28. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 08:30 Uhr)

27. März 2026von 10 Minuten Lesezeit

Laut US-Kriegsminister ist der Iran geschlagen, wie nie zuvor ein Land besiegt wurd, während der Iran die zwei wichtigsten Seeverkehrswege der Welt beherrscht. Zunächst also eine kurze Zusammenfassung was passierte, dann der Bericht über Ereignisse der Nacht und die übliche Chronologie des Tages.

Vor 2 Tagen stand Hegseth im Weißen Haus und erklärte, dass der Iran quasi von der Landkarte getilgt worden wäre. Am gleichen Tag startete der Iran seine 80. Welle von Raketenangriffen auf Israel und US-Interessen in der Golfregion. Nach iranischen und irakischen Angaben wurden alle amerikanischen Militärbasen im Nahen Osten zerstört, sie suchten nun nach geflohenen Soldaten und baten die Bevölkerungen um Hinweise. Der Iran veröffentlichte ein Video, in dem er behauptete, einen US-amerikanischen F-18-Kampfjet in der Nähe von Chabahar abgeschossen zu haben, was das US-Zentralkommando (CENTCOM) dementierte.

Der Iran beschloss ein Gesetz, welches die Straße von Hormus nunmehr mautpflichtig macht. Mehr als 20 Schiffe haben bereits die „Teheraner Mautstelle“ für die sichere Durchfahrt genutzt. Während die USA eine Bodenoffensive planen, warnt der Iran, in diesem Fall die Meerenge Bab al Mandab, also den Zugang zum Roten Meer, zu blockieren. Der Jemen, im Westen „die Huthis“ genannt, warten schon sehnsüchtig darauf, aktiv werden zu können. Durch die Straße von Hormus fließen 20% des weltweit gehandelten Öls, durch die Meerenge Bab al Manda ca. 12%.

Die USA bombardierten den Iran monatelang, ermordeten die Führung des Landes, zerstörten Schulen, Krankenhäuser, ganze Wohnblock, um einen Wissenschaftler mit seiner Familie zu ermorden. Der Iran reagierte darauf, indem er die Kontrolle über die wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt übernahm. Was wir derzeit erleben ist ein Vietnam auf Drogen für Donald Trump.

Die USA konnten den Krieg gegen die Sandalenkrieger der Taliban nicht gewinnen und mussten vor den sanktionierten Jemeniten die Flucht ergreifen. Aber sie glaubten, einen Hochtechnologiestaat mit einer mehrtausendjährigen Hochkultur und zwei Weltmächten als Freunde, mal eben in die Knie bomben zu können. Das ist so absurd, so abwegig, dass man sich fragen muss, ob dieser verlorene Krieg nicht ganz andere Gründe hat, als den Iran in die Knie zu zwingen.

Was passierte nun in der Nacht vom 26. März zum 27. März 2026?

07 Uhr 00

In den letzten neun Stunden hat sich der Irankrieg weiter intensiviert, wobei vor allem iranische Raketenangriffe und israelische Gegenschläge im Fokus standen. Iran feuerte eine Salve ballistischer Raketen auf die israelische Hafenstadt Haifa ab, die in der Nähe der strategischen Bazan-Ölraffinerie einschlugen und mindestens neun Menschen verletzten; Überwachungskameras zeichneten die Einschläge auf. Die Luftabwehr scheint immer geringere Erfolge zu haben.

EU-Vasallen erstaunt?

Gleiczeitig verbreitet sich in Europa die Nachricht, dass die USA Geldmittel, welche insbesondere die EU-Länder an die USA gezahlt hatten, damit daraus Luftabwehrraketen und Munition für die Ukraine finanziert werden kann, stillschweigend umleiteten, um damit den Krieg gegen den Iran zu finanzieren. (Titelbild)

„Das Pentagon erklärte laut einem Bericht der Washington Post von gestern Abend, man müsse ‚die eigenen Militärbestände wieder auffüllen, anstatt zusätzliche Hilfe an die Ukraine zu schicken‘. Militärexperten zufolge liegt der wahre Grund darin, dass die Iraner die Abhörfähigkeiten der USA schwer beschädigt haben. Das Pentagon versucht nun fieberhaft, diese Fähigkeiten wiederherzustellen, indem es Ausrüstung beschlagnahmt, die nach Südkorea und in die Ukraine geliefert wurde oder dort eingesetzt werden sollte.

Die Armeeführung informierte den US-Kongress am Montag darüber, dass sie plant, 750 Millionen US-Dollar, die von NATO-Staaten für das PURL-Programm gesammelt wurden, umzuleiten, berichtete die Zeitung. PURL (Priorisierte Liste der Ukraine-Anforderungen) ist ein von den USA initiiertes Programm, das Gelder von anderen NATO-Mitgliedern sammelte, um die Ukraine zum vorrangigen Empfänger von Waffen zu machen. Die Unterlagen für die drastische Planänderung legen fest, dass bestimmte Waffensysteme, wie beispielsweise über das PURL-Programm bestellte Abfangraketen, stattdessen den USA zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies untermauert mehrere Berichte, wonach der Iran einen Großteil der US-amerikanischen Fähigkeit zur Abwehr iranischer Raketen zerstört hat. Auch Israels Raketenabwehrsystem ‚Iron Dome‘ ist instabil und hat in Tel Aviv und anderen Orten erhebliche Schäden erlitten.“ (Quelle)

Krieg geht unvermindert weiter

Nichts deutet darauf hin, dass die Eskalation des Krieges abflacht. Israel setzte seine Luftangriffe auf iranische Ziele fort, darunter offenbar auch auf Teheran und weitere militärische Einrichtungen und Wohngebiete, und meldete die gezielte Tötung des Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarde-Marine, Alireza Tangsiri, bei einem Schlag auf Bandar Abbas.

Die iranischen Revolutionsgarden griffen ihrerseits militärische und energetische Ziele an und feuerten weitere Raketen und Drohnen auf Israel sowie US-Stützpunkte ab, was die Luftverteidigungssysteme beider Seiten erneut stark beanspruchte.

US-Präsident Donald Trump verlängerte das Ultimatum an Iran für ein Abkommen bis zum 6. April und erklärte, die Gespräche liefen „sehr gut“, während Teheran einen eigenen Gegenvorschlag zum US-15-Punkte-Friedensplan vorlegte und Verhandlungen weiter ablehnte. Es ist offensichtlich, dass Trump mit seinen Äußerungen lediglich versucht, Börsen und Ölpreise unter Kontrolle zu halten.

Israel kündigte zudem an, weitere Soldaten in den Libanon zu verlegen, um die Operationen für eine Besatzung des Südlibanons voranzutreiben, und drohte mit der gezielten Tötung weiterer iranischer Führungsfiguren, während gleichzeitig, wie gestern zu hören war, vor einem Zusammenbruch der Armee gewarnt wurde.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte unterdessen einen möglichen Beitrag Deutschlands zur Absicherung einer Waffenruhe in Aussicht. Was ein Beweis für Unkenntnis der Lage oder/oder vollkommene Überschätzung der deutschen Rolle darstellt.

Russland, so hörte man im Internet will Spezialisten aus der Baustelle des Atomkraftwerks Buscher abziehen, was kein gutes Zeichen hinsichtlich einer Entspannung der Lage ist. Außerdem kursierten Gerüchte darüber, dass der Iran angeblich ein Attentat mit einem „atomaren Sprengstoffgürtel“ durchführen wolle, was Verdacht auf einen bevorstehenden FalseFlag schürte, der den Vorwand für den Einsatz von Kernwaffen gegen den Iran erzeugen soll.

7 Uhr 30:

Die NY Times räumt ein, dass die iranischen Angriffe die US-Streitkräfte aus den meisten ihrer Stützpunkte im Nahen Osten vertrieben haben:

Der Iran hat als Vergeltung für den Krieg zwischen den USA und Israel US-Stützpunkte im gesamten Nahen Osten bombardiert und viele amerikanische Soldaten dazu gezwungen, in Hotels und Büroräume in der gesamten Region umzuziehen, wie Militärangehörige und amerikanische Beamte berichten.

Somit führt ein Großteil der Landstreitkräfte den Krieg im Grunde genommen im Homeoffice, mit Ausnahme der Kampfpiloten und Besatzungen, die Kampfflugzeuge bedienen und warten sowie Angriffe durchführen.

Die Soldaten wohnen in Hotels oder Bürogebäuden und der Iran hat die Bevölkerung der betroffenen Ländern um Informationen über deren Aufenthalt ersucht. Angriffe gegen Hotels mit Soldaten wurden bereits ausgeführt.

Völlig unklar ist angesichts dieser Zerstörungen, wie US Truppen sich auf einer der Inseln im Persischen Golf halten könnten. Sie sitzen genauso auf dem Präsentierteller, wie die gut verteidigten US-Militärbasen im Golf. Trump und seine Regierung scheinen ein Kabuki Theater aufzuführen.

Im Krieg in er Ukraine machen beide die Erfahrung, dass größere Massierungen von Truppen sofort wirksam mit Drohnen angegriffen werden. Hat sich offenbar noch nicht bis in die USA herumgesprochen.

Öffnung der Straße von Hormus kostet 2 Milliarden täglich

Ein US-Senator stellt eine ganz offensichtliche Frage zum Zweck des Krieges:

Trump: Wir brauchen 2 Milliarden Dollar pro Tag, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen

US-Senator: Aber sie war doch schon vor dem Krieg offen? Was war dann der Sinn des ganzen Krieges?

08 Uhr 00

Hinrichtung von Palästinensern nun per Gesetz in Israel erlaubt

Wir erinnern uns: Die Generalversammlung der UN hat in mehreren Resolutionen das Recht auf bewaffneten Widerstand von kolonial besetzten Ländern bestätigt und dabei auch Palästina ausdrücklich namentlich genannt. Trotzdem wird der Widerstand in westlichen Kolonialländer als Terrorismus dargestellt.

In Israel ist es seit Jahrzehnten üblich, tatsächliche oder angebliche Angreifer von Sicherheitskräften, welche durch Schüsse verletzt wurden, „ausbluten“ zu lassen. D.h. Ersthelfer werden mit Waffengewalt daran gehindert, den Verletzten zur Hilfe zu kommen, bis der vermutliche Tod eingetreten ist. Außerdem wird immer wieder berichtet, dass verletzte Palästinenser einen „Gnadenschuss“ erhalten, mindestens einmal auf Video festgehalten, und Ärzte sprechen von Kopf und Herzschüssen gegen Kinder. D.h. die Todesstrafe für Palästinenser wurde de facto schon lange praktiziert. Nun wird das ganze in der „einzigen Demokratie der Region“ auch per Gesetz offiziell ermöglicht.

Die Hinrichtung palästinensischer Gefangener wurde von der israelischen Knesset auf Grundlage eines Gesetzes ohne Berufungs- oder Kontrollmöglichkeit gebilligt und stellt somit ein Kriegsverbrechen dar. Richter können die Todesstrafe mit einfacher Mehrheit verhängen, ohne dass eine Strafmilderung möglich ist. Die Gefangenen werden in strenger Isolation gehalten, und Hinrichtungen können ohne Anwesenheit von Beamten oder Angehörigen erfolgen.

Das Gesetz sieht vor, dass die Todesstrafe auch ohne Antrag der Staatsanwaltschaft verhängt werden kann, dass die Verurteilten kein Recht auf Berufung oder Umwandlung der Strafe haben, dass die Hinrichtung innerhalb von 90 Tagen durch Strangulieren erfolgt, dass die Identität und Details geheim gehalten werden, dass weder die Verurteilten, noch die Angehörigen rechtlichen Rat erhalten, dass die Vollstreckung ohne Anwesenheit von Beamten oder Familienmitgliedern erfolgt.

08 Uhr 30:

Sind die Angriffe des Iran auf Staaten berechtigt, die US-Militärbasen beherbergen?

Was sagt das Völkerrecht dazu: Die Resolution 3314 der UN-Generalversammlung erklärt, dass ein Drittstaat, der einem anderen Staat die Nutzung seines Territoriums für einen Angriff gestattet, die rechtliche Grenze vom „neutralen Beobachter“ zum „Komplizen“ überschreitet.
Gemäß der Resolution 3314 wird dieses konkrete Szenario direkt als Akt der Aggression behandelt:

„Die Handlung eines Staates, der es einem anderen Staat gestattet, sein Territorium, das er ihm zur Verfügung gestellt hat, von diesem anderen Staat zur Begehung eines Angriffsaktes gegen einen dritten Staat zu nutzen.“

Mehr dazu in diesem Artikel von The Cradle.

Trump verlängert Frist um 10 Tage

US-Präsident Donald Trump erklärte, er werde die Angriffe auf den iranischen Energiesektor um weitere zehn Tage aussetzen, um Friedensgesprächen eine Chance zu geben, und verlängerte damit die Frist, die ursprünglich am Freitag ablaufen sollte.

Bemerkenswert ist jedoch, dass die Vermittler in den Gesprächen betonten, der Iran habe keine zusätzliche Zeit beantragt, obwohl Trump behauptet, dies sei auf dessen Wunsch geschehen.

Trump sucht offenbar verzweifelt nach einem Ausweg, aus der Falle in der er sich selbst gefangen hat.


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3 Kommentare

  1. VerarmterAdel 27. März 2026 um 8:53 Uhr - Antworten

    4 weeks to flatten the curve…

  2. Dideldum 27. März 2026 um 8:15 Uhr - Antworten

    Und das ganz große Desaster entwickelt ja erst noch. In spätestens sechs Wochen kommt noch eine große Weltwirtschaftskrise, Energiekrise, Finanzkrise, Industriekrise, IT-Krise, Ernährungskrise hinzu.

    Die aktuelle Golfkrise hat ein noch viel größeres Potential die Welt in einen neuen großen Weltkrieg zu ziehen, zumal praktisch ganz Asien existentiell da mit drin hängt..

  3. Konrad Kugler 27. März 2026 um 7:47 Uhr - Antworten

    Der blanke Wahnsinn.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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