
IDF-General Amidror zu Israels Krieggszielen
[NRK] „Würde Israel Chaos vorziehen?“ – General Amidror: „Zweifellos. Mit Chaos ist viel leichter umzugehen als mit einem Regime, das verspricht, Israel zu vernichten.“ Da am 12. März ein langer Beitrag im norwegischen Staatsfunk NRK zu diesem aktuellen Thema lief, erhalten Sie hier dessen Übersetzung und einige ausdeutende Hinweise, v.a. da derartige Informationen in den deutschsprachigen Leit- und Qualitätsmedien kaum bis gar nicht aufscheinen.
Da der Angriff der USA und Israels auf den Iran kein Ende zu nehmen scheint, möchte ich Sie auf einen Artikel aufmerksam machen, der ausgerechnet auf der Website des norwegischen Staatsfunks NRK am 12. März 2026 erschienen ist.
(Damit knüpfe ich an einige kürzlich erschienene Artikel zu diesem Thema an, die u.a. über die norwegische Anerkennung Palästinas sowie die latente, besonders aber seit Oktober 2023 in Skandinavien stärker auftretende antiisraelische Stimmung; beide Beiträge habe ich auf meinem privaten Weblog auf Englisch veröffentlicht.)
Da NRK zudem mit einem hochrangigen Insider der israelischen Regierung und ehemaligen IDF-Kommandeur gesprochen hat, denke ich, dass Sie den folgenden Ausführungen interessant finden werden.
Die Übersetzung, Hervorhebungen und [Kommentare] stammen von mir.
*** Beginn der Übersetzung ***
Israelischer General: Israel bevorzugt Chaos im Iran gegenüber dem Mullah-Regime
Israel und die USA haben völlig neue Methoden angewendet, um das iranische Regime zu zerschlagen. Für Israel gibt es nur zwei akzeptable Ergebnisse, so ein ehemaliger General der israelischen Streitkräfte gegenüber NRK.

Die Umwälzungen sind enorm.
Der Iran hat seinen ersten neuen Präsidenten seit fast 40 Jahren. Raketen regnen auf ansonsten sichere Länder am Golf herab. Der sprunghafte Anstieg des Ölpreises könnte Folgen für die ganze Welt haben [nur eine dieser drei Aussagen ist richtig: Können Sie raten, welche?].
Und einige Dinge machen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran einzigartig [noch nie hat ein Land auf diesem Planeten einen Feind „überraschend“ angegriffen].
„Das ist erst das erste Kapitel“, sagte der israelische Ex-General Yaakov Amidror gegenüber NRK [also ist alles seit 1948 per Definition Geschichte, einschließlich der Aktionen derselben Regierung nach dem 7. Oktober 2023].
Amidror war außerdem Sicherheitsberater des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu und Leiter des Nationalen Sicherheitsrats.
„Sie müssen bis zum Ende warten, um zu sehen, was passiert“, sagte er.

Israel an der Spitze
Von den USA und Israel wurden unterschiedliche Botschaften über die wahren Ziele des Krieges verbreitet, der am 28. Februar begann. [Anmerkung: Wie, um Himmels willen, kam es zu diesem Krieg™ (was ein völkerrechtlich eindeutiger, hier aber nicht erklärter Zustand ist)? Dieser Angriff entstand ja nicht aus dem Nichts.]
Amidror macht deutlich, worum es geht: die Bedrohung zu beseitigen, die seiner Ansicht nach vom Iran und seinem Netzwerk von Verbündeten, wie der Hisbollah im Libanon und der Hamas im Gazastreifen, für Israel ausgeht. [Allein die Tatsache, dass General Amidror dies glaubt, sagt alles über die israelischen Siege™ über die Hisbollah bei der Invasion des Libanon 2024 (die offizielle™ Version via Wikipedia) und im Gaza-Krieg seit 2023 (sic; ebenfalls Wikipedia) aus, die entweder israelische Niederlagen sind oder andauern.]
Er nennt zwei konkrete Ziele [Israels]:
- Das oberste Ziel: ein Regimewechsel im Iran.
- Das zweite Ziel, falls das erste Ziel nicht erreicht wird: ein geschwächter Iran. [Was das bedeutet, überlasse ich Ihrer Fantasie]
Am ersten Tag des Krieges wurde der ehemalige iranische Oberste Führer, Ayatollah Ali Khamenei, bei einem Anschlag getötet. Er wurde durch seinen Sohn Mudschtaba Khamenei ersetzt.
„Wir können garantieren, dass das Regime geschwächt sein wird. Wir können nicht garantieren, dass eine Opposition entstehen wird, die bereit ist, Regierungsverantwortung zu übernehmen“, sagt der ehemalige General [was er damit sagen will: Wir werden weiter bombardieren].

So zeichnen sich die Konturen eines neuen Nahen Ostens ab, in dem Israel, eine gewaltige Militärmacht, unbestritten die unangefochtene Supermacht der Region bleibt.
Denn es geht nicht nur um den Iran, sagt Amidror: „Wir werden die Hisbollah und die Hamas zerschlagen. So oder so.“ [das habt ihr schon einmal gesagt, und es waren brillante Siege™]

Amidror betont, dass das israelische Militär eingreifen wird, falls die Prozesse zur Entwaffnung beider Gruppen nicht zu Fortschritten führen [was, bitte schön, hat die IDF in den letzten Jahren in dieser Hinsicht erreicht?].
Er schließt auch nicht aus, dass Israel Agenten im Iran haben könnte, die zu einem Aufstand gegen das Regime beitragen [haha, das ist ja so offensichtlich]:
Es ist immer eine Möglichkeit. Aber niemand wird das bestätigen oder dementieren.
Ein Regimewechsel ist jedoch nicht risikofrei [und das, liebe Leser, ist eine besonders widerliche Form von Manipulation].
Lieber Chaos als Mittel zum Zweck
Die Vereinigten Staaten sind sich dessen schmerzlich bewusst [oder etwa nicht?]. Das Land war jahrzehntelang in Krieg, Chaos und Leid im Irak und in Afghanistan verstrickt. In Afghanistan setzten sich letztendlich die Taliban durch.
Laut Amidror ist Israel bereit, diesen Preis zu zahlen.
[NRK] Würde Israel in einem Land mit 92 Millionen Einwohnern lieber Chaos als das gegenwärtige Regime in Kauf nehmen?[Amidror] Zweifellos. Mit Chaos lässt sich viel leichter umgehen als mit einem Regime, das die Zerstörung Israels anstrebt.

Amidror merkt an, dass letztendlich die Iraner selbst für einen Regimewechsel sorgen müssen [Bomben können das also nicht bewirken – was bedeutet das für das „ultimative“ Kriegsziel, den Regimewechsel?].
US-Präsident Donald Trump hat dies ebenfalls angedeutet, indem er die Iraner aufforderte, die Gelegenheit zum Sturz des Klerikerregimes zu nutzen [gleichsam zur Erinnerung an die Grenzen ausländischer Interventionen].
„Ein Krieg auf Englisch“
Trotz einiger unterschiedlicher Darstellungen der Kriegsziele steht eines außer Frage: Der Iran-Krieg dient den USA und Israel als Testfeld für neue Waffen und Strategien [das steht im Original tatsächlich so da, gemeint sind aber: Taktiken].
„Das ist ein Krieg auf Englisch“, wie ein Vertreter des israelischen Militärs den Times of Israel gesagt hat.
Diese Aussage hat große Aufmerksamkeit erregt.
Israel und die USA pflegen seit Langem enge Beziehungen. Doch in diesem Krieg kooperieren die Streitkräfte, insbesondere die Luftwaffe, auf eine völlig neue und einzigartige Weise.
„Alles ist koordiniert, von Präsident Trump über Premierminister Netanjahu bis hin zu den Piloten. Wir sitzen zusammen und entscheiden, was zu tun ist“, so der ehemalige General Yaakow Amidror.

Ihm zufolge hält Israel an dem von den Amerikanern vorgegebenen Zeitrahmen für den Krieg fest: „Vier bis sechs Wochen. Das wurde so angekündigt.“
Konservative israelische Medien und Thinktanks heben insbesondere die umfassende Zusammenarbeit hervor. Sie sprechen vom Austausch von Geheimdienstinformationen, der Auswahl von Zielen und der Durchführung gemeinsamer Operationen [man hat seit dem Vorfall mit der USS Liberty einen langen Weg zurückgelegt].
„Zum ersten Mal in der Geschichte haben Israel und die USA den Punkt der vollen Zusammenarbeit im Kampf als wahre Verbündete erreicht, auch wenn sie nicht durch einen formellen Vertrag gebunden sind“, schreibt die Jerusalem Post in einer Analyse.
Einsatz iranisch inspirierter Drohnen
„Dieser Iran-Krieg scheint jeden anderen amerikanischen Luftkrieg der modernen Geschichte bei Weitem zu übertreffen“, schreibt Airwars [zunächst einmal ist mir unklar, was mit „moderner Geschichte“ im Hinblick auf den Zeitraum gemeint ist; zweitens findet sich unter diesem Link die Behauptung, dass in den ersten Tagen viermal so viele „Ziele“ angegriffen wurden wie im „12-tägigen Krieg“ des Vorjahres (fragen Sie mich aber nicht, ob das stimmt)].
[Exkurs: Die Nichtregierungsorganisation Airwars ist der Universität London angegliedert und dokumentiert die Kriegsführung; Airwars ist eine Tochtergesellschaft der Airwars Stichting (Stiftung), einer in den Niederlanden registrierten karitativen juristischen Person; Airwars (die besagte NGO) wird unter anderem von den üblichen globalistischen Geldgebern finanziert, darunter (Trommelwirbel) die Open Society Foundations, die Google News Initiative, der Rockefeller Brothers Fund und das von der EU geförderte Programm Investigative Journalism for Europe (IJ4EU)].Sie schätzen, dass Israel und die Vereinigten Staaten in den ersten vier Tagen täglich etwa 1.000 verschiedene Ziele bombardierten; dies kann jedoch niemand überprüfen, aber wenn Sie auf den oben angegebenen Link zu Airwars klicken, erhalten Sie folgende Grafik:


Das israelische Militär gab auf X selbst an, in den ersten fünf Kriegstagen 5.000 Bomben auf den Iran abgeworfen zu haben.
1.255 Menschen seien im Iran getötet worden, teilte der [iranische, Anm.] Gesundheitsminister Al Jazeera mit.
Im Krieg kamen auch mehrere neue Waffen zum Einsatz:
Die neue, hochpräzise US-Rakete Precision Strike Missile (PrSM), so das US Central Command auf X. Die Rakete hat eine Reichweite von über 500 Kilometern.
Amerikanische Selbstmorddrohnen vom Typ Lucas (Low-Cost Uncrewed Combat Attack System). Diese sind von den iranischen Shahed-Drohnen inspiriert [welch Ironie!].
Eine neue Brandbombe mit einem Gewicht von fast 1.000 Kilogramm wurde von Israel eingesetzt. Laut Experten, die von Ermittlern der Website Bellingcat befragt wurden, könnte die Bombe dazu bestimmt sein, Lagerbestände an chemischen oder biologischen Waffen zu zerstören [Bellingcat ist übrigens eine Art Auskunftsstelle westlicher Geheimdienste und ein globalistischer Handlanger, aber das ist NRK auch].

Dies sind nicht die einzigen neuen Technologien, die im Iran zum Einsatz kamen.
Bombardierung mit KI
Um die vielen tausend Ziele zu identifizieren, die die USA und Israel im Iran bombardiert haben, wurde künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt [was kann da schon schiefgehen…].
Konkret handelt es sich um das KI-System Claude, entwickelt von der Firma Anthropic AI. Es wurde mit dem eigenen System des Pentagons, dem Maven Smart System (MSS) von Palantir, kombiniert, das ebenfalls auf KI basiert.

Vor Kriegsbeginn wurden Claude und MSS gemeinsam zur Auswahl und Priorisierung von Zielen sowie zur Koordinatenbestimmung eingesetzt, schreibt die Washington Post [die auch folgendes über den Beginn der KI™-Integration erwähnt:
Im vergangenen Jahr haben Militärplaner beobachtet, wie sich Claude in Kombination mit Maven zu einem Werkzeug entwickelt hat, das in den meisten Bereichen des Militärs täglich im Einsatz ist [raten Sie mal, was passiert – genau wie bei den Studenten: Sobald man täglich auf KI™ zurückgreift, nimmt die Fähigkeit ab, die eigenen kognitiven Fertigkeiten zu nutzen].
Der Artikel der Washington Post ist vom 4. März 2026].
Es war effektiv.
„Kriegsstrategien, deren Planung Tage dauern kann, lassen sich in Sekundenschnelle umsetzen“, sagt Joseph Salomonsen, stellvertretender Direktor des Friedens- und Menschenrechtszentrums „Arkivet“, gegenüber NRK [der ein Faible für Krieg zu haben scheint].
Doch es verlief nicht ohne Probleme. Anthropic und das Pentagon waren sich uneinig über die Regulierung der Technologien. Kurz vor Beginn des Iran-Krieges kündigte Trump ein Verbot der weiteren Nutzung von Anthropologie an. Claude wird nun schrittweise eingestellt [was darauf hindeutet, dass Palantir dieses Rennen gewonnen hat™].
Andere stellen die Ethik des Einsatzes von KI in dieser Form im Krieg in Frage.
„KI schafft noch mehr Distanz und degradiert Menschen zu einer Art Objekt. Sie kann zur Entmenschlichung führen“, sagt Salomonsen [das ist natürlich das Ziel von Agitation und Propaganda, die letztendlich zu Massenverbrechen oder Völkermord führt; mehr dazu weiter unten].
Fragen zu Schulangriffen
Er sagt jedoch, dass die Methode und nicht zuletzt die Geschwindigkeit die Dinge nur noch verwirrender machen können.
Viele fragten sich unter anderem, ob die Mädchenschule, die am ersten Kriegstag bombardiert wurde, zu den mithilfe von KI ausgewählten Zielen gehörte.
Laut iranischen Angaben starben bei dem Angriff 175 Menschen.
Fast zwei Wochen lang war unklar, wer dahintersteckte.
Am Mittwoch [11. März 2026] kam eine vorläufige Untersuchung jedoch zu dem Schluss, dass es sich wahrscheinlich um einen amerikanischen Angriff handelte. Wahrscheinlich sei menschliches Versagen, nicht KI, die Ursache gewesen, schreibt die New York Times [die, naturgemäß, niemals die Unwahrheit schreiben würden, und führt wie folgt aus:
Der Angriff auf eine Schule voller Kinder wird mit Sicherheit als einer der verheerendsten militärischen Fehler der letzten Jahrzehnte in die Geschichte eingehen.
Wie immer sind solche Tragödien „Fehler“. Wenn die USA ein ernstzunehmender Staat wären, würde dies zumindest zu einem Kriegsgerichtsverfahren führen].
Die Schlussfolgerung wurde wenige Tage nach der Veröffentlichung eines Videos präsentiert, das einen Angriff mit einer amerikanischen Tomahawk-Rakete auf die Militäreinrichtung zeigt, zu der die Schule gehörte.

Fazit und einige ausdeutende Überlegungen
Die Doppelmoral und die heuchlerischen Methoden sind widerlich, kaum zu fassen.
Erinnern Sie sich „noch“ an den Angriff auf ein Krankenhaus in Gaza Mitte Oktober 2023? Damals geschah Folgendes:

Wie viele westliche Staats- und Regierungschefs, die stolz unsere Werte™ (zum Kotzen!) zur Schau stellten, verurteilten den Luftangriff?
Damals, als der Beitrag veröffentlicht wurde, gab es außer den Stellungnahmen der Hamas keine Bestätigung; jetzt verfügen wir über so viel mehr Informationen™, doch alles, was wir über den oben verlinkten NYT-Artikel erfahren, ist Folgendes:
Der Angriff auf eine Schule voller Kinder wird mit Sicherheit als einer der verheerendsten militärischen Fehler der letzten Jahrzehnte in die Geschichte eingehen.
Und wir haben auch Kommentare und Berichte sowie die Bestätigung von Reuters, dass der Angriff auf die Schule tatsächlich stattgefunden hat.
Zu den von General Amidror genannten Kriegszielen sei Folgendes noch einmal in Erinnerung gerufen:
- Das oberste Ziel: ein Regimewechsel im Iran.
- Das zweite Ziel, falls das erste Ziel nicht erreicht wird: ein geschwächter Iran.
Es ist absurd und zeugt von einer besonderen Form der Hybris, dass Kriegsziel Nr. 1 eine jahrelange Bodenoffensive erfordert (für die Israel definitiv nicht die nötigen personellen Ressourcen besitzt), die selbst von den USA nicht durchgeführt werden kann (dafür gibt es weder genügend Unterstützung im Inland noch verfügt das Militär über die entsprechenden Kapazitäten).
Was Kriegsziel Nr. 2 betrifft, so kommt hier die Entmenschlichung ins Spiel: Sollte es brenzlig werden, könnten einige Verrückte zu atomar bestückten Raketen greifen, die auf den Iran abgefeuert werden. Israel kann dieses Ziel – mit oder ohne den USA – niemals ohne massive, jahrelange Gräueltaten erreichen; man denke nur an Libyen, Syrien und ähnliche Länder.
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass eines der Kriegsziele erreicht werden kann, da der Iran Libyen und Syrien um ein Vielfaches überlegen und größer ist. Zwar mögen die US-israelischen Angriffe, so lang und intensiv sie auch sein mögen, unermessliches Chaos anrichten, doch es ist schwer vorstellbar, wie Luftangriffe eines der beiden Ziele erreichen sollen.
Was die Entstehungsgeschichte dieser absurden Doktrin betrifft: Ihr intellektueller Vorfahre war der italienische Luftmarschall Giulio Douhet (1869-1930). Und obwohl insbesondere die britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte über immense Erfahrung im Abwurf von Bomben im Zweiten Weltkrieg, in Korea, Vietnam, im Irak, im (ehemaligen) Jugoslawien, in Libyen, Syrien und anderswo verfügen, hat die Doktrin der strategischen Bombardierung nie die erhofften Ergebnisse gebracht. Die Annahme, ein hochrangiger (ehemaliger) General der israelischen Verteidigungsstreitkräfte schlägt nun dasselbe vor und andere Ergebnisse als diejenigen erwartet, die seit einem Jahrhundert niemals erfolgreich waren, ist – gelinde ausgedrückt – das beste Beispiel für Realitätsverweigerung und Wahnsinn.
Alternativ können Sie, falls Ihnen diese Analyse nicht zusagt, sie als weiteres Beispiel für Dogmatismus betrachten, der so oder so ins Verderben führt.
Hinzu kommt die Tatsache, dass solange das israelisch-amerikanische Bündnis nicht bereit ist, unzählige Millionen Iraner mit beliebigen „Waffen“ zu töten, keines der beiden Kriegsziele erreicht werden kann.
Dies führt uns zu Irans Ziel: das Überleben in seiner jetzigen Form. Das ist deutlich einfacher, und da das iranische Regierungssystem offenbar recht widerstandsfähig ist (und Iran viel größer ist als beispielsweise Libyen und Syrien zusammen), müssen sie „nur“ noch stehen, sobald Herr Netanjahu und/oder Herr Trump irgendetwas verkünden und die Bombardierungen einstellen.
Wenn Iran nicht in ein Chaos wie in Libyen oder Syrien abgleitet – was laut General Amidrors eigenen Worten ganz klar der Plan ist –, wird Teheran „gewinnen“ (was auch immer das bedeuten mag).
Ein iranischer „Sieg“ jeglicher Art bedeutet jedoch eine Niederlage für die israelisch-amerikanischen Aggressoren.
Bild: By Avash Media, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=185485746
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wir, beide seiten, arbeiten unermüdlich an der besten lösung.
Ganz offensichtlich ist diese Strategie, Regimewechsel oder Chaos, nicht aufgegangen.
Chaos führt nicht dazu, dass der Iran geschwächt wird, sondern dass die Weltwirtschaft und die nicht-radikalen Partner am Golf geschwächt werden, weil Chaos zu Risiko führt und nicht versichert werden kann.
Natürlich ist Chaos eine günstige Ausgangssituation, um das Land aufzubrechen und die iranischen Ölquellen der EU zuzuschlagen. Ich bin überzeugt, dass dies das langfristige Ziel ist – statt Straße von Hormus Schwarzes Meer.
Außerdem wird China künftig die Golfstaaten sichern müssen und die USA können dies von ihrer Lohnliste streichen.
Das Einsetzen inkompetenter Leute kann natürlich auch immer eine Strategie sein.
Wenn sich die Situation verstetigt, werden die Regionalkommandos Finanzierung benötigen. Hier kann eine Intervention ansetzen.
China muss sich jetzt überlegen, ob es wirklich die Regionalkommandos zahlen will, damit diese den chinesischen Transport saudischen Öls bedrohen. Langfristig also hat der Iran verloren.
Fragt sich nur, welcher Kollateralschaden eintritt. Der Vorteil ist, wenn eine große Ölkrise eintritt, wird niemand mehr leugnen können, dass wir abhängig sind vom Öl.
Ich weiß, was jetzt kommt: In 40 Jahren haben wir Fusionsenergie! Bei 150 Mio Grad Celsius. Da glaubt wer an den Weihnachtsmann!
Das Problem ist, dass ohne Öl nichts ist.