Photovoltaikanlagen im Freiland – Die Warnpflicht trifft den Fachmann

11. Januar 2026von 4,8 Minuten Lesezeit

Es ist uralter Rechtsbestand, dass man bei kritischen Situationen aus denen schwere, ja lebensgefährliche Konsequenzen entstehen könnten, nicht einfach schweigen kann. Man würde sich sonst selbst schuldig machen. In einer besonderen Gefahrensituation besteht eine besondere Warnpflicht für jedermann, der meint eine Gefährdung zu erkennen. Dieser Warnpflicht muss man nachkommen, ohne Rücksicht auf die eigenen Befindlichkeiten.

Der Autor hat bereits 2018 die damalige österreichische Bundesregierung eindringlich vor den Nebenwirkungen der Energiewende gewarnt. Eine entsprechende Warnung erging 2022 auch direkt an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz. Leider waren diese Warnungen bisher vergeblich. Der tatsächliche Souverän und letztlich Verantwortliche wäre, in echten Demokratien, allerdings der Bürger.

In einer mehrjährigen Forschungsarbeit hat mein Ingenieurbüro „Der Energiedetektiv“ jene Änderungen in der Umwelt untersucht, die sich durch die Errichtung großflächiger Photovoltaikanlagen über Grünflächen ergeben. Dabei sind wir dem Weg des Sonnenlichts konsequent gefolgt und haben jene solaren Prozesse analysiert und dokumentiert, die dieses Licht im Jahreslauf am Boden bzw. an Photovoltaikanlagen auslösen. So entstand 2023 das „Handbuch Photovoltaikanlagen im Freiland“. Dieses soll interessierten Bürgern die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild von den Nebenwirkungen dieser großtechnischen Anlagen zu machen.

Sonnenlicht – die Grundlage allen irdischen Lebens

Sonnenlicht ist die unabdingbare Voraussetzung für alles irdische Leben. Sonnenstrahlen werden zu Leben! Das mag für manchen übertrieben klingen, ist aber nicht zu leugnen! Der Mensch kann z.B. maximal drei Minuten ohne Atemluft, drei Tage ohne Wasser und drei Wochen ohne Nahrung auskommen. Es sind natürliche, durch die Sonneneinstrahlung ausgelöste solare Prozesse, die uns diese unabdingbaren „Lebensmittel“ laufend zur Verfügung stellen: die Nahrung von Mensch und Tier wird durch die Photosynthese ermöglicht. Es sind die Pflanzen die ihrerseits Sauerstoff emittieren und gleichzeitig über die Photosynthese die Nahrungsversorgung sichern.
Pflanzen benötigen Wasser ebenso wie wir Menschen. Die Verdunstung des Wassers an den Blattflächen der Pflanzen, aber auch an Wasserflächen (Seen, Meere), ermöglicht eine ganz natürliche Reinigung des Wassers. Der solare Prozess aus Verdunstung und Niederschlag beinhaltet die Reinigung von Schmutzwasser aber auch die Umwandlung von Salzwasser in Niederschläge von Trinkwasser (Destillation). Für die breite Verteilung des Niederschlagswassers sind Luftströmungen verantwortlich, die wiederum von der Sonnenstrahlung angetrieben werden. Das Sonnenlicht ist damit der wichtigste Antriebsfaktor für alles Leben auf Erden!

Die Energiewende versucht nun den Energiebedarf großer Industrienationen aus der laufenden Versorgung mit Sonnenenergie zu entnehmen. Damit gerät die Energiewende in direkte Konkurrenz mit den gegenwärtigen Lebens- und Klimaprozessen. Denn die nun technisch genutzte Energie muss anderen Prozessen weggenommen bzw. vorenthalten werden.
Auch wenn Politiker sich manchmal wie Götter verhalten, ist es Tatsache, dass kein Mensch aus dem Nichts Sauerstoff, reines Wasser und Nahrung einfach hervorzaubern kann. Menschliche Tätigkeit bleibt immer nur begrenzt auf die Möglichkeit der Umgestaltung des Vorhandenen, ermöglicht aber nie die „Creatio ex nihilo“ (also die Schöpfung aus dem Nichts). Allein diese Überlegungen würden ausreichen, um die Frage der Solarenergie verantwortlich und kritisch zu hinterfragen. Denn bei der Bearbeitung (Umgestaltung) der Natur steht dem Gewinn auf der einen Seite (Mensch) immer ein Verlust auf der anderen Seite (restliches Leben – vom Pflanzen bis zum Tierreich) gegenüber.
Der Mensch verändert die Erde seit Urzeiten. Der Unterschied zu früheren Situationen ist heute allerdings der großtechnische und direkte Eingriff in die primäre Quelle alles Lebens – das Sonnenlicht! Und kaum jemand macht sich Gedanken, welche Nebenwirkungen wir zu erwarten haben!

Photovoltaikanlagen über Grünflächen

Seit vielen Jahren beobachte und dokumentiere ich Photovoltaikanlagen. Eigentlich sollte das folgende Wärmebild schon ausreichen, um die gegebene Problematik allgemein verständlich zu machen.

Die Oberseite der großen Photovoltaikanlage weist eine Temperatur über 40°C auf. Dagegen liegt die Temperatur an den Grünflächen bei ca. 26 bis 29°C. Dieser niedrigere Wert entspricht auch weitgehend der Lufttemperatur. Die Situation an der PVA wird allerdings noch dramatischer, wenn man die Unterseite der Anlage betrachtet. Denn an der Unterseite der schattenwerfenden Photovoltaikanlage zeigt die Messung eine Temperatur über 50,8°C. Im Gegenzug dazu weist die beschattete Bodenfläche eine Temperatur von ca. 24,5°C auf.

Wärmebilder von Oberseite und Unterseite der großflächigen Photovoltaikanlage

Leider produzieren solche Anlagen nicht nur im Sommer Abwärme, sondern insbesondere auch im Winter! Das nächste Wärmebild wurde Ende des Jahres hoch in den steirischen Bergen aufgenommen. Es liegt etwas Schnee auf dieser Almwiese Die Unterseite der Photovoltaikanlage erreicht allerdings über 25°C Dies bei einer Außentemperatur von 2°C.

Wir „schützen“ derzeit das Klima, indem wir Anlagen in den Bergen und auf Feldern und Wiesen errichten, die viel Wärme und ein wenig Strom liefern.

Insofern könnte man diese Photovoltaikanlagen eigentlich primär als Anlagen zur Temperaturerhöhung bezeichnen. Heizkörper in der offenen Landschaft sozusagen!


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder.

Dipl.-Ing. Jürgen A. Weigl ist seit 1989 in der Energieberatung tätig, hat an zwei Universitäten gelehrt und wurde mehrfach von österreichischen Umweltministern ausgezeichnet. Er lebt in der Steiermark und betreibt hier sein eigenes privates Forschungsinstitut.


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8 Kommentare

  1. triple-delta 11. Januar 2026 um 19:49 Uhr - Antworten

    Zitat: „Damit gerät die Energiewende in direkte Konkurrenz mit den gegenwärtigen Lebens- und Klimaprozessen.“
    Aber genau das ist doch das Wesen der Energiewende. Welche Wende hat denn jemals zu einer Verbresserung geführt? Man will Westeuropa deindustrialisieren, ohne den Widerstand der Bevölkerung zu provozieren. Deshalb hat man die Klimareligion erfunden. Hat mit Jesus doch auch schon super funktioniert.

  2. Dr. Rolf Lindner 11. Januar 2026 um 19:40 Uhr - Antworten

    Plausibler wäre für mich gewesen, wenn der Autor darauf verwiesen hätte, dass das für die PVA genutzte Sonnenlicht nicht mehr für die Fotosynthese zur Verfügung steht, die ja – wie man weiß – auf Grund des niedrigen CO2-Gehaltes in der Atmosphäre schon jetzt in reduzierter Form stattfindet, was jeder daran erkennen kann, dass das Pflanzenwachstum einst viel üppiger war, ohne dem es keinen Sauerstoff und keine Kohle gäbe.

  3. Jakob 11. Januar 2026 um 15:36 Uhr - Antworten

    Ich bin ein Befürworter von Photovoltaikanlagen.
    Allerdings habe ich schon immer gegen solche auf Naturflächen argumentiert.
    Ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet so wie der Autor dieses Artikels. Darum danke dafür.
    Was bedauerlicherweise ebenso fällt ist ein durchgängiges Energiekonzept.
    Alle diesbezüglichen Maßnahmen unserer Politik waren und sind ideologie- und vor allem auch profitorientierte Hau-Ruck-Katastrophen.

    • triple-delta 11. Januar 2026 um 19:47 Uhr - Antworten

      PV kann man für alle stromverbrauchenden Prozesse einsetzen, die streng fakultativ sind. D.h. es muss egal sein, ob sie stattfinden oder nicht.
      Man sollte einfach jeden, der sich eine PV-Anlage installiert, vom öffentlichen Stromnetz abklemmen.

    • Wolliku 12. Januar 2026 um 6:59 Uhr - Antworten

      Wie sagt der Fachmann: if ideology is master, you reach desaster faster! Wir sind inmitten „erneuerbarer“ Energien.

    • Jan 12. Januar 2026 um 9:05 Uhr - Antworten

      Die Fläche auf Dächern und Garagen reicht leider bei Weitem nicht aus!

  4. Hausmann_Alexander 11. Januar 2026 um 15:24 Uhr - Antworten

    Erinnert mich irgendwie an die
    Bw-Zeit. Im Winter sind die Türen geschlossen zu halten und an einigen Türen stand:
    „Wir heizen nicht für die Luftwaffe. Tür schließen.“

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