreter Ukraine, wichtiger als alles andere.

„Die Speicher sind derzeit leerer als im Krisenjahr 2022”, sagte Timm Kehler, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, gegenüber der Augsburger Allgemeinen, wie Bild zitiert. Die Füllstände zu diesem Zeitpunkt lagen in den Jahren 2017 bis 2021 um 20 Punkte höher, fügt das Portal hinzu.

Deutschland scheint die Versorgungssicherheit, d. h. Engpässe, vor Ende des Winters zu riskieren. Nach der TKP-Analyse hängt alles vom weiteren Verlauf des Winters ab. Läuft es so wie Jin den ahren 2013 und 2018, also in 2 von 15 Fällen, laufen die Speicher leer, geht es wie 2015 würde der Füllstand unter 5 % fallen.

Deutschlands alter Erdgaslieferant Russland ist aufgrund der Politik Deutschlands und der EU, sowie der EU-Sanktionspolitik keine brauchbare Quelle mehr, auch wenn Parteien wie die Alternative für Deutschland (AfD) und der BSW darauf hinweisen, dass Deutschland auch in Zukunft billige Energie aus Russland beziehen muss.

Der Verband der Chemischen Industrie e. V. berichtet, dass sich die Unternehmen weiterhin auf mögliche Versorgungsengpässe vorbereiten: „Es gibt Notfallpläne, um Produktionsausfälle und wirtschaftliche Folgen im Krisenfall zu minimieren.“

Kehler bekräftigte auch, dass Deutschland „mit sehr leeren Speichern aus der kalten Jahreszeit hervorgehen wird“.

Auch in den sozialen Medien kursieren Behauptungen, dass Deutschland das Gas ausgehen wird.

Dass Deutschland das Gas ausgeht, ist nach wie vor ein unwahrscheinliches Szenario, aber es besteht kein Zweifel daran, dass Deutschland die Wintersaison mit stark reduzierten Gasvorräten beenden wird.

Darüber hinaus wird die anhaltende Abhängigkeit Europas von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA zu einem strategischen Risiko.

„Es besteht die Gefahr, dass die USA die Abhängigkeit Europas von US-LNG als Druckmittel im Konflikt um Grönland ausnutzen könnten“, sagte Sebastian Gulbis, Geschäftsführer der Beratungsfirma Enervis, in einem Interview mit Tagesspiegel Background.

Während Deutschland den Großteil seines Gases aus Norwegen bezieht, stammen mehr als 90 Prozent seines direkten LNG aus den USA, wobei zusätzliche Mengen amerikanischen LNG über andere Länder wie die Niederlande und Frankreich bezogen werden. Energieexperten und der Hausverstand weisen darauf hin, dass die USA in einem echten Konflikt diese wichtige Energiequelle gegen Europa als Waffe einsetzen könnten, wodurch Europa sowohl industriell als auch möglicherweise sogar auf gesellschaftlicher Ebene zum Stillstand kommen würde.

Die EU als Ganzes bezieht im Jahr 2025 57 Prozent ihres LNG aus den USA, was die potenziellen Risiken für die Zukunft unterstreicht. Mit der neuen kürzlich beschlossenen Direktive, dass demnächst überhaupt kein ein Erdgas mehr aus Russland mehr bezogen werden darf, setzt die EU ihren Mitgliedsländern regelrecht die Pistole an die Schläfe um russisches Roulette zu spielen.

Szenarien des Zusammenbruchs der Gasversorgung

Was würde geschehen, wenn die Gasversorgung zusammenbräche? Die Folgen wären von sehr ernster Natur. Man braucht etwas Phantasie, um sich die Folgen im Detail vor Augen zu führen. Fällt in Millionen von Haushalten die Heizung aus, würden die Menschen innerhalb eines Tages alle möglichen elektrische Heizgeräte einschalten, seien es Heizstrahler, Heizlüfter, Öfen, Kochfelder, sogar Föhne – einfach alles. Das Stromnetz kann die zusätzlich erforderliche Menge an Energie nicht liefern und würde ebenfalls zusammenbrechen, zumal auch die Gaskraftwerke ausfallen würden.

Zu allem Übel fiele auch die Wasserversorgung aus, da das Trinkwasser mit elektrischen Pumpen befördert wird. Vielen ist nicht bewusst, dass dann auch die Toilette nicht funktioniert. Hinweis: Nicht spülen. Im Spülkasten befinden sich möglicherweise die letzten 10 Liter Trinkwasser.

Wenn in einer Stadt mit sagen wir 10.000 Einwohnern die Menschen ihre Exkremente nicht mehr auf dem gewohnten Weg entsorgen können, sondern ihre Notdurft stattdessen im Freien verrichten, entsteht ein Epidemieproblem. Cholera, Typhus, Ruhr, Hepatitis usw. Erfahrungsgemäß gehen Menschen bestimmten Tätigkeiten gerne in der Nähe eines Gewässers nach, wo sie sich die Hände waschen können. Stromabwärts trinken andere Menschen eben dieses Wasser. Prost!

Bild von Wilfried Pohnke auf Pixabay

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Ein Kommentar

  1. Jakob 28. Januar 2026 um 17:25 Uhr - Antworten

    Sollte das Gas wirklich ausgehen, würden die Bürger in Deutschland und wohl auch Österreich vielleicht bemerken, was die Stunde geschlagen hat.<

    Nein, ich wünsche dies den Bevölkerungen nicht.
    Aber andererseits wäre es vielleicht die sprichwörtliche ‚Watschn‘ damit die Schlafschafe endlich munter werden und kapieren was los ist.

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