
Die explodierenden „Opferzahlen“ im Iran
Obwohl längst klar ist, dass im Iran ein versuchter Regime-Change durch Geheimdienste mit bewaffneten und bezahlten Schlägerbanden stattfand, überbieten sich täglich einige Medien darin, „Opferzahlen“ zu steigern, die natürlich angeblich „das Regime“ verursachte. Da auch im Internet einige daran glauben, hier noch einmal die Richtigstellung im Cradle.
The Cradle veröffentlichte am 28. Januar einen Artikel von Robert Inlakesh mit dem Titel (übersetzt): Die Inszenierung von Märtyrertum: Der zynische Missbrauch iranischer Protestopfer durch den Westen. Das von den USA finanzierte Netzwerk iranischer ‚Menschenrechtsgruppen‘, israelischer Agenten und monarchistischer Aktivisten hat sich zu einem undurchsichtigen Nährboden für unbestätigte Statistiken und Gräuelpropaganda entwickelt.“ Auch wenn an dieser Stelle bereits mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass im Iran versucht wurde, das Maidan-, Libyen- und Syrien-Szenario zu wiederholen, lohnt sich die Zusammenfassung auf Basis neuerster Erkenntnisse zu lesen.
Der Rückblick
Der Autor berichtet, dass seitdem der Iran landesweit das Internet abgeschaltet hat, um gegen die ihrer Ansicht nach von ausländischen Geheimdiensten unterstützten Unruhen und den terroristischen Aufstand vorzugehen, unzählige unbestätigte Opferzahlen kursieren. Diese Behauptungen – für die es keinerlei glaubwürdige Beweise gibt – werden weiterhin koordiniert verbreitet und sowohl von iranischen Oppositionsmedien als tatsächlich auch von westlichen Mainstream-Medien verstärkt. Wobei man sagen muss, dass sich deutsche Medien teilweise zurückhalten, was zu heftigen Reaktionen der üblichen deutschen „Menschenrechtler“ führt, die Bomben für Menschenrechte fordern.
Inlakesh berichtet, dass inmitten der westlichen Berichterstattung über die iranischen Proteste, eine in Toronto(!) ansässige Nichtregierungsorganisation die ungeheuerliche Behauptung aufstellte, der Iran habe 43.000 Demonstranten getötet und weitere 350.000 verletzt. Die Organisation hinter dieser Zahl, das Internationale Zentrum für Menschenrechte (ICHR), legte weder Videomaterial noch forensische Daten oder unabhängige, überprüfbare Beweise vor. Dennoch wurde diese Zahl – in einem dürftigen Blogbeitrag von nur 900 Wörtern veröffentlicht – von dem britisch-iranischen Komiker und Oppositionsanhänger Omid Djalili in die öffentliche Debatte katapultiert, und zwar über die Plattform x.com.
Wie beabsichtigt, so der Artikel weiter, habe sich die Behauptung rasant verbreitet. Ebenso ähnliche oder sogar noch höhere Opferzahlen. Sie wurden von monarchistischen Influencern in den sozialen Medien wiederholt, von Oppositionsmedien wie Iran International aufgegriffen und schließlich in die Berichterstattung westlicher Konzernmedien übernommen. Die Zahlen schwankten stark – von 5.848 bis 80.000 Toten – und entbehrten jeglicher Grundlage. Doch sie alle dienten einem klaren politischen Zweck, sie sollten eine Forderung nach einem Regimewechsel in der Islamischen Republik zu untermauern. Es war das gleiche Szenario wie das im Fall der Brutkästen für den ersten US-Angriffskrieg gegen den Iran, oder die falsche Behauptung von „Viagra für die schwarzen Söldner Gaddafis“ bei der Bombardierung Libyens.
Die CIA-Tarnorganisationen geben sich als Menschenrechtsgruppen aus.
Aber zurück zum Artikel. Die niedrigste Schätzung der Todesopfer bei den Protesten im Iran – 5.848 Menschen – sollten von der in den USA ansässigen Gruppe „Human Rights Activists in Iran“ (HRAI) stammen, die zugibt, noch 17.000 weitere Fälle zu „untersuchen“. HRAI ist keine unabhängige Instanz. Im Jahr 2021 ging die Organisation eine Partnerschaft mit dem National Endowment for Democracy (NED) ein, einer US-amerikanischen Einrichtung zur Förderung der „Soft Power„, mit der die Arbeit der CIA unter dem Deckmantel von Nichtregierungsorganisationen fortgesetzt und intensiviert wurde.
Eine weitere häufige Quelle für die iranischen Opferzahlen, so liest man, sei das Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran, (mit Sitz in Washington), das ebenfalls vom NED finanziert wird. Eines seiner Vorstandsmitglieder ist Francis Fukuyama, einer der Unterzeichner des berüchtigten neokonservativen Plans für den „Krieg gegen den Terror“, des Project for a New American Century (PNAC).
Dann gebe es noch United Against Nuclear Iran (UANI), die behauptete, bei den jüngsten Protesten seien 12.000 Iraner getötet worden. Zu dieser Lobbyorganisation, die erfolgreich Druck auf das Weltwirtschaftsforum (WEF) ausübte, den iranischen Außenminister Abbas Araghchi auszuladen, gehören unter anderem der ehemalige Mossad-Chef Meir Dagan, der amtierende US-Kriegsminister Pete Hegseth und Dennis Ross vom Thinktank WINEP der Israel-Lobby.
Diese Akteure befeuern einen ständigen Kreislauf von Narrativen, die allesamt darauf abzielen, die Islamische Republik zu delegitimieren, interne Unruhen aus ihrem Kontext zu reißen und ausländische Einmischung zu rechtfertigen.
Der Artikel erklärt, dass die Gruppe hinter der Behauptung von 43.000 Toten – die ihren Sitz in Kanada hat, und sich fast ausschließlich auf den Iran konzentriert, offen tödliche israelische Attentate von Widerstandsführern wie den verstorbenen Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah feiert. Die Gruppe lobe die „wachsende Freundschaft“ zwischen Israel und der iranischen Opposition. Ihr Geschäftsführer, Ardeshir Zarezadeh, veröffentlichte Fotos, auf denen er mit israelischen und monarchistischen Flaggen posiert und mit Wein anstößt. Die Organisation verwendet zudem eine extrem politisch voreingenommene Sprache und bezeichnet die iranische Regierung in offiziellen Pressemitteilungen als „das verbrecherische Regime, das den Iran besetzt“.
Trotz dieser Prahlerei, so der Autor weiter, liefere der Bericht der ICHR keinerlei Beweise. Er stützt sich auf nicht überprüfbare „vergleichende Untersuchungsanalysen“ und anonyme Quellen und behauptet fälschlicherweise, 95 Prozent der Tötungen seien innerhalb von nur zwei Tagen geschehen. Es gibt keinerlei Aufnahmen, die auch nur annähernd die behaupteten Zahlen belegen. Unterdessen verbreite das Iran Human Rights Documentation Center (IHRDC), eine weitere vom US-Außenministerium finanzierte Organisation, die absurde Behauptung, ein Demonstrant habe seinen Tod vorgetäuscht und sich drei Tage lang in einem Leichensack versteckt. Selbst das IHRDC gab zu, die Geschichte nicht verifizieren zu können – doch der oppositionelle Sender Iran International strahlte sie trotzdem aus und verschwieg, dass es sich um eine Falschmeldung handelte.
Rechtsextreme Aktivisten im Westen, wie Tommy Robinson, und monarchistische Influencer verbreiteten noch weitaus haarsträubendere Geschichten, darunter die Behauptung, iranische Sicherheitskräfte würden Demonstranten ersticken, indem sie sie lebendig in Leichensäcke zwängen. Beweise waren nicht nötig. Eine anonyme Sprachnachricht genügte.
Das IHRDC, so berichtet der Artikel weiter, wurde zudem von der US-Regierung bei der Ausgestaltung ihrer Sanktionspolitik konsultiert, unter anderem bei der Erstellung einer Liste mit iranischen Staatsangehörigen, die ins Visier genommen werden. Die Geschäftsführerin Shahin Milani schrieb kürzlich auf X, dass die Annäherungsversuche von US-Präsident Donald Trump an iranische Demonstranten, sollten sie nicht „durch überwältigende amerikanische Unterstützung zur Schwächung der Streitkräfte des Regimes untermauert werden“, „den größten Verrat des Westens an den Iranern“ darstellen würden.
Der Autor erklärt dann, dass dies Teil einer umfassenderen US-Strategie sei, im Rahmen derer Washington Dutzende von NGOs, die sich ausschließlich mit dem Iran befassen – von Frauenrechtsorganisationen bis hin zu Interessenvertretungen ethnischer Minderheiten –, finanziell unterstützt. Alle diese Organisationen haben die Aufgabe, die Narrative für einen Regimewechsel zu nähren.
Inszenierung von Gräueltaten, Verbreitung von Lügen
Es ist schon erstaunlich, dass nach so vielen Lügen der Vergangenheit, immer noch die gleichen Mechanismen funktionieren. Der Autor berichtet, dass die Propagandakette von Online-Influencern bis hin zu westlichen Medien reicht. Ein Beispiel dafür sei die Online-Aktivistin Sana Ebrahimi, die behauptete, 80.000 Demonstranten seien getötet worden, und sich dabei lediglich auf eine Freundin berief, die „Kontakt zu Quellen innerhalb der Regierung“ habe. Ihr Beitrag erreichte über 370.000 Aufrufe.
Kurz darauf habe der britische Radiosender LBC News einen „iranischen Menschenrechtsaktivisten“ namens Paul Smith zitiert, der die Zahl der Todesopfer auf 45.000 bis 80.000 erhöhte. Wie sich herausstellte, ist Smith ein Agitator für einen Regimewechsel in den sozialen Medien, der eine US-Militärintervention im Iran befürwortet.
Im Oktober 2025, so die Übersicht der Propagandamaßnahmen weiter, enthüllte die israelische Tageszeitung Haaretz, wie Tel Aviv persischsprachige Bot-Farmen finanziert, um Reza Pahlavi – den im Exil lebenden Sohn des ehemaligen iranischen Diktators – zu propagieren und regierungsfeindliche Propaganda zu verbreiten. Dieselben Bots hatten bereits 2022 dazu beigetragen, die Narrative über die Proteste im Iran aufzubauschen.
„Es handelt sich um eine digitale Kriegsführung, die als Proteste der Bevölkerung getarnt ist.“
Und die „Qualitätsmedien“ sind auch dabei. Das Time Magazine habe von 30.000 getöteten Iranern berichtet und sich dabei auf zwei anonyme Beamte des Gesundheitsministeriums berufen. Iran International übertraf diese Zahl und gab unter Berufung auf eigene, nicht verifizierbare Quellen über 36.000 Tote an.
Nur Amnesty International, trotz seiner extrem feindseligen Haltung gegenüber Teheran und der bekannten Verbindungen zur Regierungspolitik, allerdings vorwiegend der „Demokraten“, vermied eine konkrete Zahl und sprach lediglich von „Tausenden“ Toten. Diese Schätzung deckt sich in etwa mit den iranischen Angaben: Die iranische Stiftung für Märtyrer- und Veteranenangelegenheiten meldet 3.117 Tote, darunter 2.427 Zivilisten und Sicherheitskräfte.
Wenn Lügen zum Kriegsgrund werden
„Es gibt viele berechtigte Kritikpunkte am iranischen Staat. Doch was wir derzeit erleben, ist eine koordinierte Desinformationsoffensive, die von Washington unterstützten Netzwerken, Tel Avivs Propagandaapparaten, Monarchisten und anderen Oppositionellen im Exil sowie gleichgeschalteten Konzernmedien vorangetrieben wird. Die grotesken Opferzahlen und die erfundenen Geschichten über Gräueltaten, die kursieren, folgen einem altbekannten imperialen Muster: die vorgetäuschten Inkubatorbabys in Kuwait 1990, die gefälschten Behauptungen über Massenvernichtungswaffen im Irak 2003, der erfundene libysche „Völkermord“ 2011 und die endlosen Lügen über Chemiewaffen in Syrien. Jedes Mal war das Ziel dasselbe: einen Kriegsgrund zu schaffen. Die Menschen, die bei den Protesten im Iran ums Leben kamen, sind zu Spielfiguren in einem weiteren, von ausländischen Mächten unterstützten Narrativkrieg geworden und bereiten den Boden für selektive Interventionen, die als humanitäre Hilfe getarnt sind.“
Schlussfolgerung
Es ist erstaunlich, wie wirksam Propaganda-Werkzeuge sind, die eigentlich schon längst entlarvt wurden. Es nährt gleichzeitig die Zweifel am Funkti0nieren einer „Demokratie“, wenn Menschen auf diese Weise wiederholt geprägt werden können.
Iran: Provocateurs Paid $3K+ Per Kill – https://thefreedomarticles.com/iran-provocateurs-paid-3k-per-kill/