
Shell-Boss kündigt Energie-Lockdown in Europa an
Ab April steht Europa vor Versorgungsengpässen bei Energie, das erklärt der Shell-Chef aktuell. Die Krise weitet sich auf Europa aus. Seine Aussagen betten sich in die Propaganda einer angeblichen Verknappung und für Energie-Lockdowns ein.
Shell-Chef Wael Sawan erklärte aktuell auf der CERAWeek-Konferenz in Texas, dass Europa vor Energieengpässen stünde. Was zunächst Asien und vor allem Südostasien betroffen hat, werde sich in den nächsten Wochen auf Europa ausweiten. „Südasien war als Erstes davon betroffen. Es verlagerte sich nach Südostasien, Nordostasien und im Laufe des April verstärkt nach Europa.“, erklärte Sawan.
Die Mainstream-Agentur Reuters nahm die Aussage freudig auf und berichtete darüber – medial wird vorbereitet, was kommen dürfte: politische Eingriffe, die an Lockdowns erinnern. Aus „zwei Wochen, um die Kurve zu senken“ wird „zwei Wochen, um die Treibstoffpreise zu senken“. Reuters berichtet zwar nicht, dass voll beladene Tanker wochenlang vor Europas Küste herumirren, ohne entladen zu dürfen – TKP hat berichtet –, aber man erklärt, dass sich asiatische Käufer LNG-Ladungen sichern, die eigentlich für Europa bestimmt gewesen sind.
Seit dem 3. März 2026 wurden mindestens elf LNG-Tanker, die ursprünglich Kurs auf Europa nahmen, nach Asien umgeleitet. Betroffen sind unter anderem Schiffe aus den USA und Nigeria, die nun Häfen in Indien, Taiwan oder Ostasien ansteuern. Das treibt den Preis in Europa weiter nach oben – auch wenn es keinen Mangel gibt. Auch Deutschlands Wirtschaftsministerin Katherina Reiche „warnte“ bereits vor möglichen Knappheiten Ende April oder Mai, sollte der Konflikt andauern.
Shell CEO Wael Sawan said that Europe will soon begin to experience the same kind of disruption to fuel supplies that Asia has faced due to the war in Iran in recent weeks https://t.co/le3gDqFX3I
— Bloomberg (@business) March 24, 2026
Die Politik wird die (angebliche) Knappheit in Europa leicht argumentieren können: Gas aus Russland dürfe man „aus Solidarität mit der Ukraine“ nicht beziehen. Dass man sich nun von US-Gas abhängig gemacht hat und mit Asien konkurrieren muss, wird man nicht erwähnen. Die Gaspreise werden jedenfalls nachziehen, eine neue kommende Kältewelle wird ihr Übriges dazu tun. Die Gasspeicher sind nach dem Winter ohnehin ziemlich leer. Der Shell-Boss hatte seine Aussage aber offenbar auf Treibstoff und nicht auf Gas bezogen, vermutlich wird Europa aber beides rationieren „müssen“.
Gilt sicher nicht für NATO-LKWs die in Österreich auf Steuerzahlerkosten bei Shell tanken, hm?
Wir können das konkret anschauen:
Etwa 35% des EU-Gases stammen aus Norwegen, 25% aus den USA und Kanada, 12% aus Russland, 10% aus Eigenproduktion, 8% aus Algerien und 8% aus Katar.
Das norwegische, russische, EU-interne und algerische Gas kommt durch Pipelines, das amerikanische auf LNG-Tankern und das katarische dürfte aktuell nicht durch die Straße von Hormus kommen. Dh 65% kommen durch Pipelines und sind sicher, es sei denn, die EU bezahlt Selensky dafür, weitere Pipelines zu zerstören. Es fehlen also etwa 30% bis 50%.
Die EU importiert knapp 20 mio bpd Öl und Ölprodukte, davon knapp 4 mio bpd aus Irak/Golfstaaten und 3 mio bpd aus Russland – falls das noch so ist, da die Leyen Selensky Geld gibt, um die Pipelines und den Ölhafen in Primorsk zu zertrümmern.
Wenn beides komplett ausfällt, bleiben etwa zwei Drittel übrig. Die Importe aus den USA sind mit unter 1 mio bpd relativ gering. Es ist möglich, dass Selensky auch noch die Restlieferungen aus Kasachstan zerstört, das wären noch einmal erwa 1 mio bpd.
Grundsätzlich bezieht Europa nur etwa 20% des Öls und 8% des Gases aus Nahost und wäre daher von direkten Folgen nicht stark betroffen. 20% entspricht dem Verbrauchsrückgang durch die Corona-Lockdowns. Die Anteile bei Diesel sind deutlich höher, hier könnte die Verknappung höher ausfallen.
Allerdings bezieht die EU noch einmal soviel Energie durch Güterimporte, die „embedded energy“ enthalten. Dazu gibt es kaum Zahlen, ich denke, sie könnte etwa in derselben Höhe wie der Primärenergiebedarf liegen. Diese Produkte kommen zum großen Teil aus Asien, das stark von den Auswirkungen des Krieges betroffen ist. Ich würde daher denken, dass auch ein sehr großer Teil der Produkte nicht mehr verfügbar sein wird.
Schauen wir mal. Wenn der Krieg weitergeht wirds hier richtig kritisch. Wenn dann Firmen reihenweise wegploppen, mal schauen was dann passiert.
Wobei Putin ja schon angekündigt hat das er nicht mehr bereit ist dem Westen entgegenzukommen.
Trump könnte auch einen Stop der Lieferungen einlegen, weil die Sachen in den USA gebraucht werden. Aktuell gehen bei denen die Preise hoch weil der Weltmarkt so gut bezahlt. Da könnten seine Wähler murren.