Entspannung um Iran? Rückzug Flugzeugträger wegen Anwesenheit China Kampfschiff

1. Februar 2026von 5,3 Minuten Lesezeit

Trump stellt Forderungen an den Iran und droht bei Nichtnachgeben seit Wochen mit Angriff. Iran warnt jeweils vor einem ausgewachsenen regionalen Krieg Macht Trump nun das erwartete TACO (Trump Always Chickens Out)?

Schon vor einiger Zeit war auf X von @ALERT360 diese Analyse zu lesen:„Ein Hauptgrund für das Zögern der USA hinsichtlich potenzieller Präventivschläge im Nahen Osten ist China. Chinesische Militär- und Aufklärungssatelliten überwachen die Region intensiv und erfassen Truppenbewegungen in Echtzeit. Washington versucht daher, seine militärische Präsenz zu verstärken – weniger aus Überzeugung als vielmehr aus der Notwendigkeit heraus, unter ständiger Beobachtung die Erfolgsaussichten zu erhöhen. In US-Kreisen herrscht die weitverbreitete Ansicht, dass Peking über weiteres Potenzial für Überraschungsangriffe verfügt. Die Übermittlung von Satellitendaten an den Iran ist erst der Anfang; eine Vertiefung der militärisch-technischen Zusammenarbeit wird erwartet.

„Zwar können US-Streitkräfte ihre lokale Präsenz vorübergehend reduzieren, doch entgehen sie nicht der Beobachtung durch chinesische und russische Militärsatelliten. Genau dies verändert das Machtgleichgewicht und sorgt für wachsende Besorgnis in Washington.“

Beginnend mit 1. Februar sind wieder wie in den vergangenen Jahren gemeinsame iranisch-chinesisch-russische Flottenmanöver angesetzt. Mit dabei das nach westlichen Analysten das weltweit stärkste Kampfschiff, der chinesische Tarnkappen-Zerstörer vom Typ 055:

Das im Video gezeigte Schiff ist der chinesischer Zerstörer des Typs 055 – genauer gesagt die CNS Nanchang (Rumpf 101) der Marine der Volksbefreiungsarmee (PLAN). Dieser als großer Lenkwaffenzerstörer klassifizierte Schiffstyp wurde 2020 in Dienst gestellt und zählt zu Chinas größten und modernsten Kriegsschiffen.

Die trilateralen Übungen zwischen China, Russland und Iran sollen in der Straße von Hormuz, im Golf von Oman und im Indischen Ozean stattfinden – Regionen, die den Kern der US-Militärpräsenz bilden.

Die Präsenz chinesischer Marineeinheiten in einer Meerenge, durch die etwa 20 % des weltweiten Öltransports erfolgen, bedeutet, dass jeder Angriff auf den Iran zu einer großen internationalen Krise eskalieren könnte. Dieses Manöver stellt eine offene Herausforderung für die US-Allianzen in der Region dar und dient als klares Signal dafür, dass die Ära der einseitigen militärischen Hegemonie am Golf ihrem Ende entgegengeht.

Auch Fachmagazine sehen in dem chinesischen Schiff das derzeit weltweit kampfkräftigste. Der Zerstörers der Typ-055-Klasse wird sowohl von ostasiatischen als auch westlichen Analysten weithin als der leistungsfähigste Typ von Überwasserkampfschiff der Welt angesehen. Das in London ansässige International Institute for Strategic Studies stellte beispielsweise in einem viel beachteten Papier fest, dass der Typ 055 „möglicherweise das leistungsfähigste Mehrzweck-Überwasserkampfschiff ist, das derzeit auf See im Einsatz ist“ und „eine entscheidende Veränderung in der Fähigkeit der PLAN [People’s Liberation Army Navy] darstellt, unabhängige Langstreckeneinsätze oder Task-Group-Operationen durchzuführen“.

Der Typ 055 ist ein vielseitiges Mehrzweckschiff, das für Landangriffe, Raketenabwehr, Flugabwehr, U-Boot-Bekämpfung und Seezielbekämpfung ausgerüstet ist und über 112 vertikale Abschusszellen als Hauptbewaffnung verfügt, die mit einer Vielzahl von Raketentypen für Luftabwehr, Landangriffe und Seezielbekämpfung ausgestattet sind. Die Hyperschall-Anti-Schiffs-Rakete YJ-20 wurde in begrenztem Umfang integriert und soll Berichten zufolge 2026 vollständig einsatzbereit sein. Die Situationserkennung der Schiffe ist besonders herausragend, da sie mit einem Dualband-Radar ausgestattet sind, das Überhorizont-Erkennungsfähigkeiten bietet. Ein einzelner Zerstörer der Typ-055-Klasse bietet ein deutlich größeres Kampfpotenzial als etwa die gesamte philippinische Marine und Luftwaffe zusammen.

Rückzug des US Flugzeugträgers?

Angeblich sei der Flugzeugträger Abraham Lincoln am Rückzug wird auf X behauptet, Er hab „Kurs auf den Indischen Ozean genommen“. Das sei Satellitenbildern zu entnehmen.

Die Frage ist einerseits, ob das auch wirklich stimmt, oder nur eine Distanzierung von der chinesischen Kampfgruppe und den iranischen Feuerübungen darstellt.

Auffallend ist, dass bei früheren kurzen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Iran samt der „Achse des Widerstandes“ zwei US-Fluzeugträger Kampfgruppen rund um den Nahen Osten aufgestellt waren. Und diesmal nur ein einziger noch dazu mit einer eher kleinen Abschirmung durch drei Zerstörer.

Dazu kamen Warnungen verschiedener arabischer Staaten, dass ihr Luftraum nicht für Angriffsoperationen benutzt werden dürfte –  allen voran von Saudi Arabien.

Auch der kürzlich bekannt gewordene im Entstehen begriffene Militärpakt der Türkei, Pakistans und Saudi Arabien dürft weder Israel noch den USA Anlass zur Freude gegeben haben.

Bestätigungen für Kurswechsel?

Der frühere stellvertretende Unterstaatssekretär Stephen Brryen schreibt über einen Kurswechsel . Die Trump-Regierung habe ihre Haltung gegenüber dem Iran grundlegend geändert. Der US-Botschafter bei der NATO, Matt Whitaker, habe gesagt, die USA würden nicht versuchen, einen Regimewechsel im Iran zu erzwingen, und deutet an, dass „wir kein weiteres Libyen-Szenario wollen“.

Whitaker sagt: „Wir verlangen nicht viel, nur dass Sie aufhören, Ihr Volk zu töten, und Ihre nuklearen Ambitionen aufgeben.“

Bryen fasst seine Betrachtungen so zusammen:

Es scheint also, dass die Trump-Regierung von einem Angriff auf den Iran Abstand nimmt und bereit ist, ein Abkommen auszuarbeiten, das weder das iranische Volk retten noch die regionalen Ambitionen des Iran einschränken wird und letztendlich auch das Streben des Iran nach Atomwaffen nicht stoppen wird.

Bleibt zu hoffen, dass damit ein weitreichender Krieg in der Region vermieden werden konnte.

Es könnte natürlich aber auch nur ein Scheinrückzug und Ablenkungsmanöver sein.


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