Blackout in Kuba

17. März 2026von 2 Minuten Lesezeit

Totaler landesweiter Kollaps des Stromnetzes in Kuba. Die sozialistische Insel erlebt seit Montag die schwerste Energiekrise ihrer Geschichte. Eine direkte Folge des US-Ölembargos, das über die Insel verhängt wurde.

Am Montag ist das nationale Stromnetz in Kuba vollständig zusammengebrochen – ein „kompletter Disconnect“ des SEN (Sistema Eléctrico Nacional). Mehr als 10 Millionen Menschen auf der Insel blieben ohne Strom zurück. Es ist der dritte große landesweite Blackout innerhalb von vier Monaten und Teil einer Serie von Ausfällen seit 2024. So heftig wie diesmal war es aber noch nie. Die Wiederherstellung läuft schrittweise wieder an.

Der Ausfall am 16. März wurde nicht durch ein einzelnes Kraftwerk (wie das oft kritisierte Antonio-Guiteras-Werk bei Matanzas) verursacht, sondern dürfte durch ein Übertragungsproblem ausgelöst worden sein. Die Regierung untersucht die genaue Ursache. Bis zum 17. März war Strom in weiten Teilen teilweise zurück – Santiago de Cuba bleibt jedoch weiterhin dunkel. Weiterhin sind Millionen ohne Strom.

Behörden nennen als Hauptursache für die schwere Energiekrise im Land den dramatischen Treibstoffmangel. Die kubanische Stromversorgung basiert auf veralteten thermoelektrischen Kraftwerken, die mit schwerem Öl betrieben werden. Die USA haben die Insel vom Öl aus Venezuela abgekappt. Seit über drei Monaten gibt es kein Öl mehr vom bisher wichtigsten Öllieferanten, der etwa 35.000 Barrel pro Tag an Kuba geliefert hatte.

Und nicht nur das: Zudem verhängt die Trump-Regierung ein Öl-Embargo und droht mit Zöllen gegen jedes Land, das Kuba Treibstoff liefert. Kuba produziert nur 40 % seines Bedarfs. Solaranlagen sind bekanntlich instabil und brauchen Sonne, bei bewölktem Wetter oder Kaltfronten reichen die neuen Solaranlagen nicht. Auch die Gasanlagen, die gebaut wurden, helfen zu wenig. Präsident Miguel Díaz-Canel: „Wir haben seit drei Monaten kein Öl erhalten.“ Die Regierung spricht offen von einer „US-Blockade“.

Die Folgen sind massiv: Kein Wasser (Pumpen fallen aus), verdorbene Lebensmittel, abgesagte Operationen und Chaos im Alltag. Viele Kubaner verbringen 16 Stunden oder mehr täglich ohne Strom. Eine logische Folge sind soziale Unruhen, einzelne Kubaner proben den Aufstand, attackierten ein Gebäude der Kommunistischen Partei. Die CIA wird nicht tatenlos zusehen.

Die Regierung arbeitet daran, den Strom zurückzubringen und verhandelt mit den USA, während Trump immer mehr droht und offen sagt, dass nach dem Iran Kuba dran sei.

Bild „Havanna“ by Tobi NDH is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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12 Kommentare

  1. Jan 17. März 2026 um 20:42 Uhr - Antworten

    Cuba war lange vor Trumps Embargo Kandidat für einen Zusammenbruch. Es wird nicht anders gehen als Cuba zu alimentieren.

    Damit besteht natürlich die Gefahr, dass Cuba sich als Stützpunkt verkauft. Das müssen die USA vermeiden.

  2. Daisy 17. März 2026 um 19:33 Uhr - Antworten

    Trump dazu im Fernsehen…er könne sich Q-ba jetzt einfach nehmen und damit machen, was er wolle. Total verroht. Was hat er all die Zeit geheuchelt, wieviele Soldaten in der Ukr. stxrben müssten. Steht er unter Drogen? Was der in letzter Zeit herauslässt, kommt so, als hätte er Wahrheitsdrogen genommen, als wäre er betrunken ohne Rausch…

    Wie auch immer, die einzige Reaktion müsste sein, dem Land sofort zu helfen und die Sanktionen einzustellen. So ein armes kleines Land so zu behandeln, ist einfach letztklassig.

    • ibido 17. März 2026 um 21:40 Uhr - Antworten

      Snape hat wohl ein Veritaserum gebraut :-))))

    • Varus 18. März 2026 um 3:24 Uhr - Antworten

      Steht er unter Drogen? Was der in letzter Zeit herauslässt

      Venezuela, Iran, Kuba – dieses Jahr steht voll im Zeichen des Wahnsinns. Auch wenn es in Iran nicht nach Plan läuft, den Wahnsinnigsten bringt es eh nicht zum Nachdenken, eher zu noch mehr Wahnsinn.

  3. OMS 17. März 2026 um 19:16 Uhr - Antworten

    Dass die USA gehasst wird wundert mich nicht bei dieser Politik!

    • Daisy 17. März 2026 um 19:37 Uhr - Antworten

      Es sind nicht alle so. Mit solchen Ansagen hätte er sicher die Wahl nicht gewonnen. Denn seine Wähler sind großteils anständig. Was er da gesagt hat, müsste dazu führen, dass er in die Klappse kommt. Der toppt ja gerade Sleepy Joe…

  4. joseph53 17. März 2026 um 19:15 Uhr - Antworten

    Der gleiche erpresserische Staatsterrorismus wie an vielen anderen Orten.
    Nur „Ami go home“ und ein klares NEIN zur „weltweiten großzionistischen Propaganda“ wird dagegen helfen.

    Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt – die weltweite ständige Einmischung dieser Banditen (mit wirtschaftlich / erpresserischen / kriegerischen Raubzügen etc. etc.) muß beendet werden.
    Niemand muß außerhalb der USA mit dem Dollar zahlen – auch die Amerikaner sollten ihre Gewinne selber erarbeiten.

    Und natürlich sollte die Weltgemeinschaft die USA zur Gutmachung der verursachten Schäden verpflichten !!!

  5. VerarmterAdel 17. März 2026 um 18:38 Uhr - Antworten

    Klimagottesstaat Saublödistan next? Wir werden sehen.

  6. Pet van de Werft 17. März 2026 um 18:30 Uhr - Antworten

    Herrje noch mal, wo bleiben die Russen, wo bleiben die Chinesen, ich meine mit Hilfe? Und statt 1000e Tonnen Churasco zu essen könnten die Brasilianer doch auch ein bisschen helfen, oder nicht? Auf die anderen Lateinamerikaner braucht man nicht zählen, so weit ist es schon klar.

    • Jan 17. März 2026 um 20:44 Uhr - Antworten

      Warum sollten sich die Brasilianer für Cuba mit den USA anlegen?

  7. ibido 17. März 2026 um 18:28 Uhr - Antworten

    Ich bilde mir gelesen zu haben, dass Russland Öl liefert….

  8. 1150 17. März 2026 um 17:51 Uhr - Antworten

    die us-amerikaner werden sich nun mutig, entschlossen und heldenhaft wie rambo auf einen
    dehydrierten, ausgemergelten und kraftlosen gegner stürzen, den sie 65 jahre nicht unterkriegen konnten.
    damit kann man die schmach in korea, vietnam, afghanistan, iran ein wenig vergessen machen
    vielleicht bombardieren sie vor der übernahme noch ein paar krankenhäuser und schulen
    um die kubaner auf die befreiung vorzubereiten und um sie für kommende demokratie und menschenrechten richtig einzustimmen

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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