Dreht Putin jetzt der EU das Gas ab?

5. März 2026von 2,1 Minuten Lesezeit

Inmitten einer kommenden Energiekrise in Europa überlegt der Kreml, die Gaslieferungen an die EU sofort einzustellen. Die EU hat festgelegt, bis Ende 2027 aus dem Energiehandel mit Moskau auszusteigen, Putin könnte der EU nun zuvorkommen.

Der russische Präsident Wladimir Putin dürfte die EU-Kommission am Mittwoch geschockt haben. Er deutete an, dass der Kreml die Gaslieferungen an die EU sofort einstellen könnte. Dies kommt, während Brüssel offenbar gerade Druck auf Kiew macht, die Druschba-Pipeline zu aktivieren, und durch den Iran-Krieg eine Energiekrise ausbrechen könnte. Setzt Putin seine Idee um, dürfte ein Preisschock in Europa folgen.

Am 26. Januar 2026 verabschiedete der EU-Rat ein Gesetz, das einen schrittweisen Ausstieg vorsieht: Ab März 2026 müssen Mitgliedstaaten nationale Diversifizierungspläne vorlegen. Flüssiges Erdgas (LNG) unter Kurzfristverträgen wird ab April 2026 verboten, langfristige Verträge ab 2027. Pipeline-Gasimporte enden im Herbst 2027. Für viele Experten ist das ein suizidaler Irrsinn, politischen Widerstand gibt es nur aus Bratislava und Budapest.

Doch Brüssel hält eisern an diesem Kurs fest. Ein ähnlicher Plan für russisches Öl soll im Frühjahr vorgelegt werden.

Bisher hat sich Putin nicht wirklich dazu geäußert, bis zum Mittwoch. In einem Interview mit dem Kreml-Reporter Pavel Zarubin sagte er, es könnte rentabler sein, die Lieferungen „jetzt“ zu stoppen und auf „vielversprechendere Märkte“ wie China umzuschalten. Er wies die Regierung an, dies mit Energieunternehmen zu prüfen. Putin betonte, die Entscheidung sei noch nicht gefallen, aber die EU-Pläne machten einen solchen Schritt attraktiv.

Russische Medien berichten, dass dies eine Antwort auf die EU-Richtlinien sei, die ab 2026 schrittweise Beschränkungen einführen.

Selbst Reuters berichtet von möglichen gravierenden Auswirkungen: Obwohl die EU statt günstigem russischem Gas mittlerweile teureres Gas aus Norwegen und USA bezieht, könnte ein abrupter Stopp durch Russland zu Preisanstiegen führen, insbesondere vor dem Hintergrund der Iran-Krise. Besonders absurd wird es, wenn Kiew oder Brüssel von russischer „Energie-Erpressung 2.0“ sprechen, ist man  es doch selbst, der kein russisches Gas mehr haben will.

Eigentlich wäre es ein strategisch logischer Schritt für den Kreml: Indem Putin den Ausstieg vorwegnimmt, könnte er den Druck auf Europa erhöhen und Russlands Position in Asien stärken. Der Schritt sollte also nicht überraschen.

Bild Kremlin.ruVladimir Putin visited the Ryazan Higher Airborne Command School (10)CC BY 4.0

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Ein Kommentar

  1. VerarmterAdel 5. März 2026 um 16:10 Uhr - Antworten

    „Die EU hat festgelegt, bis Ende 2027 aus dem Energiehandel mit Moskau auszusteigen, Putin könnte der EU nun zuvorkommen.“
    Das wird er nicht tun, da wir ohnehin bezahlen ohne dass wir die Ware abnehmen, was wiederum nur zeigt, mit was für einem Politabschaum wir es im gesamten EU-Dreckhaufen zu tun haben.

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