Slowakei baut Kernkraft aus

13. Januar 2026von 1,5 Minuten Lesezeit

Die Slowakei steht vor einem Kernkraftdeal mit den USA. Der US-Konzern Westinghouse soll einen neuen und größeren Reaktor bauen.

Diese Woche werden die Slowakei und die Vereinigten Staaten ein Abkommen über eine Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie unterzeichnen. Während Deutschland seine stillgelegten AKWs vernichtet und in Österreich eine Debatte über Kernkraft völlig tabu ist, wird das Nachbarland Slowakei ein drittes Kraftwerk bauen.

Aktuell verfügt die Slowakei über fünf Kernreaktoren in zwei Kraftwerken. Seit letztem Jahr führt Bratislava mit Washington Gespräche über den Ausbau ihrer Kernkraft. Federführend soll dabei der Konzern Westinghouse sein. „In Zusammenarbeit mit amerikanischen Partnern wollen wir einen neuen riesigen Block in reinem Staatsbesitz auf dem Gelände des bestehenden Kernkraftwerks in Jaslovské Bohunice bauen“, sagte Fico am Samstag.  Er erklärte, dass die Anlage eine Kapazität von fast 1.200 Megawatt (MW) haben werde, was größer sei als die bestehenden Blöcke.

Am Standort Mochovce ist schon länger ein weiterer Reaktor in Arbeit. Dieser soll noch dieses Jahr ans Netz gehen und eine Kapazität von 440 Megawatt haben. Am Standort Bohunice soll nun ebenfalls ein neuer Reaktor, und zwar jener mit 1.200 MW Kapazität, gebaut werden. Bis dieser Großreaktor fertiggestellt ist, könnte es zwar bis in die 2040er Jahre dauern.

Doch die kernkraftfreundliche Slowakei stärkt deutlich ihre (unabhängige) Energieversorgung und macht sich souveräner gegenüber Lieferanten. Gerade angesichts des gegenwärtigen Stromhungers könnte das ein Vorteil werden.

Bild „AKW Mochovce Kühltürme“ by Global2000 is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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Ein Kommentar

  1. Jan 13. Januar 2026 um 21:07 Uhr - Antworten

    Einmal unbeliebt machen:

    Kernkraft ist abhängig von Öl und Kohle und keineswegs ein Ersatz, auch wenn Marion „King“ Hubbard das in den 50ern so gesehen hat. Der Unsinn mit dem Elektromobil hat natürlich auch hier seinen Ursprung.

    Der Anteil der Kernkraft liegt bei 3-4%, man kann also ausrechnen, wieviel man ausbauen müsste. Dann laufen sämtliche Kraftwerke mit Dampfturbinen, brauchen also Kühlwasser, selbst wenn der Reaktor keins braucht. Und wie eine intensive Nuklearwirtschaft aussieht, sehen wir im russischen Mayak.

    Leider, leider gibts de dato keinen Ersatz für Kohlenwasserstoffe und auch keinen unbegrenzten Zugang zu unbegrenzten Öl-Reserven, der praktisch verfügbar wäre.

    Dennoch bleibe ich ein Gegner dieser Technologie. Im Zweifel könnten wir den Dreck in den Abklingbecken nicht entsorgen, ohne Industrie und Banken schon gar nicht. Und wenn in Bohunice etwas hochgeht, liegt Wien in der 100km-Zone und alles andere noch in der 500km-Zone.

    Österreich hat viel Wasserkraft, die andere Länder nicht haben. Wenn sich das Öl dem Ende neigt, wird uns Nuklear nicht retten, vorher sind die Banken perdu, die Betonhersteller, die Halbleiter und die LKWs.

    Mir ist klar, dass man auch immer eine Fantasie braucht, warum es wieder aufwärts geht! Auch Venezuela könnte man so einschätzen.

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