Plötzlich tot: Studie zu Deutschlands Übersterblichkeit bei jungen Erwachsenen

4. November 2025von 2,8 Minuten Lesezeit

Woher kam die Übersterblichkeit bei jungen Erwachsenen in den letzten Jahren? Eine begutachtete Studie aus Deutschland kommt nun zu einer überraschenden Erkenntnis: Fast die Hälfte der überzähligen Toten sind an Alkohol gestorben.

Von 2020 bis 2023 entwickelte sich vor allem ab 2021 (zufällig mit dem Start der Covid-Impfkampagne) eine Übersterblichkeit in der Gruppe der 25- bis 44-Jährigen im Zeitraum 2020 bis 2023 in Deutschland. In diesem Zeitraum starben im Vergleich zu 2016- 2019 mehr als 3.200 als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Ein aktueller „Research Letter“ vom Statistikexperten und Psychologieprofessor Christof Kuhbandner (Universität Regensburg) und dem Mathematikprofessor Matthias Reitzner (Universität Osnabrück) liefert nun Hintergründe zu den Todesursachen – mit durchaus überraschenden Ergebnissen.

Das Papier erschien am 14. Oktober im US-Fachjournal JAMA Network Open mit dem Titel Mortality Trends Among Early Adults in Germany, 2011 to 2023. Insgesamt sind demnach 1.400 junge Erwachsene mehr als erwartet alkoholbedingt verstorben, das wären 44 Prozent der 3.200 zusätzlich verstorbenen. Hinter dem Alkohol sind Erkrankungen des Kreislauf- und Verdauungssystems die Todesursachen, zudem bleibt die Ursache bei vielen Todesfällen weiter „unbekannt“.

Kuhbadner sprach mit dem Magazin Multipolar über die Ergebnisse, die vor allem Alkoholkonsum zum Haupttreiber der Übersterblichkeit machen. Gegenüber dem Magazin erläuterte Kuhbandner zur dokumentierten Übersterblichkeit junger Erwachsener, dass es „bis einschließlich 2020 keine besonderen Auffälligkeiten“ gab, ab 2021 die Zahlen aber stark anstiegen, „mit nachhaltigem Effekt, weil selbst im Jahr 2023 noch immer eine substanzielle Übersterblichkeit zu beobachten ist“.

Über 700 junge Erwachsene seien in jenem Jahr mehr verstorben, als zu erwarten gewesen wäre. Auf dem Höhepunkt 2022 waren es demnach über 1.300. Der Großteil der Übersterblichkeit lässt sich – neben Alkohol – auf „Erkrankungen des Kreislaufsystems, des Verdauungssystems“ sowie auf „Todesfälle mit unbekannter Ursache“ zurückverfolgen, erläuterte der Forscher.

Im Gespräch mit Multipolar erläutert der Forscher noch weiter seine Ergebnisse:

Im Zeitraum der Impfungen, 2021 bis 2022, traten im Vergleich zu den Vor-Coronajahren 2016 bis 2019 in der Gruppe der jungen Erwachsenen 503 zusätzliche Todesfälle mit der Kodierung „Unbekannt“ auf, erklärte Kuhbandner gegenüber Multipolar. Diese Kodierung steht für die ICD-Codes R96 (Plötzlicher Tod mit unbekannter Ursache), R98 (Tod ohne Anwesenheit anderer Personen) und R99 (Sonstige ungenau oder nicht näher bezeichnete Todesursachen), wobei der Schwerpunkt auf die Kodierung R99 zurückgeht.

Kuhbandner betont, dass die Übersterblichkeit aus allen Ursachen zusammengenommen („all-cause“) von 2021 auf 2022 stark zunahm, die Todesursache COVID-19 im gleichen Zeitraum aber rückläufig war. „COVID-19 kann also den Anstieg der Übersterblichkeit im Jahr 2022 nicht erklären.“ Bei der COVID-19-Spitze im Jahr 2021 würden die Ergebnisse zudem nahelegen, dass sie durch Fehldiagnosen bedingt sei. So zeigten die Daten einen „unerwarteten Rückgang der Sterblichkeit bei mehreren anderen Ursachen wie zum Beispiel Krebs“. Todesfälle, die man bisher zum Beispiel als „krebsbedingt“ kodiert hatte, seien offenbar nun als „COVID-19-bedingt“ kodiert worden, so der Forscher.

Abschließend weist Kuhbandner auf die Zahlen bei den jungen Erwachsenen in den USA hin, die man jetzt mit den deutschen Werten vergleichen könne. Während im Jahr 2023 in dieser Altersgruppe in Deutschland 69 Todesfälle je 100.000 Menschen auftraten, waren es in den USA demnach 192 – fast dreimal so viele.

Bild „Kirche Baetterkinden Friedhof“ by WillYs Fotowerkstatt is licensed under CC BY 3.0.

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6 Kommentare

  1. HelmutK 4. November 2025 um 19:44 Uhr - Antworten

    Ja aber sicher doch 🙄
    Und die Alten sterben nicht mehr an Altersschwäche sondern den Hitzetod aufgrund des Klimawandels, der im Hochsommer leider zu heißem Schnee führt 🙄

    Vielleicht hat die Fitness-App dem durchgeboosterten Schlafschaf ja auch geraten wegen zwei Pralinen seie jetzt ein 100 km Bussgang angesagt um die überschüssigen Kalorien wieder loszuwerden. Was dann offensichtlich für das Myokarditis geschädigt Herz zu viel des Guten war
    Nur impfen hilft, sonst kommt der Weltuntergang 😆

  2. therMOnukular 4. November 2025 um 17:19 Uhr - Antworten

    Ich halte das für reine Statistik – im negativsten Sinn.

    Alkohol-bedingte Tode haben in aller Regel eine lange „Anlaufzeit“. Es dauert einfach, bis die Leber oder andere Körperteile wirklich schlapp machen. Je jünger desto länger.
    Nur weil sie als Alkohol-bedingte Tode kodiert sind, heißt das für mich nicht, dass es auch welche waren.
    Es wäre keineswegs verwunderlich, wenn man neben „Tests“, „an oder mit“ usw. eben auch an eine Alibi-Kodierung dachte, um die erwarteten Spritz-Toten zu vertuschen. Ich gehe also davon aus, dass irgendwann eine politische Anordnung auftaucht, die ähnlich wie bei den Testlabors auch dazu führte, dass nach neuen Regeln kodiert wurde, sowie man nach neuen Regeln testete (so zb das seltsame Ausbleiben der Influenza-Testungen um so tun zu können, als gäbe es nur noch C und es wäre für alle Tode verantwortlich).

    • Vortex 6. November 2025 um 13:09 Uhr - Antworten

      Richtig, der Alk ist es sicher nicht, aber die meisten jungen Menschen leben recht freizügig und sind über die Auswirkungen von Shedding (tinyurl.com/2s46pnpx) nicht umfassend informiert, was jedoch permanent eine erhöhte Vorsicht erfordern würde …

  3. Jan 4. November 2025 um 15:11 Uhr - Antworten

    Die Glückspiekse führen über mehrere Wege zu sehr große Molekülen im Blut, die die Leber sehr belasten. Fällt das mit einer Alkohol- oder Medikamentenleber zusammen, wurde natürlich euthanasiert. Ich kenne einen Fall mit der Diagnose: „Tja, seine Alk-Leber hat den Glückspieks nicht mehr vertragen.“ Offenbar wäre der Mann ohne Glückspieks nicht Mitte 50 verstorben, sondern hätte noch ein wenig gelebt.

    Ich würde gerne eine Statistik sehen, inwieweit die nicht tödlichen Herzinfarkte in dieser Gruppe angestiegen sind.

    Diese 3.200 scheinen mir sehr merkwürdig. Sind die pro 100.000?

  4. VerarmterAdel 4. November 2025 um 14:08 Uhr - Antworten

    „Fehler: Gesicherte Verbindung fehlgeschlagen“
    Liegt es am mir oder an euch wegen mir?

  5. Hausmann_Alexander 4. November 2025 um 13:38 Uhr - Antworten

    Ähnlich wie hier erklärt:

    Marcel Barz: Corona und Zahlen – Werden uns die Corona-Zahlen neutral präsentiert? (Video)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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