
Trumps Krieg mit Zöllen: Wen sie nützen um wem sie schaden
Trumps Handelskrieg gegen die ganze Welt und insbesondere gegen China wird in den Mainstream Medien nur auf der Ebene der Auswirkungen für Staaten diskutiert. Am meisten betroffen sind jedoch Unternehmen, deren Mitarbeiter und die Konsumenten. Der Ökonom Prof. Richard Wolff erklärt die praktischen Konsequenzen.
Eine Folge davon ist jedenfalls, dass die Reichsten der Reichen in den USA immer reicher werden. Trump hat sogar einige der Milliardäre zu sich ins Weiße Haus eingeladen und sich dabei gebrüstet, dass sie um über 100 Milliarden reicher geworden sind durch seine Manöver der Ankündigung, Rücknahme und Änderung. Einfuhrzölle werden natürlich letztlich von den Konsumenten bezahlt, was deren Lebenshaltungskosten erhöht und sie ärmer macht. Die Maßnahmen von Trump führen also zu weiterer Umverteilung von Reichtum.
Die Journalistin Rachel Blevins hatte in ihrem Podcast Professor Richard Wolff zu Gast, ein amerikanischer Ökonom, Gründer von Democracy at Work, Moderator von Economic Update und Autor von „Understanding Capitalism“.
Trump begann den Monat April mit der Ankündigung eines globalen Zollkriegs, der die Märkte ins Wanken brachte. Danach hat er sich zurückgezogen und eine 90-tägige Pause für die meisten Zölle außerhalb Chinas verhängt. Und dann sagte er, dass Smartphones und andere Elektronikgeräte von diesen China-Zöllen ausgenommen wären.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Wolff vermutet, dass „im Weißen Haus Chaos herrscht, und zwar aus Gründen, die entweder mit der Art und Weise zu tun haben, wie Herr Trump arbeitet, einfach auf diese sprunghafte Art und Weise, oder was mich tatsächlich etwas mehr überzeugt, dass er von sehr widersprüchlichen Zwängen beeinflusst wird, und sich in einem Moment in die eine und im nächsten Moment in die andere Richtung beugt.“
Wolff diskutiert dann weiter, wie es für ein Unternehmen mit Sitz in Asien, Afrika, Lateinamerika, Europa, China oder anderswo ist, die bisher Produkte in den USA verkauft haben. „Man konnte also seine Produkte per Schiff oder Flugzeug dorthin schicken, sie verkaufen und Einnahmen erzielen. Und ebenso konnte man sich darauf verlassen, dass die USA die benötigten Vorleistungen in der gezeigten Qualität und zu den geforderten Preisen bereitstellen würden. All das ist vorbei.“
Er nennt als Beispiel ein Unternehmen in Malaysia, das ständig Entscheidungen treffen muss, wie alle Unternehmen, z. B. ob sie mehr Mitarbeiter einstellen oder nicht, ob sie einen Anbau an ihre Fabrik bauen oder nicht, ob sie ein Lager mieten, ein Schiff beauftragen, um eine Ladung nach San Francisco zu transportieren, oder was auch immer. Das Problem, das Trump mit seinen Aktionen produziert ist, dass niemand mehr Planungssicherheit hat. Wolff weist darauf hin, man „kann sich nicht einmal auf das verlassen, was er getan hat, weil er es am nächsten Tag rückgängig macht, es wiederholt, es ändert, und jetzt sollen wir 90 Tage warten, das ist schrecklich für einen Geschäftsmann“.
Die Wall Street prognostiziert daher bereits eine Rezession: „Aber das Entscheidende ist, dass wir jetzt vor einer Rezession stehen. Einer der klügsten Hedgefonds-Manager der Welt, Ray Dalio, ein Amerikaner, der in diesen Kreisen sehr bekannt ist, hat gesagt, dass jetzt eine Rezession kommt. Der Moody’s-Mitarbeiter Mark Zandy hat heute Morgen angekündigt, dass er glaubt, dass sie in einer Angelegenheit von Wochen ist.“
Denn „jedes Land der Welt, jedes Unternehmen der Welt, das auf die eine oder andere Weise am internationalen Handel beteiligt ist, hält sich zurück, wartet und sucht nach anderen, weniger volatilen Märkten.“
Wolff erwartet, dass sich viele Staaten und vor allem Unternehmen nach der anderen große Wirtschaftsmacht orientieren werden und das „sind die BRICS-Staaten. Und das sind die Allianzen um China herum. Dort werde ich den Markt finden, den ich vorher nicht hatte. Jetzt werde ich mich dort umsehen. Jetzt werde ich vielleicht ein Geschäft abschließen, den Preis ein wenig senken, um in diese Märkte dort drüben einzudringen und mich für die verlorene Sicherheit und den Verlust eines Marktes in den Vereinigten Staaten zu entschädigen. Der langfristige Schaden, den dies für uns bedeuten könnte, ist unkalkulierbar.“
Das sei ein Risiko, das von der Trump Regierung eingegangen wird, und es sagt , dass „die Probleme der Vereinigten Staaten viel schwerwiegender sind ernster sind, als man uns glauben machen wollte, denn man würde ein solches Risiko nicht eingehen.“
Mittlerweile beträgt die Gesamtproduktion von Waren und Dienstleistungen von China und seinen Verbündeten, das sind übrigens etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung, rund 35 % an der weltweiten Produktion, die USA und ihre Verbündeten haben einen Anteil von 27 bis 28 %. Sie sind bereits eine größere Wirtschaftseinheit.
Die Politik von Trump verstärkt auch die Unterschiede zwischen Arm und Reich. Zölle sind eine Steuer. Trump hat eine Pauschale von 10 % auf alles eingeführt, was von außerhalb kommt. Somit kostet alles, was bisher 100 gekostet hat nun 110. „Wer auch immer der Importeur ist, zahlt 100, um das Ding in das Land zu bringen, aus dem es kommt. Und weitere 10, das ist ein Zoll, 10 %, gehen an Uncle Sam. So funktioniert der Zoll. Aber das ist eine regressive Preiserhöhung. Wenn Sie dieses Objekt kaufen, müssen Sie 110 statt 100 bezahlen. Wenn Rockefeller das Objekt kauft, ist es dasselbe. Aber für Rockefeller ist das eine Kleinigkeit, es ist ihm egal. Aber für Sie sind es 10 % mehr für das Müsli, das Sie morgens essen, und den Kaffee und, Sie wissen schon, die Schuhcreme und all die anderen Dinge, die Sie im Rahmen eines normalen Lebens kaufen. Sie steigen alle um 10 % mit Ihrem Einkommen und Ihrem Vermögen oder dessen Fehlen. Das ist eine viel größere Belastung als zum Beispiel die Einkommensteuer, die zumindest in unserem Land mit zunehmendem Reichtum prozentual höher wird. Dabei wird das Konzept verwendet, dass wir Menschen entsprechend ihrer Zahlungsfähigkeit besteuern sollten. Wenn Sie über eine viel größere Fähigkeit verfügen, zahlen Sie einen höheren Prozentsatz. Die Zölle sind nicht so. Die Zölle sind pauschal, sie sind wie eine Umsatzsteuer, die jeder zahlt.“
Zölle belasten die arme Person relativ gesehen stärker als die reiche, und das verschlimmert die Kluft, die es ohnehin bereits gibt. Das sind also die Konsequenzen der Tumpschen Zollpolitik.
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Trump-Zölle: Wie die USA wirklich eine Chance gegen China hätten
Chinesische Gegenzölle: Wo steht der Handelsstreit?
Szijjártó: Ungarn unterstützt keine EU-Gegenzölle auf amerikanische Produkte
Ungeschnittene Nachrichten bringen heute den Artikel „Trump hat den „Zollbetrug“ erfunden, um sich von China zu „entkoppeln““ – demnach geht es um ein weiteres Machtspiel der Amis. Mittlerweile droht Trump mit 245% Zöllen, obwohl China weiter bei 125% bleibt. Andererseits senkte Trump gleich Zölle auf Handys und PCs aus China ganz ohne chinesische Gegenleistung.
Was wird aus dem Weltkrieg, den nur die USA wollen, während China der Wohlstand eigener Leute wichtiger ist?
Die Zölle von US-Präsident Trump bewegen offenbar Japans Autobauer zu Änderungen. Um den möglichen Strafzahlungen zu entgehen, plant Honda laut einem Bericht die Verlagerung der Herstellung bestimmter Modelle aus Kanada und Mexiko in die USA. Auch bei Nissan soll es Reaktionen geben.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Honda-soll-massive-Produktionsverlagerung-in-die-USA-erwaegen-article25706618.html
Hätte Trump die Zölle für D nicht eingefroren, hätte sich auch VW längst auf den Weg nach Amerika gemacht. Will man weiterhin mit europäischen Automarken fahren, darf man hierzulande keine Zölle mehr auf Amischlitten einheben… ;-)
Gewiss gibt es auch mit Meloni bilaterale Deals zu FIAT. Zumind. ein paar Werke dürften bald in Detroit errichtet werden.
Fiat Chrysler zog bereits in der Ära Trump I von Mexiko nach Michigan… „America first“ wirkt :-)
Selbst im verlinkten Artikel steht, dass wesentliche Produktion-Verlagerung Jahre dauert – dann ist Trump bereits in Rente.
Ungeschnittene Nachrichten bringen heute „Pepe Escobar im Interview: Russland/China/Iran warnen die USA“ – dort fragt Napolitano: „Wie sehen die Chinesen Trump?“ – Die Antwort: „… Als Zirkusdirektor. Als „Barbar“. Das ist im chinesischen Sprachgebrauch die schlimmste Beleidigung überhaupt. Aber amerikanische Touristen sind hier willkommen …“
An einer anderen Stelle lese ich: „… Hegseth, Rubio und Trump selbst – hier in China werden sie nur noch verspottet. China ist eine Zivilisationsmacht mit 5.000 Jahren Geschichte. Als wir heute mit Professor Jiang Wei und seinen Doktoranden sprachen, waren alle fassungslos über die Ahnungslosigkeit der US-Führung. …“
Trump soll laut Interview auf den Anruf aus Peking warten – so wie er schon auf X prahlt, dass Westeuropa-Popanze ihn anrufen und „den Ar*** küssen“. Escobar erwartet, dass er so ewig warten kann. Deswegen wird GröGaZ jetzt hysterisch und droht beim Anruf-Ausbleiben mit 245% Zöllen?
Ojemmi-ne, das geht auch nicht von heute auf morgen. Sind Sie aber ungeduldig. Maa, jetzt haben Sie mir schon wieder widersprochen. Wau!
Ich bin anders. Ich meins gut. Ich drücke Trump die Daumen. Ich beurteile niemanden nach alles oder nichts, sondern in Prozenten. Nur weil jemand zB ein Wimmerl hat, ist er ja deswegen nicht gleich hässlich oder gar böse, wissen Sie? Nobody is perfect, auch Trump nicht.
Ich mag Amerika und Russland – irgendwie mag ich die Russen einfach, obwohl es da Geschichten aus der Nachkriegszeit gab in meiner Familie, die weit verstreut zusammenkam. Mütterlicherseits in der amerikanischen Zone, väterlicherseits in der russischen. Sie haben geplündert und vergewaltigt, während die Amis Glen Miller spielten und Süßigkeiten an die Kinder verschenkt haben. Die sahen uns als arme Leute. Ihnen selbst gings ja gut. Sie lebten nicht im Kxmmunismus. Aber China ist nicht mein Fall. Ich môchte dieses System wirklich nicht hier in EUropa haben. Das wird aber so etabliert mit Sozialkreditsystem, Bargeldabschaffung, totale Überwachung, Wegspxrren von Systemkritikern, Verbot der Opposition usw., Link folgt.
Ich verstehe, warum Trump China bremsen möchte. Ich hoffe wirklich, er schafft das!
Insekten essen sie auch, die essen alles. @Geschichte: Auch die Griechen haben eine lange Geschichte und was ist heute mit ihnen los? Sie leben vom Torismus. Oder die Ägypter, auch vorbei… China ist ein kapitalkxmmunistisches Land, eine Diktatur. Die vielen Erfindungen haben sie nachgemacht, Patente gestohlen. Sie produzieren die längste Zeit im Ramschbereich, Zimtschlapferln und Supermarktfetzerln. Allein wie sie zB mit Tibet verfahren sind, ist nicht gerade sympathisch. Wenn Ihnen das gefällt, verstehe ich schon, dass Sie mit Trump nichts anfangen kônnen. Ob die Chinesen über Trump lachen, ist irrelevant.
Wer zuletzt lacht, Sie wissen schon.
https://www.srf.ch/news/international/die-perfekte-diktatur-china-und-der-traum-vom-totalitaeren-staat
Der Trumpel in USA wird zuerst einen kompletten Zusammenbruch erzeugen, bevor sich das Land dann von Null wieder hochrappeln kann über den eigenen Binnenmarkt (insofern noch Leute übrig bleiben). Die Zölle dienen nur zum Fernhalten der Importe, um die Außenhandelsbilanz aus den Miesen zu bringen. Die Zölle sind also lediglich eine zusätzliche Inlandssteuer auf ausländische Produkte, die immer der Verbraucher selbst zahlen muss.
Also heißt die neue amerikanische CO2-Steuer nach Stop des ganzen Klimagedöns nun Zoll, wenn man das mit Deutschland vergleicht.
Eine Währung hat den Gegenwert von dem, was in ihrem Währungsraum an Waren und Dienstleistungen hergestellt wird.
Diese Waren und Dienstleistungen gehen aus zwei Gründen zurück
a) Energiemangel
b) Bevölkerungsrückgang
Das, was nicht mehr produziert wird, können auch die Reichen nicht mehr kaufen. Sie können mit ihrem Geld nichts mehr anfangen.
Den Gegenwert? Der Euro ist kein Gegenwert der Waren und Dienstleistungen, es ist ein Nullwert, der im gemeinsamen Konsens den Direkttausch ersetzt und leider als Kontroll-Daumenschraube ausgenutzt wird. Der Euro hat keine Gegenpartei, die den Wert des Euro in irgend einer Weise sichert! Im Prinzip ist der Euro teuer gefertigtes Klopapier in viel zu kleinem Format…
Eigentlich sind wir privilegiert. Wir dürfen das Endspiel des Kapitalismus live und in Farbe erleben. Dummerweise sind wir aber Teil der Inszenierung und nicht nur staunende Zuschauer.
Man sollte die ganzen dystopischen Sciencefiction-Filme der 70er und 80er wieder mal bringen, damit die Menschen sich überlegen können, was ihnen mehr liegt. Rosa Luxemburg hatte es auf die einfache Formel gebracht: Sozialismus oder Barbarei (Mad Max ist nur als Film lustig.)
Ich entsinne mich, das Endspiel des Sozialismus gesehen zu haben – überall gefallen. In einst verschonten Ländern machte sich zwar in den letzten Jahren WEF mit korrupter Planwirtschaft westlicher Kombinate breit, doch auch das scheint gerade zu fallen.
Faszinierend, dass gerade allerlei Linkende:innen wie die umgetaufte SED sich besonders eifrig den Kabalen Globaler Abzocke wie Klimagemurkse andienen…
Die Reichen zahlen schon mehr, wenn sie mehr einkaufen – und auch bei linearer Einkommenssteuer zahlen die höheren Einkommen mehr. Man sollte mit dem Neid nicht übertreiben.
Übler wird bei den Trump-Aktionen, dass man kaum noch planen kann. Paul Craig Roberts verteidigte allerdings Trump kürzlich – die Aktion sollte die Welt schockieren und zum Verhandeln zwingen. Andererseits kann derartiger Ansatz nach hinten losgehen – auch wenn es genau so geplant ist.
Definieren Sie doch mal einen Stundenlohn, den Sie für so einen Milliardär für angemessen halten. Dann rechnen Sie zurück, wieviele Stunden er für sein Vermögen gearbeitet hat. Mal sehn, ob ein Menschenleben dafür reicht.
Niemand hindert Sie daran, geniale Geschäftsidee zu haben, Kapital zu sammeln, verwirklichen und riskieren, ob der Markt es annimmt. Einzige Bedingung: Es muss durch den freien Markt laufen, ohne korrupte Politiker zu bezahlen, die via WEF-Planwirtschaft die gesamte Welt zum Geschäftsmodell zwingen.
Und selbst wenn es Ihnen Milliarden einbringt – nicht in Webforen die Animal Farm lobpreisen, sondern tüfteln.