
Dänische Dokumente zeigen US-Grönland-Spionage
Die USA sollen versucht haben, über grönländische Beamte zur Herausgabe von militärischen Informationen über Grönland zu drängen – ohne Kopenhagen darüber zu informieren. Es geht um Informationen über militärische Einrichtungen, Häfen und Luftwaffenstützpunkte.
Man sollte meinen, die USA wüssten über die NATO-Insel Grönland und seine militärische Infrastruktur umfassend Bescheid. Aber wenn man der dänischen Presse glauben mag, dann ist das offenbar nicht so. Demnach zeigen interne Dokumente des dänischen Militärs und Verteidigungsministeriums, dass die USA vor einem Jahr versucht haben, an militärische Informationen über Grönland zu kommen.
Die Vereinigten Staaten suchten vertraulich nach Kenntnissen über militärische Einrichtungen in Grönland, das berichtet das Medium Berlinske aktuell Demnach versuchte die USA „informell und ohne Beteiligung von Kopenhagen, dänische Kollegen in Grönland zur Herausgabe von Informationen über militärische Einrichtungen, Häfen und Luftwaffenstützpunkte in Grönland zu bewegen.“ Die Grönländer informierten das Ministerium in Kopenhagen und „das gesamte Top-Management der dänischen Verteidigung, einschließlich des Verteidigungschefs“. Entsprechende Dokumente liegen vor, sie behandeln einen Vorfall vom Januar 2025.In Dänemark soll man sich vor amerikanischer Spionage sorgen, so der Artikel. Das ist durchaus seltsam, denn das US-dänische Abkommen von 1951 sieht die umfassende Nutzung von Militärbasen auf der Insel für die USA vor. Mit dem Abkommen wurde Grönland quasi unter die Kontrolle der US-Armee gestellt – und jetzt fehlen Washington Informationen?
Der Kontakt soll außerhalb der normalen Kanäle erfolgt sein, die das Außenministerium, das Verteidigungsministerium und die dänische militärische Führung sind, schreibt die Zeitung. So steht in den Dokumenten, dass eine amerikanische Militärperson zweimal mit sechs Tagen Abstand im Januar 2025 das dänische militärische Kommando in Grönland, Arktisk Kommando, um Informationen gebeten hat. Offenbar soll es dabei um „grönländische Infrastruktur“ gegangen sein.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Das erste Mal, als um Informationen gebeten wurde, war am 16. Januar 2025. Am 26. Januar wurde die Verteidigung erneut darüber informiert, dass dieselbe ungenannte Person um weitere Informationen gebeten hatte. Ob die USA an die gewünschten Informationen gekommen sind, gilt als unklar. Allerdings dürften die angefragten Streitkräfte „freundlich und entgegenkommend auf die Wünsche aus den USA reagiert haben“, schreibt die Zeitung.
Zu dieser Zeit hatte Trump erstmals sehr deutlich erklärt, dass die USA Interesse an Grönland hätten. Auch Trumps Sohn war damals auf die Insel gereist. Erst mit Beginn des Jahres 2026 hat Trump seine Rhetorik gegenüber Dänemark deutlich verschärft.
Das Verteidigungsministerium in Kopenhagen wollte die Sache nicht kommentieren. Die amerikanische Botschaft in Kopenhagen sagt der Zeitung, dass es „niemanden überraschen sollte“, dass die USA Dialog und Kontakt mit Partnern in Grönland und Dänemark haben, „während wir zusammenarbeiten, um die Sicherheit in der gesamten Allianz und in der Arktis zu sichern“.
Bild „Greenlanders protest Trumps interest in the island.“ by exit78 is marked with CC0 1.0.
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