
Die Clintons vor dem Epstein-Auschuss
Über mehrere Stunden wurden Bill und Hillary Clinton vergangene Woche im Epstein-Untersuchungsausschuss angehört. Am Montag wurden die Videoaufnahmen vollständig veröffentlicht. Bill, belegter Besucher der Epstein-Insel, und Hillary machen aus der Causa eine Trump-Story.
Am 26. und 27. Februar 2026 stellten sich Hillary und Bill Clinton getrennt einer mehrstündigen geschlossenen Anhörung vor dem House Oversight Committee in Washington. Der republikanisch geführte Ausschuss untersucht Verbindungen prominenter Personen zu Jeffrey Epstein. Die USA sind nicht Österreich, aber wie in Österreich ist auch in Washington der Ausschuss ein parteipolitisches Geplänkel.
Zuletzt hatten die Demokraten einen Milliardär geladen – die Republikaner blieben fern. Die Anhörung der Clintons, der sie nach wochenlangem Rechtsstreit folgen mussten, ist das Spektakel der Republikaner. Eine öffentliche Anhörung wurde jedoch abgelehnt.
Am 2. März 2026 veröffentlichte der Ausschuss die vollständigen Videoaufnahmen der insgesamt etwa neunstündigen Befragungen. Wenig überraschend bestritten beide Clintons jegliche Kenntnis von Epsteins Verbrechen vor dessen Verurteilung 2008 in Florida. Bill und Hillary waschen ihre Hände in Unschuld und beschuldigen die „Verschwörungstheoretiker“.
Was Bill so sagte:
- „Ich habe nichts gesehen und nichts Falsches getan.“
- „Ich hatte keinerlei Kenntnis von den Verbrechen, die Epstein begangen hat.“
- „Ich hätte ihn angezeigt.“
Clinton schilderte, Epstein um 2001/2002 über Ex-Finanzminister Larry Summers kennengelernt zu haben. Die Kontakte seien sporadisch gewesen, hauptsächlich im Rahmen philanthropischer Projekte (Clinton Global Initiative). Er habe die Verbindung Jahre vor Epsteins 2008er Schuldeingeständnis abgebrochen. Fotos mit Frauen aus Epstein-Unterlagen wies er zurück: kein Sex, keine Kenntnis von Missbrauch. „Einmal“ habe er eine Rücken- und Nackenmassage bekommen, wie in den Bildern zu sehen.
Bill kritisierte, dass Hillary überhaupt vorgeladen wurde: „Sie hatte nichts mit Jeffrey Epstein zu tun. Gar nichts.“
Hillary sagte:
- „Meines Wissens habe ich Jeffrey Epstein nie getroffen.“
- „Ihr könnt mich wegen Missachtung bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vorladen.“
Sie warf den Republikanern vor, die Anhörung politisch zu missbrauchen. Als ein Foto von ihr während der Befragung durchsickerte, reagierte sie wütend und drohte fast mit Abbruch. Fragen zu Verschwörungstheorien wie „Pizzagate“ wies sie scharf zurück. All das sei „völlig konstruiert“: „Ich folge den verrückten Verschwörungstheorien nicht, die es online gibt.“
Nach der Anhörung sagte Clinton vor Reportern: „Ich wurde plötzlich mit Fragen zu UFOs und einer Reihe von Fragen zu Pizzagate konfrontiert, einer der abscheulichsten und falschesten Verschwörungstheorien überhaupt.“
Clinton selbst nutzte ihre Anhörung aber ebenfalls für Parteipolitik. Sie erklärte, dass Trump und das Justizministerium an einer massiven Vertuschung der Epstein-Akten beteiligt seien und dass Trump gezwungen werden sollte, vor dem Kongress auszusagen. Insofern ein Witz, als Joe Biden die Macht gehabt hätte, die Akten zu veröffentlichen. Unter seiner Amtszeit konstruierten die Demokraten die Causa Epstein aber vehement als „Verschwörungstheorie“ und wollten nichts davon hören.
Der Ausschuss und die Causa Epstein entwickeln sich immer mehr zu einem innenpolitischen Schlagabtausch. Echte Ermittlungen gibt es keine mehr und sind auch nicht vorgesehen. Die riesigen Mengen an Epstein-Files geben für jeden her (ob er konstruieren will, dass Epstein für Russland oder für Israel als Agent gearbeitet hat). Echte Beweise für die Spekulation, dass Epstein Politiker mit Missbrauchsvideos erpresst hat, gibt es (logischerweise) in den Akten nicht zu finden. Warum sollte das FBI solche Dokumente auch veröffentlichen?
Die Causa Epstein, ohne Zweifel einer der brisantesten Kriminalfälle unserer Zeit, wird immer mehr zur popkulturellen und hypermedialen Farce.
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