Russische „Kindesentführungen“: Westliche Propaganda entlarvt

4. Juni 2025von 2,5 Minuten Lesezeit

Russland wird vorgeworfen, Zehntausende ukrainische Kinder entführt haben. Doch Verhandlungen in Istanbul enthüllten eine Liste mit 339 vermissten Kindern.

Westliche Medien und Politiker behaupten seit Jahren, Russland habe seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine Zehntausende Kinder entführt, „russifiziert“ und ihrer Identität beraubt. Aufgrund dieser Vorwürfe erließ der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen Wladimir Putin. Diese Geschichte brach jedoch bei der Verhandlungsrunde am Montag in Istanbul in sich zusammen.

Realität und Propaganda

Mitte April erklärte die Bilderbergerin und österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS): „Tausende ukrainische Kinder sind noch immer verschwunden – verschleppt von Russland, getrennt von ihren Familien, ihrer Heimat und Identität. Sie wurden in entlegene russische Regionen gebracht, zur Adoption freigegeben oder in Institutionen gesteckt – weit weg von allem, was sie kannten. Ein systematischer Versuch, ihre Herkunft auszulöschen. Die Rückkehr aller nach Russland entführten ukrainischen Kinder muss Teil des Friedensprozesses sein. Ohne sie kann es keinen gerechten, dauerhaften Frieden geben.“

Selbst die ukrainische Delegation sah dies am Montag aber anders. Die NachDenkSeiten vergleichen in einem aktuellen Artikel die Realität mit der westlichen Kriegspropaganda, die durch die Verhandlungen offengelegt wurde.

Beide Seiten tauschten Memoranden mit Bedingungen für einen Friedensschluss aus – beide stellten dabei beträchtliche Maximalforderungen. Die Ukraine übergab zudem eine Liste mit 339 vermissten Kindern – eine Zahl, die weit unter den im Westen kolportierten „Zehntausenden“ oder – laut Meinl-Reisinger – „Tausenden“ liegt.

Politiker wie Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) verstärkten die Narrative, sprachen von Tausenden entführten Kindern und einer „hohen Dunkelziffer“, ohne stichhaltige Beweise. Sogar das Rote Kreuz wurde beschuldigt, mit Russland zu kollaborieren.

Warum übergab die Ukraine also nur eine Liste mit 339 Kindern?

Diese Vorwürfe kulminierten im Haftbefehl des IStGH gegen Putin und die russische Kinderbeauftragte Marija Lwowa-Belowa. Die Ukraine hätte Belege vorlegen können, doch offenbar gibt es diese nicht. Die russische Seite erklärt hingegen, dass die 339 Kinder „aus Sicherheitsgründen“ aus dem Kriegsgebiet evakuiert wurden. Diese Praxis wende auch die Ukraine an. Zum Glück. Das deutsche Bundeskriminalamt fand zudem 161 angeblich „entführte“ Kinder in Deutschland, die meist mit ihren Eltern eingereist waren.

Die NachDenkSeiten fassen zusammen:

Die Affäre zeigt ein Muster. Falschinformationen werden in Deutschland verbreitet, ohne dass Politiker oder Medien Konsequenzen fürchten müssen. Anstatt Aufarbeitung zu betreiben, wird die Geschichte vermutlich bald durch neue Desinformationskampagnen ersetzt. Dies untergräbt demokratische Prinzipien, da Verantwortlichkeit fehlt. Figuren wie Göring-Eckardt oder Strack-Zimmermann stehen bereit, neue Narrative zu verbreiten, während die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Über die relativ kurze Liste erfährt man tatsächlich nichts. Weder die Staatsmedien, noch die Außenministerin, relativieren ihren Vorwurf, den sie seit Jahren ständig wiederholen.

Bild „2017. Lviv. Ukraine“ by bobobahmat is licensed under CC BY-SA 2.0.

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6 Kommentare

  1. Jurgen 6. Juni 2025 um 14:03 Uhr - Antworten

    Die Medien, die Medien, die dienen nur zum Zeitvertreib. Das Lebenszeit-Stehlen ist die große Masche der Propaganda. Man beachte, dass man diese Zeit dann garantiert nicht für sinnvollere Dinge nutzen kann und in den Blasen festklebt. Die aktuelle Darstellung in den ÖR Medien ist nichts anderes als ein Möchte-Gern-Szenarion, ein Luftschloss in den Wolken…

  2. Gabriele 5. Juni 2025 um 8:29 Uhr - Antworten

    Meines Wissens gibt bzw. gab es in der Ukraine die größte Anzahl an Leihmüttern, deren Kinder regelmäßig „verkauft“ wurden – oft aber auch nicht, weil etwas nicht passte. Dann wurden sie zu vergessenen Heimkindern ohne Eltern…die Zustände wurden oft genug angeprangert. Ist dass besser, als nach Russland in eine gute Familie „entführt“ zu werden? Nur so als Frage…

  3. Dorothea 4. Juni 2025 um 19:12 Uhr - Antworten

    Vor drei Tagen holte die Ukraine 52 Waisenkinder aus Österreich zurück in die Heimat. Die Rückholaktion erfolgte durch die ukrainische Behörde. Drei Jahre lebten sie mit ihren Betreuern im Burgenland. Natürlich war die Empörung groß, weil man diese Kinder in ein Kriegsgebiet zurückschickt. Aber soll es am Ende heißen, Österreich hätte diese Kinder entführt oder für sich beansprucht?

    • Vortex 4. Juni 2025 um 23:09 Uhr - Antworten

      Die Hintergründe sind hier (tinyurl.com/4963jb39) tiefgehender beschrieben, alles weitere ist unfassbar (tinyurl.com/yzjm5thy) für normal denkende Menschen …

      • Dorothea 5. Juni 2025 um 21:14 Uhr

        Schrecklich. Danke für den Hinweis. Beweist wieder einmal, Frauen übertreffen oft alles in punkto Grauslichkeiten.

  4. cwsuisse 4. Juni 2025 um 16:32 Uhr - Antworten

    Es gibt inzwischen so zahlreiche bedeutsame Vorfälle bei denen westliche Geheimdienste in Zusammenarbeit mit westlichen Lügenmedien, wie beispielsweise „die WELT“, Horrorstories fabriziert haben, um Russland zu demütigen und zu schädigen, welche dann anschließend teilweise von westlichen Gerichten bestätigt und untermauert wurden, ich denke da an beispielsweise an die angeblichen Giftgasattacken des Baschar Assad, MH-17 und Butcha), dass man von einer systematischen, langjährigen Verleumdungskampagne sprechen darf. Die internationale Gerichtsbarkeit wurde dadurch schwer beschädigt. Man muss sich immer wieder die Frage stellen, ob die den Russen unterstellten Gräueltaten einen realistischen Hintergrund haben könnten und wenn dies nicht der Fall ist, wie bei den angeblichen Kindesentführungen, dann liegt man mit seinen Zweifeln meist richtig.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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