Fischerei unter Druck: Preisexplosion bedroht Versorgung

26. März 2026von 2 Minuten Lesezeit

Weil der Diesel zu teuer ist, haben Fischer in Irland und Thailand ihre Arbeit eingestellt. Ein Beispiel aus der Fischerei zeigt, wie die Energiepreisexplosion die Nahrungsmittelversorgung massiv unter Druck setzt.

Steigende Treibstoffkosten bedrohen nicht nur die Fischereiindustrie, sondern die gesamte Nahrungsmittelversorgung. Fischer, denen der Treibstoff zu teuer geworden ist, um noch lukrativ fischen zu können, sind ein akutes und erstes Warnsignal.

In Thailand hat der Konflikt im Nahen Osten die Dieselpreise explodieren lassen. Das steuerbegünstigte „Green Oil“ für Fischer, das früher unter 20 Baht (ca. 0,55 Euro) pro Liter kostete, liegt inzwischen bei 35 bis 40 Baht – also fast doppelt so viel.

Im wichtigsten Hafen Samut Sakhon ist über die Hälfte der Trawler bereits festgemacht. Die Nationale Fischereivereinigung warnt: Mehr als 1.000 Boote liegen still. Bei rund 9.000 weiteren Booten könnte bald die Hälfte der gesamten Flotte folgen.

Fischer berichten von reinen Verlusten: „Es gibt keinen Gewinn mehr, nur Verluste“, sagt einer gegenüber Reuters. Ohne staatliche Eingriffe rechnet man mit einem baldigen landesweiten Stillstand. Hunderttausende Menschen sind in der thailändischen Fischereibranche beschäftigt. Reuters hat am Donnerstag darüber berichtet.

Doch die Situation ist nicht nur auf Asien beschränkt. Die Seafood Ireland Alliance (SIA) spricht von „katastrophalen“ Treibstoffkosten. Die Nachricht klingt fast identisch wie jene aus Thailand: Ohne staatliche Eingriffe drohen die Offshore- und Küstenflotten in wenigen Wochen stillzuliegen. Irlands Regierung senkte zwar die Mineralölsteuer um 20 Cent, doch die Spritpreise sind seit Anfang März um mehr als 50 Cent pro Liter gestiegen. Es droht der Zusammenbruch ganzer Küstenregionen. Hier die irische Presse dazu.

Schon Mitte März warnten Alternativmedien davor, dass die europäische Fischereiflotte vor einem „breaking point“ steht.

Die Folgen gehen weit über die Häfen hinaus. Weltweit stammt ein Großteil der Nahrung aus energieintensiven Prozessen – Bewässerung, Trocknung, Kühlung und Transport. Wenn Fischer nicht mehr auslaufen, sinkt das Angebot an günstigem Protein. Gleichzeitig steigen die Kosten für Getreidelagerung und Kühlketten. Kritiker sehen in dieser Entwicklung eine mögliche „Übernahme der Nahrungsmittelversorgung“ durch alternative Proteine wie Laborfleisch und digitale Kontrollsysteme.

Fischerei ist jedenfalls kein Randproblem, sondern ein zentraler Pfeiler der globalen Ernährungssicherheit. Wenn die Boote stillliegen, kann das sehr leicht eine Kettenreaktion auslösen.

Bild  „two fishing boats“ by fklv (Obsolete hipster) is licensed under CC BY-SA 2.0.

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2 Kommentare

  1. joseph53 27. März 2026 um 1:09 Uhr - Antworten

    Ein gutes Thema – aber das Problem des teuren Treibstoffes ist es nicht allein.
    Die kleineren Fischerei-Unternehmen kämpfen schon lange gegen die ganz großen, die ihren Ertrag immer weiter reduzieren.

    Und die Umweltverschmutzung – in dem Fall besonders die der Gewässer – ist das größte Problem.
    Aber unsere Klima-Spezialisten, Zukunfts-Forscher, Meeresbiologen etc. – meistens höchstdekorierte Akademiker -wollen uns mit Studien und Modellen zu Veränderungen motivieren, die gar nicht machbar sind.

    Wie wärs denn, wenn wir endlich den Müll aus unseren Gewässern entfernen und die Neuvermüllung konsequent verhindern würden?
    Oder wenn wir das global vorhandene Wasser etwas besser verteilen würden?
    Einige Projekte dafür gibt es schon seit 50 bis 100 Jahren – Tschadsee, Aralsee, Quattara-Senke etc.
    Generell könnte man in Meernähe Wasserentsalzung und Pumpstationen mit erneuerbarer Energie viel stärker vorantreiben.
    In Ö1-punkteins vom 26.3. wurden die dunkel verschmutzten Eismassen an den Polen angesprochen, die dadurch viel schneller schmelzen. Auch die Gletscher unserer Berge sind inzwischen mehr schwarz als weiß.
    Warum reinigt man sie nicht?
    Warum verhindern wir nicht die weitere massive Verschmutzung durch ungezügelten/ungeregelten Flugverkehr?
    Warum lassen wir alle fragwürdigen Versuche der Wettermanipulation durch Chemtrails – verbunden mit weiterer Verschmutzung und Vergiftung zu?
    Warum lassen wir die vielen Kriege zu, die nicht nur töten und zerstören sondern auch die ganze Erde weiterhin extrem stark verschmutzen?

    Akadämliche Rezepte führen nicht zum Erfolg – der angeborene oder in der Praxis erworbene Hausverstand müßte unbedingt die aufwendige (Ver-) Bildung ergänzen!

  2. Jan 26. März 2026 um 15:06 Uhr - Antworten

    Das ist ein schönes Beispiel, das vier Aspekte aus der geschmähten Peakoil-Debatte veranschaulicht:

    a) komplexe Systeme fallen über Kipppunkte schrittweise von einem höheren auf ein niedrigeres Niveau von Komplexität (wie beim Mikado-Spiel)

    b) der Ölpreis ist nicht beliebig steigerbar (im Gegensatz zu Erwartungen nach dem Kartoffelmarktmodell)

    c) höhere Energiepreise wirken über Lieferketten (mit dem Weggang der Fischer sinkt das Nahrungs- und Arbeitsplatzangebot, die Mieten, der Verkehr, der Handel)

    d) wenn die Krise länger andauert, typischerweise über 12 Monate, dann haben die Fischer ihr Boot verkauft und sind weg, wenn dann der Preis fällt, kommen die Fischer nicht zurück, das Knowhow geht verloren, inszwischen ist auch der Bus eingestellt, die Straße verfallen, die Schule geschlossen und es gibt keine Fischkäufer mehr

    Wenn die Leyen den Selensky für die Zerstörung von Pipelines für 3 Mio bpd Öl plus 45% Gasverbrauch bezahlt, zuzüglich weiterer 4 Mio bpd, die aus Nahost fehlen (von insgesamt 20 Mio bpd), dann wird das BIP, der Lebensstandard und damit die Lebenserwartung fallen, auch wenn in bestimmten Segmenten kein „supply crunch“ erkannt wird. Das ist eine Gesetzmäßigkeit und wird zwingend eintreten.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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