Eine Zwischenbilanz über die ‚Sonderoperation‘ Russlands in Teilen der Ukraine

3. Juli 2022von 10,7 Minuten Lesezeit

Mariupol: zerstört. Sewerodonezk: zerstört. Die größte Raffinerie Südrusslands nahe Rostow: in Brand geschossen. Zigtausende Leben: ausgelöscht. Millionen geflüchtet. Am 24. Februar 2022 internationalisierte Russland mit dem Einmarsch seiner Armee in die Ukraine einen bereits seit acht Jahren schwärenden Bürgerkrieg. Seit damals – mit der Aufnahme der Krim in die Russische Föderation und den sezessionistischen Absetzbewegungen des Donbass im Frühling 2014 – ist die Ukraine ein gescheiterter Staat; Kiew besitzt nicht mehr die Hoheit über weite Gebiete der Ukraine im Osten und Süden.

Moskau ist Mitte März mit seinem Versuch, gewaltsam einen Regimewechsel in Kiew herbeizuführen, kolossal gescheitert. Nun tobt der Krieg, den der Kreml euphemistisch „Sonderoperation“ nennt, um Neurussland. Dieses Gebiet nahm der russische Zar nach der Zurückdrängung des Osmanischen Reichs und der Auflösung des Krimkhanats im 18. Jahrhundert unter seine Fittiche. Neben dem im Zuge des einrückenden Adels angesiedelten Russen kamen auch deutsche und griechische Kolonisten ins Land. Im postsowjetischen Diskurs kam der Begriff Neurussland wieder vermehrt in Gebrauch und zeugt nun vom Erstarken nationaler statt multiethnischer und/oder sowjetischer Identität in der russischen Gesellschaft. Dass diese Nationalisierung der Identitätsbildung Anfang der 1990er Jahre zuallererst von den baltischen Eliten – mit kräftiger Unterstützung Deutschlands – ausging, daran muss an dieser Stelle erinnert werden; und auch daran, dass die radikalen nationalen Elemente von den baltischen Parteien bis hin zur ersten, 1989 gegründeten ukrainischen Oppositionspartei „Ruch“ („Volksbewegung“) ihren Nationalismus mit starkem antirussischem Rassismus unterfütterten. Dem Autor dieser Zeilen sind bereits Anfang der 1990er Jahre immer wieder Menschen zwischen Lwow/Lwiw und Tallinn begegnet, die einem hinter vorgehaltener Hand erzählt haben, dass Russen eigentlich keine „uns“ vergleichbaren Menschen seien.

Mit Waffenlieferungen, Ausbildung, logistischer Unterstützung, Milliardenkrediten und verlorenen Zuschüssen an Kiew sowie beispiellosen Sanktionen gegen Russland und „die Russen“ befinden sich Washington und EU-Brüssel mitten im Krieg.

30 Jahre später haben die transatlantischen Staatenlenker eben jene antirussischen Stereotypen bis hin zum blanken Rassismus als ideologisches Beiwerk in Gebrauch genommen, um ihrer Kriegsbegeisterung auf Seiten der Ukraine die nötige „moralische“ Rechtfertigung zu geben. Mit Waffenlieferungen, Ausbildung, logistischer Unterstützung, Milliardenkrediten und verlorenen Zuschüssen an Kiew sowie beispiellosen Sanktionen gegen Russland und „die Russen“ befinden sich Washington und EU-Brüssel mitten im Krieg – und streiten diesen Tatbestand ebenso ab wie es ihr Feind, Russland, tut. Offiziell sieht sich Ende Juni 2022 einzig die Ukraine im Kriegszustand.

Nachdem vor allem US-Präsident Joe Biden und seine Entourage Moskau den Waffengang durch Gesprächsverweigerung zu den russischen Kernforderungen (Schluss mit der NATO-Osterweiterung und militärische Neutralisierung der Ukraine) als alternativlos sehen hat lassen, mithin Moskau in die Falle eines Krieges geradezu gelockt hat, zeigen sich nun im Westen die dunkelsten politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kräfte in aller Öffentlichkeit. Sie hetzen die Ukraine in den Einsatz von immer mehr und immer reichweitenstärkeren Waffen. Schritt für Schritt taumeln die Führer der NATO und der EU in den dritten Weltkrieg. Unterschiedliche Akteure haben daran unterschiedliche Interessen.

Da sind einmal die deutschen, US-amerikanischen, britischen, französischen und andere westliche Waffenschmieden zu nennen. Sie handeln im Dienste ihrer Eigentümer. Noch vor Jahresfrist hätten sie sich nicht träumen lassen, Megaprofite wie jene, die Big Pharma im Zuge der staatlichen Test- und Impfkampagnen einfahren konnten, nun auch in ihren Geschäftsbüchern verbuchen zu können. Den Altbestand an Panzern und anderem militärischen Gerät an die Ukraine liefern und die Auftragsbücher mit neuen Bestellungen füllen: besser könnte das Jahr 2022 und die absehbar folgenden Jahre nicht laufen. Krieg bietet dem militärisch-industriellen Komplex, das war schon immer so, die schnellste Verwertung von Kapital. Einmal abgeschossen, ist die Munition verbraucht, muss eine neue gekauft werden; und wenn dadurch der Feind ein Kriegsgerät verliert, läuft das Geschäft umso gewinnträchtiger. Die Bauwirtschaft als nachgeordnete Branche darf dann später mit neuen Aufträgen rechnen.

Die vom transatlantischen Raum betriebene Sanktionspolitik insbesondere gegen russisches Gas hat zur Folge – und wohl auch den Sinn –, Erdgas als weltmarktfähiges Produkt überhaupt erst zu positionieren. Bisher war Gas über bestimmte Streckenführungen an Leitungen gebunden und konnte nicht an beliebigen Orten verkauft werden. Erdgas war als Produkt am Weltmarkt nicht handelbar, hatte auch keinen durch ihn sich ergebenden allgemeinen Preis. Mit dem Fracking und der dadurch möglich gewordenen Verschiffbarkeit von Erdgas ist es – vorerst noch nicht überall praktisch umsetzbar – allgemeines Handelsgut geworden. Durch das politisch erzwungene Aus für Nord Stream 2 und die weiteren Embargomaßnahmen gegen russisches Gas werden neue Bezugswege und damit auch neue Anbieter auf den (Welt)Markt gepusht. Kriegsökonomie, und mit nichts anderem haben wir es hier zu tun, folgt immer einem politischen Primat. Ihr Zwangscharakter öffnet neuen Anbietern die Märkte.

Die Kriegsteilnahme des Westens an der Seite der Ukraine gegen Russland offenbart einmal mehr die geopolitische Abhängigkeit der Europäischen Union von den USA. Insbesondere die Nichtinbetriebnahme der fertig gebauten Gaspipeline Nord Stream 2 hat erneut vor Augen geführt, dass Deutschland kein souveräner Staat ist, der eigenen Interessen folgen kann, wenn sich diese von denen der USA signifikant unterscheiden. Dementsprechend ist das politische Personal, wenn es darauf ankommt, mehr transatlantisch als deutsch orientiert. Das wiederum führt zu Widersprüchen innerhalb der EU, wo Länder wie Frankreich, Italien oder Ungarn nur mit viel Druck von einem eigenständigeren Agieren abgehalten werden können. Wie lange dies gelingt, bleibt eine offene Frage.

Das Zombie-hafte Auftreten von Joe Biden mag lustig zum Ansehen sein, im Kontext des Krieges mit Russland läuft es einem allerdings kalt den Rücken hinunter.

Apropos Personal: dass sich die Grünen als die lautesten Kriegshetzer etabliert haben und es ausgerechnet die Grünen-Chefin Annalena Baerbock war, die vor Kriegsmüdigkeit gewarnt hat, ist mehrerlei Faktoren geschuldet. Sozioökonomisch betrachtet, ist es eine Partei des neuen, gut situierten Mittelstandes. Ihre Klientel gehört mutmaßlich zu den letzten, die von einer gesellschaftlichen Verelendung, wie sie durch die Sanktionspolitik gegen Russland nochmals angeschoben wird, etwas bemerken. Sie leben in relativ blasenartigen städtischen Wohlstandszonen und Speckgürteln; viele von ihnen gehören der Erbengeneration an, deren Eltern in den 1960er- und 1970er-Jahren es zu passablem Reichtum gebracht haben, weil Erbschaften nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß besteuert wurden. Dazu kommt, dass sie politisches Engagement mit einem moralischen Impetus betreiben. Dieser fußt auf der Überzeugung, die Entwicklungsgeschichte der eigenen, im Wohlstand aufgewachsenen Generation mit ihren spezifischen Problemen auf die Welt übertragen zu müssen. Sie fühlen sich zur Durchsetzung von individueller Identitätspolitik und gesellschaftlicher Diversität verpflichtet. Dass es dann ausgerechnet der ukrainische Nationalismus mit seiner blau-gelben Fahne ist, der damit bricht, ist eigentlich nur mit einem tiefsitzenden Antirussismus zu erklären. Er speist sich aus derselben moralischen Überheblichkeit. Um diese wirkmächtig zu machen, ist man letztlich bereit, in den Krieg zu ziehen und Menschenleben zu opfern.

Noch ein Wort zum Personal. Das Zombie-hafte Auftreten von Joe Biden mag lustig zum Ansehen sein, im Kontext des Krieges mit Russland läuft es einem allerdings kalt den Rücken hinunter, wenn man bei einem unbeabsichtigen Schnappschuss auf sein Redemanuskript für den G7-Gipfel die Zeilen lesen kann, dass er sich am Ende verabschieden soll. Schockierend war auch der Auftritt von Deutschlands wichtigster Person in Kriegszeiten, Ministerin Christine Lamprecht. Im Bundestag erklärte die 57-Jährige kürzlich, dass es sich beim Gepard um keinen Panzer handeln würde und fuchtelte vor den Abgeordneten herum, indem sie ihre beiden Hände zu einem Panzerrohr formte und erklärte, dass der Gepard „mit diesem Rohr in die Luft schießt und dort sehr weit Objekte eben auch erfassen kann. (…) Das kann der Panzer nicht. (…) Natürlich ist beides schwer“, ging es bei der höchsten Landesverteidigerin weiter, „und beides hat große Rohre. Aber es ist eben kein Panzer.“ Es muss einem Angst und Bange werden.

Die Sanktionspolitik des Westens bringt fossile Energieträger wie Kohle wieder auf den Markt. Damit entpuppt sich das Gerede von den CO2-Einsparungen als dem selbst gesteckten Kriegsziel nachgeordnet. Und das, obwohl sich bis zu Redaktionsschluss dieses Beitrages kein einziger EU-Staat, auch nicht Deutschland oder schon gar nicht das neutrale Österreich, offiziell im Krieg mit Russland befindet. Im Wirtschaftskrieg sind sie dennoch allesamt, mit der tendenziellen Ausnahme Ungarn und – möglicherweise demnächst – Bulgarien. Die ohnedies fälschlicherweise auf die CO2-Frage reduzierte Umweltpolitik hält dem Feindbild Russland nicht stand, zu dessen Pflege und Verschärfung alle früheren Versprechen in Sachen Energiepolitik mit einem Schlag vergessen sind. Das damit weiter untergrabene Vertrauen in die politische Elite muss diese in Zukunft wohl durch noch mehr autoritären Staat kompensieren.

Die Sanktionspolitik des Westens gegen Russland führt direkt zur Verelendung weiter Teile der Bevölkerung in den Kernländern der Europäischen Union. Schon die Weltwirtschaftskrise 2008 mit ihrem staatlich verordneten Bail-Out maroder Banken ließ Reiche reicher und Arme ärmer werden. Mit den extrem teuren – und sinnlosen – Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus (Testkits und Impfdosen) war dann der Grundstein für eine hohe Inflation gelegt. Diese nimmt nun enorm Fahrt auf, weil Brüssel und fast alle EU-europäischen Nationalstaaten ihre Energiepolitik ohne Not geopolitischer, anti-russischer Irrationalität unterwerfen. Das führt zwangsläufig zu starker Kostensteigerung, die die Inflation antreibt. Hohe Inflation ist gleichbedeutend mit der Enteignung all jener, die über nichts anderes als Arbeitskraft und Sparbuch verfügen. Damit verlieren auch die Gesellschaften in den westlichen Zentralräumen Europas ihre tragende Säule, den Mittelstand. Europa stehen heftige soziale Auseinandersetzungen bevor.

Sollte das medial und politisch verbreitete Kriegsgeheul diesen Zweck nicht erfüllen, stünde als nächstes die Möglichkeit einer Kriegserklärung gegen Moskau offen.

Die Elite baut offensichtlich darauf, dafür einem Außenfeind, Russland, die Schuld zuschieben zu können. Sollte das medial und politisch verbreitete Kriegsgeheul diesen Zweck nicht erfüllen, stünde als nächstes die Möglichkeit einer Kriegserklärung gegen Moskau offen. Mit dem dann verhängten Kriegsrecht könnten auch soziale Unruhen im Inneren militärisch niedergeschlagen werden. An Propaganda statt Berichterstattung haben sich der EU-Bürger und die EU-Bürgerin in den vergangenen Jahren ohnedies schon gewöhnen müssen. Die „Feindsender“ RTdeutsch und Sputnik wurden in Deutschland ja vorsorglich bereits am 2. Februar 2022 – also drei Wochen, bevor Russland in die Ukraine einmarschiert ist – verboten.

Den Weg in den dritten Weltkrieg zeigen zwei kleine NATO-Staaten vor: Litauen und Norwegen. Mit der Sperre der sogenannten Suwalki-Lücke zwischen Belarus und dem Kaliningrader Gebiet durch die Regierung in Vilnius, hat das kleine baltische Land – ohne Zweifel mit Zustimmung der NATO-Führung – die Lage extrem eskaliert. Über den Suwalki-Korridor wird Kalinigrad mit Gütern aus Russland und Belarus versorgt, wobei ein internationaler Vertrag das Offenhalten des Transits regelt. Die Blockade der Bahn- und Straßenverbindung für alle Waren, die auf der EU-Sanktionsliste stehen, soll Moskau – anders kann diese Art der Politik nicht gelesen werden – weiter provozieren und zu einer kriegerischen Handlung auf NATO-Territorium verleiten.

Was gegen den Krieg und seine Ausweitung getan werden müsste, liegt auf der Hand: Waffenstillstand, sofortiger Stopp der Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet und Ende der seit 2014 betriebenen Sanktionspolitik gegen Russland.

Ähnlich verhält es sich mit der norwegischen Blockade auf Spitzbergen. Dort ist seit 1920 ein Vertrag zwischen der Sowjetunion und Norwegen in Kraft, der das Gebiet Norwegen zuspricht, alle dort lebenden Bürger der Sowjetunion (also: Russlands) allerdings per Sonderstatus den Norwegern gleichstellt. Oslo hat Mitte Juni 2022 diesen Vertrag gebrochen und eine Blockade für die russischen Bewohner verhängt, die dort großteils in Forschungseinrichtungen tätig sind. Auch hier ergibt die Handlung des NATO-Landes Norwegen nur Sinn, wenn sie als Provokation zu weiterem militärischem Vorgehen geplant ist.

Was gegen den Krieg und seine Ausweitung getan werden müsste, liegt auf der Hand: Waffenstillstand, sofortiger Stopp der Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet und Ende der seit 2014 betriebenen Sanktionspolitik gegen Russland. Erst dann kann über die Anerkennung der beiden Donbass-Republiken Lugank/Luhansk und Donezk verhandelt werden, wobei international überwachte Referenden über ihre Territorialität entscheiden könnten.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Artikel ist zuerst unter dem Titel „Der Kampf um Neurusslandbei Rubikon erschienen.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht unsere. Wir veröffentlichen sie aber gerne, um ein vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser von TKP sind in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Hannes Hofbauer ist Publizist und Verleger von Promedia. Unter seiner Co-Herausgeberschaft ist zuletzt erschienen: „Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand“ (Promedia Verlag, Wien). Von Hannes Hofbauer ist zum Thema erschienen: „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ (Promedia Verlag, 2016).


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22 Kommentare

  1. Steve Acker 4. Juli 2022 at 23:31Antworten

    Lese grad Meldungen dass Melynk wohl abberufen werden soll

    ist der ukrainische Botschafter in Österreich auch so unverschämt ?

  2. Pfeiffer C. 3. Juli 2022 at 19:48Antworten

    Hervorragende Analyse, Herr Hofbauer. Mit der kleinen Einschränkung zu Ihrem Einleitungszweizeiler:

    „Moskau ist Mitte März mit seinem Versuch, gewaltsam einen Regimewechsel in Kiew herbeizuführen, kolossal gescheitert. Nun tobt der Krieg, den der Kreml euphemistisch „Sonderoperation“ nennt, um Neurussland“.

    Ich habe anderernorts in tkp.at schon die wenig erfreuliche, transatlantische gesteuerte und EU-Vertreter-mitgehustete geostragische, ukrainische Vorgeschichte bis 2014 referiert.

    Meiner bescheidenen Meinung nach müsste Ihr sonst der Wahrheit sehr nahen kommenden Analyse, die Einleitung – am Besten gleich aus Sicht des US-MIKs – ungefähr so lauten:

    Wir – (der Militärisch-Industrielle-Komplex & seine Brecht`schen Vernichtungsprofiteure „Die im Dunklen sieht man nicht“) haben den gottverdammten Russen

    mit unserer NATO-Osterweiterung, der permanenten Aufrüstung rund um die Ukraine (+ in der Ukraine),

    mit unseren jahrelangen, unzähligen großen Militärmanövern in Europa und nahe der russischen Grenze,

    mit dem von uns Milliarden-gepowerten Maidanputsch und dem anschließenden Regimechange,

    der militärischen Drangsalierung der Ostukraine ab 2014 – sprich 14.000 tote Zivilisten + Ignoranz von über 6.000 dahingehend eingegangen Meldungen durch Menschenrechtsorganisationen bei und im und vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) mit Sitz in Den Haag & vom Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg –

    der permanenten & penetranten Verschlepperei der Minsker Friedens-Abkommen,

    mit der Inbetriebnahme von 30 Biowaffenlabore in der Ukraine,

    mit der Selenskie-Ankündigung bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Frühjahr, die ukrainische Atomwaffenkarte zu ziehen,

    mit dem verstärkten – von der OSCE beobachteten und registrierten – stetig gesteigerten ukrainischen Artilleriebeschuss von zivilen Wohngebieten in der Ostukraine ab dem 16. Februar, also 8 Tage vor der „Russeninvasion“ –

    wir, der MIK+ haben also den gottverdammten Russen mit den aufgezählten Methoden so lange provoziert und seine im Dezember 2021 hochoffiziell formulierten dahingehenden Sicherheitsbedenken ignoriert,

    wir, der MIK+ haben also den gottverdammten Russen so lange provoziert, verprellt, geärgert, zugesetzt, angenervt und Ihn mit immer perfideren, gesteigerten Winkelzügen so an die Wand gedrückt, daß er – dreimal sei es gelobt, gepriesen und gepfiffen – „Am 24. Februar 2022 einen großangelegten Überfall auf die Ukraine begann“.

    Und noch etwas: Wir, der MIK+ zwingen mit den vorgeblich die gottverdammten Russen treffenden Sanktionen die gottverdammten Europäer politisch, wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch und vor allem geostrategisch so in die Knie, daß sie erst gar nicht auf den Gedanken kommen, an einem selbständigen, selbstbewußten, friedfertigen, prosperierenden Europa hart zu arbeiten, denn:

    Wir, der MIK+ weiß ganz genau, daß die USA ohne weltweiter Zündlerei, ohne permanenter globaler Militär- und Paramilitäroperationen aber so was von aus dem letzten Loch pfeifen würden…

    • avstriavsky 3. Juli 2022 at 22:09Antworten

      Hervorragende Analyse, ergänzend zur hervorragenden Analyse!

      Dazu bleibt noch hinzuzufügen:

      Ob sich das die „auf die Knie gezwungenen gottverdammten Europäer“ noch lange gefallen lassen bleibe dahingestellt.
      Olfaktorisch Begabte erschnuppern die drohenden Unruhen.

      Wehret den Anfängen!

  3. Jochen 3. Juli 2022 at 17:32Antworten

    Die Chance für einen Verhandlungsfrieden sehe ich nicht. Warum sollte Russland und mit wem verhandeln? Das was von der Ukraine übrig bleibt muss sich einem Diktat unterwerfen. Russland wird die Ukraine entmilitarisieren und den NATO Clown zum Teufel jagen.

    • Glass Steagall Act 3. Juli 2022 at 21:55Antworten

      Ich sprach von allen Führern (ost und west), nicht einem allein. Dabei ist völlig unerheblich wer angefangen hat oder nicht. Einer muss immer den ersten Schritt machen. Zur Zeit löst eine harte Reaktion die nächste aus. Wir wissen alle wo das enden wird.

  4. Glass Steagall Act 3. Juli 2022 at 16:52Antworten

    In was für Zeiten leben wir? Hauen, stechen, stehlen, rauben, beherrschen, unterdrücken. All das kommt von den ach so ehrenwerten Führern der Nationen. Haben sie eigentlich keine Alternativen? Früher gab es noch die Diplomatie. Heute gibt es nur noch eine Antwort … Krieg.

    Hier sollten die Führer einmal einen Blick in die biblische Geschichte über Jakob werfen. 1. Mose Kapitel 26 Vers 12 bis Kapitel 33 Vers 11. hier wird gezeigt, wie man immer einen friedlichen Weg gehen kann! Das sollten sich alle Führer dieser Welt zum Vorbild nehmen! Denn nur der friedliche Weg führt in eine friedliche Welt. Krieg führt nur zu noch mehr Krieg. Es sollte nicht darum gehen, was kann ich alles noch mehr erobern, sondern was kann ich tun, um Frieden zu bewahren und freundlich zu sein, selbst zu meinen Feinden. Was unserer Führer wollen ist definitiv der falsche Weg! Deswegen sollten wir sie in keinem Fall unterstützen!

  5. Andreas K 3. Juli 2022 at 15:01Antworten

    Also mich beunruhigt der offenkundig senile Biden nur wenig: im Gegenteil es wird mithin sonnenklar, dass die geheimen Machtzentren des tiefen Staates – wie man heute so sagt – die Geschicke der USA lenken. Statt Biden könnte auch ein dressierter Affe am Präsidentenstuhl sitzen. Damit wird auch plausibel, weshalb man Trump unbedingt loswerden musste. Skurril ist dabei, dass sich unser Hegemon neuerdings als „Wertewesten“ bezeichnet. Westen allein reichte offenbar nicht.

    • Fritz Madersbacher 3. Juli 2022 at 17:55Antworten

      @Andreas K
      3. Juli 2022 at 15:01
      „Statt Biden könnte auch ein dressierter Affe am Präsidentenstuhl sitzen“ oder ein Friedensnobelpreisträger oder ein Immobilienmakler oder oder oder … Das ist bei uns auch nicht anders, fällt uns vielleicht erst jetzt auf. Ausschlaggebend sind nicht die gewählten Personen in unserer repräsentativen Demokratur.
      „Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten“ (Kurt Tucholsky) oder „Ihr wählt Politiker und wir sagen ihnen, was sie zu tun haben“ (David Rockefeller zugeschrieben – wenn es nicht stimmt, ist es gut erfunden)

  6. Andreas I. 3. Juli 2022 at 12:46Antworten

    Hallo,
    „Moskau ist Mitte März mit seinem Versuch, gewaltsam einen Regimewechsel in Kiew herbeizuführen, kolossal gescheitert.“

    Nach meinem Eindruck haben die Russen versucht, die bestehende ukrainische Regierung zu Verhandlungen mit entsprechenden Kompromissen zu zwingen.
    (Und das ist gescheitert.)

  7. Egon 3. Juli 2022 at 12:21Antworten

    Polens Gasspeicher sind jetzt zu fast 100 Przent voll. Ja, das ist möglich und ganz einfach. Polen bezieht über die Jamal seit Monaten Gas aus deutschen Speichern. Die Daten sind verfügbar. Quellen: Gascade und GIE AGSI.

    • Al 4. Juli 2022 at 9:07Antworten

      Anscheinend würde das Gas in den Österreichischen Gasspeichern Serbien gehören, die in Ö speichern weil sie keine eigenen Speicher haben – schon lustig, dieses Gas-Spielchen. Keiner weiß, was.

  8. Al 3. Juli 2022 at 11:30Antworten

    Also das ist Quatsch: „Mit dem Fracking und der dadurch möglich gewordenen Verschiffbarkeit von Erdgas …“ Fracking und Verschiffbarkeit haben genau gar nichts miteinander zu tun. Die Verschiffbarkeit ergibt sich aus der Verflüssigung. Und das kann man mit jedem Gas machen, egal wo das herkommt, egal wie das gefördert wurde.

    Und wie immer meine provokante Variante zur Kriegsfrage:

    wenn man versteht, dass Krieg immer ein Problem der Soldaten und der Völker, aber nie ein Problem für die Führer der Länder bedeutet, kann man sich leider auch vorstellen, dass zwei Länder gegeneinander Krieg führen – im besten stillschweigenden Einverständnis der Führer der beiden Länder miteinander. Wenn beide Führer (oder Führer-Cliquen) vom Krieg profitieren – warum sollen sie dann Kriege meiden? So lange jeder glaubhaft seinen Bürgern vermitteln kann, dass der Krieg unvermeidbar wäre … (Wir haben alle schon gehört, dass Russland vom krieg bisher wirtschaftlich profitiert. Und Putin und die westlichen Führer scharen ihr Anhänger nie dichter um sich, haben nie mehr Zustimmung und Rückhalt, als im Krieg.)

    Eine offene Frage für mich ist und bleibt weiterhin: warum macht Putin den Corowahn mit, warum stützt Putin die Behauptung einer tödlichen, weltweiten Seuche? – die objektiv eindeutig nicht existiert! Der Coronawahnsinn ist Krieg gegen uns kleine Leute. und Putin, Xi, alle mischen mit. Alle führen Krieg GEGEN UNS Menschen. Ob Russe, Ukrainer, Chinese, Deutscher, Österreicher, Italiener, …Unser aller Feinde sitzen nirgendwo anders als OBEN!

  9. avstriavsky 3. Juli 2022 at 11:19Antworten

    „Finster, finster. Gar nichts kann man seh´n!“

    Das Lied aus dem Nachkriegsklassiker (Hallo Dienstmann) mit Paul Hörbiger aus dem Jahr 1952 bekommt bald wieder traurige Aktualität. Bis dahin werden die Menschen im „Wertewesten“ von exorbitanten Teuerungsraten gebeutelt.

    Der Strom kommt aus der Steckdose, das Benzin fließt aus der Zapfsäule und das Wasser aus dem Hahn. Das nehmen alle Leute als selbstverständlich hin. Wie lange wird das noch so sein?

    Der „Russe“ ist selbstverständlich schuld an all dem Unbill für die Menschen im „Wertewesten“. So wollen uns das die Sprachrohre der Politik eintrichtern wo immer es nur möglich ist. Die ehrenwerte Gesellschaft der EU und ihrer Kommission (die ein undemokratisches Eigenleben besitzt) will uns tatsächlich glauben lassen, nur der Krieg in der Ukraine wäre die Lösung aller Probleme?

    Es ist unfassbar, dass man wegen der faschistoiden Vorgänge in der Ukraine einen Krieg gegen Russland beginnt. Es wird mit dem Völkerrecht argumentiert und dass es notwendig sei, die Ukrainer gegen eine mögliche russische Invasion in den Donbassgebieten zu beschützen. Damit wird in der EU die Unterstützung für die Sanktionen gegen Russland gerechtfertigt. Wenn der EU das Völkerrecht wirklich etwas wert wäre, dann müsste man schon lange gegen einige westliche Staaten Sanktionen verhängen. Hier endet scheinbar das Völkerrecht und die vom Westen so hoch gehaltenen Menschenrechte sind offenbar ebenfalls nicht gültig.

    Wem nützt die Entfremdung der EU zu Russland? Wer ist der lachende Dritte? All diese Aktionen nützen nur dem Hegemon, seinen willfährigen Vassallen und den Politikern, die von den eigentlichen Problemen ablenken wollen. Das alles kommt nicht wirklich unerwartet. Die bestehenden Sanktionen gegen Russland werden zunehmend obsolet. Die bösen Russen finden andere Wege für ihre Wirtschaftskraft. Wann befreit sich Europa endlich von diesen Kriegstreibern und Gesellschaftspaltern?

  10. Fritz Madersbacher 3. Juli 2022 at 11:09Antworten

    „Die Elite baut offensichtlich darauf, dafür einem Außenfeind, Russland, die Schuld zuschieben zu können. Sollte das medial und politisch verbreitete Kriegsgeheul diesen Zweck nicht erfüllen, stünde als nächstes die Möglichkeit einer Kriegserklärung gegen Moskau offen“
    Dazu ein österreichischer Zombie, der frühere Finanzminister Androsch, jetzt Industrieller (z.B. Salinen Austria AG), in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“, 03/07/2022 – gefragt danach, warum den Sozialdemokraten „keine Themenführerschaft“ gelingt:
    „Was soll ich sagen? Ich leide darunter dass es nicht gelingt … Man liefert den Menschen keine Perspektive. Dazu müßte man wie der deutsche Minister Robert Habeck die Wahrheit sagen.
    Frage: Ist die Wahrheit, dass wir alle ärmer werden?
    Antwort: Wir waren naiv und bequem und wir erleben gerade ein böses Aufwachen aus einem Traum. Krisen und geopolitische Verwerfungen haben uns aus einer Ära der Bequemlichkeit, Verwöhnung und Verschwendung in eine Zeit der Knappheit und Entbehrung versetzt … Wir müssen auch verstehen, dass der Krieg in der Ukraine ein Krieg gegen unser System ist.
    Frage: Sind Sie für oder gegen Waffenlieferungen?
    Antwort: Wenn man nicht will, dass die Ukraine vom autokratischen Putin-System unterjocht wird, muss man Waffen liefern. Wenn Sofa-Pazifisten sagen, wir sollen keine liefern, die Ukrainer sollen sich ergeben, damit wir in Ruhe ans russische Erdgas kommen, ist das Illusion. Das wäre ein Tanzen auf dem Deck der Titanic, während schon das Wasser überall reinkommt“
    Ganz ähnlich hat sich kürzlich Karl Habsburg in einem „Talk im Hangar“ in Servus TV geäußert.
    Die in ihren überkommenen Vorstellungen befangenen Herrschaften sehen völlig richtig ihre Felle davonschwimmen. Wir kennen das Schicksal der Titanic. Das tatsächliche, zugrundeliegende Problem ist nicht das „ autokratische Putin-System“. Die Ereignisse in der Ukraine zeigen nur die geänderte Situation der Welt, herausgezerrt aus dem Schattenreich der westlich imperialistischen Vorurteile und Illusionen ans helle Tageslicht. Die westlichen Zombies reagieren mit Drohungen, Waffenlieferungen und möglicherweise sogar mit Kriegserklärungen, aber ihre Tage sind gezählt wie jene ihrer Vorgänger anno nazimal, in deren Fußstapfen der angestrebten Herrschaft über die Welt sie getreten sind. Mit den westlichen Gesellschaften sind keine Kriege mehr zu gewinnen, das ist einfach nur mehr lächerliches Wunschdenken.
    Wir aber müssen unsere Felle retten. Wir wollen keinen Krieg, keine Kriege, wir wollen eine gedeihliche Entwicklung unserer Gesellschaft und eine Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder! Dafür müssen wir kämpfen, gegen unsere NATO-Quislinge und Zombies, gegen unsere eigenen überkommenen Vorstellungen und Vorurteile! Es wird sich lohnen!

    • Andreas I. 3. Juli 2022 at 13:03Antworten

      Hallo,
      dieser Androsch ist ja ein ganz pfiffiger.
      „Antwort: Wenn man nicht will, dass die Ukraine vom autokratischen Putin-System unterjocht wird … “

      Als ob es selbstverständlich wäre, sich mit einem gescheiterten Schuldenhaufen wie der Ukraine belasten zu wollen.

    • Fritz Madersbacher 3. Juli 2022 at 13:58Antworten

      Kleine Ergänzung: „Wenn Sofa-Pazifisten sagen, wir sollen keine [Waffen; Ergänzung des Verfassers] liefern …“, bekommen sie von Sofa-Feldherrn (mehr sind unsere NATO-Quislinge ja nicht) eine gereizte Antwort …

  11. A. O. 3. Juli 2022 at 10:55Antworten

    Offensichtlicher gehts nicht mehr. Deutschland war nie ein souveräner Staat. Es fehlt an Mum bei den Politikern und die Mentalität ist immer gleichbleibend. Zwischen kurzaufflammende Eupohie und Angst sich nicht zu trauen. Schaut man genaer hin, hört man sehr gut zu und beobachtet sehr genau, dann sieht man das Ergebnis, was wir heute haben und noch kommen wird. Geschweige was noch durch Fehlverhalten passieren kann. Es wird immer auf den Rücken der Bevölkerung gekämpft und gemordet. Wenn niemand endlich aufsteht, dann ist der Untergang besiegelt. Entweder durch Macht und Gier oder durch eine Naturkatastrophe wie wir sie nie erlebt haben.

  12. Jens Tiefschneider 3. Juli 2022 at 10:09Antworten

    Am künftigen Verlauf des Krieges mit Russland wird sich zeigen, ob die Menschheit es wert ist, weiterhin in diesem Universum zu existieren, oder nicht. Niemand da draußen wartet auf uns.

  13. Ökologe 3. Juli 2022 at 10:07Antworten

    Mal ein kleiner Gegensatz zur allgemeinen (und sicher meist richtigen) Schwarzmalerei: https://www.handelsblatt.com/dpa/wirtschaft-scholz-will-deeskalation-im-streit-im-kaliningrad-transit/28470068.html

  14. CG Jung 3. Juli 2022 at 8:44Antworten

    Die Liste des Grauen. Es fehlt zum Schluss nur noch der jetzige Krieg.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Militäroperationen_der_Vereinigten_Staaten

  15. suedtiroler 3. Juli 2022 at 7:53Antworten

    dieser Krieg war vom Westen lange Zeit vorbereitet und provoziert worden. es ist absolut klar, dass man den Konflikt wollte und suchte.
    Grund kann nur sein, dass unser System vor dem totalen Zusammenbruch steht und man dringend einen Schuldigen benötigt.
    zudem kann man mit dem Corona Hoax die Menschen nicht ewig unterdrücken, da käme das Kriegsrecht gerade recht.
    ich sehe leider auch sehr dunkle Zeiten auf uns zukommen

  16. Elisabeth 3. Juli 2022 at 7:38Antworten

    Top Analyse! Vielen Dank!

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