
US-Militärschlag gegen Iran kurzfristig abgebrochen?
Offenbar wurde ein US-Angriff auf den Iran in letzter Minute abgebrochen. Das berichten mehrere Quellen am Donnerstag, nun deutet sich eine Entspannung an.
In der Nacht auf Donnerstag war der iranische Luftraum fast vollständig leer. Teheran gab eine NOTAM-Meldung (Notice to Air Missions) heraus. Damit wurde die Flugregion Teheran für alle Flüge geschlossen, die nicht zuvor genehmigt worden waren. Mehrere Meldungen behaupten nun, die USA hätten einen Militärschlag in letzter Minute abgebrochen.
Diese Information ist bisher nicht verifiziert. Sie hat sich im Netz jedoch wie ein Lauffeuer verbreitet und wird sowohl von proamerikanischen als auch von proiranischen Kanälen geteilt. Aktuell berichten beide Seiten von einer Entspannung:
- Al-Jazeera meldet, die USA hätten den Iran darüber informiert, dass sie keine Absicht hätten, einen Militärschlag durchzuführen.
- Reuters berichtet andererseits, dass das Gefahrenlevel auf der US-Luftwaffenbasis Al Udeid in Katar (der größten US-Basis in der Region) herabgesetzt wurde.
Offenbar sollen in der Nacht auf Donnerstag bereits Flugzeuge in der Luft gewesen sein, bevor ein Signal zum Abbruch gegeben worden sein soll. Sollte dies stimmen, wurde eine große Eskalation buchstäblich in letzter Minute gestoppt.
- Mayer, Peter F.(Autor)
Medien berichten, Donald Trump persönlich habe die Aktion dann doch noch abgeblasen – all das ist allerdings unbestätigt und stammt zuerst aus israelischen Quellen. Ebenso die Behauptung, es seien bereits Kampfjets in der Luft gewesen. Belegt ist jedoch, dass die USA Personal von der Al-Udeid-Basis verlegt haben. Auch die New York Times berichtete später, die Aktion sei kurzfristig gestoppt worden.
Meldungen anderer Medien (hier als Beispiel der X-Kanal „Defense Index“) klingen meist sehr ähnlich:
„Laut dem Militäranalysten Amir Bohbot von Walla (großes israelisches Privatmedium) wurde ein geplanter US-Militärschlag gegen den Iran nur wenige Minuten vor seiner Ausführung abgesagt, nachdem Donald Trump persönlich interveniert hatte. Der iranische Luftraum ist inzwischen wieder geöffnet, während die von der Luftwaffenbasis Al Udeid gestarteten Flugzeuge zurückbeordert wurden und in Bereitschaft bleiben sollen. Die Mission wurde in der Endphase abgebrochen.
Trump hat seinen Beratern mitgeteilt, dass er nur dann Militäraktionen genehmigen werde, wenn diese ein klares und eindeutiges Ergebnis liefern. Offizielle Stellen warnten Berichten zufolge davor, dass ein Angriff keinen Sturz des Regimes garantieren könne und dass den USA möglicherweise nicht genügend regionale Ressourcen zur Verfügung stünden, um einer groß angelegten iranischen Vergeltung entgegenzuwirken.“
Die Geschichte passt damit zusammen, dass sich am Donnerstag die diplomatische Lage entspannt hat. Der Luftraum über dem Iran ist wieder geöffnet.
Trump erklärte, er habe aus „sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite“ die Zusicherung erhalten, dass „die Tötungen aufgehört haben“ – das sagte er am Mittwoch im Weißen Haus. Kurz darauf wurde allerdings der Luftraum gesperrt.
Ob die aktuelle Entwicklung nachhaltig ist, darf man mit Sicherheit bezweifeln.
Was genau bei Trump und in seinem Umfeld abläuft, wissen wir nicht. Seit seinem Schlag gegen Venezuela kann man ihn als noch unberechenbarer einstufen. Influencer der iranischen Opposition, die im Westen sitzen, kritisieren Trump massiv. Er habe „Hilfe“ versprochen und sei nun eingeknickt.
Andere behaupten, all das sei nur ein strategisches Manöver, um Zeit zu gewinnen und mehr Informationen zu sammeln. Pro-iranische Influencer – ebenfalls im Westen sitzend – jubeln dagegen, Teheran habe erneut gegen die USA „gewonnen“.
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EU erklärt kritische Bürger zu Gesetzlosen
Trump fordert Fortsetzung der Proteste im Iran und sagt: „Hilfe ist unterwegs“
Zwar ist eine klare Mehrheit der Amerikaner für eine militärische Intervention in Venzuela, aber einen Krieg gegen den Iran will man wohl nicht. 60% sind für eine Eingreifen in Venezuela:
https://exxpress.at/news/umfrage-hammer-mehrheit-der-amerikaner-sagt-ja-zu-eingreifen-in-venezuela/
Die MAGA-Bewegung würde das jedenfalls nicht unterstutzen.
Im Iran kônnte Donald nur wieder in Übereinstimmung mit dem Regime etwas inszenieren wie beim letzten Mal, damit Bibi eine Ruhe gibt. Auch beim 12-Tage-Krieg war das Regime informiert, sodass sich alle in Sicherheit bringen konnten. Sie räumten auch die Nuklearanlagen rechtzeitig. Der Schaden war bekanntlich gering.
Trump will keinen Krieg. Blitzaktionen sind jedoch nicht auszuschließen, wenn keine GIs gefährdet sind. Positiv ist, dass man Kontakt hat.
Trump erklärt nun, dass seine Drohungen gewirkt hätten und das Regime daher das Txten der Demonstranten einstellen wird. Er verbucht es als Ertolg. Die Hoffnung, dass es damit vorbei ist, ist nur gering, denn N. wird es nicht aufgeben. Seit vielen Jahren strebt er den Iran-Krieg an. Er ist besessen davon.
Besser ist es, wie schon oft gesagt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Opposition darf nicht weiter verfolgt werden. Ansonsten ist das halt eine Diktatur wie fast alle Länder, die islamistisch regiert werden. In Sysrien stößt sich Amerika jedoch auch nicht daran, dass dort ein Terrorist regiert…andere Länder, andere Sitten…
Die Sanktionen bleiben mMn, solange der Iran nicht bereit ist, die IAEA wieder ins Land zu lassen.
Die IAEA wollte zuletzt wissen, in welchem Zustand sich die drei wichtigen Atomanlagen in Fordo, Isfahan und Natans befinden, die von Israel und den USA bombardiert wurden. Angeblich ist dort lt. Iran keine Urananreicherung mehr môglich, aber überprüft werden konnte dies nicht. Ich vermute, man will den Deal mit Trump geheimhalten. Diese Anlagen sind wahrscheinlich gar nicht beschädigt worden…wenn Bibi das erfährt, dreht er durch.
Das ist das übliche „Guter Polizist – Böser Polizist“-Spiel. Ein paar mal gespielt lässt die Aufmerksamkeit sinken, und die Gefahr beim Gegner unterschätzt, und dann wird zugeschlagen. Der Grund für den Abbruch sagt es doch aus. Weil im Moment die Analyse ergab, dass man nicht erfolgreich sein könnte. Wenn morgen die entsprechende Strategiegruppe Trump sagt: „Chef, jetzt, jetzt sind wir sicher, wird es klappen!“ Dann wird zugeschlagen. In der Zwischenzeit arbeitet man daran, die Voraussetzungen für einen Erfolg zu verbessern. Noch mehr Sanktionen, mehr Tanker stehlen, Mordanschläge, Cyber War, das Übliche eben.
Diese Strategie wird den Iranern wohl vertraut sein, und ein Zeitgewinn ist für beide Seiten von Vorteil. Beide können sich rüsten. Irgendwie drängt sich der Eindruck auf, daß Trump keinen richtigen Drang verspürt, den Iran zu bombardieren.
Iran ist nicht Venezuela, hat eine eigene Waffenindustrie, ist besser strukturiert, allein durch den Glauben.
Wie will man eine erfolgreiche, kriegerische Invasion „halten“ ? Der Schahsohn ist chancenlos.
Schätze, Netanjahu spielt hier die erste Geige, und auch wenn Trump Bibi freundlich die Schulter klopft, will er nicht nach dessen Pfeife tanzen…